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Identitas/Wesenseinheit Identität entsteht aus situativer Erfahrung.
Wer/Was/Wie bin ich?

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  #41 (Permalink)  
Alt 06.04.2008, 00:31
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Zitat von lillebi Beitrag anzeigen
Ins Schwarze getroffen, mehr als 100 %.

Puuuh, das ist gerade ganz schwer. Es ist das, was ich ihr gerne erspart hätte und ihr dann wohl doch mit gegeben habe.

Kennst Du das Buch "Nicht wie meine Eltern"? Darin steht, dass das genau so passiert: Man nimmt sich vor, die Dinge anders zu machen und eben diese Dinge graben sich auf unerkannten Umwegen dennoch an die Oberflläche und wir geben sie weiter.

Danke noch mal, darüber muss ich nachdenken.

lg
lillebi
Nein, das Buch kenne ich nicht, aber ich habe mich schon ca. 100 mal dabei erwischt, die gleichen Sprüche losgelassen zu haben, die ich damals an meiner Mutter gehasst habe.

Ich habe mir immer geschworen, das passiert dir nicht. Das ist in die Hose gegangen...

Aber ich glaube es gibt ein paar wirklich wichtige Dinge in der Erziehung meines Sohnes, bei denen ich mir treu geblieben bin. Ich denke das ist bei dir auch so.

Man kann nicht alles besser machen, aber vieles.

Und am Ende bist du auch nur ein Mensch...

LG

moonstruck
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  #42 (Permalink)  
Alt 06.04.2008, 00:35
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merhaba

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Zitat von lillebi Beitrag anzeigen
Im ersten Schuljahr hat mal jemand zu ihr gesagt: "Du kannst schon lesen, Du bist nicht mehr meine Freundin!" - das hat gereicht und dazu kamen noch andere Dinge.
oh, schrecklich (ich habe das auch in einer anderen form erlebt mir meiner älteren tochter aus erster ehe, die jetzt selber kinder hat)!

aber trotzdem darfst du nicht nachgeben! du muss rausbekommen, was bei ihr spass macht! es gibt oft ganz kleine anzeichen, die man einfach wie im flug fassen muss: unsere jüngere tochter, die musikfan ist, wollte mit 5 jahren zu weihnachten ein keyboard, ja, eine krachmaschine, die auch stücke vollautomatisch runternudeln kann. ich hätte beinahe aus dem grund nein gesagt! ein horror in unserer familie: mein vater hat eine hervorragende sängerausbildung, war leiter von einem bekannten chor, wir haben mehrere musiker in der verwandschaft, keyboard, das war fast peinlich . wenn ich damals nein gesagt hätte, das hätte vermutlich ihr ganzes leben total verändert.

zum glück war sie immer konsequent, und man konnte vereinbarungen mit ihr treffen. also haben wir kurzer hand ein deal ausgehandelt. keyboard, ok, aber das und das und das zur bedingung gemacht. Ok? ok.... und alles ging gut!

ansonsten hat mar hier wirklich wunderbare zeile geschrieben. diskutiere sie doch mit deiner tochter, wie alt ist sie jetzt eigentlich?

Zitat:
Zitat von mar Beitrag anzeigen
ich habe für mich selbst und später auch bei meiner tochter die erfahrung gemacht, das die hobbies und die freizeitgestaltung, das talente ausprobieren und gelerntes auszuprobieren , ein ganz wichtiges gegengewicht ist zu den ansprüchen, die die gesellschaft an die schulische erziehung stellt.

ich wage fast zu behaupten, das ein nicht geringer teil der dinge , die ein mensch im leben braucht , ausserhalb der schule gelehrt wird. ich selbst habe schule immer als basis bzw. fundament gesehen, auf dem man aufbauen muss.

bildung ist wie essen und trinken . dafür muss und sollte immer geld da sein, mehr aber noch die zeit der eltern

sogar die konzertkarten werden uns hinterhergeschmissen, museen und kinobesuche fast kein eintritt ( weil die schule kontingent-karten anbietet) und es gibt kaum welche von den schülern, die das nutzen. bücherei und medienbenutzung fast umsonst...

meine tochter hatte fast alles ausprobiert. musikinstrumente, sportverein, kunstunterricht, einfach alles, was ihr auch temporär spass machte, hat sie ausprobiert. nur so konnte sie selbst herausfinden, was sie nicht mag und was sie mag.

man will das beste für sein kind und vergisst manchmal, das das kind schon das beste ist.
wir haben auch vieles angeboten, was nicht angeguckt wurde, speziell beim sohn, da er einige sachen befohlen kriegte (ich bin nicht der meinung von TheCore in der hinsicht)! der sohn machte judo ab 4 jahre (mutter und kind, siehe was mar schreibt zur verfügbarkeit der eltern bei der förderung der kinder), gezwungenermassen (und rückblickend, zum glück, kann ich nur für alle buben wärmstens empfehlen), und schwimmen, auch gezwungenermassen! und er musste latein nehmen, um einer schrecklichen rechtsschreibeschwäche entgegenzuwirken!

