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Identitas/Wesenseinheit Identität entsteht aus situativer Erfahrung.
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  #1 (Permalink)  
Alt 22.09.2006, 10:15
rebel
 
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AW: feminismus neu definiert ?

Ich weiß das dieses jetzt sehr off-topic ist und von mir aus kann das auch direkt wieder gelöscht werden, aber ich muss es mir einfach von der seele reden. Mich beschäftigt es einfach und ich möchte das jetzt einfach los werden. wenn ich hier in deutschland wörter wie armut höre kann ich einfach nur heulen und denke das der deutsche der dieses wort benutzt, durch die benutzung des wortes bezogen auf seine person, jeden menschen der in wirklicher armut lebt aufs tiefste beleidigt und im offen ins gesicht spuckt. es gibt in deutschland keine armut an keiner stelle, kein mensch leidet hier unter hunger, schließlich gibt es armenküchen. Harz 4 als existensminimum zu bezeichnen ist ein witz, die niedrigsten renten als armut zu bezeichnen ist ebenfalls ein witz. jeder mensch in deutschland hat ein recht auf eine wohnung und essen und das ist schön so, hier lebt keiner in armut. cafedelsol hat mal in einem anderen thread gesagt: mensch urteile nicht über etwas, das du nicht verstehst. Genauso sollte es für deutsche sein im bezug auf armut. deutsche machen in armen ländern urlaub, machen städtereisen nach prag, bukarest oder sonst wohin, ihnen werden dort nur die schönen seiten gezeigt. die beiden städte beispielsweise sind große kulturrelle städte und das wird ihnen gezeigt, die kehrseite, die slums der städte werden sie nie sehen. deutsche machen urlaub in brasilien und wundern sich warum ihnen ne knarre an der ampel vor der glasscheibe gehalten wird, weil sies nicht verstehen. und ich will jetzt gar nicht mit afrika oder asien anfangen, wo der europäer hinfährt um seinen pädophilen neigungen freien lauf zu lassen, da er ihre armut ausnutzt. ich selbst wurd als ethnische minderheit in rumänien geboren und hab am eigenen leibe kennengelernt was armut ist. mehr als einmal bin ich als fünfjähriger mit blauen flecken am ganzen körper nach hause gekommen, weil ich wie hunderte anderer kleiderspenden genutzt habe für meine familie, die unter anderem von leuten gekommen sind, die sich als opfer der altersarmut sehen würden. mehr als einmal hab ich in meiner kindheit ein halb-vergammeltes brot mit meinen geschwistern geteilt, sachen die der deutsche in altersarmut nie essen würde weil ers nicht nötig hat. mehr als einmal hat meine mutter die schimmeligsten stellen gegessen und nachher erbrochen, wenigstens hatte sie so etwas proteine zu sich genommen und tat das aus liebe zu uns. mehr als einmal hat sie sich für uns prostituieren müssen. und sie hat trotz dieses ganzen persönlichen schmerzes und entberrungen, mir und meinen vier geschwistern das leben geschenkt, uns geliebt und keinen von uns in die mülltonne geschmießen, weil sie nicht wusste wie sie ein weiteres maul sättigen kann. Ich verdanke dieser frau alles, sie ist eine der besten frauen die jemals gelebt haben (sie verstarb vor sieben jahren an krebs). allah sei gnädig zu ihr, denn sie tat es für uns. mein erzeuger war nach dem ende der kommunistischen diktatur die eintrittskarte für uns alle in dieses land wo keiner unter armut leiden muss. und ich könnte einfach nur heulen, wenn ich höre, dass man hier in diesem land keine kinder bekommen könnte wegen armut oder höchstens zwei, das stimmt einfach nicht. Ich lebe jetzt verdammt gut hier, mache selbst in armen ländern urlaub, aber ich weiß wovon ich rede, weil ich es selbst erlebt habe. ich war vor zwei jahren in der dominikanischen republik und hab mir dort auch die slums angesehen und habe mich einerseits an meine kindheit erinnert und war andererseits sehr froh das ich so nie leben musste, d.h. ich selbst weiß auch nicht was totale armut bedeutet. wir sollten alle täglich den boden dieses landes küssen weil es uns allen so gut geht.

entschuldigt noch mal aber das musste ich einfach mal los werden.
  #2 (Permalink)  
Alt 22.09.2006, 10:29
Anouk
 
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Blinzeln AW: feminismus neu definiert ?

Lieber Rebel,

bitte, wofür entschuldigst Du Dich... ? Schon gut, alles okay... :smile:
Es wäre schade, wenn Deine Geschichte und Dein Anliegen hier untergeht. Wenn Du einverstanden bist, bekommst Du jetzt einen eigenen Thread im Identitas-Bereich dafür.

Viele Grüße

anouk :smile:
  #3 (Permalink)  
Alt 22.09.2006, 10:42
Benutzerbild von mar
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AW: Armut

dieses thema ist sehr wichtig, rebel, schon aus diesem grund wäre es nicht off-topic...
mar
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  #4 (Permalink)  
Alt 22.09.2006, 10:42
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AW: feminismus neu definiert ?

