Über Serkan und Hamid schweigen sie. "Ich will sie damit nicht belasten, sie haben es schwer genug", sagt Zelal Sahin.
Ihre Kinder warten nicht auf Nachrichten, sie blenden die Politik aus. Zelal Sahin kann das nicht. Auch wenn sie dann mit ihren Gefühlen allein ist. So allein wie an diesem Freitagmittag, vor dem Fernseher mit den Meldungen von der Bodenoffensive, inmitten einer stummen, versteinerten Familie. Jetzt ärgert es sie, dass sie vor den Kindern geweint hat. "Ich habe gelernt, mit der Trauer umzugehen, aber es gelingt mir nicht immer", sagt sie.
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Etwa 14 Millionen Kurden leben in der Türkei. In Syrien sind es knapp zwei Millionen, in Iran und im Nordirak je fünf Millionen. 1978 gründete der Politikstudent Abdullah Öcalan eine marxistisch-leninistische Kaderorganisation, die "Kurdische Arbeiterpartei" PKK. 1984 nahm sie den bewaffneten Kampf gegen die Türkei auf. Ihr Ziel: ein unabhängiger Kurdenstaat im Osten des Landes. Die PKK griff die Armee an, Armee und Justiz bekämpften im Gegenzug alles Kurdische. Mehr als 3000 kurdische Bergdörfer wurden in den 90ern zerstört, bis zu drei Millionen Menschen verloren ihr Zuhause. Nach einer vorsichtigen Entspannung eskalierte der Konflikt im Februar erneut. Nach Anschlägen der PKK marschierte die Armee in den Nordirak ein.
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