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Gedichte und Geschichten - siir ve hikaye Gedichte und Geschichten. Wer liest sie nicht gerne.
siir ve hikaye

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Alt 26.01.2007, 23:15
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Für Cogita09 ;)

Es war sehr kalt an diesem Tag, der Schnee fegte über die Straßen und ich stand am Fenster und verfolgte fasziniert jede einzelne Flocke als wären sie lebendig. Gerade dachte ich darüber nach, wie gut ich es hatte gerade noch nach hause gekommen zu sein, bevor der Sturm angefangen hatte, da sah ich eine Gestallt durch den Schnee schreiten.
Ich erschrak ein wenig, da ich nicht erwartet hatte jemanden zu sehen und war so in Gedanken versunken, dass ich sogar vergessen hatte meine Zigarette, die ich aufrecht in meiner linken Hand hielt und die mir langsam die Finger verbrannte zu rauchen.
Neugierig beobachtete ich den Menschen, wie er sich nach vorne gebeugt und angestrengt den Weg durch den dichten Wahn an Kristallen erkämpfte. Er bog nach links ein und ich konnte ihn nicht mehr sehen. Ich warf die Kippe in einen Aschenbecher und wollte mich gerade ausgiebig strecken, da schellte meine schreckliche Türklingel zweimal. Niemand klingelte zweimal, außer meiner Mutter. Ein bisschen gereizt, da ich mir eigentlich ein heißes Bad gönnen wollte schritt ich zur Tür und drückte auf den Knopf mit der Tür, auf dem die Tür kaum noch zu erkennen war und ging in die Küche um etwas zu trinken.
Als immer noch keine Mutter in die Küche kam um mir wieder einmal zu sagen wie ungesund es doch wäre nur Cola zu trinken ging ich etwas besorgt zurück zur Tür und öffnete sie langsam bis zum Anschlag. Ich erschrak und ging einen Schritt zurück.
Er war es.
Noch eher mit meinem Exschwarm, für den wie er fand, ich die dümmste Person des Globus war, hätte ich gerechnet.
Er: „Sorry, wollte dich nicht erschrecken, doch hätte ich dich nicht zu so einer kalten Jahreszeit kennen gelernt hättest du mich wohl schon früher durch dein Fenster erkannt.“
Er lächelte so süß mit seinen blauen Lippen und sein nasses Gesicht verlangte gerade so danach es abzulecken…ich tat es nicht.
Ich: „Ja, da hast du wohl Recht. Oh Mann, wie hast du, ich mein, wie kommst du“
Er: „Wie ich dich gefunden habe. Na ja, ist keine so spektakuläre Geschichte, habe letztes Wochenende, das wo du nicht da warst, jemanden getroffen, mit dem du einmal geredet hast, als wir zusammen waren und er hat mir erzählt wo du wohnst und wie du so heißt. Ist doch okay? Ich halte ja auch viel von Privatsphäre, aber…
Ich: Nein, schon gut. Nicht gut. Phantastisch, dass du hier bist. Wirklich. Komm rein.
Die nächsten Minuten vertaten wir damit, dass ich ihm meine kleine Wohnung, die mir wirklich am Herzen lag, zu zeigen und ihm zu jedem meiner Zimmer eine kleine Geschichte zu erzählen. Bei einer musste er sehr lachen. Ich erzählte ihm die Wohnzimmergeschichte, in der ich wochenlang über einen Huckel im Teppich stolperte und mich schließlich dazu entschloss dieses Problem auf meine Weise zu lösen. Ich schnitt das Stück Teppich heraus und klebte eine schöne Folie drüber. Als mich dann irgendwann mein Vermieter wegen eines undichten Fensters besuchte fragte er nach dem Zweck dieser besagten Folie und sagte:“ Junge Frau, sie können doch nicht einfach den Teppich entfernen und diese Stelle mit einer Folie überkleben.“ Als ich ihm dann nachmachte wie ich immer über diese Stelle fiel und dies sehr ausdrucksstark sagte er nur: sie sollten sich vielleicht einmal einen Mann zulegen, der ihnen zeigt wie man solche Dinge regelt.
Ich legte seine Sachen zum trocknen auf meine kleinen überall in der Wohnung verteilten Heizungen und gab ihm eine Decke.
Ich:“ Tut mir Leid, aber ich habe leider keine noch liegen gebliebenen Sachen von meinen Exfreunden, dafür aber viele Decken. Ich stehe irgendwie voll auf Decken“ und deutete auf meinen über die Jahre angesammelten Stapel decken.
Er: Kein Problem.
Da saßen wir nun, er auf einer Couch und ich ihm gegenüber und strahlten uns an.
Sein Lächeln war der Hammer. Wenn er lachte so schien mir jeder einzelne seiner Zähne wie Juwelen, die nichts anderes wollten als mich zu umgarnen.


