Identitas/Wesenseinheit Identität entsteht aus situativer Erfahrung. Wer/Was/Wie bin ich? |

06.04.2008, 06:30
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TT-Tastaturschoner
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AW: Bildung
Ich finde es natürlich auch gut und wichtig die Kinder zu fördern, aber ich erlebe durch meinen Beruf immer wieder, dass manche Eltern leider auch zu viel wollen.
Sie setzen sich selber unter Druck und wollen ihr Kind in allen Bereichen fördern, fördern, fördern....
Ich möchte dann z.B. mit ihnen einen Termin vereinbaren und wie oft höre ich, nein da können wir nicht, da haben wir Ballett/Fußball und an dem Nachmittag gehen wir zur Musikschule und dann haben wir noch Reiten und und und. Die Liste ist lang. Wohlgemerkt alles bei einem Kind.
Und dann frage ich mich, wann darf das Kind denn Kind sein? Und wann beschäftigen sich die Eltern einmal selber mit Ihren Kindern?
Auch an den Wochenenden wird immer volles Programm geboten, und der Besuch in der Spielehalle oder im Zoo wird zur Selbstverständlichkeit und nicht mehr zu einem besonderen Erlebnis.
Ich habe echt Schwierigkeiten etwas Gutes zu finden, womit ich meinem Patenkind noch eine echte Freude machen kann.
Aber man möchte seinem Kind natürlich auch etwas bieten. Die Gratwanderung ist wirklich sehr schwer.
Ich habe einen guten Artikel zu dem Thema gelesen und da stand am Ende, dass wir unseren Kindern vor allem Zeit mit uns, den Eltern, schenken sollten.
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Ob eine Sache gelingt, erfährst du nicht, wenn du darüber nachdenkst, sondern wenn du es ausprobierst.
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06.04.2008, 08:11
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TT-Überall-Mitmischer
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AW: Bildung
Zitat:
Zitat von alteglucke
Wenn ich mich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis umschaue, gibt es da viele Leute, bei denen das ganz genau so war: Die Eltern haben einen Hauptschulabschluss und gerade deshalb ihre Kinder aufs Gymnasium geschickt.
Betrachte ich die Bildungsdiskussionen in der Öffentlichkeit und hier, scheint diese Einstellung heute nicht mehr besonders weit verbreitet zu sein.
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Wenn man in die Statistiken schaut( https://www-ec.destatis.de/csp/shop/...csp&ID=1021399 Seite 117), gibt es in Deutschland beständig steigende Abiturientenquoten.
Von 20,8% 1980 auf 46,8% 2006.
Dies zeigt meines Erachtens, das Bildung doch einen steigenden Stellenwert in der Gesellschaft hat.
Erfahrung im Bekanntenkreis haben aber doch meinen Eindruck verstärkt, dass manch einer danach nur studiert hat, weil es schwer war einen Job zu finden.
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Im Osten geht der (Halb)mond auf.
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06.04.2008, 08:30
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Moderator
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AW: Bildung
Zitat:
Zitat von karlchen
Ich finde es natürlich auch gut und wichtig die Kinder zu fördern, aber ich erlebe durch meinen Beruf immer wieder, dass manche Eltern leider auch zu viel wollen.
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Kindern wird nur noch selten zugestanden, sich zu langweilen, oder sie vermeiden es schon instinktiv. Einerseits durch die Programmplanung ihres Alltags, andererseits durch die Reizdichte ihrer digitalisierten Umwelt.
Mir waren und sind Momente sehr wichtig, in denen man mit sich alleine ist und zur Ruhe kommt. In diese Momenten entstehen die eigenen Interessen, das eigene Bild von der Welt und die Erkenntnis über Zusammenhänge. Das sind wichtige Grundlagen für den ehrlichen, selbstbestimmten Antrieb sich Bildung anzueignen und anzuwenden.
Erlebt man einen jungen Menschen, wie ihm nur einen Moment lang zweckfreie Zeit geschenkt wird, so zieht er mit erheblicher Wahrscheinlichkeit innerhalb der ersten 30 Sekunden dieser Situation sein Handy heraus. Eine vertane Chance.
