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Identitas/Wesenseinheit Identität entsteht aus situativer Erfahrung.
Wer/Was/Wie bin ich?

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  #141 (Permalink)  
Alt 22.04.2008, 19:49
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AW: Junge Frauen und das Kopftuch

Kleiner Beitrag zu dem Thema:
Habe heute mit einer türkischen Altenpflegehelferin gesprochen um ihre Gehaltsabrechnung nachzuprüfen. Sie hatte ein Kopftuch auf. Ansonsten ganz normal gekleidet.
Ich habe sie dann am Schluss gefragt, ob sich auch auf der Arbeit mit Kopftuch rumläuft (das Altenheim hat fast nur deutsche Bewohner).
Sie hat mir dann geantwortet, dass sie dass nicht dürfe, weil man ihr gesagt hat, wir wären öffentlicher Dienst, das dürfe sie nicht.
Das ist natürlich totaler Quatsch!!
Jetzt nimmt eine junge, perfekt deutsch sprechende Türkin, die das Kopftuch wegen ihres Glaubens trägt (wie sie sagt), zur Arbeit für 7 Stunden das Kopftuch ab wie sie ihre Arbeitskleidung anzieht. Nur weil irgendein Depp ihr so etwas gesagt hat. Sie fühlt sich unwohl, ist aber auf den Job angewiesen!!

Wenn sie ihren befristeten Vertrag entfristet hat, dann werden wir uns mal darum kümmern!!!
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waltraut (22.04.2008)
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  #142 (Permalink)  
Alt 22.04.2008, 21:41
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AW: Junge Frauen und das Kopftuch

merhaba

Zitat:
Zitat von Elvin Beitrag anzeigen
Hallo Corrado,
wenn jemand beschlossen hat in einem anderen Land sesshaft zu werden und dann auch noch die Staatsbuergerschaft dieses Landes angenommen hat dann kann er/sie nicht so leben und sich benehmen wie er/sie moechte. Jeder muss sich der Mehrheit anpassen. Und dazu gehoert auch das Erlernen der Sprache.
Die Auslaendern wurden als Gastarbeiter betittelt. Sie waren als Gaeste willkommen. Und nun frage ich dich, wenn du bei jemandem zu Gast bist kannst du dich so benehmen wie du es zu Hause benimmst? Nein, du passt dich deiner Gastfamilie an.
also Elvin, da übertreibst Du auf typischer deutscher Art mächtig!

die Deutschen waren mal Kolonialherren.

dann verloren sie ihre Kolonien.

dennoch gingen sie wieder hin. als ich in Westafrika lebte, kaufte ich meine deutsche Wurst in Lomé, Togo, unabhängiges Land (vormals deutsche Kolonie) beim Apotheker, ja beim Apotheker, weil er nebenbei auch deutsche Wurst zubereitete (und sie kostete nicht wie in der Apotheke, obwohl für Europäer solche exquisite Waren in Afrika durchaus teuer waren...). der war nicht der Einzige. es gab sogar Filialen von deutschen Handelsketten, in diesem, noch ein Mal, glasklar unabhängigen Land. ich weiss dass das gleiche auch in Kenia, Kamerun etc. bestand.

jetzt die Frage:

würdest Du im Ernst, also ohne Dich am Boden in Lachkrämpfen zu versinken, behaupten, dass

die relativ zahlreichen Deutschen, die zum Teil inzwischen wieder ein ganzes Leben in Lomé, Duala, Jaunde etc. gelebt haben, alle im gleichen Stil wie ihre Gastgeber gelebt haben, und dass sie überhaupt mehr als "guten Tag", "danke", "willst Du mit mir schlafen", sagen können ?

ändert es die Sichtweise, wenn man den Boden einer ehemaligen Kolonie oder eines sonst "armen Land" betritt ? ich kann Dich beruhigen: auch in Ländern, wo sie nie das Sagen hatten, lernen die Deutschen die Sprache sehr selten, und sie leben und erziehen ihr Nachwuchs fast immer vollkommen anders als die ansässige Bevölkerung .

ich möchte gern "den" Deutschen kennenlernen, der aus der Einsicht, die Du verlangst, mit 3 Zimmermitbewohner in China au 12 qm für 3 leben würde und in der Landessprache sich verständigt: auch wenn er 120 Jahre alt wird wird er das aus Einsicht nie tun!

Elvin, Du bist doch Fremdsprachenlehrerin?

In welchen Ländern ausser Deutschland spricht man eine einzige Sprache?

Ja Russland. Gutes Beispiel für Menschenwürdigkeit ...

Aber sonst?

