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Identitas/Wesenseinheit Identität entsteht aus situativer Erfahrung.
Wer/Was/Wie bin ich?

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  #21 (Permalink)  
Alt 18.01.2008, 23:44
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AW: unverstandene integration

@sol, also tut mir leid, irgendwie verstehe ich dich nicht wirklich....
entweder liegts an der uhrzeit oder an einem von uns beiden?!
ist doch egal welche sprache ich nicht verstehe, egal ob zwei italiener in meiner gesellschaft nur italienisch sprechen oder zwei türken, der effekt ist doch der gleiche, ich verstehe nicht all zu viel!!!
ich kann natürlich türkisch lernen, aber dann besteht das problem mit der türkischen sprache (oder welcher fremdsprache auch immer) trotzdem. was ich eigentlich sagen wollte: deutschland ist ein multi-kultiland geworden, aber ich kann doch nicht jede x-beliebige sprache lernen, wenn die italiener, spanier, türken, griechen, polen, russen, tunesier etc. doch hier in deutschland leben, arbeiten und zum teil deutsche sind wäre es einfacher sich in deutsch zu unterhalten, weil diese sprache hier in deutschland einfach für jeden verständlich ist (bzw. sein sollte)!
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  #22 (Permalink)  
Alt 19.01.2008, 03:43
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AW: unverstandene integration

Hallo Solresol,

"Was versteht ihr unter dem Beispiel einer gelungenen Integration?"

Mit dieser Frage hast Du nahezu beiläufig ein Riesenpaket aufgemacht- eines der beherrschenden zentralen Themen der gegenwärtigen Gesellschaft/en -ebenso wiesowie hier bei TT!

Der Einfachheit halber beginne ich mit der Begriffsdefinition:
Integration bezeichnet soziologisch einen wechselseitigen Prozess, nämlich das (sich) Zusammenfügen mehrerer Teile zu einem (neuen) Ganzen, welches sich (dann) wiederum als Einheit von der Vielfalt seiner Umwelt abgrenzen lässt.
Im Gegensatz dazu steht der Begriff der Assimilation, wonach sich (neu hinzutretende) Teile in eine bereits bestehende Einheit durch Anpassung einfügen.
Ich muss zugeben, dass ich mit beiden Begriffen Schwierigkeiten habe, was primär daran liegt, das sie als politische Schlagwörter überstrapaziert und regelmässig im Rahmen manipulativer Argumentionsketten in der Öffentlichkeit bzw den Medien missbraucht werden- idR verwendet iSv: Assimilation ist schlecht, Integration ist gut!
Unabhängig davon sind diese Wörter an sich weder gut noch schlecht. Sie bezeichnen schlicht unterschiedliche Sachverhalte, die in einem Spannungsverhältnis stehen, in dem sie sich aber nicht nur gegenüberstehen, sondern einander auch gegenseitig durchdringen und ergänzen. Bspw ist das Erlernen der Sprache des Einwanderungslandes für sich genommen ein Akt der Assimilation, es kann aber darüberhinaus gleichzeitig ein Schritt in Richtung Integration sein, da der Betreffende sich nun offenbaren, an der gesellschaftliche Entwicklung mitwirken und den Horizont seiner Mitmenschen erweitern kann. Umgekehrt können nun die "Ureinwohner" auch seinen Horizont erweitern. Tritt dieser Fall ein, entsteht daraus etwas neues. Gleiches gälte natürlich auch, wenn umgekehrt die Einheimischen die Sprachen der Einwanderer lernten.
Im Zusammenhang mit der Zuwanderungsproblematik stelle ich mir folgende zwei Fragen:

1.) Die Zielbestimmung; wie soll sie sein, die künftige Gesellschaft, wie aussehen?