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06.04.2008, 10:21
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TT-Schreck
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AW: Bildung
Zitat:
Zitat von TheCore
Kindern wird nur noch selten zugestanden, sich zu langweilen, oder sie vermeiden es schon instinktiv. Einerseits durch die Programmplanung ihres Alltags, andererseits durch die Reizdichte ihrer digitalisierten Umwelt.
Mir waren und sind Momente sehr wichtig, in denen man mit sich alleine ist und zur Ruhe kommt. In diese Momenten entstehen die eigenen Interessen, das eigene Bild von der Welt und die Erkenntnis über Zusammenhänge. Das sind wichtige Grundlagen für den ehrlichen, selbstbestimmten Antrieb sich Bildung anzueignen und anzuwenden.
Erlebt man einen jungen Menschen, wie ihm nur einen Moment lang zweckfreie Zeit geschenkt wird, so zieht er mit erheblicher Wahrscheinlichkeit innerhalb der ersten 30 Sekunden dieser Situation sein Handy heraus. Eine vertane Chance.
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Ich kenner Kinder die gar keine Freizwit mehr haben. sie sind so überlastet, dass sie während der Nachmittagsstunden, die sie bei uns in der Schule verbringen,fast einschlafen.
Danach stehen dann noch weitere Termine an. Und am Wochenende finden Wettkämpfe statt.
Da bleibt zum Kindsein nicht mehr viel Zeit.
Wir haben mit den betroffenen Eltern Gespräche geführt. Das hatte dann zur Folge, dass die Kinder noch Ärger bekamen, weil die eltern dachten, sie hätten sich bei uns beklagt.
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06.04.2008, 10:40
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TT-Schreck
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AW: Bildung
Zitat:
Zitat von TheCore
Mir waren und sind Momente sehr wichtig, in denen man mit sich alleine ist und zur Ruhe kommt. In diese Momenten entstehen die eigenen Interessen, das eigene Bild von der Welt und die Erkenntnis über Zusammenhänge. Das sind wichtige Grundlagen für den ehrlichen, selbstbestimmten Antrieb sich Bildung anzueignen und anzuwenden.
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genau das ist es, was in dieser heutigen zeit nicht nur kindern, sondern auch erwachsenen kaum noch zugestanden wird. die lärmkulisse des alltags, die pausenlosen überflutungen von eindrücken , das hupen, klingeln, schreien auf der strasse.... und wie oft erlebt man als aussenstehende, wie eltern ihre kinder selbst noch in den momenten der stille , wie z.b. beine baumelnd sitzen in der u-bahn und die augen einfach wandern lassen, immer noch mit "aufgaben" zupflastern.
die momente in sich zu versinken, sind wichtiger , als man glaubt. sie sind die möglichkeiten, erlebtes zu reflektieren .
es ist wichtig, daß menschen gelernt haben, abzuschalten. diese chance muss man auch oder gerade den kindern zugestehen
wir kennen das doch selbst an uns : manchmal sitzt man in der bahn oder im bus, schaut hinaus und die welt , die man wahrnimmt, fährt an einem vorüber. wie ein grüner film oder ein farbmuster ausgewaschener kleidungsstücke ...man beginnt zu träumen und entspannt sich.
tagträume oder der sekundenschlaf sind kleinen phänomene, die phantasie und realität miteinander verknüpfen... fast wie surrealistischer bilder , die wie wegweiser durch ein labyrinth zum innerstes ich sein können., so sind die momente der stille und des zurückziehens . sie geben scheinbar etwas zurück, was man oft nur am rande wahrnimmt und man nicht einordnen kann.
definiere ich bildung für mich, springt mir als allererstes nicht DIE bildung ins auge, die wir hier mit schule, studium also leistungsorientiertem leben belegen, sondern eher das BILDEN an sich. d.h. sich entwickeln , herausbilden, ein bild machen, menschenbildung. der mensch "bildet sich heraus" im hinblick auf sein SEIN . man ist in erster linie mensch, aber man lernt "mensch sein " indem man an wächst , und zwar in dem maße, wie die möglichkeiten, talente und bedürfnisse in einer person angelegt sind.