USA? stimmt nicht, da sind viele Sprachen vertreten!
Australien? die ersten Australier konnte peitschen, damit sie brav alle das Gleiche tun, es waren Sträflinge!

Usw.

Sogar in England nicht! Unser Sohn hat nie English in der Schule gehabt. Nur 1 Jahr Volkshochschule als er 12 war (war angeblich sogar nicht erlaubt, nur eine Duldung). Er spricht aber Englisch als Pseudo- Muttersprache, garantiert mit vielen Fehlern, aber geläufiger als die meisten Leute, die die Sprache studiert haben. Er macht selbst viele Fehler, aber viele sind ihm auch von seinen "Vorbildern" aus dem U.K. beigebracht worden! Ganz speziell sein schottischer Akkela bei den englischen Scouts! Was der Mann sprach war kein Englisch, sondern wirklich Schottisch!

Jetzt gehen wir einen Schritt weiter:

Du wirst mir bestimmt entgegensetzen, dass man zumindest zusätzlich die Landessprache dann erlernt?

Das ist nicht ein Mal sicher... Ich zweifle stark an, dass man in USA in den Reservaten, und in chinesischen oder sonst asiatischen Ghettos immer nur 100 % englischsprachige Menschen antrifft.

Und dann, Spanien, beispielsweise, und sogar Frankreich, ich weiss, das ist neu, aber immerhin einige Jahrzehnte alt, da unterrichtet man auch zusätzlich die lokale Sprache! Es ist notwendig, weil in der E.U. die Verhältnisse total unausgewogen wären bzw., schlimmer, sind! 14 Millionen müssten auf ihre Sprache verzichten, und 0,4 Mio Malteser verfügen über eine Europa-Amtsprache, die auf Kosten aller europäischen Steuerzahler in Bruxelles unter höchsten Kostenaufwand übersetzt und simultangedolmetscht wird (wie die baltischen Sprache, wie die neuen alten Sprachen, der Tschekoslovakei, und bald von einer Vielzahl von gesplitterten Balkanstaaten)!

Ausserdem:

Seit 50 Jahren gilt in den Gründerstaaten der europäischen Gemeinschaft die Freizügigkeit der Arbeitnehmer! Sie war mitunter (nicht nur) dazu gedacht, den europäischen Konzernen zu ermöglichen, mit ihrem Personal nach Herzenslust rumzuspielen. Glaubst Du wirklich, dass der arme Schwein, der 4 Jahre dort, 5 Jahre hier, 1 Jahr anderswo, 10 Jahre auch anders, rumgeschubst wird, alle diese Sprache und sich verändernden Lebensgewohnheit sich aneignen soll, weil er ein Airbusspezialist ist, und ein Mal in Nord-Deutschland, ein Mal in England usw. dienen muss? Genauso, derjenige, der sonst arbeitslos würde, weil man delokalisiert, und immer weiter der Arbeit nachlaufen soll?

Was soll der Quatsch?

Selâm
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  #143 (Permalink)  
Alt 22.04.2008, 21:52
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AW: Junge Frauen und das Kopftuch

Zitat:
Zitat von Tatli_Kiz Beitrag anzeigen
Ich denke viele Türken wollen sich schon gerne anpassen, haben aber eine große Identitätskrise, auf der einen Seite sollen sie in der Außenwelt sich anpassen auf der anderen Seite wird von ihren Familien verlangt, dass sie die Kultur und Sitten und Gebräuche wahren und nicht vergessen, dass sie immer noch Türken sind...Das ist echt schwierig, man weiss nicht wo man genau hingehört und wie man jetzt leben soll, man ist hin und hergerissen...
Genau das habe ich bei der türkischen Freundin meiner tochter erlebt. sie sagt immer, dass sie nicht weiß wo sie hingehört. Hier in Deutschland ist sie die Türkin und in der Türkei ist sie eine Deutschtürkin. sie sagt, dass sie in beiden ländern als Ausländerin angesehen wird. sie ist hier vollkomen integriert, hat einen guten Schulabschluss gemacht und findet trotzdem keine _Ausbildungsstelle, weil es eben immer noch sehr viele Vorurteile gibt. Da sind einmal die, die sich wirklich nicht integrieren und dann die die es tun und trotzdem nicht als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft angesehen werden. Das finde ich sehr traurig.
Ich bin schon zu Vorstellungsgesprächen mitgegangen, weil ich hoffte da vielleicht Einfluss nehmen zu können, aber die Vorbehalte waren da immer so groß das man zwar nicht direkt eine Absage gab, aber schon sehr zurückhaltend reagierte.
Das wiederum ist die Schuld der Migranten, die sich nicht integrieren.Diese menschen, denen es natürlich egal ist, haben einen großen Teil Schuld daran, dass es den anderen so schwer gemacht wird, Fuß zu fassen.
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Elvin (23.04.2008), waltraut (23.04.2008)
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Alt 22.04.2008, 22:43
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AW: Junge Frauen und das Kopftuch