2.) Welches Verhalten darf/muss ich gegenwärtig von den Einheimischen/Einwanderern in unserer Gesellschaft fordern, um möglichst zeitnah zumindest so etwas wie ein harmonisches und gedeihliches gesellschaftliches Zusammenleben aller Beteiligten zu ermöglichen

Verträte man die Auffassung, Deutschland solle sein herkömmliches gesellschaftliches Gefüge und Gepräge, sein altes "Gesicht" beibehalten, bliebe für die hinzkommende Bevölkerung nur der Weg der Assimilation in der deutschen Gesellschaft, andernfalls wären Selbst- wie Fremdausgrenzung inkl. der daraus enstehenden Konflikte vorprogrammiert.

Wäre man hingegen der Ansicht, Deutschland solle eine offene multikulturelle Gesellschaft werden, in der das traditionell gewachsene ethnische "Deutsch sein" nur eine von vielen möglichen Identifikationen und Lebensstilen ist, bräuchte man lediglich einen ausreichenden gemeinsamen Nenner eine überethnische Schnittmenge, auf die man sich im Wege gegenseitigen Entgegenkommens einigen müsste. Auf dieser Basis könnte dann die kulturelle Vielfalt ihre Blüten treiben und jeder könnte wie er wollte an allem Anteil nehmen.

Meine persönliche Meinung hierzu:

Eine homogene Gesellschaft, die Einheit, die bei den Begriffen Integration und Assimilation begriffstheoretisch vorausgesetzt wird gab und gibt es nicht. Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten halten sich in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen und Bereichen mehr oder weniger die Waage, es sei denn, sie werden durch Gewalt vordergründig unterdrückt, z. B. in Diktaturen- was aber auf Dauer nie gut geht!
In Deutschland gibt Bayern und Berliner, Stadt- und Landmenschen, Linke und Rechte, Reiche und Arme, Akademiker und Arbeiter, Traditionalisten und Progressive, Klassikliebhaber und Headbanger, Männer und Frauen, Emanzen und Machos, Hetero- u Homosexuelle, Ordnungsfanatiker und Freidenker, Realisten, Utopisten usw. usw.
Ähnliche Listen könnte man auch beliebige andere Länder aufstellen.


-Fortsetzung folgt
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  #23 (Permalink)  
Alt 19.01.2008, 05:25
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AW: unverstandene integration

Fortsetzung:

Für ein harmonisches und gedeihliches gesellschaftliches Zusammenleben halte ich die gegenwärtigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bereits für ausreichend. Deutschland ist eine laizistische Demokratie mit ausreichenden Grund- und Freiheitsrechten für seine Bürger.
Diese freiheitlich- demokratische und rechtsstaatliche Grundordnung sollte mE nach von jedermann uneingeschränkt und ausnahmslos akzeptiert werden.
Darüberhinaus sollte sich jede/r in die Pflicht nehmen, auf der Basis gegenseitigen Respekts die unterschiedlichen Lebensstile und Denkweisen in ihren Grundzügen kennenzulernen sowie über seine Mitbürger genung in Erfahrung zu bringen, um Differenzen wie Gemeinsamkeiten vernünftig und halbwegs sachgerecht beurteilen und einordnen zu können.
Hierzu ist der mediale Blick aus der Ferne ganz offensichtlich nicht ausreichend bzw. ungeeignet.
Jede Frau und jeder Mann, Einheimische wie Emigranten haben deshalb schliesslich die persönliche Verantwortung, immer wieder aktiv auf ihre Mitbürger zuzugehen, bis sie das Gefühl der Fremdheit überwunden haben, bis sie das Trennende mithin nicht mehr (nur) als negativ bzw. störend sondern (auch) wertfrei als andersartig wahrnehmen oder vielleicht sogar als positiv und bereichernd wahrnehmen können. Mit ist natürlich bewusst, das dies heute eher ein frommer Wunsch als gängige Praxis ist, aber einen anderen Weg sehe ich nicht. Jedenfalls lässt sich die Integrationsfrage im realen Leben weder "verwalten" noch gesetzlich regeln.
Letztlich ist vieles einfach eine Frage des guten Willens und der Gewohnheit.
Kenne ich als überzeugter Hetero bspw. einen Homosexuellen vom Sehen oder Hörensagen, nehme ich ihn fast nur in Bezug auf den bekannten Unterschied wahr, der überdies als negativ empfunden wird, da er mit unagenehmen sexuellen Assoziationen einhergeht. Lerne ich ihn oder am besten mehrere Homosexuelle mit guten Absichten über einen längeren Zeitraum persönlich kennen, wird der Unterschied vglw. belanglos, dann zählen nur noch persönliche Sympathie, Interessen, Gemeinsamkeiten usw. wie bei jedem Hetereo auch.