er hat aber mehrere jahre später wirklich spass dran gefunden. die ersten jahren in judo, schwimmen und sogar musik sind immer ernüchternd TheCore. es dreht sich darum, solange durchzuhalten, bis man dieses können vorteilhaft einsetzen kann, und das dauert eben seine zeit. erst dann kann man wirklich wissen, ob man es mögen kann oder nicht! wenn einer nach 4 oder 5 jahren immer noch nicht will, dann sollte man in der tat aufhören. nur ist es so, dass man oft zu spät anfängt (wartelisten!) und daher relativ ältere gymnasiasten immer noch schockiert sind.

schwimmen prägt definitiv heute sein leben: vom schwimmverein kommt sein geschmack für seine berufliche ausbildung!
aber vieles hat er gar nicht angeschaut oder sofort zur seite gelegt: 30 kg trix-metallbaukasten, dampfmaschine, kosmos-chemie-kasten, kosmos-elektronikkästen, mikroskope (obwohl es richtige mikroskope mit standardoptik waren), umfangreiche begleitende literatur dazu, die ganze sammlung der bücher "... selbst erlebt" vom Urania-Verlag Leipzig (sehr empfehlenswert, heute nur aus dem antiquariat oder ebay zu bekommen), saxophone (dafür hat er später eine klassisches instrument erlernt, als spätanfänger)
mehrere sachen hat er selbst angefangen und aufgegeben (chinesisch Rosetta-Stone-lehrgang usw.)

selâm
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  #43 (Permalink)  
Alt 06.04.2008, 00:35
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Zitat von alteglucke Beitrag anzeigen
Das ist, soweit ich weiß, ein typisches Problem besonders begabter Mädchen. Dass sie ihre Fähigkeiten lieber verstecken, als anders zu sein.
Stimmt! Und vielleicht kann meine Tochter früher als ich lernen, ihre Fähigkeiten zu leben - wir werden sehen. Ich jedenfalls ecke noch heute damit an und ich nähere mich der Mitte der Vierziger.

Deshalb (wegen des Alters und der chronischen Überlastung dieser Altersgruppe mit Beruf und Familie usw.) muss ich jetzt auch dringend ins Bett, denn ich gehöre noch nicht der Gruppe der Menschen an, die an seniler Bettflucht leiden, sondern eher denen, die einfach gerne schlafen.

Gute Nacht
lillebi
__________________
Das Leben ist schön! Auch wenn es sich manchmal ganz anders anfühlt ....
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  #44 (Permalink)  
Alt 06.04.2008, 00:39
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Zitat von lillebi Beitrag anzeigen
Meine Abi-Note war aber dennoch gerne Gesprächsthema bei den gesellschaftlichen Zusammenkünften meiner Eltern mit anderen Handwerker-Familien - man war ja schließlich stolz auf das Kind.
Das habe ich früher immer vermisst. Heute glaube ich aber, dass sie sehr wohl stolz auf mich sind. Und wenn es nur ist, weil ich heute einen guten Job habe und es mir völlig wurscht sein kann, was die Nachbarn sagen.

Zitat:
Solange mir ein Kind sagt, dass es sich mehrmals in der Woche verabredet und außerdem erzählt, wie gerne es musiziert und malt, gibt es keinen Anlass zu Sorgen.
Die Psychologin gibt es bei uns auch, aber mein Sohn verabredet sich nur selten: "Das ist mir zu anstrengend", hat er mir erklärt.
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  #45 (Permalink)  
Alt 06.04.2008, 00:41
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Nein, das Buch kenne ich nicht, aber ich habe mich schon ca. 100 mal dabei erwischt, die gleichen Sprüche losgelassen zu haben, die ich damals an meiner Mutter gehasst habe.
Mittlerweile amüsiert mich das. Auch, weil mein Sohn heute ganz anders reagiert als ich das damals gemacht habe. Und ich mich in ihm trotzdem sehr gut wieder erkennen kann.
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  #46 (Permalink)  
Alt 06.04.2008, 00:43
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Hallo moonstruck,

meine Tochter ist 81/2 und wir finden es auch völlig normal, dass sie so sein will, wie alle anderen. Deshalb haben wir auch immer ganz viel Besuch von anderen Kindern und nehmen einfach hin, dass unsere Tochter keine "beste Freundin" hat, sondern viele Freundinnen und Freunde und mit jedem ist sie anders - aber immer "ganz normal".

