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Identitas/Wesenseinheit Identität entsteht aus situativer Erfahrung.
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  #11 (Permalink)  
Alt 25.02.2008, 20:50
cild1
 
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AW: Schule als Integrationsbremse?

Zitat:
Zitat von Kimyager Beitrag anzeigen
Viele Türken lamentieren über schlechte Bildungsbedingungen für ihre Kinder. Damit will man auch die Einführung türkischer Schulen und Universitäten rechtfertigen.
Ich verstehe nicht, warum dann Bildungsmöglichkeiten, wie sie von Menschen wie Cindy angeboten werden, nicht genutzt werden.
Vielleicht wegen Berührungsängsten und weil sie dem "Deutschen" nicht trauen. Sehr traurig, wie ich finde, so nach 30-40 Jahren.
Auch ich muss das feststellen, weil türkische Patienten nur zu mir möchten, nicht mal, weil sie so schlecht deutsch sprechen. Letztens hatte ich einen Herren und er hatte Vorbefunde aus der Kardiologie mitgebracht, der Briefkopf bestand nur aus den Namen türkischer Kollegen.
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  #12 (Permalink)  
Alt 25.02.2008, 21:30
Anouk
 
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AW: Schule als Integrationsbremse?

Zitat:
Zitat von cild1 Beitrag anzeigen
Auch ich muss das feststellen, weil türkische Patienten nur zu mir möchten, nicht mal, weil sie so schlecht deutsch sprechen. Letztens hatte ich einen Herren und er hatte Vorbefunde aus der Kardiologie mitgebracht, der Briefkopf bestand nur aus den Namen türkischer Kollegen.
Das kann ich aber in gewisser Weise verstehen, Cild. Für manche (oder sogar viele..?) Leute löst vermutlich schon die Tatsache einer Erkrankung Unsicherheit bis hin zu latenten Ohnmachtsgefühlen aus, und dann sucht man instinktiv nach etwas Vertrautem - irgendetwas, was beiträgt, Ängste zu mildern und den Eindruck verschafft, in "guten Händen" zu sein. Ganz mal abgesehen von einem gemeinsamen (oder als "gemeinsam" phantasierten) kulturellen Hintergrund, der in solchen Lebenslagen ganz sicher auch Geborgenheit vermittelt - ob das nun streng objektiv gerechtfertigt sein mag oder nicht.

Das ist wahrscheinlich "nur" eine emotionale Sache. Aber wahrscheinlich mindestens (!) ebenso wichtig wie die Kopfentscheidung. Was nützt ein perfekt ausgestattetes Krankenhaus, oder eine supertoll ausgestattete Praxis, wenn ich mich irgendwie unbehaglich fühle und vielleicht den Eindruck habe, für einen gestressten Doc, der evtl. auch noch mit Verständigungsproblemen kämpft, womöglich nur Bittsteller zu sein?

Deine Kritik - oder das, was ich an Kritik aus Deinen Zeilen herauszulesen glaube - ist völlig berechtigt. Aber trotzdem, ich glaube, solche Kriterien spielen auch eine Rolle. Und das scheint mir nicht rassistisch - ich fände es verständlich.
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  #13 (Permalink)  
Alt 25.02.2008, 22:42
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AW: Schule als Integrationsbremse?

Zitat:
Zitat von Anouk Beitrag anzeigen
Angesichts Deines Engagements finde ich das ziemlich beschämend; das ist doch ein echtes Armutszeugnis. Damit steht und fällt im Endeffekt alles mit Deinem Goodwill und Idealismus. Würdest Du das bei der VHS anbieten, bekämst Du immerhin ein -wenn auch bescheidenes- Honorar dafür. Aber dann würdest Du diese Mütter vermutlich auch gar nicht erreichen... oder?
Dadurch das ich etwas türkisch spreche, habe ich da schon einen besseren Zugang zu den Müttern. VHS ist indiskutabel weil sie da ihre Kinder nicht mitbringen können.
Außerdem mache ich das bei uns in der Schule. Manchmal geht meine Tochter die Lehamt studieren möchte mit und betreut die Kleinen.
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  #14 (Permalink)  
Alt 25.02.2008, 22:46
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AW: Schule als Integrationsbremse?

