| Leben in der Türkei Tipps und Erfahrungswerte für das Leben in der Türkei |

23.04.2008, 14:29
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AW: Alltag als Deutsche in der Türkei
@elvin, danke für die Info . Dein Bericht ist ja sehr interessant.
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23.04.2008, 14:39
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AW: Alltag als Deutsche in der Türkei
Gern geschehen Elena,
da mein Mann und ich ueber 10 Jahre an Privatschulen und Kursen gearbeitet haben kann ich dir euch ein Roman ueber die schreiben. 
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23.04.2008, 15:26
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AW: Alltag als Deutsche in der Türkei
Zitat:
Zitat von Elvin
Gern geschehen Elena,
da mein Mann und ich ueber 10 Jahre an Privatschulen und Kursen gearbeitet haben kann ich dir euch ein Roman ueber die schreiben. 
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Das glube ich Dir. Ich hoffe, nur das es in Deutschland nicht auch einmal
solche Verhältnisse gibt. Die Tendenz dahin ist es ja schon.
Eine Bekannte ist an einem Gymnasium. Sie bekommt oft vor den Sommerferien ihren Vertrag nicht verlängert, und wird nach den Sommerferien wieder eingestellt.  Damit die Schule sie 6 Wochen nicht bezahlen muss. Ich glaube, bis zu 3 mal kann man das machen....
Vielleicht kennt sich jemand damit aus ?
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23.04.2008, 19:25
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AW: Alltag als Deutsche in der Türkei
in welchem Bundesland arbeitet deine Bekannte? Ist sie an einer öffentlichen oder einer privaten Schule?
Ich kenne nur den Fall,das die Leute Krankheitsvertretungen hatten, die dann jeweils nur bis zu den Sommerferien gingen, danach wurde neu entschieden. Es hätte ja auch sein können, dass der Lehrer, der vertreten wurde, wieder kommt.
Die Situation,die du geschildert hast, kenne ich nur aus den USA. Dort ist das absolut üblich.
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23.04.2008, 20:56
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AW: Alltag als Deutsche in der Türkei
Uff, bin ich geschafft! War heute auf den Prinzessinnen Inseln und es war die Hölle los. Die reinste Völkerwanderung.
Morgen werde ich erst mal Bewerbungen schreiben und rausschicken. Wenn ich darauf positive Reaktionen bekomme, dann fühle ich mich schon entspannter und stärker.
Elvin hat schon recht, ich glaube schon auch das sie einem Angst einjagen wollen so dass man schlussendlich jedes Angebot annimmt, was sie einem machen. Übrigens wusste ich das mit der der Schüleranzahl/Finanzamt gar nicht.
An meiner Schule ist es so, dass alle Lehrer nur Einjahresverträge bekomen. Selbst die, die schon jahrelang dort arbeiten. Ein Anwalt hat mir mal erklärt, dass das rechtlich nicht ganz in Ordnung ist. Wenn du aber vor Gericht dein Recht einklagst, dann bist du weg vom Fenster und so akzeptieren das eben alle.
Ich bin übrigens nicht die einzige Ausländerin an der Schule. Wir haben jede Menge Englischlehrer, die aus dem Ausland kommen. Die meisten sind Frauen, die mit Türken verheiratet sind oder junge Jungs, die einfach 1-2 Jahre im Ausland leben wollen und danach wieder in die USA/GB zurückkehren.
Was vor allem die Jungs sich dort rausnehmen und erlauben, ist manchmal echt der Gipfel. Da wird z.B. blaugemacht ohne Ende. Diese Jungs brauchen die Schule nicht mehr als Referenz, weil sie wieder in ihr Heimatland zurück kehren und dort weiter studieren werden.
Zudem haben die meisten von denen gar kein Lehramtsstudium absolviert und sind dementsprechend inkompetent. Klingt arrogant, ist aber so.
Zum Teil haben sie das Gefühl, sie seien die Superhelden, nur weil sie gerade eine nette Unterrichtsstunde abgehalten haben.
Obendrein beschweren sie sich dann, wenn sie Aufgaben erledigen müssen, die für jeden normalen Lehrer die normalste Sache der Welt sind. z.B. am Wochenende mal ne Klassenarbeit korrigieren, Exkursionen begleiten, Aufsicht führen, etc.
Ich bin ja echt froh, dass ich mit denen nicht zusammen arbeiten muss. Da würd ich die Krise kriegen.
In meiner Abteilung allerdings, bin ich die einzige Ausländerin. Dieses Schuljahr wurde unsere Schule akreditiert und darf sich jetzt internationale Schule nennen. Deswegen müssen sie eigentlich auch ausländische Lehrkräfte beschäftigen, sie haben ja schon keine internationlen Schüler. Dieser Titel kann ihnen nämlich auch wieder aberkannt werden.
Nun gut, der Onkel meines Exfreundes kennt die Schulgründer und Leiter und meinte nur, das seien alles Gauner, Abzocker, "maganda" . Es herrscht schon viel Willkür. Wenn du nicht bei den richtigen Leuten kriechen kannst, dann bist du weg vom Fenster. U.a. wenn dich die nette Dame von der Personalabteilung nicht leiden kann.