Sie übt wohl gerade, in verschiedenen Rollen in verschiedenen Lebenssituationen zurecht zu kommen - besser kann ihre Vorbereitung aufs Leben als erwachsener Mensch wohl gar nicht sein, oder?

lg
lillebi
Ich habe es immer positiv gesehen, dass mein Sohn mehrere Freunde hatte und nicht nur einen "Besten". Ich habe das auch immer unterstützt, auch wenn es manchmal nervig ist, aber Kinder orientieren sich schnell um, und ruck zuck sitz er alleine da. Da kennen Kinder keine Gnade.
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  #47 (Permalink)  
Alt 06.04.2008, 00:47
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Zitat von lillebi Beitrag anzeigen
meine Tochter ist 81/2 und wir finden es auch völlig normal, dass sie so sein will, wie alle anderen.
eh lillebi! du machst dir umsonst sorgen. verbreite nicht eine panikstimmung um das kind herum. kinder haben, auch die allerbesten, manchmal mehrere jahre durchhänger! hängt manchmal "nur" von einem lehrer ab, oder wie du sagtest von einer "freundin" (feindin?) ab. wenn du deine tochter zum psy mitnimmst stärkst du sie in ihrem verhalten. das ist wie wasser geben an einer pflanze! sie soll zuerst ins gymnasium kommen... lesen, schreiben, arithmetik!

lies mal mit ihr wirklich die zeilen von Mar und bequatsche die möglichkeit. aber 8 1/2 J., no problem...

ich wünsche dir viel glück dabei

LG
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  #48 (Permalink)  
Alt 06.04.2008, 00:47
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Mittlerweile amüsiert mich das. Auch, weil mein Sohn heute ganz anders reagiert als ich das damals gemacht habe. Und ich mich in ihm trotzdem sehr gut wieder erkennen kann.
Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir eben nicht genauso sind wie unsere Mütter.

Das beruhigt mich
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  #49 (Permalink)  
Alt 06.04.2008, 00:56
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meine Tochter ist 81/2 und wir finden es auch völlig normal, dass sie so sein will, wie alle anderen. Deshalb haben wir auch immer ganz viel Besuch von anderen Kindern und nehmen einfach hin, dass unsere Tochter keine "beste Freundin" hat, sondern viele Freundinnen und Freunde und mit jedem ist sie anders - aber immer "ganz normal".
In dem Alter aufzufallen kann sehr hart sein. Für mich bin ich rückblickend zu dem Schluss gekommen, dass ich mir manches erleichtern hätte können, wäre ich nicht von klein auf so stur gewesen . Ich habe zwar auch manchmal versucht, mich einzufügen. Das hat mir vor allem später im Gymnasium soviel Verstellung abverlangt, dass ich es in der Mittelstufe aufgegeben habe.

Zitat:
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Sie übt wohl gerade, in verschiedenen Rollen in verschiedenen Lebenssituationen zurecht zu kommen - besser kann ihre Vorbereitung aufs Leben als erwachsener Mensch wohl gar nicht sein, oder?
Ich würde ihr wünschen, auch damit zurechtzukommen, von einigen Leuten abgelehnt zu werden. Seine soziale Exzentrik braucht man weder zu kultivieren noch zu verstecken.
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  #50 (Permalink)  
Alt 06.04.2008, 02:58
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Ich komme aus einer Akademikerfamilie. Dass ich das Abitur (möglichst gut) mache, habe ich eigentlich als selbstverständliche Einstellung meiner Eltern erlebt. Ich hatte auch das Glück, das nie als Druck erlebt und wohl auch zu meinem eigenen Anspruch entwickelt zu haben.
Wenn ich mir vorstelle Kinder erziehen zu müssen, wäre Bildung nur indirekt ein Thema, weil ich glaube, dass dies auch hinter meiner Erziehung steckte. Ich meine oder hoffe, dass Bildung ganz von alleine kommt, wenn man seine Kinder nur zu "leben" lehrt.
Wenn ein Kind nach der Förderung seiner Fähigkeiten verlangt, soll man unbedingt darauf eingehen. Aber ich kenne viele in meinem Alter, denen Fähigkeiten gegen ihr Interesse vermittelt wurden, die Musikinstrumente lernen mussten, in Sportvereinen angemeldet oder auch auf Internate geschickt wurden ohne damit wirklich glücklich zu werden. Ich habe das Gefühl, dass so ein Vorgehen entmenschlicht und teils verbildete Menschen an seinem Ende stehen. Als Elternteil würde ich meine Aufgabe nicht darin sehen, die Freizeit meiner Kinder zu planen und ihnen etwas "einzutrichtern".
An Spielzeug, das die Phantasie anregt, sollte es nicht mangeln und an Büchern, aus denen auch vorgelesen wird. Lernen sollten Kinder die Methodik, Medien zu nutzen. Kinder werden heute mit so vielen Inhalten bombardiert, dass sie eine analytische Distanz dazu benötigen, um selbstbestimmt zu bleiben.

Hervorragend!

Mentale Stärke, innere Unabhängigkeit, der Sinn für Bedeutung und Anteilnahme - am Leben an sich sowie am Leben der Mitmenschen- sind mE nach das Rüstzeug, um ein freies, selbstbestimmtes und erfülltes Leben führen zu können.

Wird das durch Liebe und Fürsorge sebstsichere, aufgeschlossene Kind mit unterschiedlichen Bildungsangeboten und -Anreizen konfrontiert, wird es "zwangsläufig" seiner individuellen Veranlagung gemässe Interessen entwickeln und im Leben seinen Weg gehen.

VG
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