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Identitas/Wesenseinheit Identität entsteht aus situativer Erfahrung.
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  #1 (Permalink)  
Alt 03.03.2008, 16:01
alsadaha
 
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Neubeginn in Deutschland?

Ein türkischer Freund hat einen achtjährigen Sohn aus erster Ehe, der in der Türkei lebt. Der Freund, also Vater des Kindes, lebt in zweiter Ehe mit einer Türkin hier in Deutschland.

Das Kind hat in der Türkei kaum Zukunftsperspektiven, da sich die Mutter nicht für das Kind interessiert und auch über keinerlei Geld verfügt.

Das Kind besucht mangels bisheriger Möglichkeiten jetzt erst die erste Klasse eines Internats in der Türkei, wird ansonsten nur von Bekannten zu Verwandten und umgekehrt hin und her geschoben. Es hat also auch kein richtiges Zuhause. Es spricht bisher kein Wort Deutsch.

Die zweite Ehefrau dieses Freundes möchte das Kind nun nach Deutschland holen, so dass es beim Vater und ihr lebt.
Sie möchte dies tun, um dem Kind eine bessere Schulbildung sowie familiäre Geborgenheit zu bieten.

Tut man dem Kind einen Gefallen damit? Hat es wirklich mit bald neun Jahren und kaum Schulbildung sowie null deutschen Sprachkenntnissen eine reelle Chance, in Deutschland Fuss zu fassen?

Wie denkt ihr darüber?

Laut Ausländerbehörde ist es kein Problem, dass das Kind nach Deutschland einreisen und hier leben darf.
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  #2 (Permalink)  
Alt 03.03.2008, 16:23
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AW: Neubeginn in Deutschland?

vom emotionalen Standpunkt her ist es wahrscheinlich ganz gut, dem Kind ein zu Hause zu bieten, auch wenn es sich in einem Umfeld abspielt, zu dem das Kind momentan noch keinen Zugang hat.

Während ich das schreiben, kommen mir aber Zweifel, ob es bildungstechnisch so sinnvoll ist. Kann dein Freund das Kind nicht erstmal nur in den Ferien holen, damit es sich an Deutschland und die Sprache gewöhnt? In der Schulzeit könnte das Kind dann erstmal im Internat bleiben.
__________________
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  #3 (Permalink)  
Alt 03.03.2008, 16:25
cild1
 
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AW: Neubeginn in Deutschland?

Zitat:
Zitat von alsadaha Beitrag anzeigen

Tut man dem Kind einen Gefallen damit?
Hallo alsadaha,

Wie lange lebt das Kind alleine mit der Mutter?
Hat der Vater sich regelmäßig um das Kind bemüht?
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  #4 (Permalink)  
Alt 03.03.2008, 16:26
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AW: Neubeginn in Deutschland?

Hier hat er wenigstens das, was man "Familie" nennt. Schlimmer wird's nicht mehr kommen.
Man kann auch mit Bildung ganz unten sein. Ich würde sie nicht überbewerten.
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Ich erfülle keine Übersetzungswünsche von Personen, die ihren Partner betrügen oder eine andere Beziehung gefährden.
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  #5 (Permalink)  
Alt 03.03.2008, 17:56
alsadaha
 
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AW: Neubeginn in Deutschland?

Zitat:
Zitat von schwarze Rose Beitrag anzeigen
vom emotionalen Standpunkt her ist es wahrscheinlich ganz gut, dem Kind ein zu Hause zu bieten, auch wenn es sich in einem Umfeld abspielt, zu dem das Kind momentan noch keinen Zugang hat.
Zitat:
Zitat von Kimyager Beitrag anzeigen
Hier hat er wenigstens das, was man "Familie" nennt. Schlimmer wird's nicht mehr kommen.
Ja, genau aus dem Grund finde ich es auch gut, wenn der Junge nach Deutschland kommt.

Zitat:
Während ich das schreiben, kommen mir aber Zweifel, ob es bildungstechnisch so sinnvoll ist. Kann dein Freund das Kind nicht erstmal nur in den Ferien holen, damit es sich an Deutschland und die Sprache gewöhnt? In der Schulzeit könnte das Kind dann erstmal im Internat bleiben.
Ich selber bin der Meinung, dass der Bildungsunterschied mit jedem Jahr, dass das Kind weiter in der Türkei bleibt, immer grösser und unüberwindbarer wird.
Sollte er beispielsweise erst nach den ersten vier Schuljahren (wobei er ja sowieso schon mit einem Jahr Verzögerung in der Türkei eingeschult wurde) nach Deutschland kommen, bliebe ihm vermutlich nur die Hauptschule als weiterführende Schule, und auch da hätte er dann Probleme (meine Vermutung), schon alleine wegen der deutschen Sprache.

