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13.06.2008, 14:52
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Helmut Schmidt
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Ich brauche keine virtuellen Freunde
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13.06.2008, 18:47
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AW: Helmut Schmidt
Ich hab die Rede heut in Phoenix gesehen.
Eins hab ich bei seiner Abschätzung vermisst, er hat Prognosen für die Zukunft gemacht und sprach von mehrere Generationen an Entwicklung, die für viele Dinge notwendig sind.
Und hierbei ist er nicht auf die Entwicklung der Weltbevölkerungszahl und deren Auswirkung eingegangen, eine Sache, die er sonst in sein Kalkül einbezieht.
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Im Osten geht der (Halb)mond auf.
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14.06.2008, 22:21
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AW: Helmut Schmidt
Schade, ich habe die Rede nicht sehen können!
Dafür habe ich Karagah`s Link gelesen.
Irgendetwas fiel mir dabei gleich auf, bei der UN-Charta handelt es sich um Völkerrecht und deshalb hat Schmidt recht das dort keine Menschenrechte zu finden sind!
Tricky der Mann!
P.S.
Raucht der Herr Schmidt noch? 
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14.06.2008, 23:07
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AW: Helmut Schmidt
Zitat:
Zitat von olgunbay
Irgendetwas fiel mir dabei gleich auf, bei der UN-Charta handelt es sich um Völkerrecht und deshalb hat Schmidt recht das dort keine Menschenrechte zu finden sind!
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Die Charta der Vereinten Nationen nimmt an etwa vier, fünf Stellen auf die Menschenrechte Bezug. Auch sonst wäre das Argument schwach, weil die UN-Charta für die Völkerrechtspraxis kaum Bedeutung hat, hingegen das Gewohnheitsrecht überwiegt. Und über dieses sind Völker- und Menschenrecht untrennbar miteinander verbunden.
Wie eh und je schwitzt Schmidt seinen ungenierten Pragmatismus als vermeintlichen Sachverstand aus. Da wiegt er die chinesische Antike mit den dem 20. Jahrhundert der Deutschen auf und dies ausgerecht als Grund dafür, sich auf Wohlstandspolitik zu "beschränken". Heute sind es gerade die Handelsinteressen und die Wahrung des Wohlstandes Deutschlands, die Auslandseinsätze begründen oder gar notwendig machen. Man kann nich gleichzeitig mit einer "amerikakritischen Spitze aufwarten" und eine wirtschaftsstrategische Position vertreten, die nur huckepack von den USA getragen überhaupt funktioniert.
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14.06.2008, 23:16
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AW: Helmut Schmidt
Hallo "Core",
so tief wollte ich nicht ins Detail gehen.
In der Politik, schau genau hin, dreht es sich immer um wirtschaftliche Interessen!
Worte und Taten sind nicht im Einklang zu bringen!
In der Hinsicht ist Schmidt wenigstens ehrlich, denn gelogen hat er nicht!
Allerdings verschweigt er wichtige Details!
Völkerrecht beinhaltet Hinweise auf Menschenrechte, aber geklärt ist das noch nicht.
UN-Charta bleibt Völkerrecht zwischen den Staaten.
Es gibt sogar zwei kuriose Paragraphen!
http://www.un.org/aboutun/charter/
Viele Grüße
Olgunbay
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15.06.2008, 04:38
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TT-Newcomer
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Themenstarter  
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AW: Helmut Schmidt
Zitat:
Zitat von olgunbay
P.S.
Raucht der Herr Schmidt noch? 
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sobald er aufhört zu rauchen, stirbt er
Wünsche euch allen einen schönen Sonntag
Türkei 2 - Tschechien 0
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15.06.2008, 07:43
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TT-Überall-Mitmischer
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AW: Helmut Schmidt
Ich hab zwar mehr zugehört, als zugesehen, dabei hab ich ihn nicht rauchen sehen, was mich auch verwundert hat. Vielleicht ist es mir entgangen.
Seine politischen Einstellungen haben ja früher auch Widerspruch erzeugt.
