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09.07.2008, 17:12
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TT-Schreck
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Wie vor 45 Jahren
Aufgrund des demografischen Wandels auf der einen - und der gut laufenden Wirtschaft auf der anderen Seite, haben Betriebe zunehmend Schwierigkeiten ihren Lehrlingsbearf zu decken. Der über Jahrzehnte vorhandene Bewerberüberhang brachte die Arbeitgeber in die komfortable Situation, sich die Besten aussuchen zu können. Wozu vor 30 Jahren ein guter Hauptschüler ausreichte, mussten nun Realschüler oder gar Abiturienten her. Die Wirtschaft hatte ein Luxusproblem. Die Warnung, dass der immer geringer werdenden Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen der Fachkräftemangel folgen würde, schlugen die Unternehmer in den Wind. Nun können die angebotenen Ausbildungsplätze nicht mehr vollständig mit Bewerbern besetzt werden. Statt die Ansprüche an die Azubis zu senken und zum Beispiel auf die zahlreichen arbeitslosen Jugendlichen mit Migrantenhintergrund zurückzugreifen, fordern die Unternehmer von der Regierung Jugendliche aus Osteuropa anzuwerben. Die Wirtschaft geht wie immer den einfachsten Weg. Statt sich zur Verantwortung zu bekennen, (immerhin waren es ja die Unternehmer die die Massenzuwanderung initiiert haben) und sich um die Nachkommen derer zu kümmern, die sie einst ins Land riefen, fängt man wieder das gleiche Spiel an. Fast 400000 "Altfälle" gibt es außerdem, also jene die seit Jahren keinen Ausbildungsplatz bekommen und in der Warteschleife hängen. Als nicht Ausbildungsfähig abgestempelt werden diese Jugendlichen nur verwaltet und von Maßnahme zu Maßnahme weitergeschickt. Hier wird eine ganze Generation verarscht
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09.07.2008, 21:15
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TT-Gelegenheitsposter
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AW: Wie vor 45 Jahren
Sdost, es ist vielleicht nicht so einfach. Natürlich ist es vielbegrüßenswerter, denen, die ohnehin schon hier leben, eine echte Chance zu geben. Außerdem fehlen dann irgendwann in Osteuropa diese Menschen. Meine Heimat Russland hatte in den 90ern einen furchtbaren Brain Drain zu verkraften, was man heute sieht. In Polen fehlen mittlerweile die eigenen Maler und Maurer für die Baustellen weil die in GB oder Irland sind.
Aber ich muss sagen, ich höre viele Ausbilder und Lehrer über das Bildungsniveau der Schulabgänger klagen. Aus dem Bekanntenkreis höre ich das etwa von Berufsschulen. Über Desinteresse, Unmotiviertheit, um nicht zu sagen Faulheit. Da scheinen so einige den Arsch nicht hochzukriegen. Sorry für den Ausdruck. Will um Gottes willen nicht alle über einen Kamm scheren , aber solche Tendenzen scheinen sich verschärft zu haben. Da gibt es unter den von dir angesprochenen 400.000 vielleicht wirklich etliche, die „ausbildungsuntauglich“ sind. Wo ich herkomme, gibt es auch ähnliche Klagen. Aber ich glaube, die jungen Osteuropäer würden eine solche Chance wohl schon mit etwas mehr Engagment angehen. Will hier niemandem Unrecht tun, aber so seh ich das, leider.
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10.07.2008, 17:32
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TT-Schreck
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Themenstarter  
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AW: Wie vor 45 Jahren
Zitat:
Zitat von feshak
Sdost, es ist vielleicht nicht so einfach. Natürlich ist es vielbegrüßenswerter, denen, die ohnehin schon hier leben, eine echte Chance zu geben. Außerdem fehlen dann irgendwann in Osteuropa diese Menschen. Meine Heimat Russland hatte in den 90ern einen furchtbaren Brain Drain zu verkraften, was man heute sieht. In Polen fehlen mittlerweile die eigenen Maler und Maurer für die Baustellen weil die in GB oder Irland sind.
