Identitas/Wesenseinheit Identität entsteht aus situativer Erfahrung. Wer/Was/Wie bin ich? |

05.04.2008, 22:55
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AW: Bildung
Dass Bildung Geld kostet, war zu meiner Zeit auch schon klar. Meine Eltern mussten zwar meine Schulbücher nicht bezahlen, aber sie haben sich beispielsweise Gedanken darüber gemacht, ob sie in der Lage sein würden, die anspruchsvolleren Klassenfahrten auf dem Gymnasium zu bezahlen. Sie wurden übrigens schwer bestraft: Wir sind jedes Jahr weggefahren - es war toll.
Bildung war übrigens für meine Eltern kein Wert an sich, und dass ich Abitur mache, war im Grunde auch nicht vorgesehen. Der Traum meiner Mutter von einem besseren Leben für ihre Tochter war, dass ich nach der mittleren Reife die Schule verlasse, eine Banklehre mache, ein paar Jahre arbeite und dann einen gut verdienenden Mann heirate. Trotzdem war es schließlich einigermaßen selbstverständlich, dass ich Abitur gemacht habe.
Mein Sohn braucht heute aber ganz sicher mehr als ich damals. Es reicht einfach nicht mehr, ein Kind in die Schule zu schicken und darauf zu achten, dass es seine Hausaufgaben macht. Und ich finde es nicht so einfach, den Spagat zu schaffen zwischen dem Programm, mit dem Solresol Kinder beschäftigen will und TheCores berechtigter Forderung, die Freizeit nicht zu verplanen. Und neben der Erziehung muss ich ja auch noch die Kohle ranschaffen, um die zahlreichen Bildungsangebote zu finanzieren. 
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05.04.2008, 23:00
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AW: Bildung
Zitat:
Zitat von mar
so ist es, lale...bildung ist nicht unbedingt nur an materielle dinge gebunden, ich finde die ideelen werte , die sich später beim heranwachsenden menschen als ethik und moral niederschlagen, lernt es im leben, im alltäglichen .
wie ich schon in einem anderen zusammenhang mal erwähnte, mache ich ja oft mit kindern "kreative wahrnehmung" , das heisst museum und spazierengehen, die gewonnenen eindrücke aufschreiben oder malen oder gestalten.... und meist braucht man dafür kaum geld und meist lernen die kinder dabei nebenbei eine menge . spass , der auch lernen ist und lernen was spass macht, muss nicht teuer sein.
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Das ist natürlich hervorragend, wenn die Kinder ihre Eindrücke malen oder gar aufschreiben. Es gibt wirklich tolle Sachen, die man mit einfachen Mitteln bewältigen kann. Als Beispiel gibt es die Bücherhallen, die kinder bekommen ihre eigenen Karten, worauf sie auch stolz sind und können sich ihre Bücher selbst aussuchen und müssen auch darauf achten das sie zeitgerecht wieder zurückgebracht werden.
Was ich auch sehr empfehle ist die Kinderuni, die gibt es in fast allen Städten in Deutschland. Ab 8 Jahren und kostenlos.
http://www.die-kinder-uni.de/html/home.html
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05.04.2008, 23:02
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AW: Bildung
Zitat:
Zitat von moonstruck
Das wird wahrscheinlich auch der Grund dafür sein, dass sie sich nicht anstrengt.
Wahrscheinlich hat sie Angst nicht akzeptiert zu werden, wenn sie ist, wie sie wirklich ist.

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Ins Schwarze getroffen, mehr als 100 %.
Puuuh, das ist gerade ganz schwer. Es ist das, was ich ihr gerne erspart hätte und ihr dann wohl doch mit gegeben habe.
Kennst Du das Buch "Nicht wie meine Eltern"? Darin steht, dass das genau so passiert: Man nimmt sich vor, die Dinge anders zu machen und eben diese Dinge graben sich auf unerkannten Umwegen dennoch an die Oberflläche und wir geben sie weiter.
Danke noch mal, darüber muss ich nachdenken.
lg
lillebi
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05.04.2008, 23:05
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AW: Bildung
Zitat:
Zitat von moonstruck
Das wird wahrscheinlich auch der Grund dafür sein, dass sie sich nicht anstrengt.