im kind, im kleinen menschen sollten die ihm ureigensten eigenschaften geweckt werden, damit es/er/sie sich ein bild machen kann von sich selbst und dabei lernt, sich und die umwelt um sich herum in eine beziehung zu setzen.
diese momente des ruhens, des alleinseins , des "wegseins" sind im eigentlichen sinne die momente , in denen der mensch mit sich EINS ist.
würde man kindern ( und auch erwachsenen) diese möglichkeit nehmen, wäre irgendwie ein gleichgewicht nicht gewahrt. ich sehe hier die personelle und geistige balance gestört, wenn man einem kind nonstop "bildung" anbietet und dabei als eltern oft nicht bemerkt, das man die natürliche heraus-bildung ( nenne ich es mal biologische, spirituelle oder intellektuelle bildung) des menschen KIND auch stören kann.
ein kind bewältigt letztendlich fast einen 8 stunden -arbeitstag wie ein erwachsener. diese dinge, die erfahrungen die auf kinder einströmen, sind ja immer auch ersterfahrungen, die einfach noch soviel geheimnis, soviel neues , soviel noch zu erforschendes sind, und wollen verarbeitet werden. erwachsene neigen dazu, kindern immer ALLES erklären zu wollen und dabei , so denke ich, unterbricht man oft einen gerade eigenständig vom kind entdeckten weg .
natürlich ist es nicht einfach, als eltern den "richtigen!" weg zu finden, seinem kind das beste mitzugeben... aber interessanterweise sind trotz unterschiedlicher persönlichkeiten, die in familien vorherrschen , auch die gemeinsamkeiten vorhanden, die oftmals ohne große worte oder diskussionen helfen, das richtige zu tun.
Geändert von mar (06.04.2008 um 10:46 Uhr).
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06.04.2008, 10:41
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AW: Bildung
merhaba karlchen schotterknie
Zitat:
Zitat von karlchen
Sie setzen sich selber unter Druck und wollen ihr Kind in allen Bereichen fördern, fördern, fördern....
Ich möchte dann z.B. mit ihnen einen Termin vereinbaren und wie oft höre ich, nein da können wir nicht, da haben wir Ballett/Fußball und an dem Nachmittag gehen wir zur Musikschule und dann haben wir noch Reiten und und und. Die Liste ist lang. Wohlgemerkt alles bei einem Kind.
Und dann frage ich mich, wann darf das Kind denn Kind sein? Und wann beschäftigen sich die Eltern einmal selber mit Ihren Kindern?
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der gegenteil ist der fall:
hinterher kommen die kinder zu gar nichts mehr! und wenn sie jede zeit durch beispielsweise arbeitslosigkeit bekommen, haben sie die erforderlichen mittel nicht und müssen verzichten (sie bekommen zwar eine umschulung, aber kennst du eine Arbeitsamt-Umschulung in einer Fortschrittsbranche? speziell bei Frauen?)
wenn dein kind mit viel erfahrung für's leben gerüstet sein soll, dann ist es in der jugend, dass es mühelos dazu kommt (nur mit extremer mühe auch später!)
unsere beiden kinder sind, heute noch als erwachsene im haushalt lebende kinder, absolut lieblich und nehmen sich viel zeit um kind zu sein, haben es immer getan, obwohl sie so viel unternommen haben wie sonst fast keine. warum? das ist wie lalezar es so schön erklärte in wortmeldung #11, lies sie mal nach, mit der konzentration, das gilt auch mit der menge an arbeit: wer viel macht arbeitet wesentlich effektiver mit dem ergebnis, dass er/sie hinterher mehr frei zeit (zeit! richtig zeit, nicht nur "frei"!) hat! ja, du liest richtig: kinder die voll mit beschäftigungen zugedeckt sind haben am schluss mehr zeit frei für sich zum träumen oder sonst was...