Rebel da geb ich dir zu 10000% recht, wer sich hier in Deutschland beschwert weil er angeblich so arm ist der weiss gar nicht was es bedeutet nichts zu haben. Deine Geschichte hat mich sehr berührt, wenn ich sowas lese dann weiss ich wieder wie gut wir es hier haben. Alles was man nicht zum Überleben braucht ist Luxux, also wenn man es ganz genau nimmt gehört eine Zahnbüste schon zu Luxus... In anderen Ländern ist man froh, wie du es schon sagtest, wenn man abends ein Stück Brot zum essen hat
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  #5 (Permalink)  
Alt 22.09.2006, 10:51
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AW: Armut

... ich will mal versuchen, Dir zu antworten, auch wenn es nicht so ganz leicht fällt. Du hast Dinge durchgemacht, von denen die allermeisten Menschen in unserer Wohlstandsgesellschaft, wage ich zu behaupten, keinen blassen Schimmer haben.
Allein die Geschichte Deiner Mutter zieht mir das Herz zusammen. Respekt!, kann ich nur sagen. Du kannst sehr stolz auf sie sein. Und auch auf Dich selbst. Es ist sicher alles andere als einfach, mit der Wegwerfmentalität vieler Leute hier konfrontiert zu sein und die Erinnerungen (die ja noch immer die Realitäten woanders spiegeln...) im Herzen zu tragen.

Darf ich mal fragen, wie lange Du schon in Deutschland bist, Rebel? Du hast es, glaube ich, irgendwo mal erwähnt, aber ich fürchte, ich hab's vergessen... :???:

lg
anouk
  #6 (Permalink)  
Alt 22.09.2006, 11:00
rebel
 
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AW: Armut

Du kannst sehr stolz auf sie sein. Und auch auf Dich selbst.

Danke, ich kann wirklich sehr stolz auf sie sein und das bin ich auch, aber auf mich kann ich selbst nicht stolz sein. so wurd ich erzogen, nicht stolz auf mich zu sein sondern auf andere.

Darf ich mal fragen, wie lange Du schon in Deutschland bist, Rebel? Du hast es, glaube ich, irgendwo mal erwähnt, aber ich fürchte, ich hab's vergessen... :???:

Ich bin seit dem 14.06.1992 hier.
  #7 (Permalink)  
Alt 22.09.2006, 11:17
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AW: Armut

@anouk, ich kann mich Dir nur anschliessen, und auch sagen, das es Meschen gibt, die ihrer menschlichen Größe angemessen in diesem Leben oft nicht gebührend Respekt bekommen... keiner von uns in diesem reichen Land kann ermessen, was das für eine Mutter bedeutet, ihre Kinder unter solchen Umständen, wie in Rumänien herrschen / herrschten--- großzuziehen... ihnen Liebe zu vermitteln und Stärke.... da kann man nur sagen, Respekt... und es ist gut, Rebel, wenn Du diese Probleme, von denen wir oft keinen blassen Schimmer haben auch mal hier ansprichst. Wir leben in einer Überflussgesellschaft- ja ich sage das mal so... auch wenn es sicher hier einige gibt, die mit wenig Geld auskommen müssen...aber trotzdem- es ist wichtig, uns solche menschlichen Schicksale zu verinnerlichen, um unser gutes Leben wieder einmal zu relativieren...
@ rebel... Respekt für Deinen offenen treath...

MAR
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  #8 (Permalink)  
Alt 22.09.2006, 11:48
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AW: Armut

hallo rebel,

dein beitrag hat mich sehr erschüttert und ist beschämend für alle, die trotz gewissem wohlstand ständig am jammern sind.
wenn ich dann noch an meinen chef denke, der trotz 5-stelligem gehalt sich vor uns einfache angestellte hinstellt und sagt, sein geld für diesen monat ist alle,
dann... könnte ich gerade kotzen.
sorry, ist doch so.

liebe grüße
boncuklar
  #9 (Permalink)  
Alt 22.09.2006, 12:05
rebel
 
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AW: Armut

erstmal danke an alle, ich muss da aber noch was ergänzen, was vielleicht etwas zu kurz kommt, ich hatte ja geschrieben ethnische minderheit, also meine mutter war rumänin osmannischer herrkunft und deshalb halt auch noch eine religiöse minderheit.
während der kommunistischen herrschaft standen wir halt ganz unten in der gesellschaftspyramide. also das wollt ich nur noch sagen.
  #10 (Permalink)  
Alt 22.09.2006, 13:05
whaty2000
 
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Lächeln AW: Armut

ich stimme dir weitesgehend zu rebel,wenn du sagst dass die meisten menschen aus industrialisierten ländern gar keine ahnung davon haben was wirkliche armut ist.aber ich sage sogar,dass wenn sie mal ins ausland in den urlaub fliegen,die armut auch gar nicht sehen wollen.denn dann kommt nämlich das schlechte gewissen mit ins spiel,dass einen daran erinnert,dass man diesen armen menschen eigentlich mal helfen sollte,aber wenns darum gehen würde den eigenen wohlstand dafür aufgeben zu müssen,würden nur die wenigstens trotzdem helfen wollen(menschlicher egoismus)!!ich habe mal in einem bericht von einer hilfsorganisation gelesen,dass ein haushalt in schwarzafrika tagsüber weniger strom verbraucht als ein haushalt in einem industrialisierten land nachts! dann kann man überlegen,wie gut es uns im grunde geht am reichen ende der welt geboren worden zu sein.
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