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Identitas/Wesenseinheit Identität entsteht aus situativer Erfahrung.
Wer/Was/Wie bin ich?

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Alt 13.09.2006, 13:28
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Wer bin ich?

In einem anderen Thread wurde schon das Thema von marleen angesprochen, mich würde auch es aber auch interessieren:
Also abgesehen von eurer Staatsbürgerschaft, zu welchem Land fühlt ihr euch eher hingezogen, würdet ihr euch als Deutsche oder Türken bezeichnen? Träumt ihr auf deutsch oder türkisch? In welcher Sprache denkt ihr?
Ich zum Beispiel bin hier aufgewachsen und hatte leider nie viel Kontakt zu Türken, wenn ich im Urlaub bin vermisse ich nach ner Zeit meine Heimatstadt hier, ich liebe Deutschland und seine Menschen , aber wenn in der WM Deutschland gegen Türkei spielt bin ich natürlich für die Türken :-)
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du bist mir so egal---ich find dich nichtmal scheisse!

Geändert von cafedelsol (13.09.2006 um 13:30 Uhr).
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Alt 13.09.2006, 13:34
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AW: Wer bin ich?

Wieso bist du denn dann für die Türken? Die haben doch beim Fußball eh keine Chance
nein, spass. Also ich bin Deutsche, fühle mich auch als solche und auch wenn ich immer mal wieder längere Zeit im Ausland gelebt habe, hat mir nach einiger Zeit hier sehr viel gefehlt. Zum Beispiel die schwäbischen leckeren Gerichte, meine Freunde, meine Familie, die Jahreszeiten, die Verlässlichkeit der Menschen. Aber wenn ich wieder einige Zeit in den USA oder so war und zurückkomme, rege ich mich immer tierisch über diese typisch Deutschen auf, die sich überall vordrängeln, alles besser wissen, unhöflich sind und keine Rücksicht nehmen. Aber das sind Gefühlsschwankungen;)
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  #3 (Permalink)  
Alt 13.09.2006, 14:11
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AW: Wer bin ich?

Zitat:
Zitat von Inada
...über diese typisch Deutschen auf, die sich überall vordrängeln, alles besser wissen, unhöflich sind und keine Rücksicht nehmen ;)
Einspruch :

Ich dache, daß oben erwähnte ist typisch türkisch ??? Jedenfalls nach meinen persönlichen Erfahrungen.
Muß wohl erwähnen, daß ich 100% Preuße bin und keinen tropfen osmanisches Blut in mir habe.

1. Beispiel :

Also, ich wollte mal in Istanbul auf eine öffentliche Toilette. Habe mich brav zum Warten angestellt, weil alle Kabinen voll waren. Kaum ging eine Tür auf und die kopfbedeckte Türkin hinter mir schubst mich fast zur Seite und drängelt sich vor. Bei der nächten geöffneten Tür, daß selbe Spiel von vorne. Dann wurde mir die Sache zu dumm und ich habe mich vorgedrängelt was allerdings sonst nicht meine "typisch deutsche" Art ist. Eigentlich habe ich mich ja gar nicht vorgedrängelt, sonder wäre längst vorher an der Reihe gewesen !! :icon_frown:

2. Beipiel :

Mein "Lieblings"-Flughafen Ankara: Da kommen nun wirklich sehr wenig typisch Deutsche an, sondern das meiste sind Deutsch-Türken (blödes Wort). Jedenfalls sobald man ins Flughafengebäude kommt geht das Geschubse, Gedrängel und Geschiebe schon los, dann weiter vor der Paßkontrolle und das Tollste kommt dann beim Gepäckband. Da wird geschubst und sich dann angekeift das die Fetzen fliegen. Ich das denn etwa "typisch Türkisch" ??

Ich setze mich dann immer etwas abseits hin, laß meinen Mann die Koffer vom Band ziehen, grinse vor mich hin und denke mir meinen Teil.

Da fällt mir ein: Ich war zwar noch nie in London aber habe mal gesehen, wie sich da zum Beispiel an den Bushaltestellen angestellt wird. Schön in einer Reihe wie die Hühner auf der Stange und keiner würde da jemals auf die Idee kommen zu drängeln. Das ist doch wirklich sehenswert und nachahmenswert, oder nicht !?