Zitat:
Zitat von cild1 Beitrag anzeigen
Vielleicht wegen Berührungsängsten und weil sie dem "Deutschen" nicht trauen. Sehr traurig, wie ich finde, so nach 30-40 Jahren.
Auch ich muss das feststellen, weil türkische Patienten nur zu mir möchten, nicht mal, weil sie so schlecht deutsch sprechen. Letztens hatte ich einen Herren und er hatte Vorbefunde aus der Kardiologie mitgebracht, der Briefkopf bestand nur aus den Namen türkischer Kollegen.
Das wird mich nicht davon abhalten, weiterhin alles dafür zu tun, dass sie wiederkommen. Selbst wenn zum Schluß nur eine Mutter es geschafft hat mit meiner Hilfe auch ihren Kindern eine Hilfe zu sein und sich selbst damit auch besser fühlt, hat es sich schon gelohnt.
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  #15 (Permalink)  
Alt 26.02.2008, 11:12
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AW: Schule als Integrationsbremse?

Zitat:
Zitat von Cindy07 Beitrag anzeigen
Dadurch das ich etwas türkisch spreche, habe ich da schon einen besseren Zugang zu den Müttern. VHS ist indiskutabel weil sie da ihre Kinder nicht mitbringen können.
Außerdem mache ich das bei uns in der Schule. Manchmal geht meine Tochter die Lehamt studieren möchte mit und betreut die Kleinen.


VHS - Kurse sind auch sehr teuer, das wollte ich noch anmerken. Das kann und will auch nicht jeder bezahlen.

Bei uns an der VHS gibt es aber eine Kinderbetreuung allerdings auch nicht kostenlos.
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  #16 (Permalink)  
Alt 26.02.2008, 11:16
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AW: Schule als Integrationsbremse?

Zitat:
Zitat von cild1 Beitrag anzeigen
Vielleicht wegen Berührungsängsten und weil sie dem "Deutschen" nicht trauen. Sehr traurig, wie ich finde, so nach 30-40 Jahren.
Auch ich muss das feststellen, weil türkische Patienten nur zu mir möchten, nicht mal, weil sie so schlecht deutsch sprechen. Letztens hatte ich einen Herren und er hatte Vorbefunde aus der Kardiologie mitgebracht, der Briefkopf bestand nur aus den Namen türkischer Kollegen.

Ich finde das auch sehr traurig, das viele nach so langer Zeit in Deutschland immer noch Berührungsängste mit den " Deutschen " haben.

Ich weiß auch nicht, was man da jetzt nach so langer Zeit noch tun kann, damit sich das ändert ?
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  #17 (Permalink)  
Alt 26.02.2008, 11:18
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AW: Schule als Integrationsbremse?

Also bezüglich der Eltern und der Deutschkenntnisse:
Man findet immer Gründe etwas nicht mehr zu tun oder gar nicht erst anzufangen
- man fühlt sich zu alt
- man hat ohnehin zu viel im Haushalt zu tun (türkische Frauen sind oft die Bindglieder zwischen den Familien - sie haben wirklich sehr viel zu tun)
- es ist zu schwer und man gibt auf
- man hat ja ohnehin kaum Kontakte zu Deutschen

Aber das gibt es halt nicht nur bei Familien mit Migrationshintergrund in anderen Ländern. Also, selbst, wenn ich nur Urlaub in einem Land mache, dann nutze ich die zwei Wochen doch immer, um zumindest ein paar Bröckchen der Landessprache zu lernen. Zuletzt war das bei mir Suaheli in Kenia. Es ist immer wieder ein berückendes Gefühl, wenn die stacksigen Versuche doch ein Lächeln auf die Gesichter zaubern.
Meine Eltern haben sich eine Ferienwohnung in Spanien gekauft und meine Mutter - oh Gott, ich war so stolz auf sie - hat dann einen Spanisch-Kurs an der VHS belegt. Es war ihr wohl zu schwer. Sie hat angefangen, den Klassenkasper zu geben (mit fast 60 Jahren!) und hat dann aufgegeben (ich war ja sooo enttäuscht!).