Die Beantwortung der Frage, ob man die Integration eines Zugewanderten als ge- oder misslungen bezeichen kann, lässt sich nicht allgemein beantworten sondern hängt davon ab, was man darunter versteht (s. o., Zielvorstellung), ist also letztlich Ansichtssache.
Ich würde mich allenfalls auf eine Negativabgrenzung idS einlassen, dass ich jemanden, der aus dem von mir gesteckten Rahmen fällt, als nicht integrationswillig oder -fähig bezeichnen würde.

Zum Thema Sprache nur eine kurze Anmerkung, da hierzu -aktuell im thread von Berliner- an anderer Stelle bereits viel und ausführlich geschrieben wurde/wird:
Dass jeder Staatsbürger die Sprache des Einwanderungslandes erlernt/erlernen soll, halte ich für eine Selbstverständlichkeit, die für ein wie auch immer geartetes überethnisches Miteinander und Zusammengehörigkeitsgefühl unabdingbare Voraussetzung ist.

VG
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solresol (19.01.2008)
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Alt 19.01.2008, 05:55
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AW: unverstandene integration

Zitat:
Zitat von solresol Beitrag anzeigen
merhaba

was soll man unter

integration

und was soll man unter

gelungener integration

verstehen.

welche integration ist wünschenswert, zumutbar, erträglich, belastend?

oh! ah!

es gäbe also mehrere integrationen?

interessant!

warum ist integration wünschenswert? ist integration wünschenswert?

was ist, wenn die integration ausbleibt?

sind nachfolgende generationen automatisch integriert?

ist integration fast synonym mit staatsangehörigkeit?

ist integration von bundesland zu bundesland unterschiedlich? wenn ich keine blau-weissen rauten mag, bin automatisch ich schlecht integriert? hat integration auch etwas mit bildung, kultur und kunst zu tun?

wenn ich integriert bin, und trotzdem menschen meines eigenen schlags vorziehe, ist es ein rückschritt?

wie sieht es aus mit der sprache?

warum können sich e.u.-bürger der integrationspflicht entziehen?

was ist mit wehrdienst und vaterlandsliebe?

wie erkennt man einen gut integrierten menschen? kann man einen objektiven 10-punkten-test zum integrationsgrad miteinander ausarbeiten - welche 10 punkte würden Sie selbst heranziehen? wer traut sich anzufangen?

selâm
Häähhh Ägypten ???
__________________
Allah gümüş kapıyı kaparsa, altın kapıyı açar.
Wenn Gott die silberne Tür verschließt, öffnet er dafür die goldene Tür.
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  #25 (Permalink)  
Alt 19.01.2008, 06:23
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AW: unverstandene integration

Zitat:
Zitat von Lalezar2006 Beitrag anzeigen
Integration ist kommunizieren in der Landessprache, die Bildung dadurch fördern, das zusammenleben zu erleichtern und den anderen zu respektieren und zu verstehen.

