Was ist wahr an den Gerüchten, dass der türkische Geheimdienst immer enger werdende Verbindungen mit radikalen muslimischen Kreisen in Pakistan, der Revolutionären Garde im Iran und selbst zur Al-Qaida-Bewegung unterhält?
Was diese türkischen Kreise mit den Nachbarn Iran, Syrien und den von Schiiten und Sunniten kontrollierten Provinzen im Irak verbindet, ist der Hass auf die Kurden. Diese haben als kurdischer „Staat im Staat“ im krisengeschüttelten Irak eine tüchtige Regierung und funktionierende Zivilgesellschaft schaffen können und verfügen über ergiebige Ölquellen.
So erwacht in den Herzen vieler Türken das Gespenst einer noch weiter verstärkten Freiheitsbewegung, die in das türkische Herzland übergreifen würde. Eine einflussreiche Gruppe im höheren türkischen Offizierskorps würde sich mit Iran verbinden und einen radikalen Schwenk in der Außenpolitik unternehmen. Sie würden es riskieren, die Nato zu verlassen, und sich mit Iran, Pakistan und Syrien verbinden, den Libanon einbeziehen und wegschauen, käme es zu einem existenziellen Kampf gegen Israel.
So würde sowohl der Bosporus als auch die Straße von Hormus der Einflusssphäre des Nato-Bündnisses entzogen werden.
Auch das bestehende Bündnis zwischen der Türkei und Israel, das manche auch vor dem Hintergrund der Verhandlungen über die Golanhöhen für entspannter denn je halten, könnte sich in eine bedrohliche Gegnerschaft verwandeln.
Käme es zu einer Auseinandersetzung zwischen Israel und dem drohungslustigen iranischen Präsidenten Ahmadinedschad, würden dann die Türken nicht als Waffenbrüder, sondern höchstens als faire Neutrale betrachtet werden.
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