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Gedichte und Geschichten - siir ve hikaye Gedichte und Geschichten. Wer liest sie nicht gerne.
siir ve hikaye

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Alt 17.07.2008, 13:49
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Mystische Verse 5

Ihr,
denen ewige Liebe in der Gottheit gewiss ist
seid mir stets vollkommene Lehrer gewesen

Weise, behutsam, vorausschauend
habt ihr alle Wege geebnet
die ich betreten habe

selbst da ich Eurer Belehrung zum Trotz
zu schnell versprach
den Wächtern der Erde zu folgen

Die Eidesworte fielen leicht
konnte ich doch nicht ermessen
was mich erwartete
als ich zu ihnen hinabstieg

Überraschend wie ein Albtraum
der den sorglos Schlafenden heimsucht
überfiel mich ein seltsames Feuer
in der schwarzen Tiefe ihres Reiches

Seine Flammen loderten an mir empor
mit namenlosem Schrecken
nicht die Spur eines Leuchtens offenbarend
während sie an mir zehrten

So ist das Feuer der Menschen
es lässt die Welt im Dunkeln
während es sie verbrennt
was bleibt, das ist Geschichte

Zornig und verwirrt stürzte ich mich
in die kühlen Fluten eines Sees

Aber das Wasser der Menschen
vermag rein gar nichts zu löschen
es erzeugt nur unstillbaren Lebensdurst
was bleibt, das ist die Zukunft

Wie sinnlos!
Wie töricht!
Wie falsch!

Und doch
zugleich war ich auch erleichtert
denn für mich gab es dort nichts
was mich meine Herkunft vergessen liess

Gottes Kinder jedoch
waren kleinmütig und abergläubisch geworden
in ihrer wahrheitsfernen Welt
in der ihre Seelen schlafwandeln

Unwiderstehlich angezogen
von der Macht des Himmels über die Erde
senkte sich ihr ausschwärmender überschwenglicher Geist
tief in die schwere graue Dichte
in der alle Töne und Farben reflektieren

Verzückt lauschten sie dem wundersam verzerrten Klang der Echos
ergötzten sich an den Licht- und Schattenrissen schimmernder Abbilder
bis sich, wie in einer Zaubersphäre
alles umzukehren schien
und sie das Leben nun
gleichsam von innen heraus
als Äusseres betrachten konnten

Fortsetzung folgt
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Alt 17.07.2008, 13:54
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AW: Mystische Verse 5

Fortsetzung

Ganz und gar berückt von seiner Wahrnehmung
erstarrte sinnend und staunend der Mensch
in der Perspektive

Unfähig
sich aus der Umgebung zu lösen
in die er eingegangen war
geriet er völlig ausser sich
und vergass sich selbst

Unentwegt versuchte er nun zu ergründen
was ihm dort alles begegnete
im Horizont seiner Aussicht
darin er gar seiner selbst
als Person gegenwärtig wurde

Was ist das?
Wie heisst es?
Woher kommt es und wohin geht es?
Was ist seine Bedeutung?
Wer bin ich?

Fragen über Fragen
für die er sich verantwortlich fühlte
wie der Schöpfer
der sich um seine Schöpfung sorgt

Des Menschen Schöpfung aber
ist nicht, was sie zu sein scheint
nur ein erstarrter Ort in der Zeit
ohne bewusste Beziehung
zur Wirklichkeit seines Schöpfers
ein Irrgarten mit ausgetretenen Wegen und verwischten Spuren
gerade gut genug um Versteck zu spielen
und den Richtungssinn zu schärfen

Bevor er den Weg in sein Labyrinth vergessen hatte
bereitete es dem Menschen wahre Lust
ziellos darin umherzuschweifen

doch da er seine Herkunft aus den Augen verlor
erweckte das Kommen und Gehen der Dinge den Eindruck
das Leben werde von fremder Willkür regiert
die er nicht zu durchschauen vermochte

Seines höheren Zusammenhangs beraubt
litt er an der Vorstellung des Getrenntseins
widersprach diese Täuschung doch zutiefst
der Einheit seines Wesens

Um den Trennungsschmerz zu lindern
versuchte er die Scheinwelt zu ordnen
die seine neue Heimat geworden war

Die Kraft seines Geistes verschwendete er dazu
ein jegliches nachzubilden und aufzubewahren
um es sich bei Bedarf vorzustellen

Die Gegenwart wie er sie erlebte
wurde nur mehr ein kleiner Ausschnitt
im vorgestellten Ganzen
das er Raumzeit nannte

Alles, Selbst und Seiendes
waren darin enthalten
begrenzt, vorübergehend
wollend dargestellt
in denkbaren Zusammenhängen

Sein eigenes Sein
wurde ihm zum Geheimnis

Bewusstlos geworden vor lauter Denken
betrachtete sich der Mensch
fern von seinem Ursprung
in einer Welt voller Gegensätze und Widerstände

Er fühlte sich einsam und verlassen
forderte Schadenersatz
von Gott, Natur und Wissenschaft