Kurz: Sich in die Gesellschaft zu integrieren.
Gibs zu, Du hast Dich mit der Kanzlerin abgesprochen, Lale

...Integration ist keine einseitige Sache, sondern bedarf auch der Offenheit der Gesellschaft, in die die Migranten kommen. Integration ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Wir haben im "Nationalen Integrationsplan" über 400 Selbstverpflichtungen. Er beschreibt aus meiner Sicht einen Dreiklang erfolgreicher Integrationspolitik: Sprache, Bildung und Integration in den Arbeitsmarkt. Das sind die Grundlagen für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Das heißt, ohne die Beteiligung der Migranten ist Integration nicht möglich. Und ohne die, die Integration organisieren, auch nicht.....

Rede von Bundeskanzlerin Merkel beim internationalen Symposium "Integration durch Bildung"

Di, 16.10.2007
__________________
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Wenn Gott die silberne Tür verschließt, öffnet er dafür die goldene Tür.

Geändert von Sultan (19.01.2008 um 06:27 Uhr).
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  #26 (Permalink)  
Alt 19.01.2008, 09:30
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danke Pit!

merhaba Pit

super!

ist es alles von Dir + darf man das kopieren?

leider hast du deinen text nicht in form gebracht, würde aber in einem wiki besser gehen, denn man könnte auch in einem wiki die einzelpunkte in einem getrennten verweis abhandeln?

ich hoffe immer noch, dass irgendwann mal ein wiki einer deutsch-türkischen gesellschaft entstehen wird, in welchem derartige texte wohl geordnet vorgestellt und gesammelt werden.

du hast vollkommen recht in vielen deiner aussage.

die kernaussage wäre:

"Für ein harmonisches und gedeihliches gesellschaftliches Zusammenleben halte ich die gegenwärtigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bereits für ausreichend. Deutschland ist eine laizistische Demokratie mit ausreichenden Grund- und Freiheitsrechten für seine Bürger."

wenn man so mit der gesellschaft umgeht, ist es richtig

oder eher

wenn man so mit der gesellschaft umgehen würde, wäre es richtig.

mein gefühl ist, das man damit nicht total so umgeht:

laizistische Demokratie ist Deutschland (noch) nicht!

es gibt nur einen laizistischen ansatz und gegenseitigen respekt. ich finde aber, dass die institutionen immer noch viel zu viel raum der religiösen ausweitung in der gesellschaft geben.

demokratie ist deutschland nicht wirklich. demokratie auch ist ein begriff, über welchen man sich streiten kann.

für mich gibt es eine echte demokratie erst dann, wenn die bürger oft wenn nicht immer direkt befragt werden (Schweiz) !

andere demokratien sind nur scheindemokratien: der bürger kann sich nie selbst äussern, nur die gruppierungen, denen er gezwungenermassen dann seine stimme überlassen muss, wenn er nur ein bischen vertreten sein will. nur die gruppierungen haben das sagen, und sie werden oft traditionnel von lokalmatadorenfamilien beherrscht.

das ist wichtig in sachen integration: selbst nach einer etwaigen einbürgerung kann der einwanderer politisch geradezu nur zwangsassimiliert werden! auf grund der geographischen verteilung im ganzen lande existiert er nicht mehr.

neben der frage der einbürgerung steht auch die frage der vertretung der nicht eingebürgerten langzeiteinwanderer ! ein land kann aufnahmefreundlich reagieren. es kann aber absolut restriktiv handeln, auch wenn es die einwanderer (teilweise) selbst hergeholt hat!

diese restriktive haltung der Bundesrepublik greift immer noch voll derzeit. das spricht nicht für demokratisches denken! erst mit der abschaffung der einbürgerungsgebühren und ungerechtfertigten erschwernissen gegenüber langzeiteinwanderer, mit welchen sie direkt aus ihren eigenen handlungen (türken, aber auch polen, russen, roma und juden gleich welcher herkunft) in der jüngsten zeit verwickelt gewesen, oder interstaatlichen verträge (e.-u.-angehörigen) gebunden ist, wird man auch in der bundesrepublik von demokratie sprechen können.

