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Loslassen
Seit unserem letzten – diesem alles endgültig erscheinen lassenden Satz sind erst ein paar unsagbar schwer vergehende Stunden verstrichen – und doch war jeder dieser Minuten viel zu lange als das man sie eigentlich ertragen könnte. Es waren Augenblicke die von hilflos traurig bis unfassbar wütend sein gefüllt waren. Fast hätte man meinen können sie wären miteinander um die Wette gelaufen, in der Hoffnung, das auf der Zielgeraden, hinter diesem rot-weißen Band würde die Siegestrophäe in deiner mir so geliebten Gestallt warten. Ja eben so als hättest du die Arme geöffnet und würdest nur noch meine Schritte zählen bis ich endlich diese weiße von Kreide gezogene Linie überqueren würde. Jedes auftreten meiner Schritte wäre ein Herzschlag von Dir – und dieser dein Herzschlag wäre meine Hymne die ich freudig auf den Lippen tragen würde. Als ich all dies so vor mich hin Träumte hast du mich angerufen – ich weiß nicht mehr was genau du wolltest – etwas belangloses, denn alles ist jetzt irgendwie so geworden- deine Stimme überragte alles was um mich herum war. Nie werde ich sie vergessen können – ich hörte nicht mehr das was du sagtest, sondern nur noch diese Stimme die durch mich hindurchging, dann legten wir auf und ich kam in unsere leere Wohnung. Und auch hier war diese Stimme, in jedem Raum den ich betrat warst du anwesend, hier ein lächeln, da ein Wort. Ich höre wie du nach mir rufst und langsam ungeduldig wirst weil ich dich nicht gleich beim ersten mal gehört habe - du weißt doch, ich habe dieses Hörproblem. Ich sehe, wie du mich ganz behutsam streichelnd weckst, weil ich mal wieder vor dem Fernseher eingeschlafen bin – ich konnte noch nie schlafen, wenn du nicht bei mir warst und ich dich berühren konnte. In fast jedem Zimmer liegt etwas von Dir aber schon bald wirst du alles einpacken und von hier fortgehen. Ein neues Leben anfangen – ein leben ohne mich als ein Teil von Dir. Ich wünsche Dir aus meinem ganzen Herzen viel Glück, ich wünsche Dir sogar einen Menschen bei dem du all das findest, was ich Dir zu geben nicht in der Lage war. Ich wünsche Dir das du die Liebe aufs neue findest – eine, die dich mehr ausfüllt und beflügelt – die dich antreibt, motiviert, die dir das Leben zu Füßen legt. Ich wünsche Dir all dies aus tiefstem Herzen, aber ich glaube nicht, das es einen anderen Menschen geben kann, der dich jemals so lieben wird, wie ich es tue. Ich weiß wovon ich rede, weil ich bei Dir gelernt habe was wahre liebe ist. Ich dachte immer wenn du die wahre liebe findest, dann wird es keinen glücklicheren Menschen als dich geben – war ein Trugschluss. Wahre Liebe tut verdammt weh. Sie nimmt Dir die Luft zum atmen, den Willen zu leben, die Stimme um schreien zu können, die Hoffnung weiter ich sagen zu können. Sie fordert all deinen Mut den du aufbringen kannst. All deine Liebe, die du nicht los lassen willst. Sie fordert dich selbst aufzugeben, damit der, den du liebst weiterleben kann. Sie fordert von einem Opfer die man nur deshalb erbringen kann, weil man wirklich liebt. Manchmal muss man dafür auch Dinge tun, die den anderen tief verletzten, die ihm sehr weh tun. Die ihm aber bestätigen, das richtige getan zu haben. Jedes Wort was nun folgt ist kälter als eis und dunkler als die nacht. Jedes dieser abweisenden Wörter lässt dich sterben obwohl du lebst. Du weißt das er Dich hassen und vergessen wird, das er jemand anderen streicheln und lieb haben wird. Aber du setzt noch einen Drauf, in dem du noch richtig blöd wirst. Du fragst dich warum tust du das ? Bist du eigentlich bescheuert ?
Ich bin nicht dumm, ich tat all dies weil ich Dich liebe – und weil ich möchte, das du glücklich bist. Eigentlich hatte ich mir überlegt dich zu verlassen – habe mir Gedanken über das wie gemacht, aber ich konnte nicht. Mein Herz hat dich so sehr gehalten, das mein Verstand machtlos war – unfähig die Worte auszusprechen.
Du siehst durch Dich habe ich gelernt was lieben heißt. Es bedeutet los lassen, wenn es den anderen unglücklich macht. Vielleicht wirst du mich irgendwann verstehen, erkennen – das ich meinen letzten Fehler absichtlich beging damit du frei sein kannst, frei um endlich wieder leben zu können.
Wenn du dich nun fragen solltest ob es das nun wert war ? so kann ich nur mit ja antworten – ich sagte Dir mal das ich mich einsam und verlassen gefühlt hätte – es tut einem selbst weh, aber den anderen vereinsamen zu sehen lässt fast dein Herz still stehen.
Lass dein Herz schlagen, so laut es nur geht Canim, ohne zwang und ohne halt.
sultansleyman 11.Dezember 2007
Geändert von sultansleyman (10.12.2007 um 20:44 Uhr).
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