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AW: Mystische Verse 5
Fortsetzung
Von der Zukunft erwartet er Erlösung
Vergebung und Respekt von den Anderen
die, wie er selbst
ängstlich, stumpf und kraftlos
ihren Selbstbildern hinterher taumeln
auf der Suche nach Schutz und Trost
während sie von Flucht und Freiheit
von Wohlstand, Glück und Liebe träumen
Wie Kinder die sich zu weit von ihrer Mutter entfernt haben
schauen sie sich suchend um
ohne Gelassenheit, ohne Bindung, ohne Sicherheit
Mit Eigentum, Besitz, körperlicher Anziehungskraft
oder dem Glauben an den Ausgleich der Interessen
versuchen sie neue Beziehungsformen zu erschaffen
Während ihr Bedürfnis nach Befriedigung
in der Vereinzelung an Grenzen stösst
gieren sie nach Macht von der sie glauben
sie könne alle Wünsche wahr werden lassen
Nur mit der Kraft ihres Willens
erhoffen sie, ihr Glück zu erzwingen
im Kampf jeder gegen jeden
nach den Regeln die sie sich geben
oder dagegen verstossend
Dabei unterliegen nicht Wenige dem Wahn
sie könnten sich mit Lebendigem verbinden
indem sie darüber herrschen
So suchen die Menschen
vor allem anderen nach Stärke
um ihre Schwäche zu verbergen
und nach Mut
um die Angst zu überwinden
die so unergründlich ist
die sie ihr Leben lang verfolgt
und ihr Handeln diktiert
Das vergängliche zerbrechliche Ich
fürchtet den Tod ebenso wie das Leben
empfindet Trennung wie Bindung als Bedrohung
Angesichts der Gefahren in seiner Umgebung
sorgt es sich immerzu um sein Wohlergehen
sogar seine Schwestern und Brüder
versetzen es in Angst und Schrecken
Um die Furcht zu betäuben
beraubt es sich
im Streben nach irdischer Sicherheit
endgültig seiner göttlichen Freiheit
Nur eine schwache Ahnung noch
verborgen schlummernd in der Tiefe seiner Seele
ist ihm von höheren Wahrheiten geblieben
In seinem Verstand nehmen sie Gestalt an
als Ideen von der Vollkommenheit
von echter Fülle und wahrer Liebe
ohne Anfang und ohne Ende
Aber statt diese Leitbilder als Hinweise
auf den Rückweg in die Wirklichkeit zu deuten
begnügen sich die Menschen damit
fern des Lebens an sie zu glauben
so wie sie je nach Herkunft und Neigung
die Geschichten für wahr oder unwahr halten
die sie sich gegenseitig erzählen
und von denen sie sich seit dem Anbeginn der Zeit
stets Leid, Verlust und Tod vor Augen
gegenseitig zu überzeugen suchen
Darum rankt sich ihr Leben
davon können sie nicht lassen
wollen sie doch nicht verlieren
was sie für sich selbst halten
Ihre Sichtweise scheint ihnen so bedeutsam
dass sie sich damit gleichsetzen
als läge ursprüngliches sein
in den unbeständigen Gedanken
die im Gefüge ihrer Anschauungen
entstehen und vergehen
Im steten Ringen
um die Kenntnis dessen
was wirklich ist
verkennt der Mensch
dass er selbst ist, der er ist
aber der er ist, ist nicht er selbst
denn der er ist, ist nicht selbst
der er ist
ist wie all die Licht- und Schattenmuster
aus tönenden Echos und schimmernden Abbildern
im fliessenden Wechselspiel
zwischen Himmel und Erde
einzig das Seiende dessen
das ist
17. 07. 2008, Pit 63
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Pansensuppe war mein Leben!
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