Ausserdem würde er bei Ferienbesuchen kein Deutsch lernen, da nicht mal sein Vater die Sprache beherrscht.

Ich denke auch, je älter das Kind ist, desto schwerer wird der Anschluss in Deutschland durch die Sprach- und Bildungsdefizite.
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  #6 (Permalink)  
Alt 03.03.2008, 18:00
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AW: Neubeginn in Deutschland?

Zitat:
Zitat von alsadaha Beitrag anzeigen

Ich selber bin der Meinung, dass der Bildungsunterschied mit jedem Jahr, dass das Kind weiter in der Türkei bleibt, immer grösser und unüberwindbarer wird.
Sollte er beispielsweise erst nach den ersten vier Schuljahren (wobei er ja sowieso schon mit einem Jahr Verzögerung in der Türkei eingeschult wurde) nach Deutschland kommen, bliebe ihm vermutlich nur die Hauptschule als weiterführende Schule, und auch da hätte er dann Probleme (meine Vermutung), schon alleine wegen der deutschen Sprache.

Ausserdem würde er bei Ferienbesuchen kein Deutsch lernen, da nicht mal sein Vater die Sprache beherrscht.

Ich denke auch, je älter das Kind ist, desto schwerer wird der Anschluss in Deutschland durch die Sprach- und Bildungsdefizite.
Da hast du sicher auch wieder Recht, zumal Kinder ja noch relativ leicht eine fremde Sprache lernen können.

Außerdem würde er hier in der relativen Geborgenheit einer Familie leben, welches mit Sicherheit auch entwicklungsfördernd ist (in jeder Hinsicht). Vor allem hat er hier dann das Gefühl, erwünscht zu sein und zu seinem Vater zu gehören.
__________________
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  #7 (Permalink)  
Alt 03.03.2008, 18:02
alsadaha
 
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AW: Neubeginn in Deutschland?

Zitat:
Zitat von cild1 Beitrag anzeigen
Hallo alsadaha,

Wie lange lebt das Kind alleine mit der Mutter?
Hat der Vater sich regelmäßig um das Kind bemüht?
Das Kind hat nie oder nur sehr kurz bei der Mutter gelebt und hat zu ihr überhaupt keinen Bezug.
Es wurde schon im Babyalter den Grosseltern (Eltern der Mutter) überlassen, die es bis vor ca. einem Jahr grossgezogen haben.
Sie wohnen in einem kleinen Dorf in der Türkei, bis letzten Sommer hat sich keiner für einen Schulbesuch des Jungen eingesetzt.

Letzten Sommer dann sorgte die zweite Ehefrau des Vaters des Jungen von Deutschland aus dafür, dass der Junge zu Freunden von ihr in eine ganz andere Stadt in der Türkei gebracht wurde (ich bin im Moment nicht sicher, wo) , wo er dann jetzt auch eine Schule besucht.

Der Vater des Jungen hat sich bisher auch nur auf Drängen seiner zweiten Ehefrau um das Kind gekümmert, auch erst seit knapp zwei Jahren.
Er hat bisher noch keinen richtigen Bezug zum Kind aufbauen können.

Das Kind kann einem wirklich nur leid tun, ich habe es vor ca. 14 Monaten in der Türkei auch kennengelernt.
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  #8 (Permalink)  
Alt 03.03.2008, 18:10
Benutzerbild von cafedelsol
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AW: Neubeginn in Deutschland?

ja besser ist es!
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du bist mir so egal---ich find dich nichtmal scheisse!
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  #9 (Permalink)  
Alt 03.03.2008, 18:20
Anouk
 
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AW: Neubeginn in Deutschland?

Zitat:
Zitat von alsadaha Beitrag anzeigen
Es wurde schon im Babyalter den Grosseltern (Eltern der Mutter) überlassen, die es bis vor ca. einem Jahr grossgezogen haben. (...)

Letzten Sommer dann sorgte die zweite Ehefrau des Vaters des Jungen von Deutschland aus dafür, dass der Junge zu Freunden von ihr in eine ganz andere Stadt in der Türkei gebracht wurde (ich bin im Moment nicht sicher, wo) , wo er dann jetzt auch eine Schule besucht. (...)
Wie hat er denn darauf reagiert, von seinen Großeltern getrennt zu werden? Was hält der Junge selbst von alldem? Weißt Du das zufällig...?
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  #10 (Permalink)  
Alt 03.03.2008, 18:32
alsadaha
 
Beiträge: n/a
AW: Neubeginn in Deutschland?

Zitat:
Zitat von Anouk Beitrag anzeigen
Wie hat er denn darauf reagiert, von seinen Großeltern getrennt zu werden? Was hält der Junge selbst von alldem? Weißt Du das zufällig...?
Da weiss ich überhaupt nichts drüber.
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