Seine Zähne. Da saßen wir immer noch einander gegenüber. Er blickte auf den kleinen Holztisch der vor uns Stand. Dort stand ein voller Aschenbecher, etliche benutze Gläser, 2 Bierflaschen, Zettel, die voll geschmiert waren von den Inhalten der leeren Gläser, und da lag sein Brief.
„Du hast ihn also erhalten und gelesen, wie ich sehe.“ Er war schon sehr abgenutzt und auch auf ihm waren Flecken. „Ja, das habe ich, viele Male, jedes Wort viele Male, jeden Buchstaben viele Male.“
Eine längere Pause. Was sollte ich jetzt sagen? Ich war überhaupt nicht vorbereitet auf ihn. Das Chaos in meiner Wohnung war mir egal. Mein Gehirn war ein reines Durcheinander. Kindheitserinnerungen rechts unten, Langzeitgedächtnis ausgelöscht, Emotionen überall verteilt. Ich war kein großer Redner. Sag du doch was. Ich wurde nervös.
Da sagte er, „das ist schön, du hast dich aber nicht gemeldet. Ich war besorgt, du hättest ihn nicht erhalten, oder“. Ich unterbrach ihn schamlos, „ nein nicht oder, nicht oder, ich habe ihn gelesen, wie gesagt, oft. Sehr oft.
Er schmunzelte. „Das ist gut, du hast ihn gelesen.“
Ich nickte. „Ja gelesen hab ich ihn, den Brief. Immer wieder. Nicht nur das. Ich habe eine Melodie zu ihm erfunden, zu den schönen Worten. Willst du sie hören? Mein Lied?“
Er schaute etwas verdutzt. „ Ja, nichts lieber.“ Er stand auf. Er ging zu mir rüber und stand vor mir. Er schluckte. Er sah mich so an, wie mich niemals zuvor ein Mensch angesehen hat. In uns tanzte meine Melodie. „Ich höre deine Melodie, ich kann sie hören, verstehst du?“
Meine Augen waren ein Stausee, groß und voller Inhalt. Wir behielten unsere Positionen noch eine knappe Minute so ein. Das war unser Moment. Wir hörten uns, mehr als nur Worte. Wir verstanden und wir lassen nun gemeinsam seinen Brief, Stück für Stück, Teil für Teil, Buchstabe für Buchstabe.
Bis ich dann meine Hand zaghaft in seine Richtung ausstreckte. Ich fasste an seine Hüfte und schloss meine Augen, sie wurden von ihm geschlossen. Mein ganzer Körper zitterte. Es war so warm. Er nahm meine Hand in seine Hand und zog sie an sich heran. Ich sollte aufstehen.
Ich stand ihm nun entgegen, die Augen immer noch geschlossen. Er nahm nun beide Hände und legte sie auf seine Schultern. Er kam näher, nah, ich konnte seinen Atem hören. Ich sog ihn in mich auf, ich brauchte seinen Atem zum atmen. Er umschloss mit seinen Händen meine Hüfte. Wir atmeten schnell. Ich wusste wo er war, sein Atem. Ich ersuchte sein Gesicht. Meine Hände fanden sein Gesicht ohne Mühe. Die Fingerspitzen entdeckten Teil für Teil sein wundervolles Gesicht. Es war noch viel schöner. Ich musste nicht viel Kraft aufbringen um sein Gesicht mir näher zu führen. Unsere Münder waren nur Millimeter voneinander entfernt. Wir zitterten stärker. Dann geschah es. Unsere Münder berührten einander. Etwas geschockt zogen wir sie ein wenig zurück. Doch dann küssten wir uns. Nie wieder werde ich so küssen können. Nie wieder werde ich wo geküsst werden. So standen und küssten wir uns eine lange zeit. Eine lange Zeit. Es kam mir vor wie ein ganzes Leben. Nichts könnte mich von seinen wundervollen Küssen wegbringen. Wir wussten beide, wann es Zeit war, aufzuhören. Denn wir waren so glücklich und mussten das Glück in unseren Augen sehen. Nun standen wir mit offenen Mündern da, die Augen weit geöffnet. Nicht fähig ein Wort zu
sagen. Dann lächelten wir, niemals habe ich so gelächelt. Nie. Wir betrachteten unsere Gesichter und lächelten. Wir lächelten nur. Wir unterhielten uns so. Wir verstanden.
Wir setzen uns. Diesmal nebeneinander. Dann sagte er etwas, was ich noch heute hören kann.
„Du hast ihn nicht gelesen. Du hast ihn verstanden. Jeden Buchstaben verstanden. Ich konnte dich hören. Ich konnte dich sehen. Du hast mir Recht gegeben. Weißt du, ich liebe dich. Ich kann dich lieben. Mein ganzes Ich liebt dich. Liebt dich. Alles in mir, an mir, sagt ich liebe dich. Und das zu sagen ist noch zu wenig.“
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Cogita09 (27.01.2007)
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Alt 27.01.2007, 10:57
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AW: Für Cogita09 ;)

ich heul schon wieder!!! wunderschön, nein, noch schöner... finde nicht die richtigen worte, weil ich noch so ergriffen bin... weiter bitte...
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Chanel (27.01.2007)
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