Wahrscheinlich hat sie Angst nicht akzeptiert zu werden, wenn sie ist, wie sie wirklich ist.

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Zitat:
Zitat von lillebi
Ins Schwarze getroffen, mehr als 100 %.
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Das ist, soweit ich weiß, ein typisches Problem besonders begabter Mädchen. Dass sie ihre Fähigkeiten lieber verstecken, als anders zu sein.
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05.04.2008, 23:11
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AW: Bildung
Zitat:
Zitat von Lalezar2006
Hallo lillebi,
das hört sich aber nicht gut an, den für mich distanziert sie sich eher von sich selbst.
Wart ihr mal bei einer Beratungsstelle und habt Hilfe angenommen? Ich denke sicherlich
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Hallo Lalezar,
wir haben alles durch, was es für Kinder gibt und das Ergebnis ist: Wir lassen sie, wie sie ist. Sie darf trödeln und weiß, wie sehr das die anderen nervt (wenn sie das Leid der anderen schlimm genug findet, beeilt sie sich); sie braucht keine "hübschen Päckchen" seitenweise zu rechnen, ein paar reichen; sie darf beim langweiligen Abschreiben Fehler machen, die sie dann aber bitte selbst korrigiert. Das allgemein notwendige "Zusammenreißen" fordert sie so sehr, dass für die Feinheiten keine Energie bleibt.
Und sie darf tanzen, malen, basteln, im Matsch spielen, Lachanfälle haben, auf der Flöte improvisieren, statt das vom Lehrer gewünschte Stück üben, Kinder aller Art einladen .... Und sie hilft Tisch decken, Betten beziehen, Boden wischen - wenn sie mag.
Wir wünschen ihr nichts sehnlicher, als dass sie sie selbst ist, denn wir beiden Eltern wissen, was es bedeutet, genau dieses Gefühl verloren zu haben.
lg
lillebi
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05.04.2008, 23:12
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AW: Bildung
Zitat:
Zitat von lillebi
Aber sie will nicht mehr können als ihre Freunde/innen in der Schule, sie will so sein wie alle ....
So ist das, wenn ein Mensch nicht ganz deutlich über der Grenze zur Hochbegabung liegt. Darüber ist er froh über jede Art von geistigem Futter, knapp darunter fühlt er sich anders als die anderen, möchte aber so sein wie sie ...
lg
lillebi
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Ich weiss nicht ob du geschrieben hast wie alt deine Tochter ist, aber da sie zum Gymnasium gehen möchte, nehme ich an sie geht noch zur Grundschule.
Ich finde ihr Bedürfnis sein zu wollen wie alle Anderen völlig normal. In diesem Alter möchte kein Kind auffallen, weder positiv noch negativ, sie wollen einfach nur akzeptiert werden als Teil der Gemeinschaft.
Ich weiss nicht, und ich hoffe du nimmst das nicht übel, ob du nicht eine Phase der Entwicklung die jedes Kind durchmacht, überspringst.
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05.04.2008, 23:16
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AW: Bildung
Zitat:
Zitat von lillebi
Kennst Du das Buch "Nicht wie meine Eltern"? Darin steht, dass das genau so passiert: Man nimmt sich vor, die Dinge anders zu machen und eben diese Dinge graben sich auf unerkannten Umwegen dennoch an die Oberflläche und wir geben sie weiter.
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Das tun wir ganz bestimmt alle. Mir hat es sehr geholfen, als ich mich endlich damit abgefunden hatte, dass ich in vielen Dingen reagiere wie meine Mutter das früher getan hat, und dass ich das wohl auch in Zukunft nicht ganz verhindern kann.
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05.04.2008, 23:20
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AW: Bildung
Zitat:
Zitat von alteglucke
Dass Bildung Geld kostet, war zu meiner Zeit auch schon klar. Meine Eltern mussten zwar meine Schulbücher nicht bezahlen, aber sie haben sich beispielsweise Gedanken darüber gemacht, ob sie in der Lage sein würden, die anspruchsvolleren Klassenfahrten auf dem Gymnasium zu bezahlen. Sie wurden übrigens schwer bestraft: Wir sind jedes Jahr weggefahren - es war toll.