momentan ist sie nur ein sehr freier, ausreichend respektvoller und grosszügiger, aber manchmal unlogischer und widersprüchlicher lebensraum für einwanderer!

selâm
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  #27 (Permalink)  
Alt 19.01.2008, 09:41
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AW: unverstandene integration

[quote=rakel;343266]
Zitat:
Zitat von moonstruck Beitrag anzeigen
Wie wäre es z.B. damit :

- einen freundlichen Umgang mit seinen Nachbarn zu pflegen
-Das ist auch nur möglich, wenn die Nachbarn offen für ein nachbarschaftiches Verhältnis sind. Ich habe andere Erfahrungen machen müssen.
- seinen Kindern den Umgang mit deutschen Kindern zu erlauben
Die Erlaubnis sollte auch bei deutschen Eltern vorhanden sein.
- an den öffentlichen Schulveranstaltungen seiner Kinder teilzunehmen
-Hier hast du 100% RECHT!
Ich wohne in einem Mehrfamilenhaus, die Reihe besteht aus 3 Blöcken. In dem Block neben mir wohnt eine junge türkische Familie. Wenn ich die Frau grüße, und das mache ich immer, wenn ich sie sehe, sagt sie nichts und straft mich mit verächtlichen Blicken.

Ich verlange ja nicht, dass sie mich zum Tee einlädt, aber grüßen könnte sie wenigstens.

Ein anderes Beispiel: Meine erste eigene Wohnung war in einem Haus, in dem nur Türken wohnten. Wenn ich im Flur mit den Kindern redete, kamen die Mütter und zogen die Kinder in die Wohnung zurück. Wahrscheinlich dachten sie, weil ich allein lebte, ich wäre eine Orospu oder sowas.

Das ganze ist eine schwierige Angelegenheit. Du kannst ja niemanden zwingen sich mit dir abzugeben. Auf der anderen Seite gibt es auch genug Deutsche die jeden Kontakt vorsätzlich vermeiden. Das stimmt auch.

Es fehlt der gute Wille von beiden Seiten.
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solresol (19.01.2008)
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Alt 19.01.2008, 10:15
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AW: unverstandene integration

Zitat:
Zitat von solresol Beitrag anzeigen
merhaba



also ich habe einen nachbar der durchaus Deine definition erfüllt und für mein dafürhalten gar nicht integriert ist, weil es keine kontinuität gegeben hat und es zu gar nichts führte. wir kennen ihn 20 jahre und seine familie lebt total verkapselt, was leute, die ihn noch länger kennen, schon vor 20 jahre von ihm sagten ("er gehört, sagt man, zu einer sekte!" sagte von ihm eine grundschullehrerin der schule, die alle kinder aufgesucht haben, unsere auch); das sehe ich nicht als gelungene integration.


Was ich mit den Beispielen sagen wollte ist, wenn ein Mensch seinen Kindern vorlebt, dass er an dem gesellschaftlichen Leben des Landes in dem er lebt kein Interesse hat, werden die Kinder dieses Denken übernehmen.

Die Botschaft dieses Verhaltens ist doch: Wir brauchen die nicht. Wir bleiben lieber unter uns.

Das sind gute Voraussetzungen für eine selbstverschuldete Isolation, aber nicht für eine gelungene Intergration.

Kinder machen sich über solche Dinge keine Gedanken. Für sie zählt nur: den mag ich, den mag ich nicht. Deswegen ist es meiner Meinung nach wichtig bei den Kindern anzufangen.

Mein Sohn hatte in der Grundschule 3 türkische Mitschüler. Es gab auch noch ein paar russische und polnische Kinder.

Die türkischen Kinder waren vom Religionsunterricht freigestellt und hatten dafür Förderunterricht in TÜRKISCHER Sprache.