was du berichtest, die probleme der eltern damit, das ist die andere seite... eltern haben effektiv das problem, dass sie nie frei sind, wenn sie mehrere kinder haben. oft lohnt es sich nicht zurückzufahren, wenn du ein kind 15 oder 20 km weit weg bringen sollst, weil es sonst mehr als 1 stunde unterwegs für diese kurze strecke wäre, und dann seine schulaufgabe nicht mehr hinkriegen würde. Du hast den eindruck es passt nicht wegen dem kind, die mutter hat aber im hinterkopf das andere kind, ihre eigenen termine etc, und Deine Arbeitszeit ist vermutlich nicht dehnbar: Könnte sie zu Dir am Donnerstag abends ab 18 h 30..45, sie hat gegen 18 h 00 fräulein tochter vor der musikschule für die 2-stündige orchesterprobe abgeladen, und muss erst 19 h 30 wieder zurück, kommen? und wenn: was Du brauchst das Kind? offentlich dann das andere, brüderchen!
mit 2 kindern ist eine derartige erziehung mit viel ausserschulischen aktivitäten ein full-time-job, weil die städte riesig geworden sind, und weil die gesellschaft die priorität dem individualverkehr gegeben hat: es gibt unzureichend vollständiger (= weniger gefährlicher) radfahrwege, nicht genug busse, und bus und bahn sind extrem teuer für familien, wenn sie keine sondertickets beanspruchen dürfen. dann muss du mit einem einzeleinkommen leben, zu vier oder fünf, je nach beruf der mutter: meine nachbarin ist schneidermeisterin, sie kann zu hause nebenbei arbeiten. meine frau kann das nicht. sie sind aus Leipzig bis zur holländischen grenze auf der suche nach arbeit gekommen und wir von der schönen Donau. damals bekamen die kinder erst mit 5 jahren, nur in notfällen ab 4 1/2 J., einen kindergartenplatz, weil die stadtverwaltung nur gezwungen war 60 % des bedarfs wirklich abzudecken und so gehandelt hat, damit die städtischen kiga-betriebe keine verluste einfahren... hier auch hängt es viel davon ab wie die gesellschaft die priorität setzt: für kinder, gegen kinder! und damals gab es keine beaufsichtigte kinderaufbewahrung in den grundschulen. selbst junge gymnasiasten lässt man besser nicht allein ab 13 uhr bis 17 uhr in der wohnung. du arbeitest zwar, und kriegst geld. 4 jahre später muss du dafür sündhaft teuere nachhilfe und blockunterricht im ausland bezahlen, um die lerndefizite auszugleichen!
also leben haushalte mit 4 erwachsene wie wir von einem gehalt in einer gesellchaft der 35 stunden woche, wo man keine bezahlte überstunde machen darf, bis die kinder "ausstudiert" haben, und diese grosse kinder kosten ab 18 Jahren 10 Euro pro Krankenschein, Studiumsgebühren, Fahrtkosten, teilweise für Sonderfahrten, die im Studium obligatorisch sind (inklusiv ungezahltem Praktikum, wo sie richtig schuften), und wenn man nicht hinkommt, muss man nach wie vor wie ein baby von papa / mama dorthin gefahren werden, weil sich die familie nur ein wagen leisten kann. das wissen viele leute insgeheim und sind nicht bereit sich für kinder zu opfern. sie sind dann heute wieder froh, wenn die kinder kein abi machen, und bald eine ausbildung in angriff nehmen, wo man sofort zumindest 800..1100 euro bekommt. das nennt man sogar "Dualstudium" und
das ist ein ohn für diejenigen (und ihre elternhaushalte! man spricht nämlich oft von den betroffenen, und denkt kaum an den geschwistern und eltern, die die mehrbelastung mittragen, und, im fall der geschwister, eventuell darunter regelrecht leiden!), die wirklich studieren, studiumsgebühren, praxisgebühren und viele jetzt zahlungspflichtige arzneimittel selber tragen müssen, auch wenn sie monate kostenlos im krankenhaus, und davor im zivildienst auch, geschuftet haben
du beklagst dich, dass die kinder am nachmittag keine zeit haben. in vielen ländern sind die kinder am nachmittag in der schule (wie ist es hiermit in der Türkei?) und haben zeit für etwas anderes am Samstag. am Samstag bekommst du alle kinder, wenn du selbst am Samstag arbeitest.
selâm
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06.04.2008, 10:44
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AW: Bildung
Mein kleiner Beitrag:
Meine Mutter hat die Volksschule in der damaligen DDR besucht, mein Vater hatte wohl einen ähnlichen Abschluss hier im Westen.
