Identitas/Wesenseinheit Identität entsteht aus situativer Erfahrung. Wer/Was/Wie bin ich? |

05.04.2008, 19:52
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Bildung
Ich bin in den 70er-Jahren zur Schule gegangen, mein Vater war Handwerker, meine Mutter Hausfrau. Bei meiner Erziehung und der meiner Schwester wurde uns immer eins vermittelt: "Unsere Kinder sollen es mal besser haben als wir." Auch der Weg dahin war für meine Eltern klar: Er führte über Bildung. Wir sollten in der Schule so gut sein, dass uns am Ende möglichst viele Wege offen stehen.
Wenn ich mich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis umschaue, gibt es da viele Leute, bei denen das ganz genau so war: Die Eltern haben einen Hauptschulabschluss und gerade deshalb ihre Kinder aufs Gymnasium geschickt.
Betrachte ich die Bildungsdiskussionen in der Öffentlichkeit und hier, scheint diese Einstellung heute nicht mehr besonders weit verbreitet zu sein.
Wie ist das bei euch? Welchen Stellenwert hatte Bildung in eurer Erziehung? Welchen Stellenwert hat sie in der Erziehung eurer Kinder?
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05.04.2008, 20:03
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AW: Bildung
also bei meinen eltern war es so beide haben einen normalen schulabschluss nach der 10., eine abgeschlossene ausbildung und arbeiten auch beide noch.
wir wurden so erzogen das sehr viel wert auf unsere bildung gelegt wurde, naja mein bruder hat nach 8 bzw. 9 schuljahren die schule beendet ist aber zu ddr zeiten sofort in eine ausbildung gesteckt worden.
ich habe meinen realschulabschluß gemacht, habe eine ausbildung nach den normalen drei jahren trotz geburt meines ersten sohnes währenddessen abgeschlossen.
ich lege sehr viel wert darauf das meine kinder einen guten abschluß bekommen, allerdings ist mein großer jetzt erst in der zweiten eingangsstufe und mein kleiner kommt dieses jahr erst zur schule, aber die werte die mir meine eltern vermittelt haben gebe ich auch an meine beiden weiter, da ich denke mit einer guten schulischen bildung können sie mehr im leben erreichen als ohne
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05.04.2008, 20:05
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Mr. Turkish Talk 2008
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AW: Bildung
Zitat:
Zitat von alteglucke
...Wenn ich mich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis umschaue, gibt es da viele Leute, bei denen das ganz genau so war: Die Eltern haben einen Hauptschulabschluss und gerade deshalb ihre Kinder aufs Gymnasium geschickt...
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Meine Eindrücke unterscheiden sich von deinen. Eltern Hauptschule, Kinder Hauptschule. Eltern Ärzte, Kinder Ärzte... so habe ich es bisher beobachtet.
Meine Eltern wollten auch immer, dass ich es zu etwas bringe.
Und nun können sie sich endlich freuen, immerhin habe ich es zu: Mr. Turkish Talk 2008 gebracht 
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Friede zu Hause, Friede in der Welt - Mustafa Kemal Atatürk
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05.04.2008, 20:08
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AW: Bildung
War bei mir genauso. Wir sind 3 Mädchen zu Hause gewesen, wir alle MUSSTEN! zum Gymnasium, obwohl ich damals lieber zur Realschule gegangen wäre, weil viele meiner Freunde auch da waren und mir damals schon klar war, dass ich nie studieren werde.
Mein Sohn geht auch zum Gymnasium. Bildung ist heute noch wichtiger als es damals für uns war, weil heutzutage teilweise sogar schon für handwerkliche Berufe Abitur vorausgesetzt wird.
In unserem Betrieb fängt jetzt im Sommer ein Azubi zum Groß- und Aussenhandelskaufmann an. Er hat dann Fachabitur und eine Ausbildung als staatl. gepr. kaufm. Assistent (Berufskolleg). Früher hätte hier Realschulabschluß ausgereicht.
Ohne Abi musst du heute nehmen was du kriegen kannst.
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05.04.2008, 20:11
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AW: Bildung
merhaba alteglucke
Zitat:
Zitat von alteglucke
Ich bin in den 70er-Jahren zur Schule gegangen, mein Vater war Handwerker, meine Mutter Hausfrau. Bei meiner Erziehung und der meiner Schwester wurde uns immer eins vermittelt: "Unsere Kinder sollen es mal besser haben als wir." Auch der Weg dahin war für meine Eltern klar: Er führte über Bildung. Wir sollten in der Schule so gut sein, dass uns am Ende möglichst viele Wege offen stehen.
Wenn ich mich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis umschaue, gibt es da viele Leute, bei denen das ganz genau so war: Die Eltern haben einen Hauptschulabschluss und gerade deshalb ihre Kinder aufs Gymnasium geschickt.
