Identitas/Wesenseinheit Identität entsteht aus situativer Erfahrung. Wer/Was/Wie bin ich? |

07.06.2007, 12:13
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AW: Die (lustigen) Blüten der türkischen Erziehung
Dafür kenne ich das mit dem 1000 mal was anbieten. Macht meine Mutter immer. Vielleicht ist das aber auch ein Relikt der Nachkriegszeit, dass man dem anderen nihts wegessen will, auch wenn er´s anbietet?
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07.06.2007, 12:16
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AW: Die (lustigen) Blüten der türkischen Erziehung
Zitat:
Zitat von alteglucke
Dafür kenne ich das mit dem 1000 mal was anbieten. Macht meine Mutter immer. Vielleicht ist das aber auch ein Relikt der Nachkriegszeit, dass man dem anderen nihts wegessen will, auch wenn er´s anbietet?
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Naja im Gegenzug dazu ist es recht seltsam, wenn sich in der Türkei jemand direkt zuschlägt, wenn man was anbietet. Es gehört fast sogar zum guten Ton, dass man zuerst sagt nein, aber schon andeutet:
Frag mich und ich sag ja!
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07.06.2007, 13:02
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AW: Die (lustigen) Blüten der türkischen Erziehung
Zitat:
Zitat von cafedelsol
Also das mit dem Beine übereinander schlagen ist mir neu. Höre zum ersten mal das es ein zeichen von respekt ist.
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Zitat:
Zitat von cild1
Das kenne ich auch noch, es sei zu lasziv und gehöre sich für eine Frau nicht, laut Mama.
Ich presönlich finde es sehr schön.
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Ich mache das auch dauernd !
Aber mal ganz abgesehen davon, daß es sich in der Türkei nicht gehört: Aus medizinischer Sicht fördert das Beine übereinanderschlagen erwiesenermaßen Krampfadern !! Krampfadern sind 1. unschön und können 2. unter Umständen gefährlich werden (Thrombosegefahr, Blutgerinnsel etc.)
Auch Lieschen-Normal-Deutsche sollte sowas also besser nicht machen !!
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Manchmal muß man einfach springen - und sich auf dem Weg nach unten Flügel wachsen lassen...
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07.06.2007, 13:15
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AW: Die (lustigen) Blüten der türkischen Erziehung
die vor-den-eltern-nicht-rauchen-kultur beobachte ich auch immer wieder mit belustigung.
ich habe es erst wieder bei meiner schweizer-türkischen familie beobachten können, wobei es auch dort so war, dass die frauen verstärkt in der küche rauchten, oder aber im wohnzimmer, obwohl der vater alles vom balkon aus sehen konnte. und der vater erlaubt es seinen töchtern auch, vor ihm zu rauchen, aber sie wollen es einfach nicht!
mein mann raucht auch vor seinen eltern, da gibt es gar kein problem damit.
das mit dem beine übereinander schlagen ist mir auch neu, auf jeden fall finde ich es besser, die beine übereinandergeschlagen zu haben, wenn ich einen rock anhabe, der nicht bodenlang ist.
aber es gibt wirkliche lustige sitten, die aus tradition aufrecht erhalten werden. 
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Schweigend mitzulesen ist oft der einzige Weg, nicht als Trottel dazustehen.
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07.06.2007, 13:34
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AW: Die (lustigen) Blüten der türkischen Erziehung
das mit dem höflichkeitskodex vor der familie kenne ich auch,z.b hat mir meine mutter immer eingeprägt dass man der familie nix abschlägt,also wenn man von onkel oder tante gefragt wird ob man babysitten oder mittagessen kommen kann und man hat echt überhaupt keine zeit nimmt man die sich einfach,alles andere gehört sich nicht und ist auch irgendwie herzlos.
is natürlich quatsch,trotzdem hab ich den eindruck ich habe öfter "schuldgefühle" meinen verwandten gegenüber als andere.
zu deutschen tanten,onkels,cousins etc sage ich auch ganz unbesorgt nur den vornamen ,weil es da ganz normal ist.
einmal ist mir das auch bei meinem türkischen onkel so passiert und ich glaube dass fand er echt unhöflich,hat jedenfalls die augenbrauen hochgezogen und gemeint,"bin ich jetz nicht mehr dein onkel?" 
ich weiß nicht,is das auch bei anderen so?
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07.06.2007, 22:44
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AW: Die (lustigen) Blüten der türkischen Erziehung
Zitat:
Zitat von minjisaz
zu deutschen tanten,onkels,cousins etc sage ich auch ganz unbesorgt nur den vornamen ,weil es da ganz normal ist.
einmal ist mir das auch bei meinem türkischen onkel so passiert und ich glaube dass fand er echt unhöflich,hat jedenfalls die augenbrauen hochgezogen und gemeint,"bin ich jetz nicht mehr dein onkel?" 
ich weiß nicht,is das auch bei anderen so?
