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Eine Reise ins Jenseits
In die Uni-Klinik kam ich vor paar Tagen,
um meine Prostata operieren zu lassen.
Natürlich hat man Angst davor,
es ist kribbelig in den Händen, im Bauch.
Die Narkose ist eine kurze Reise
ins Jenseits und zurück und
manchmal ohne widerkehr.
Aber was soll’s?
Wenn man noch zu leben hat...
kommt man von dieser Reise zurück!
So war es auch bei mir:
Zuerst die Vorbereitungen liefen
auf hoch Touren, Untersuchungen,
Blut, Urin, Röntgen-Aufnahmen,
Gespräche mit den Ärzten und Schwestern,
Krankenpflegern über die Operation.
Für sie ist alltägliches,
für mich eine Sensation!
Ich werde ins Jenseits geschickt
und zurückgeholt!
Und es ging los mit einem Hemd:
Die letzte Mode, der letzte Schrei,
hinten auf und oben-unten ohne.
Man muss es mit Humor anziehen,
und dabei sagen, „was soll’s,
es ist nur eine Operation“
Danach bekam ich paar Tabletten
und wurde ich müde,
und mein Bett wurde mein Wagen,
und ich ging auf die Reise.
Von der 18.Etage auf Null,
es ist der Op-Saal.
Und rutschte rüber
auf den Op-Tisch wie ein Aal.
Und rund um mich das Op-Team legte los.
Vorbereitungen gingen auf hoch Touren weiter:
Schläuche wurden angeschlossen,
Blutdruck wird ständig kontrolliert,
Herz, Niere und alle anderen Organe,
es müssen alle funktionieren.
Und das ganze Op-Team
immer wieder tröstend, Mut gebend,
sprachen sie mir zu:
„Keine Angst, wir holen Sie schon zurück
von der kurzen Reise ins Jenseits!“
Das mag sich makaber anhören,
aber da ist was wahres dran!
Und ich bekam eine Spritze
unten in die Wirbelsäule,
schon schläft die untere Hälfte ein .
Als die Operation anfing,
war ich weg, auf der Reise.
Einige Stunden muss ich
unterwegs gewesen sein,
als ich die Augen öffnete
und ein Kind weinen hörte,
in der Intensivstation
fragte ich die Schwester;
„Warum weint das Kind ?“
In diesem Augenblick
habe ich begriffen, dass
meine Reise zu Ende war.
Das Team und
Oberarzt Said GHAFUR
die holten mich aus dem Jenseits
zurück nach Diesseits.
Auf der Station 18 B später;
gepflegt und versorgt wurde ich weiter.
Das hat mir gut getan.
Mein Dank an alle Mitarbeitern,
Ärzten, Schwestern, Pflegern
und alle Mitwirkenden.
Juni 2000, Kölner Uni-Klinik
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