Betrachte ich die Bildungsdiskussionen in der Öffentlichkeit und hier, scheint diese Einstellung heute nicht mehr besonders weit verbreitet zu sein.
Wie ist das bei euch? Welchen Stellenwert hatte Bildung in eurer Erziehung? Welchen Stellenwert hat sie in der Erziehung eurer Kinder?
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wie kommst du auf so einem thema so im frühjahr  ?
aber, du hast recht!
für uns ist sie alles gewesen, diese bildung, von welcher du sprichst...
sie war die
einzige
sorge, die wir gehabt haben!
alles sonst dafür "geopfert"...
dabei sind wir gewinner. und unsere "kinder" auch. was will man mehr?
es ist eben eine wahl.
nur ist die wahl nicht leicht: familien, die finanziell weit bessergestellt sind bekommen bzw. holen sich mehr unterstützung
alteglucke, vielleicht hängt es vom system ab, dass die leute keine bildung mehr mögen  ?
vielleicht wünscht man keine bildung mehr?
selâm
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05.04.2008, 20:18
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AW: Bildung
Ich selbst bin wohl noch zu jung, um über Erziehung meiner Kinder sprechen zu können, aber ich kann berichten, wie meine Eltern mich erzogen haben:
Seit ich denken kann, haben meine Eltern mir und meinem Bruder (21) immer vermittelt, dass eine gute Bildung sehr wichtig ist. Seit ich ca. 5 war, bin ich mit meiner Familie so gut wie jedes Jahr verreist, damit mein Bruder und ich andere Kulturen kennenlernen, denn das waren nie typische "Strandurlaube", sondern es hatte immer was mit Geschichte und Kultur zu tun, so war ich bis jetzt im zarten Alter von 17 Jahren schon in Dänemark, Frankreich, Bulgarien, Tunesien, Russland, Zypern, Griechenland, Marokko und sogar 3 Mal in Sri Lanka und ich denke, dass das nicht viele in dem Alter behaupten können. Ich möchte keinesfalls damit angeben oder ähnliches, ich bin lediglich froh, dass ich diese Erfahrungen sammeln konnte und dass ich mir schon früh Wissen über andere Länder, Kulturen und deren Traditionen aneignen konnte.
Des Weiteren haben meine Eltern mich und meinen Bruder immer unterstützt und unsere Bedürfnisse so gut es ging gefördert, wir konnten Musikschulen besuchen, Schreibmaschinen- und PC-Kurse und Sport-Ferienlager, bei denen wir uns Fähigkeiten und Wissen für unsere Zukunft aneignen konnten. Auch die Möglichkeit eines Austauschjahres hätten mein Bruder und ich gehabt, sofern wir gewollt hätten. Auch schulisch haben sie uns unterstützt, und meinem Bruder einen Nachhilfe-Lehrer (ehem. Physik-/Matheprofessor) vermittelt, als er es nötig hatte.
Auch schon in frühen Jahren haben meine Eltern mich und meinen Bruder gefördert, indem wir im Fernsehen Sendungen wie z.b. "Die Sendung mit der Maus" schauen konnten und wir viele Wissensbücher geschenkt bekamen und auch schon so ein Grundstein in Sachen "Bildung" gelegt werden konnte. Und auch heute noch kriegen mein Bruder und ich jede Unterstützung in Sachen Bildung, mein Bruder z.b. bezieht diverse Wissensmagazine und -zeitschriften.
Als Fazit kann ich sagen, dass ich meinen Kindern auf jeden Fall die gleichen Chancen ermöglichen möchte, die ich und mein Bruder hatten. Meine Eltern haben uns, nicht nur bildungstechnisch, eine schöne Kindheit und besonders auf dem Bildungsweg einen guten Grundstein für unsere berufliche Zukunft ermöglicht, die leider nicht jedes Kind haben kann und die ich auf keinen Fall missen möchte.
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05.04.2008, 20:24
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AW: Bildung
Zitat:
Zitat von alteglucke
Ich bin in den 70er-Jahren zur Schule gegangen, mein Vater war Handwerker, meine Mutter Hausfrau. Bei meiner Erziehung und der meiner Schwester wurde uns immer eins vermittelt: "Unsere Kinder sollen es mal besser haben als wir." Auch der Weg dahin war für meine Eltern klar: Er führte über Bildung. Wir sollten in der Schule so gut sein, dass uns am Ende möglichst viele Wege offen stehen.
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Ja,bei mir ist es auch nicht anders gewesen. Der grösste Wunsch meiner Eltern war, dass wir Kinder so lange in die Schule gehen, wie nur möglich.
Ich war auf dem Gymnasium, sehr viel habe ich(leider) nicht daraus gemacht aber unglücklich bin ich auch nicht, habe zumindest einen Beruf erlernt  ....