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Wie süß. Ich habe als Kind gelernt, nicht nur meine richtigen Onkel und Tanten so zu nennen, sondern auch alle Freunde und Bekannten meiner Eltern - alle, die sie geduzt haben. Im Prinzip eigentlich jeden, der mehr als zehn Jahre älter war als ich. Einer von denen hat mich vor etwa 15 Jahren dann mal mit gequältem Gesicht gefragt, ob ich nicht endlih aufhören könne, ihn Onkel zu nennen.
Meinem Sohn dagegen musste ich vor einiger Zeit mal ausführlich erklären, was eigentlich Onkel und Tanten sind. Benutzt hat er dieses Wort noch nie.
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07.06.2007, 23:00
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AW: Die (lustigen) Blüten der türkischen Erziehung
:smile:hmm,das waren dann bei dir schon fast türkische verhältnisse,ist dir sicher aufgefallen dass man schnell von fremden leuten zb als abla angesprochen wird nur weil man älter ist als die person.in der familie sagt man dann halt teyze oder hala oder sonstwas,wie gesagt,in meiner deutschen familienhälfte wird auch nicht so auf die konkreten verwandtschaftsbeziehungen geachtet,deshalb hab ich mir das namennennen nie abgewöhnen können...
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07.06.2007, 23:07
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AW: Die (lustigen) Blüten der türkischen Erziehung
Türkische Verhältnisse? Das war normal, in unserem ganzen Umfeld haben das alle so gemacht. Und irgendwann wurden wir dann "modern". Selbst die Nachbarin meiner Eltern, die lange darauf bestanden hat, "Tante" genannt zu werden, ist vor ein paar Jahren eingeknickt. Aber ich konnte mich da einfach nicht mehr umgewöhnen.
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08.06.2007, 06:30
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AW: Die (lustigen) Blüten der türkischen Erziehung
Zitat:
Zitat von alteglucke
Türkische Verhältnisse? Das war normal, in unserem ganzen Umfeld haben das alle so gemacht. Und irgendwann wurden wir dann "modern". Selbst die Nachbarin meiner Eltern, die lange darauf bestanden hat, "Tante" genannt zu werden, ist vor ein paar Jahren eingeknickt. Aber ich konnte mich da einfach nicht mehr umgewöhnen.
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Das kenne ich aus meiner Kindheit auch. Unsere ganze Straße waren alle Tanten und Onkels für mich, genau so wie alle anderen Älteren, so wie Alteglucke schon geschrieben hat.
Heute bin ich froh daß mein Neffe und meine Nichte nicht Tante zu mir sagen, obwohl ich es da ja wirklich bin !! Ich finde das ganz schrecklich ehrlich gesagt und fühle mich dabei uuuuuuuralt. Gestern war ich richtiggehend  , da war ich zu Besuch bei meiner Nichte (3 Jahre), da sagt Die doch plötzlich: Du, Tante Sabine.... Alle anderen haben übrigens auch ganz erstaunt geguckt. Seit wann bin ich Tante Sabine? Meine Nichte hat nur gegrinst :-P Aber süß fand ich es dann doch von ihr.
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08.06.2007, 08:13
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AW: Die (lustigen) Blüten der türkischen Erziehung
Oha, da kann ich noch einiges anfügen.  Älteren den Vortritt lassen und aufstehen, wenn sie dazukommen, ist klar. Außerdem Älteren, die ansonsten stehen müssten, den eigenen Platz anbieten (egal wo).
"Onkel" und "Tante" war völlig normal, auch für Nicht-Verwandte, die sich mit meinen Eltern duzten. Gaaanz wichtig: Erwachsene mit dem "schönen" Händchen begrüßen (rechts), sie dabei anschauen und nicht etwa verschämt zur Seite - und knicksen. Die Jungs mussten einen Diener machen.
Beine beim Sitzen übereinanderschlagen sah angeblich lümmelig und undamenhaft aus, bei Besuch also bitte nicht. Nicht dazwischenreden, wenn Erwachsene sich unterhalten, und beim Essen nie mit vollem Mund. Was noch? Ach so, ja: bei Tisch unbedingt gerade sitzen, Ellenbogen und Unterarme auf dem Tisch abstützen galt als völlig daneben. Die Faustregel war, das Handgelenk soll leicht auf der Tischkante ruhen und basta.
Und Rauchen war so'n Thema für sich. Bei meinen Eltern durfte ich es nicht, erst als Erwachsene (in Maßen), weswegen ich öfter mal spazierengegangen bin, um "frische Luft" zu schnappen.  Völliges No-Go: Auf der Straße zu rauchen. Meine Eltern fanden, das dürften nur Damen vom horizontalen Gewerbe.
ps Natürlich hab ich trotzdem auf der Straße gequalmt.. 
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