Lieben Gruß !
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Aleyna Lara, geb. 23.05.2008
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Alt 13.09.2006, 14:24
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AW: Wer bin ich?

vielleicht hilft es ja sich klarzumachen, dass es eine absolute und allgemeingueltige antwort auf diese frage gar nicht gibt, sondern, je nach einstellung, denk- und lebensweise des einzelnen, viele moegliche antworten, von denen die beste die ist, die der eigenen meinung nach am besten zu einem passt, mit der man sich wohl fuehlt.

mich hat die frage auch eine zeitlang beschaeftigt, bis ich dann beschlossen, mich damit nicht unter druck zu setzen und sie beiseite zu legen. letzten endes wirkt jede konkrete antwort ja in gewisser weise beschraenkend. wieso soll ich kein badenser sein, weil ich in dieser gegend geboren und aufgewachsen bin und mit dem schoenen kraichgau auch wirklich heimatgefuehle verbinde, oder aber auch deutscher sein, weil ich hier geboren bin und lebe, eine sehr deutsche schulbildung genossen habe und in der deutschen sprache doch etwas mehr ausdruecken und formulieren kann als in der tuerkischen; und wieso soll ich auc nicht tuerke sein, wenn ich von tuerkischen eltern bin, in der tuerkei die meisten verwandten sitzen habe, waehrend der fruehkindlichen erziehung innerhalb der familie die tuerkischen denk- und lebensweise praegend war.

so ist das nun mal bei uns tuerken der zweiten und dritten generation und
ich denke, das passt so sehr gut. jede weitere festlegung waere doch einschraenkend, wuerde doch vielfalt einschraenken und fragen hervorrufen, die gar nicht noetig scheinen. es ist doch im grunde wunderbar, dass ich mit zwei sprachen und mit zwei unterschiedlichen denkweisen aufgewachsen bin und gelebt habe. das ist die antwort, die mir am besten gefaellt. ich kann mich ueber erfolge der deutschen fussballmannschaften genauso freuen wie ueber die der tuerkischen. und wenn sie einmal tatsaechlich gegeneinander spielen sollten, dann wird mein herz wohl eher fuer den underdog schlagen als fuer die favorisierte mannschaft. aber das hat wiederum nichts mit zugehoerigkeit zu tun, sondern ist vielmehr eine ganz individuelle allgemeine einstellung.

was ich in diesem ganzen zusammenhang etwas schade finde, ist, dass sich unsere leutchen mit vergleichbarem biografischem hintergund so schwer damit tun, so etwas wie eine eigene kultur hervorzubringen, die diesem biografischen hintergrund am ehesten gerecht wird. viel zu viele sind der meinung, dass sie sich nur zwischen deutsch oder tuerkisch entscheiden koennten oder muessten. aber das stimmt gar nicht. eine vollstaendige identifikation (die natuerlich auch nicht notwendig ist) wird es weder mit den tuerken geben, die in der tuerkei aufgewachsen sind, noch mit den deutschen mit deutscher herkunft. wir sind etwas neues, etwas eigenes, etwas anderes, und dieses bewusstsein setzt sich leider nur sehr schleppend durch.
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Alt 13.09.2006, 16:26
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AW: Wer bin ich?

da gab es doch mal so etwas von burhan über mentalitäten, passt es hier hinein?. mar


http://www.turkish-talk.com/philosop...alitaeten.html
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Alt 13.09.2006, 19:20
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AW: Wer bin ich?

Bei mir ist es so, das ich mich mehr nach Deutschland orientiere als in die Türkei. Mein Denken, Handeln und Träumen ist Deutsch. Man sagt ja das Leben zwischen zwei Kulturen, so ist es bei mir auch. Mein Aussehen sagt, ich bin nicht deutsch, in der Türkei sagt mein handeln und tun, ich bin nicht türkisch! Wenn man bedenkt das ich mittlerweile 34 Jahre in Deutschland lebe, bzw. 33 Jahre, das ist das schon eine lange Zeit! Da verändert sich dein Denken und Handeln schon, du orientierst dich nach dem was zu Tag täglich tust, also Deutsch denken, Deutsch sprechen und auch so Handeln. Du passt dich automatisch an, du bekommst das garnicht mehr mit. Manchmal ertappe ich mich selber dabei wie sehr ich schon das deutsche Denken angenommen habe!
Doch so sehr ich mich auch an das Leben hier angepasst habe, meine Liebe zu meinem Heimatland ist ungebrochen. Meine Musik, meine Leute, meine Sprache, all das ist sehr wichtig für mich. Ich fühle mich mittlerweile wohler unter meines gleichen. Ich stehe zwischen zwei Kulturen und bin doch bei keiner voll akzeptiert. Hier bin ich der Türke, dort der Almanci, abgezockt werde ich hüben wie drüben. Also was soll es, Leben und sterben werde ich in Deutschland, und erst nach meinem Tod wird es keinen Unterschied mehr geben, denn vor Gott sind alle Mesnchen gleich!