Schule hat immer so etwas zwanghaftes. Das gemeinsame Lernen einer Sprache funktioniert vielleicht auch ohne strenges und zeitraubendes Besuchen einer Schule. Ich könnte es mir über eine internationale Nachbarschaftshilfe in einem Wohngebiet und gemeinsame Veranstaltungen viel besser vorstellen.

Es müsste meines Erachtens viel mehr "echte" Deutsch-Türkische Vereine geben. Die meisten Teestuben, die sich das auf ihre Milchglasfenster schreiben sind ja doch nur Orte für die Zusammenkunft türkischer Männer, die Backgammon spielen und Tee trinken. Ich habe ja nichts dagegen, wenn die Männer unter sich sein wollen aber mir sagt das, dass eine (Sprach-)Brücke dann wohl in erster Linie Aufgabe der Frauen ist. Wie wäre es mit einem gemeinsamen Kochkurs (klar, dann müsste auf Verbote bezüglich des Schweinefleischs und des Alkohols Rücksicht genommen werden oder vorher abgeklärt werden, wie das gehalten wird). Wenn einem mal nicht das Wort für "Mehl" einfällt, dann zeigt man darauf und mit einem Lächeln und dem richtigen Wort dafür wird es einem dann gereicht. So lernen die deutschen Frauen nebenbei auch noch ein wenig türkisch und außerdem macht es Spaß.

Geändert von yildiz-22 (05.02.2008 um 22:14 Uhr). Grund: fehlerteufel
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  #18 (Permalink)  
Alt 27.02.2008, 04:04
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AW: Schule als Integrationsbremse?

@ Cindy 07

Hallo Cindy,
ich ziehe meinen Hut vor Deinem Engagement- und nicht nur einmal!
Du hast meinen allergrössten Respekt!!!
Danke und alles Liebe

VG
__________________
Eins vergiss niemals!
Wo immer Du auch hingehst, da bist Du dann.
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  #19 (Permalink)  
Alt 09.03.2008, 17:26
gfb34
 
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AW: Schule als Integrationsbremse?

schule ist auch langweilig. ich lies lieber 2 stunden ein buch durch, bringt echt mehr als in die dumme schule mit lehrern zu gehen. integration?? nie im leben in der schule. überall wo anders, aber in der schule bekommt man als ausländer eh fast immer eine schlechte mündliche note, aber das kommt auf den lehrer drauf an. wenn der lehrer gut ist, dann kommts auf den schüler drauf an, aber wenn der lehrer keine ahnung hat und keine iddee hat und den unterricht langweilg gesteltet, dann kann der ausländer eine gute note vergessen. der lehrer soll ganz normal unterrchit machen, genügt auch. der soll einfach den stoff durchziehen und seinen unterricht gut organisieren. er soll sich vorbereiten. es gibt lehrer, die machen unterricht nach laune. keine ahnung von leben!! was soll denn da fleiß nutzen?? und dann erwarten wir integration... so ein schwachsinn. jeder lehrer hat in münslich so einser und zweier, und der depp gibt mir eine 3- . soviel zum thema integration.

Geändert von gfb34 (09.03.2008 um 17:31 Uhr). Grund: .,.,.
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  #20 (Permalink)  
Alt 09.03.2008, 18:12
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AW: Schule als Integrationsbremse?

@gfb34

Das dürfte weit zurückliegen. Spürst Du noch die Nachwirkungen dieser Behandlung?
In einem stimme ich Dir zu: Schule und Studium werden überbewertet. Wenn man die Seuche hat, ist das alles für'n A.....
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