Zitat:
Zitat von Corrado Cattani Beitrag anzeigen
Gerade in der heutigen Zeit wo in unserer globalen Welt und vor allem in der EU immer mehr zum gleichen Einheitsbrei verkommt,
Ich sehe nicht, dass alles zu einem Einheitsbrei, wie Du es nennst, und schon gar nicht verkommt.

Gerade in Europa sind die Regionen stärker geworden.
Früher sprach man hochdeutsch, heute pflegt man seinen Dialekt.
Ich sehe keinen Einheitsbrei zwischen Italien und Finland
zwischen Frankreich und Estland,
zwischen PS in Belgien und Lega Nord in Italien,
zwischen Eta und Ira,
zwischen Papst und schwedischen Freikirchen,
zwischen Sinti und Saamen.
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  #145 (Permalink)  
Alt 22.04.2008, 23:12
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AW: Junge Frauen und das Kopftuch

@alterali, ich sehe das etwas anders, aber ich möchte jetzt keine Grundsatzdiskussion über die Globalisierung und schon gar nicht über die EU beginnen, da sie uns erstens zu weit vom eigentlichen Thema weg führt und mich zweitens dieses Thema bereits extrem langweilt.

Abschließend dennoch noch eine kleine Bemerkung zur EU, diese hat ganze Abhandlungen darüber verfasst wie der Krümmungsgrad einer Gurke sein soll (ja du hast richtig gelesen) außerdem wollte sie uns Österreichern vorschreiben das wir unsere Marmelade nun wie die deutschen Konfitüre nennen sollen (das also zur Eigenständigkeit von Dialekten) zum Glück haben wir uns das von den wahnsinnig gewordenen Bonzen in Brüssel nicht vorschreiben lassen und deswegen heißt die Marmelade bei uns noch immer Marmelade und nicht Konfitüre.

Ich könnte jetzt noch seitenlange Monologe zu diesen Thema abhandeln und dir genug Beispiele dafür liefern das in einer Globalisierten Welt die Eigenständigkeit von Kulturen und dazu gehört auch der Dialekt auf der Strecke bleibt.
Aber wie schon gesagt das Thema EU und Globalisierung würde uns zu weit vom eigentlichen Thema abbringen und deswegen sollten wir es an dieser Stelle nun beenden.
__________________
Bin männlich, gebbürtiger Österreicher, verheiratet und liebe Indien - indische Filme, türkische Musik + Filme (mit deutschen Untertiteln) und bin natürlich sehr an der wunderschönen Türkei und seiner Kultur interessiert.
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  #146 (Permalink)  
Alt 23.04.2008, 08:27
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AW: Junge Frauen und das Kopftuch

Zitat:
Zitat von Cindy07 Beitrag anzeigen
Genau das habe ich bei der türkischen Freundin meiner tochter erlebt. sie sagt immer, dass sie nicht weiß wo sie hingehört. Hier in Deutschland ist sie die Türkin und in der Türkei ist sie eine Deutschtürkin. sie sagt, dass sie in beiden ländern als Ausländerin angesehen wird. sie ist hier vollkomen integriert, hat einen guten Schulabschluss gemacht und findet trotzdem keine _Ausbildungsstelle, weil es eben immer noch sehr viele Vorurteile gibt.
Dass Jugendliche keine Arbeit finden, hat seine Ursache meines Erachtens hauptsächlich darin, dass es immer noch einen Lehrstellenmangel gibt. Das betrifft alle Jugendlichen, vor allem im Osten der Republik, wo der Anteil von Migrantenkinder ja niedriger ist.

Auch denen schlagen Vorurteile entgegen.
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  #147 (Permalink)  
Alt 23.04.2008, 08:30
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Zitat:
Zitat von Corrado Cattani Beitrag anzeigen
und mich zweitens dieses Thema bereits extrem langweilt.
Auch 'ne Methode, die eigene Meinung durchzudrücken!
Wenn Dich das Thema langweilt, warum bringst Du es ins Spiel.
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  #148 (Permalink)  
Alt 23.04.2008, 08:36
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Zitat:
Zitat von alterali Beitrag anzeigen
Dass Jugendliche keine Arbeit finden, hat seine Ursache meines Erachtens hauptsächlich darin, dass es immer noch einen Lehrstellenmangel gibt. Das betrifft alle Jugendlichen, vor allem im Osten der Republik, wo der Anteil von Migrantenkinder ja niedriger ist.