LG
Volkan
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Benim naçiz vücudum nasıl olsa bir gün toprak olacaktır. Fakat Türkiye Cumhuriyeti ebediyen yaşayacaktır.
Mustafa Kemal Atatürk

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Alt 13.09.2006, 21:09
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AW: Wer bin ich?

ja , das ist die fortsetzung meiner rein statistischen umfrage, nämlich wie es mit den gefühlen zu 2 nationalitäten aussieht...:smile:
ich bin eben deutsche, weil ich in deutschland geboren, aufgewachsen bin und einen deutschen pass habe, fühle aber schon lange, das ich nicht in deutschland bleiben werde...und das nicht erst seitdem ich einen türkischen mann habe...jetzt steht für mich die türkei als zielland vor der tür, aber ich werde es langsam angehen...
ich bin schon viel in der welt herumgekommen, sehe überall bestimmte verhaltensweisen von nationalitäten, habe aber auch gelernt, sie so hinzunehmen und mich nicht darüber aufzuregen....
mein mann ist wohl noch mehr türkisch als deutsch, aber auch bei ihm zeigen sich nach 6, 5 jahren deutsche züge, und die werden auch in der türkei bemerkt, wenn wir dort sind...
alles in allem kann ich mir für mich "eine andere welt" gut vorstellen, schaumermoi, wanns soweit ist....
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Schweigend mitzulesen ist oft der einzige Weg, nicht als Trottel dazustehen.
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  #8 (Permalink)  
Alt 13.09.2006, 22:20
OrientExpress
 
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AW: Wer bin ich?

ich hab hier mal was von marleen.....

Zitat:
Zitat von marleen
ohne jemanden angreifen oder was aucch immer zu wollen...aber die meisten türkischstämmigen deutschen,deutsch-türken..die ich kenne haben zwar türk.eltern,sprechen die sprache,haben den kulturellen hintergrund aber verbringen meistens nur ein paar wochen im sommer dort.also mich würde interessieren ob man dann das "heimatland" überhaupt richtig kennt?bzw das leben dort richtig einschätzen kann?weil leben und aufwachsen und persönlichkeit entwickeln passiert ja alles hier...und man wird ja auch vom dt lebensstil und werten etc beeinflusst...
und ich finde persönlich,dass man dann keines von beiden ist sondern eben die mischung und sich auch als beides betrachten sollte...

hmm ja du hast recht ich bin auch eine die im sommer ca. 4 wochen in der tr verbingt...... aber du sagst ja auch man ist die mischung von beidem... NEIN
In deutschland ist man einfach nur ein Ausländer... und in der Türkei ist man "Almanci" d.h. in deutschland lebende türken...... Was bin ich denn ich möchte kein Ausländer sein und genausowening ein Almanci...was bin ich?????
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  #9 (Permalink)  
Alt 14.09.2006, 00:33
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AW: Wer bin ich?

hmm ich weiß und ich persönlich habe auch die erfahrung gemacht,dass einige sich dann abschotten und unter "sich" bleiben und auch manchmal traditioneller werden oder radikaler in ihrem denken,weil sie "zeigen" wollen,dass sie richtige türken sind...
und ich kenne viele,wo ich für mich sage ich sehe sie als deutsche,weil sie einfach genau wie ich hier geboren und aufgewachsen sind und die gleiche sprache(sogar dialekt)sprechen wie ich...der einzige unterschied ist dass sie noch eine andere welt kennen.wenn ich das dann aber sage heißt es "NEIN ich bin türke"...
aber kann man sich türke nennen wenn man in der türkei eigentlich "nur" urlaub macht und verwandte besucht?sind damit nicht viele überfordert?und wissen selbst nicht was sie sind und sein wollen?dabei ist es doch das beste was einem passieren kann beide "welten" zu kennen und sich zu beidem dazu zu zählen...
weil ich als deutsche finde es schade, wenn man,z.B. sagt:"wie ist das bei EUCH?"
gibt es denn EUCH?warum denn EUCH?es muss doch heißen WIR?oder ist es eine beleidung zu sagen WIR anstatt EUCH...mich interessiert das einfach wie das die leute sehen,die es betrifft...aber bitte ehrlich sein!
__________________
träume nicht dein Leben,lebe deine Träume...
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  #10 (Permalink)  
Alt 14.09.2006, 11:43
rebel
 
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AW: Wer bin ich?

Zitat:
Zitat von OrientExpress
hmm ja du hast recht ich bin auch eine die im sommer ca. 4 wochen in der tr verbingt...... aber du sagst ja auch man ist die mischung von beidem... NEIN
In deutschland ist man einfach nur ein Ausländer... und in der Türkei ist man "Almanci" d.h. in deutschland lebende türken...... Was bin ich denn ich möchte kein Ausländer sein und genausowening ein Almanci...was bin ich?????
das find ich einen sehr interessanten gedankengang, dass hab ich mich auch schon oft gefragt egal welche herrkunft der jenige hat, wie es ist so zu leben? das man egal wo man auf der welt ist als ausländer angesehen wird. mir fällt da das beispiel eines ehemaligen mitschülers von mir ein, der russischer aussiedler ist. er sieht eigentlich wie der klischee russe aus, wurde aber in rußland wo er aufgewachsen ist immer als der deutsche angesehen und angesprochen. und hier in deutschland ist er für jeden ein russe ohne das jetzt werten zu wollen. deshalb mal hier die frage: werden deutschstämmige türken in der türkei anders behandelt und angesehen? und wie zeigt sich das?
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