Nach ihrer Flucht in die BRD hat meine Mutter ein paar Jahre als Verkäuferin gearbeitet, mein Vater hat hier eine Schmiedlehre gemacht und ist dann in den Kohlebergbau gegangen. Als dann das erste große Zechensterben angefangen hat, hat er eine Umschulung zum Krankenpfleger gemacht. Meine Mutter war da "nur" noch Hausfrau.
Meine ältere Schwester und ich waren wegen unserer Leistungen in der Grundschule dann ganz automatisch auf dem Gymnasium. Da haben unsere Eltern auf das Urteil der Lehrer vertraut.
Meine Schwester hat ein 1,0 Abi gemacht, ich war ein fauler Sack in der Schule und habe nur eine 3,2 erreicht  .
Wir haben dann beide Medizin studiert, wobei meine Schwester erstmal eine Ausbildung beim Finanzamt angefangen hat, weil mein Vater meinte, sie solle möglichst schnell Geld verdienen. Bei mir war das kein Thema, da er bis zu meinem Abi leider schon verstorben ist und unsere Mutter uns die Entscheidung überlassen hat.
Das Studium haben wir beide in der möglichst kürzesten Zeit absolviert und sind beide ganz gute Ärzte geworden. Beide die gleiche Fachrichtung (Anästhesie und Intensivmedizin) und beide im Krankenhaus.
Meine Tochter (12) geht auf die Realschule und ist fest davon überzeugt, dass sie aufs Gymnasium wechseln will. Sie ist allerdings ziemlich faul (ganz der Papa).
Mein Sohn (9) kommt jetzt im Sommer auch auf die Realschule, will aber eigentlich aufs Gymnasium.
Töchterchen will seit Jahren Malerin werden und hat jetzt auch geschnallt, dass ein Kunststudium vielleicht gar nicht so schlecht wäre.
Sohnemann will Koch (auf einem Schiff) oder Fußballprofi werden!! 
Beide kriegen von uns die Unterstützung, die sie brauchen, sie müssen allerdings schon etwas Einsatz zeigen.
Unsere Eltern konnten uns schon wegen ihrer Ausbildung in der Schule nicht besonders unterstützen. Wir haben uns da selbst durchgewurschtelt.
Das einzige, was ich bedauere ist, dass ich nie die Chance hatte ein Musikinstrument zu lernen. Jetzt bin ich dafür zu alt.
Insgesamt sehe ich leider auch bei den Klassenkameraden meiner Kinder, dass es viele Eltern gibt, die ihre Kinder überhaupt nicht unterstützen und leider sind das relativ oft die Kinder mit Migrationshintergrund. Das kann hier bei uns allerdings auch daran liegen, dass das mehr auffällt, weil hier eher besser verdienende Eltern ihre Kinder zur Schule schicken (Grundschule).
Auf der Realschule sieht das schon anders aus, da hat man eine gesunde Mischung.
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06.04.2008, 10:50
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TT-Schreck
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AW: Bildung
Zitat:
Zitat von Sithnoppe
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Meine Mutter hat die Volksschule in der damaligen DDR besucht, mein Vater hatte wohl einen ähnlichen Abschluss hier im Westen.
Nach ihrer Flucht in die BRD hat meine Mutter ein paar Jahre als Verkäuferin gearbeitet, mein Vater hat hier eine Schmiedlehre gemacht und ist dann in den Kohlebergbau gegangen. Als dann das erste große Zechensterben angefangen hat, hat er eine Umschulung zum Krankenpfleger gemacht. Meine Mutter war da "nur" noch Hausfrau.