Seither tastet er blind und taub
zwischen gestern und morgen
von Reiz zu Empfindung
von Erfahrung zu Feststellung
den Gitterstäben seiner neuen Wirklichkeit
dazwischen Tod und Leere drohen
deren schreckliches Rätsel er fürchtet

Und da er ein Gefängnis zu seiner Heimsatt machte
fühlt er sich unfrei und schuldig

Fortsetzung folgt

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Alt 17.07.2008, 13:56
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Fortsetzung

Von der Zukunft erwartet er Erlösung
Vergebung und Respekt von den Anderen
die, wie er selbst
ängstlich, stumpf und kraftlos
ihren Selbstbildern hinterher taumeln
auf der Suche nach Schutz und Trost
während sie von Flucht und Freiheit
von Wohlstand, Glück und Liebe träumen

Wie Kinder die sich zu weit von ihrer Mutter entfernt haben
schauen sie sich suchend um
ohne Gelassenheit, ohne Bindung, ohne Sicherheit

Mit Eigentum, Besitz, körperlicher Anziehungskraft
oder dem Glauben an den Ausgleich der Interessen
versuchen sie neue Beziehungsformen zu erschaffen

Während ihr Bedürfnis nach Befriedigung
in der Vereinzelung an Grenzen stösst
gieren sie nach Macht von der sie glauben
sie könne alle Wünsche wahr werden lassen

Nur mit der Kraft ihres Willens
erhoffen sie, ihr Glück zu erzwingen
im Kampf jeder gegen jeden
nach den Regeln die sie sich geben
oder dagegen verstossend

Dabei unterliegen nicht Wenige dem Wahn
sie könnten sich mit Lebendigem verbinden
indem sie darüber herrschen

So suchen die Menschen
vor allem anderen nach Stärke
um ihre Schwäche zu verbergen
und nach Mut
um die Angst zu überwinden
die so unergründlich ist
die sie ihr Leben lang verfolgt
und ihr Handeln diktiert

Das vergängliche zerbrechliche Ich
fürchtet den Tod ebenso wie das Leben
empfindet Trennung wie Bindung als Bedrohung

Angesichts der Gefahren in seiner Umgebung
sorgt es sich immerzu um sein Wohlergehen
sogar seine Schwestern und Brüder
versetzen es in Angst und Schrecken

Um die Furcht zu betäuben
beraubt es sich
im Streben nach irdischer Sicherheit
endgültig seiner göttlichen Freiheit

Nur eine schwache Ahnung noch
verborgen schlummernd in der Tiefe seiner Seele
ist ihm von höheren Wahrheiten geblieben

In seinem Verstand nehmen sie Gestalt an
als Ideen von der Vollkommenheit
von echter Fülle und wahrer Liebe
ohne Anfang und ohne Ende

Aber statt diese Leitbilder als Hinweise
auf den Rückweg in die Wirklichkeit zu deuten
begnügen sich die Menschen damit
fern des Lebens an sie zu glauben
so wie sie je nach Herkunft und Neigung
die Geschichten für wahr oder unwahr halten
die sie sich gegenseitig erzählen
und von denen sie sich seit dem Anbeginn der Zeit
stets Leid, Verlust und Tod vor Augen
gegenseitig zu überzeugen suchen

Darum rankt sich ihr Leben
davon können sie nicht lassen
wollen sie doch nicht verlieren
was sie für sich selbst halten

Ihre Sichtweise scheint ihnen so bedeutsam
dass sie sich damit gleichsetzen
als läge ursprüngliches sein
in den unbeständigen Gedanken
die im Gefüge ihrer Anschauungen
entstehen und vergehen

Im steten Ringen
um die Kenntnis dessen
was wirklich ist
verkennt der Mensch
dass er selbst ist, der er ist
aber der er ist, ist nicht er selbst
denn der er ist, ist nicht selbst

der er ist
ist wie all die Licht- und Schattenmuster
aus tönenden Echos und schimmernden Abbildern
im fliessenden Wechselspiel
zwischen Himmel und Erde
einzig das Seiende dessen
das ist


17. 07. 2008, Pit 63
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hatira (17.07.2008), Honey1987 (17.07.2008)
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Plumps...
Özür dilemek! Ich bin nur gerade auf die Knie gefallen vor Ehrfurcht. War wohl wieder eine lange Nacht? Also, wenn diese Worte wirklich von dir sind, fass ich nie wieder einen Stift an...
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Alt 17.07.2008, 22:20
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Plumps...


Özür dilemek! Ich bin nur gerade auf die Knie gefallen vor Ehrfurcht. War wohl wieder eine lange Nacht? Also, wenn diese Worte wirklich von dir sind, fass ich nie wieder einen Stift an...
Danke für das Kompliment.
Die Worte sind zwar von mir aber länger als eine Nacht hat es schon gedauert
..Und versprich mir, dass Du den Stift wieder in die Hand nimmst!

VG
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Kedi08 (18.07.2008)
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