Bildung war übrigens für meine Eltern kein Wert an sich, und dass ich Abitur mache, war im Grunde auch nicht vorgesehen. Der Traum meiner Mutter von einem besseren Leben für ihre Tochter war, dass ich nach der mittleren Reife die Schule verlasse, eine Banklehre mache, ein paar Jahre arbeite und dann einen gut verdienenden Mann heirate. Trotzdem war es schließlich einigermaßen selbstverständlich, dass ich Abitur gemacht habe.
Mein Sohn braucht heute aber ganz sicher mehr als ich damals. Es reicht einfach nicht mehr, ein Kind in die Schule zu schicken und darauf zu achten, dass es seine Hausaufgaben macht. Und ich finde es nicht so einfach, den Spagat zu schaffen zwischen dem Programm, mit dem Solresol Kinder beschäftigen will und TheCores berechtigter Forderung, die Freizeit nicht zu verplanen. Und neben der Erziehung muss ich ja auch noch die Kohle ranschaffen, um die zahlreichen Bildungsangebote zu finanzieren. 
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Wow, noch so ein 100%iger Treffer in mehrerer Hinsicht. Ich kenne die Träume von der Banklehre und dem gut verdienenden Mann, statt dessen habe ich ein brotloses Studium begonnen und einen Türken im Asylverfahren geheiratet .....
Meine Abi-Note war aber dennoch gerne Gesprächsthema bei den gesellschaftlichen Zusammenkünften meiner Eltern mit anderen Handwerker-Familien - man war ja schließlich stolz auf das Kind.
Und heute arbeite ich, mein Mann auch, mein Kind will Anregung, aber auch Freizeit und die Psychologin, die wir zu Rate gezogen haben, weil mein Kind nicht mehr in die Schule wollte, sagte: Solange mir ein Kind sagt, dass es sich mehrmals in der Woche verabredet und außerdem erzählt, wie gerne es musiziert und malt, gibt es keinen Anlass zu Sorgen.
Und so sagen wir Eltern uns: Wir haben dieses Kind in die Welt gesetzt und so werden wir alles tun, damit es mit dem Leben klar kommt. Wir werden phasenweise Probleme damit haben und sollten uns dann immer darauf besinnen, dass letztendlich das Gefühl, geborgen und zu Hause zu sein, das Kind stark macht. Dafür sollten wir uns anstrengen mit gute Laune, lachen, leckerem Essen, Blödeleien ...
lg
lillebi
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05.04.2008, 23:27
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AW: Bildung
Zitat:
Zitat von moonstruck
Ich weiss nicht ob du geschrieben hast wie alt deine Tochter ist, aber da sie zum Gymnasium gehen möchte, nehme ich an sie geht noch zur Grundschule.
Ich finde ihr Bedürfnis sein zu wollen wie alle Anderen völlig normal. In diesem Alter möchte kein Kind auffallen, weder positiv noch negativ, sie wollen einfach nur akzeptiert werden als Teil der Gemeinschaft.
Ich weiss nicht, und ich hoffe du nimmst das nicht übel, ob du nicht eine Phase der Entwicklung die jedes Kind durchmacht, überspringst.
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Hallo moonstruck,
meine Tochter ist 81/2 und wir finden es auch völlig normal, dass sie so sein will, wie alle anderen. Deshalb haben wir auch immer ganz viel Besuch von anderen Kindern und nehmen einfach hin, dass unsere Tochter keine "beste Freundin" hat, sondern viele Freundinnen und Freunde und mit jedem ist sie anders - aber immer "ganz normal".
Sie übt wohl gerade, in verschiedenen Rollen in verschiedenen Lebenssituationen zurecht zu kommen - besser kann ihre Vorbereitung aufs Leben als erwachsener Mensch wohl gar nicht sein, oder?
lg
lillebi
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05.04.2008, 23:28
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AW: Bildung
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Zitat von alteglucke
Das tun wir ganz bestimmt alle. Mir hat es sehr geholfen, als ich mich endlich damit abgefunden hatte, dass ich in vielen Dingen reagiere wie meine Mutter das früher getan hat, und dass ich das wohl auch in Zukunft nicht ganz verhindern kann.
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Hallo alteglucke,
das geht mir nicht viel anders. Und seit ich weiß, dass ich so auch entscheiden kann, an mir wichtigen Stellen anders zu reagieren, komme ich klar damit.
lg
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