Aber ich muss sagen, ich höre viele Ausbilder und Lehrer über das Bildungsniveau der Schulabgänger klagen. Aus dem Bekanntenkreis höre ich das etwa von Berufsschulen. Über Desinteresse, Unmotiviertheit, um nicht zu sagen Faulheit. Da scheinen so einige den Arsch nicht hochzukriegen. Sorry für den Ausdruck. Will um Gottes willen nicht alle über einen Kamm scheren , aber solche Tendenzen scheinen sich verschärft zu haben. Da gibt es unter den von dir angesprochenen 400.000 vielleicht wirklich etliche, die „ausbildungsuntauglich“ sind. Wo ich herkomme, gibt es auch ähnliche Klagen. Aber ich glaube, die jungen Osteuropäer würden eine solche Chance wohl schon mit etwas mehr Engagment angehen. Will hier niemandem Unrecht tun, aber so seh ich das, leider.
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Du hast da völlig Recht. Das Sozialsystem belohnt ja auch noch die Nichttätigen. Wie passt das aber alles zusammen? Es fehlen angeblich 100000 Ingenieure und über 30000 Ingenieure sind arbeitslos. Man beklagt den Facharbeitermangel und jedes Jahr verlassen 150000 gut ausgebildete Fachkräfte das Land. In Deutschland haben diese Leute kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt, aber im Ausland werden sie mit Kusshand genommen.
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11.07.2008, 12:37
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TT-Gelegenheitsposter
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AW: Wie vor 45 Jahren
Zitat:
Zitat von sdost
Du hast da völlig Recht. Das Sozialsystem belohnt ja auch noch die Nichttätigen. Wie passt das aber alles zusammen? Es fehlen angeblich 100000 Ingenieure und über 30000 Ingenieure sind arbeitslos. Man beklagt den Facharbeitermangel und jedes Jahr verlassen 150000 gut ausgebildete Fachkräfte das Land. In Deutschland haben diese Leute kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt, aber im Ausland werden sie mit Kusshand genommen.
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Das ist in der Tat ein Phänomen. Sagen wir mal so, viele Fachkräfte, z.B. viele Ärzte wandern ab, weil sie in der Schweiz oder in Norwegen einfach mehr Geld verdienen.
Warum so viele hier lebende Ingeniere arbeitslos sind, obwohl eigentlich gebraucht, ist mir auch ein Rätsel. Ich kenne nur ein paar Fälle. Manche haben es zwar drauf, tun sich im Arbeitsleben in der Tat etwas schwer (mit einem Bürojob, Chef usw.). Bei manchen Freunden aus Russland oder der Ukraine oder Kasachstan weiß ich entweder von Sprachschwierigkeiten oder von Problemen bei der Anerkennung ihrer Abschlüsse. Das ist alles, was ich dazu weiß...
Viele Grüße
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12.07.2008, 15:15
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TT-Schreck
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AW: Wie vor 45 Jahren
Zitat:
Zitat von feshak
Das ist in der Tat ein Phänomen. Sagen wir mal so, viele Fachkräfte, z.B. viele Ärzte wandern ab, weil sie in der Schweiz oder in Norwegen einfach mehr Geld verdienen.
Warum so viele hier lebende Ingeniere arbeitslos sind, obwohl eigentlich gebraucht, ist mir auch ein Rätsel. Ich kenne nur ein paar Fälle. Manche haben es zwar drauf, tun sich im Arbeitsleben in der Tat etwas schwer (mit einem Bürojob, Chef usw.). Bei manchen Freunden aus Russland oder der Ukraine oder Kasachstan weiß ich entweder von Sprachschwierigkeiten oder von Problemen bei der Anerkennung ihrer Abschlüsse. Das ist alles, was ich dazu weiß...
Viele Grüße
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Es ist doch auch der Wahnsinn, Leute die über 40 sind, prinzipiell nicht einzustellen. Sicher ist der Leistungsdruck in Deutschland extrem aber 40jährige haben wichtige Erfahrungen gesammelt
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12.07.2008, 16:56
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TT-Schreck
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AW: Wie vor 45 Jahren
Zitat:
Zitat von sdost
Es ist doch auch der Wahnsinn, Leute die über 40 sind, prinzipiell nicht einzustellen. Sicher ist der Leistungsdruck in Deutschland extrem aber 40jährige haben wichtige Erfahrungen gesammelt
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Im sozialpädagogoschen bereich hat man sehr gute chancen auch als über 40-jähriger eine Stelle zu bekommen. es gibt dort sogar Bereiche, wo sie bevorzugt eingestellt werden.
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