Auch denen schlagen Vorurteile entgegen.
ja sicher ,es gibt einen lehrstellenmangel. Aber wenn 2 Bewerber da sind und mansich entscheiden muss, fällt die Wahl garatiert nicht nicht zugunsten des Schülers mit Migrationshintergrund. Ich habe die Patenschaft für 2 Hauptschüler übernommen. Das heißt ich begleite sie zu Vorstellungsterminen u.s.w. Da hab ich mir echt schon die Hacken abgelaufen. Es ist immer das gleiche. die vorbehalte liegen eindeutig darin begründet, dass man denkt, es gäbe Probleme mit den Auszubildenden.da kannst du noch so viel argumentieren.
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  #149 (Permalink)  
Alt 23.04.2008, 10:52
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merhaba Cindy

Zitat:
Zitat von Cindy07 Beitrag anzeigen
ja sicher ,es gibt einen lehrstellenmangel. Aber wenn 2 Bewerber da sind und mansich entscheiden muss, fällt die Wahl garatiert nicht nicht zugunsten des Schülers mit Migrationshintergrund.
das ist ein sehr schwieriges Problem:

a/ willst Du das Voll-Einheimische unter Umständen sich gezwungen sehen, selbst zu emigrieren, wenn es einen Lehrstellenmangel wirklich gibt? Oder die schlechtesten dann kriegen? Muss die Welt so pervers für die eigenen Leute werden, dass aus einem Gerechtigkeitsfimmel sie aus der Gesellschaft rausfliegen. Wenn nicht müsste man bei völliger Gleichwertigkeit immer den eigenen Leuten den Vorteil geben.

b/ oft spielen die Leute mit Migrationshintergrund das ganze Leben lang mit Chancen aus einem "doppelt so grossen" Gebiet, nämlich aus ihren zwei Heimaten. Ich weiss, dass das total unrealistisch ist: Sogar gute und fleissige Schüler mit bikultureller Erziehung erleiden fast immer "Reibungsverluste": sie verlieren oft in dem einen Land und verlieren oft in dem anderen Land, mit wenigen Ausnahmen, gegenüber den Leistungen, wozu sie bei total normaler Erziehung fähig wären, weil die Systeme nicht übereinstimmen, und sie zwischen zwei Stühlen sitzen.

Deshalb finde ich, dass die wirkliche Chance der binationalen Kinder ist, die doppelte Kultur ins Spiel zu bringen, daraus eine Stärke zu machen! Dann werden sie für die Gesellschaft besonders interessant, und finden manchmal doch wirklich mehr Anerkennung. Und man bekommt womöglich richtige Empfehlungen, auch als bikultureller oder gar vollausländischer Mensch!

Nur das setzt Engagement voraus! Man kann nicht nur behaupten, ich habe einen starken Hang für dies oder jenes; wer soll das, bei einem, der nachweislich nur die gute Absicht hatte, ernsthaft glauben! Am besten geht man zu den offiziellen Vereinen, und bewirbt sich dort für Aufgaben oder Ehrenämter, wird dadurch bekannt. Auch die Jugend-Gremien der Parteien, macht mit in der Wahlcampagne, verteilt Werbezettel etc., auch Bewegungen wie die Pfadfinder. Auch Orchester (ein Symphonie-Orchester in voller Besatzung hat fast 100 Teilnehmer, die sich jährlich scheibenweise erneuern. Oft gehören sie zu den besten Familien! Durch die Erneuerung wird man nach 9 Jahren Gymnasium von mehr als 100 Familien bekannt)!

Bikulturell geboren zu sein, ist zuerst eine enorme Chance, weil Du auch Wissen und oft Rechte bekommst. Es handelt sich darum, sie wahrzunehmen, diese Chance, und Ausbildung allein genügt nicht. Ausserdem bekommt man ein anderes Horizont, wenn man mehr macht. Unser Sohn wird Mediziner, das ist schon sehr sicher; es gab eine Zeit, wo er hätte was mit Nahrungsmittel auch anfangen können: Er hatte eine Jugendgruppe für die Organisation von Jugendkonzerte mit anderen gegründet, und war Zahlmeister, aber auch Koch, da man so gut wie immer die Gruppen bewirtet! Er kocht absolut lecker und das für 40 Personen ganz allein ohne anderer Hilfe, als damals ihn, er hatte noch weder Auto noch Führerschein, dorthin zu fahren. Er spielte 4 J. in einem Symphonie-Orchester (als absoluter Laie). Er ist mit 16 J. ABC-Sanitäter gewesen (2 J. zu früh sogar! Man darf erst mit 18 J. ausüben), und das hat ihm diese Berufung für Medizin gegeben. Er ist immer noch Chef-Scout (ruht aber). Und hat 14 J. Judo- und Schwimm-Training, ja 14 J. beides, hinter sich; da, im Schwimmverein, wurde ihm die ABC-Sanitäterausbildung für Rettungsschwimmer empfohlen - das Schwimmen hat die berufliche Entwicklung aber auch die Partnerschaft vorbestimmt!