Alle drei haben Schwierigkeiten in Deutsch. Ich denke es wäre Ihnen mit einer Förderstunde Deutsch mehr geholfen gewesen. Die Unterrichtssprache ist nun mal Deutsch und wenn man die Sprache nicht beherrscht, dann zieht sich das durch alle Unterrichtsfächer.

Förderunterricht in Polnisch oder Russisch gab es übrigens nicht...
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Alt 19.01.2008, 10:19
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Sorry, aber ich kann diese Worte Migration, Integration, gelungen oder misslungen einfach nicht hören...

Meine Güte, ich will einfach nur als normaler Mensch angesehen und bewertet werden. Für meinen Nachbar will ich der Nachbar wie jeder andere sein.
Für meine Kollegen genauso. Für die Politiker genauso. Für die Soziologen, Psychologen, Anthrophologen genauso.

Ich lebe seit 34 Jahren in Deutschland. Schule und Studium hier gemacht. Seit 15 Jahren zahle ich fleissig in alle Kassen ein. Spreche die Sprache. Mein Kind habe ich zweisprachig aufwachsen lassen. Reicht das alles nicht ?

Kann den Leuten doch sch...egal sein, ob ich auf Türkisch träume, für wen man Herz bei Länderspielen schlägt, ob ich lieber Kurban Bayram feiere als Weihnachten...

Wenn Integration bedeutet, ein Teil der Mehrheitsgesellschaft zu sein, dann bin ich das schon sehr sehr lange. Wenn das aber immer noch ein Problem ist, dann liegt das nicht an mir, sondern an der Mehrheitsgesellschaft.
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Alt 19.01.2008, 10:34
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Zitat:
Zitat von moonstruck Beitrag anzeigen

Ich wohne in einem Mehrfamilenhaus, die Reihe besteht aus 3 Blöcken. In dem Block neben mir wohnt eine junge türkische Familie. Wenn ich die Frau grüße, und das mache ich immer, wenn ich sie sehe, sagt sie nichts und straft mich mit verächtlichen Blicken.

Ich verlange ja nicht, dass sie mich zum Tee einlädt, aber grüßen könnte sie wenigstens.

Ein anderes Beispiel: Meine erste eigene Wohnung war in einem Haus, in dem nur Türken wohnten. Wenn ich im Flur mit den Kindern redete, kamen die Mütter und zogen die Kinder in die Wohnung zurück. Wahrscheinlich dachten sie, weil ich allein lebte, ich wäre eine Orospu oder sowas.

Das ganze ist eine schwierige Angelegenheit. Du kannst ja niemanden zwingen sich mit dir abzugeben. Auf der anderen Seite gibt es auch genug Deutsche die jeden Kontakt vorsätzlich vermeiden. Das stimmt auch.

Es fehlt der gute Wille von beiden Seiten.
Ich finde es nicht in Ordnung, das man anhand einigen Lebens - Beispielen
die Integration aufs Spiel setzt und ihr kein Vertrauen schenkt. Es gibt immer welche die aus der Reihe tanzen, ich denke das ist auch ein normales menschliches Verhalten, es sind Beispiele die man auch anders belegen kann, mit den Deutschen, Russen und oder anderen Nationen.

Anhand solchen Beispielen, werden die vollkommen integrieten Menschen ausgegrenzt und auf die Waage gestellt, in wie weit sie sich der "normalen" Gesellschaft anpassen bzw. sich verhalten.

Ich begegne diesen Abschnitt immer wieder. Wenn ich unter geschäftsleuten bin und sie auf mein Schild schauen oder nach meinem Namen fragen, kommt die erste interessierende Frage, woher kommen sie? Wenn ich aus der Türkei sage, folgt "Das hätte ich nie gedacht" sicherlich stammen sie aus Istanbul, dann würde ich es nachvollziehen, meine Frage daraufhin, "Waren sie schon mal in Istanbul" wird verneint.
__________________
"Gönül ne kahve ister ne kahvehane,gönül sohbet ister kahve bahane"
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