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05.04.2008, 20:31
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AW: Bildung
@minga_minga
was du erzählst, beobachte ich heute bei Bekannten, die schon größere Kinder haben als ich. Sie tun alles, um ihren Kindern so viel Bildung wie möglich mitzugeben, ihnen zu zeigen, was alles möglich ist. Die Kehrseite der Medaille sind dann wohl die Eltern, die sich um gar nichts kümmern. Dazwischen scheint es nicht viel zu geben.
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05.04.2008, 20:45
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AW: Bildung
@alteglucke
Ja, das stimmt, meine Eltern haben uns wirklich sehr unterstützt, mein Bruder und ich haben bzw. besuchen beide das Gymnasium mit dem Ziel, das Abitur zu erreichen. Als ich mal nach der Schule nach Hause kam und einen anstrengenden Tag hatte und (natürlich nicht ernst gemeint) äußerte: "Ich weiß nicht, ob ich mir noch 2 Jahre Schule antun möchte!", wich meine Mutter gleich zurück und erinnerte mich noch einmal daran, dass ein (gutes) Abitur heutzutage sehr wichtig ist und sich die Jahre des Studierens im Endeffekt mehr als lohnen würden. Allerdings ist es so, dass ich von Natur aus ein sehr ehrgeiziger Mensch bin, es gab Zeiten, da war es ein Weltuntergang, wenn ich mal eine 2 statt einer 1 bekam. Und ich muss sagen, dass ich auch heute noch ziemlich hohe Anforderungen an mich selbst stelle, was vielleicht auch damit zu tun hat, dass mir Bildung auch als eines der wichtigsten Güter vermittelt wurde.
Leider gibt es natürlich auch Kinder bzw. Jugendliche bei denen es nicht der Fall ist. Schwer finde ich es nur, festzustellen, woran das liegt. Ein Grund dafür wird heute wohl darin gesehen, dass Bildung zwar ein wichtiges, aber auch teures Gut ist. Das sehe ich schon an den Schulbüchern, wenn ich bemerke, dass wir in der Schule Bücher haben, die 70€ pro Stück kosen. Allerdings frage ich mich auch, wodurch solche Preise gerechtfertigt sind. Merkwürdigerweise ist es nämlich so, dass ich in den 5 Jahren, in denen ich das Gymnasium besuche, dieses Buch nur einmal in der Hand hatte.
Andere Bücher, die meine Eltern aus eigener Tasche bezahlen müssen, haben wir teilweise nicht ein einziges Mal benutzt. Die Lehrer bestehen trotzdem auf eine Anschaffung entsprechender Lektüre.
Jedoch finde ich auch, dass das Finanzielle nicht der einzige Aspekt ist und nicht immer als Entschuldigung dienen darf. Es gibt auch Möglichkeiten, seinem Kind etwas zu vermitteln, ohne übermäßig viel Geld auszugeben, selbst wenn es schon dabei anfängt, welche Sendungen die Kinder im Fernsehen schauen dürfen, denn auch die Medien können als Bildungsquelle dienen, wenn man sich die richtigen Sendungen ansieht.
Vielleicht sind sich einige Menschen heutzutage aber auch nicht bewusst darüber, wie wichtig eine solide Bildung ist. Das ist allerdings sehr schade, da so den Kindern evtl. Chancen auf eine gute berufliche Zukunft genommen werden, jedoch bringt auch alle Bildung nichts, wenn die Kinder auch keine Disziplin, Ehrgeiz und Fleiß mitbringen bzw. vermittelt bekommen.
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05.04.2008, 20:48
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AW: Bildung
merhaba
Zitat:
Zitat von alteglucke
Die Kehrseite der Medaille sind dann wohl die Eltern, die sich um gar nichts kümmern. Dazwischen scheint es nicht viel zu geben.
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oh doch, alteglucke, dazwischen gibt es die
welt.
traurig ist nur, dass viele eltern ihren kindern absolut gar nichts trauen, und sie vorweg limitieren.
nichts trauen bei der schulwahl
nichts trauen bei dem schulziel (schulabschluss)
nichts trauen bei der weiterbildung bzw. beim studium
am schluss steht ein dualausbildung bei einem grosskonzern, um studiumsgebühren einzusparen:
nicht nur
die "kinder" bezahlen keine studiumsgebühren
sondern
sie bekommen 800 .. 1100 euro im monat
anstatt zusätzlich, als weitere bildungsstrafe, unbezahltes praktikum noch und nöcher machen und jahre hindurch BAFÖG abzahlen zu müssen!
und wenn der konzern sie entlässt, die glücklichen 800..1100 euro verdiener ohne studiumsgebühr, weit vor dem rentenalter, dann wird oft ein sozialplan blitzschnell an der öffentlichkeit vorbei gebastelt!
derjenige, der studiert hat, dagegen, muss selber gucken, wie er weiterkommt.
unsere gesellschaft will und braucht keine kultur mehr!
selâm
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