Und glaubst Du, dass, wenn er einen anderen Beruf ergreifen würde, man sofort seine Akte zur Seite schieben würde, wenn er das alles im Lebenslauf heranziehen kann? Auch wenn ich nicht Franzose sondern Türke wäre? Ausserdem ist unsere Familie schon aus seiner Teilnahme an so vielen Gruppen (und er fehlte nie, war immer da, auch bei jedem Konzert, bei jedem Camp, auch bei den verdammten Judo-Kämpfen, ein Wochenende versaut, um anzutreten, obwohl man von vornherein weiss, kann nicht klappen, bin zu schwer und zu jung, in der nächsten Stufe bin ich Hackfleisch!) durch ihn allein, wie ein roter Hund in Gymnasialkreisen in der ganzen Stadt bekannt, nicht nur in seinem Gymnasium. Irgendwann würde er leitende Leute antreffen, von wegen er sehr positiv bekannt ist!

Es ist aber nie zu spät: In politischen Gruppierungen, beispielsweise, startet man sowieso spät. In den Musikschulen gibt es Unterricht und Gruppen für Erwachsene (alte Musik mit alten Instrumenten, wie Krummhorn, Rankett, Laute usw.), viele Vereine suchen sehnsüchtig nach Jung-Erwachsenen, um regelmässig Kinder zu betreuen: Schwimmverein, Turnvereine, usw.

Man hat die Wahl: Fernsehen, oder mehr machen, um seinen Lebenslauf interessanter zu gestalten!

selâm

PS: in meiner letzten Wortmeldung habe ich (wie üblich) einige Sprachfehler drin (ich werde älter, und habe nur 2 Probleme: Sicht, und Gelenke, sonst sehe ich, dankbarerweise, viel Jünger aus als ich bin. Aber Sicht, das ist schrecklich mit diesen kleinen Internetfenstern wo man keine Übersicht hat. Das Problem liegt darin, dass die grossen Bildschirme im Fernbereich der Gleitsichtbrille zu 2/3 liegen, und dass man Belinea-Monitors nicht ein Mal bist nach unten absenken kann. Allerdings bin ich dankbar, dass Firefox seit mehr als ein Jahr ganz tolle Wörterbücher hat! Aber wenn man einen Teil des Satzes vergisst, weil man ungewollt gescrollt hat, hilft das Wörterbuch nichts!). Die 14 Millionen Benachteiligte sind die Catalanen! Und auf der französischen Seite gibt es auch die gleich Menge Leute, die Occitan und Provenzalisch sprechen, ist an sich das Gleiche wie Catalan, mit kleinen Unterschieden nur! Im Gegensatz zu den Occitaner, die völlig rechtlos noch sind, haben die Catalanen Sprachrechte in Spanien, aber nicht in der E.U., obwohl Catalan-Occitan-Provenzalisch ein Areal von ca. 30-35 Millionen Leuten betrifft, und eine einwandfrei eigenständige Sprache bildet mit recht viel geschriebener alter aber auch moderner Kultur!
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  #150 (Permalink)  
Alt 23.04.2008, 13:17
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AW: Junge Frauen und das Kopftuch

Zitat:
Zitat von Cindy07 Beitrag anzeigen
ja sicher ,es gibt einen lehrstellenmangel. Aber wenn 2 Bewerber da sind und mansich entscheiden muss, fällt die Wahl garatiert nicht nicht zugunsten des Schülers mit Migrationshintergrund. Ich habe die Patenschaft für 2 Hauptschüler übernommen. Das heißt ich begleite sie zu Vorstellungsterminen u.s.w. Da hab ich mir echt schon die Hacken abgelaufen. Es ist immer das gleiche. die vorbehalte liegen eindeutig darin begründet, dass man denkt, es gäbe Probleme mit den Auszubildenden.da kannst du noch so viel argumentieren.


Frage dazu, du schreibst, das du dir die Hacken abläufst, und die Eltern der Jugendlichen ? Interessiert es die nicht ? Was mit ihrem Kind passiert ?
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