Meine ältere Schwester und ich waren wegen unserer Leistungen in der Grundschule dann ganz automatisch auf dem Gymnasium. Da haben unsere Eltern auf das Urteil der Lehrer vertraut.
Meine Schwester hat ein 1,0 Abi gemacht, ich war ein fauler Sack in der Schule und habe nur eine 3,2 erreicht  .
Wir haben dann beide Medizin studiert, wobei meine Schwester erstmal eine Ausbildung beim Finanzamt angefangen hat, weil mein Vater meinte, sie solle möglichst schnell Geld verdienen. Bei mir war das kein Thema, da er bis zu meinem Abi leider schon verstorben ist und unsere Mutter uns die Entscheidung überlassen hat.
Das Studium haben wir beide in der möglichst kürzesten Zeit absolviert und sind beide ganz gute Ärzte geworden. Beide die gleiche Fachrichtung (Anästhesie und Intensivmedizin) und beide im Krankenhaus.
Meine Tochter (12) geht auf die Realschule und ist fest davon überzeugt, dass sie aufs Gymnasium wechseln will. Sie ist allerdings ziemlich faul (ganz der Papa).
Mein Sohn (9) kommt jetzt im Sommer auch auf die Realschule, will aber eigentlich aufs Gymnasium.
Töchterchen will seit Jahren Malerin werden und hat jetzt auch geschnallt, dass ein Kunststudium vielleicht gar nicht so schlecht wäre.
Sohnemann will Koch (auf einem Schiff) oder Fußballprofi werden!! 
Beide kriegen von uns die Unterstützung, die sie brauchen, sie müssen allerdings schon etwas Einsatz zeigen.
Unsere Eltern konnten uns schon wegen ihrer Ausbildung in der Schule nicht besonders unterstützen. Wir haben uns da selbst durchgewurschtelt.
Das einzige, was ich bedauere ist, dass ich nie die Chance hatte ein Musikinstrument zu lernen. Jetzt bin ich dafür zu alt.
Insgesamt sehe ich leider auch bei den Klassenkameraden meiner Kinder, dass es viele Eltern gibt, die ihre Kinder überhaupt nicht unterstützen und leider sind das relativ oft die Kinder mit Migrationshintergrund. Das kann hier bei uns allerdings auch daran liegen, dass das mehr auffällt, weil hier eher besser verdienende Eltern ihre Kinder zur Schule schicken (Grundschule).
Auf der Realschule sieht das schon anders aus, da hat man eine gesunde Mischung.
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Das sehe ich bei uns ganz genauso. Es sind meist die Kinder mit Migrationshintergrund, die weniger Unterstützung erfahren. Von diesen Kindern bekommen auch weitaus weniger die Chance, über das schulische Hinaus gefördert zu werden. Es ist höchst selten, dass eines dieser Kinder in einer Musikschule oder JUgendkunstschule angemeldet ist.
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06.04.2008, 12:00
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AW: Bildung
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Zitat von Sithnoppe
Das einzige, was ich bedauere ist, dass ich nie die Chance hatte ein Musikinstrument zu lernen. Jetzt bin ich dafür zu alt.
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Das hab ich auch immer bedauert. Meine Eltern hatten dafür einfach kein Geld. Aber ich finde nicht, dass ich heute zu alt dafür bin. Wenn mein Sohn anfängt, Klavier zu lernen, werde ich mitlernen.
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06.04.2008, 12:05
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TT-Schreck
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AW: Bildung
Zitat:
Zitat von alteglucke
Das hab ich auch immer bedauert. Meine Eltern hatten dafür einfach kein Geld. Aber ich finde nicht, dass ich heute zu alt dafür bin. Wenn mein Sohn anfängt, Klavier zu lernen, werde ich mitlernen.
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Da ich völlig unmusikalisch bin, habe ich es nicht bedauert, kein Instrument zu spielen. Aber bei uns in der Schule gibt es ganz gute Angebote für die Kinder.
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