Dennoch find ich es lohnenswert seine Argumente zu durchdenken.
Das mit Taiwan gefällt mir eigentlich nicht, weil es meiner Meinung für China immer noch ein Gegenmodell ist, vielleicht so etwas wie ein Ziel.
Ich bin persönlich auch gegen eine unendlich tiefe geschichtsverankernde Sicht heutiger Situationen. Dann könnte man für Europa auch immer die Spuren der Antike im heutigen Wirken herbeimentieren.
Klar hat Geschichte Bedeutung und es gibt auch Zeiten der Rückbesinnung. Es ist auch unstrittig das die alte chinesische Kultur bis heute für ganz Ostasien Bedeutung hat. Z.B. diese Mehrton-Sprache und ihre unendlich vielen Schriftzeichen, damit werden auch heute noch alle armen kleinen Chinesen gequält.
Was er auch sagen wollte: dass von China keine (militärische) Gefahr ausgeht, wenn man sich nicht einmischt, vor allem nicht in die territorialen Angelegenheiten (Tibet, Formosa). China ist sich selbst genug.
Da mein ich, das mag heute stimmen. Aber man muss sehen, dass China (heimlich, still und) leise weltweit (Afrika, Südamerika) Wirtschaftsbeziehungen aufgebaut hat, hauptsächlich wegen der Rohstofflieferungen. Diese Einflüsse wird sich China auf lange Sicht nicht mehr so einfach nehmen lassen. Das kann dann leicht zu Stellvertreterkriegen führen. Indiz hierfür war meines Erachtens die blockierte Waffenlieferung an Mugabe.
Es gibt noch weitere erwähnenswerte Punkte, die er aufgerissen hat, aber das wird mir jetzt zu lang.
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The Following User Says Thank You to alterali For This Useful Post:
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15.06.2008, 16:39
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AW: Helmut Schmidt
Zitat:
Zitat von alterali
Aber man muss sehen, dass China (heimlich, still und) leise weltweit (Afrika, Südamerika) Wirtschaftsbeziehungen aufgebaut hat, hauptsächlich wegen der Rohstofflieferungen. Diese Einflüsse wird sich China auf lange Sicht nicht mehr so einfach nehmen lassen. Das kann dann leicht zu Stellvertreterkriegen führen. Indiz hierfür war meines Erachtens die blockierte Waffenlieferung an Mugabe.
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Die Wirtschaftsbeziehungen zu China sind die wichtigsten Geldquellen für Regime wie in Simbabwe, Sudan oder Nordkorea.
Die Ansicht, dass sich China selbst genug sei, zeugt meines Erachtens wiederum von den vollkommen überholten und in der Folge mit dem realen Geschehen inkonsistenten Vorstellungen Schmidts. Territoriale Ausbreitung im klassischen Sinn von Annexion ist heute politisch kaum noch durchführbar und höchstens für Israel möglich. Er vertritt einen (für mich eher abstoßenden) völkerrechetsethischen Begriff von Souveränität mit der Begründung der Wohlstandspolitik. Die Theorie läuft nicht nur der menschenrechtlichen Ethik zuwider, sie geht auch nicht auf. China erstrebt die Position eines Gegengewichtes zu USA, was es fast schon erreicht hat. Das bedeutet: Wirtschaftsimperialismus gesichert durch - oft unterschwellige - globale militärische Präsenz. Im Schatten dieser Säulen der amerikanischen Außenpolitik ist Deutschland groß geworden und dort konnte die Bundesrepublik einen (natürlich nicht uneingeschränkt glaubwürdigen) moralischen Führungsanspruch für die Weltgemeinschaft entwickeln, der heute korrigierend auf die USA einwirken kann. Wenn sich Deutschland auf China zu sehr einlässt und sich zum Verbündeten bei der chinesischen Adaption der US-Politik macht, geben wir nicht nur diese Errungenschaft auf, uns werden auch wirtschaftlich einige Felle davon schwimmen.
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