Im Prinzip ist so eine Schule ein Unternehmen. Schüler und Eltern sind Kunden und die müssen zufrieden gestellt werden. Die Eltern zahlen einen Haufen Geld und im Gegenzug sorgen wir dafür, dass die Schüler ordentliche Noten bekommen und die Schule abschliessen. Wie wir das machen ist egal. Gute Noten heisst Schüler glücklich=Eltern glücklich.
Da leidet natürlich die Qualität des Unterrichts. Ehrlich, wenn ich in Deutschland oder in den Niederlanden so arbeiten würde, wie ich das hier tue, dann wäre ich innnert kürzester Zeit meinen Job los. Mach ich es aber so wie in Europa, dann bin ich hier den Job los.
Soweit erst mal über eine Privatschule. Ich kann gerne noch mehr berichten, falls es interessiert :-)
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23.04.2008, 21:41
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AW: Alltag als Deutsche in der Türkei
Zitat:
Zitat von siduri
Im Prinzip ist so eine Schule ein Unternehmen. Schüler und Eltern sind Kunden und die müssen zufrieden gestellt werden. Die Eltern zahlen einen Haufen Geld und im Gegenzug sorgen wir dafür, dass die Schüler ordentliche Noten bekommen und die Schule abschliessen. Wie wir das machen ist egal. Gute Noten heisst Schüler glücklich=Eltern glücklich.
Da leidet natürlich die Qualität des Unterrichts. Ehrlich, wenn ich in Deutschland oder in den Niederlanden so arbeiten würde, wie ich das hier tue, dann wäre ich innnert kürzester Zeit meinen Job los. Mach ich es aber so wie in Europa, dann bin ich hier den Job los.
Soweit erst mal über eine Privatschule. Ich kann gerne noch mehr berichten, falls es interessiert :-)
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dein bericht hört sich ja echt interessant an, dabei dachte ich immer, private schule = eliteschule und auch eine dementsprechende bildung.
kein wunder, daß bei uns in deutschland die schulabschlüsse genauso wenig anerkannt werden wie ausbildungszeugnisse und ähnliches. 
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24.04.2008, 06:38
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AW: Alltag als Deutsche in der Türkei
Mich intressiert das Thema mit den Schulbildung in der Türkei auch sehr.
İch bin immer wieder geschockt , wenn ich hoere , was für Unsummen die Eltern ausgeben , um ihr Kind auf eine Privatschule zu schicken.
Viele machen sich wirklich krumm dafür,
das Problem was ich dabei sehe , dass die gesellschaftliche Kluft durch die
Privatschulen , faengt ja schon an in der Grundschule,
noch verstaerkt wird.
Und dadurch ,dass die besseren Lehrer sich bei den Privatschulen bewerben.
bleibt der Rest für den Rest  , find ich nicht so toll.
Selam Waltraut...................
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24.04.2008, 09:22
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AW: Alltag als Deutsche in der Türkei
Zitat:
Zitat von boncuklar
dein bericht hört sich ja echt interessant an, dabei dachte ich immer, private schule = eliteschule und auch eine dementsprechende bildung.
kein wunder, daß bei uns in deutschland die schulabschlüsse genauso wenig anerkannt werden wie ausbildungszeugnisse und ähnliches. 
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Meiner Meinung nach ist das schon in Ordnung, dass die türkischen Abschlüsse nicht anerkannt werden. Nun weiss ich nicht wie es auf den staatlichen Schulen aussieht. Allerdings weiss ich, dass die Lehrer dort wirklich minimal verdienen und oft nebenher noch eine andere Arbeit haben.
Auf den Privatschulen wird auch schon mal versucht die Lehrer zu bestechen, wenn es hart auf hart kommt.
Wie machen wir das jetzt, dass unsere Schüler gute Noten bekommen? Man sorgt dafür, dass die Schüler genau über den Prüfungsstoff Bescheid wissen d.h. was man tut läuft darauf hinaus, das man den Schülern die Aufgaben/Fragen schon vorher gibt.
Die Prüfung selber macht man so, dass selbst der Dümmste und Faulste sie noch schaffen kann. Können sie aber nicht, weil Schüler es ja immer auf die Spitze treiben. Deswegen ist man dann noch äusserst grosszügig beim Korrigieren und siehe da: Alles gute Noten!
Übrigens glaube ich nicht, dass Eltern ihre Kinder nur auf eine Privatschule schicken, weil sie glauben sie könnte besser sein. Eine Kollegin hat mir erzählt, dass es auch staatliche Schulen gibt, die sehr gut sind.
Das hat auch ganz viel mit Prestige zu tun und ich habe das Gefühl, dass die Türken sehr auf Prestige stehen.
Man sichert auch ab, dass das Kind sich in den richtigen Kreisen befindet und die richtigen Leute kennen lernt. Das Kind schliesst dort Freundschaften, die später im Erwachsenenleben das Geschäftsleben erleichtern.
Das ist ja sehr gescheit, denn wenn du hier was willst dann hilft dir etwas Vitamin B weit mehr als ein super Schulabschlusszeugnis.
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24.04.2008, 18:18
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AW: Alltag als Deutsche in der Türkei
Das ist ja genau das was ich vor ein paar Tagen schon mal in einem Thread geschrieben habe.
Das Prestigedenken der Türken ist echt schlimm , oh ja es ist ein wunderbares Land ., aber vieles liegt im Argen.
Deshalb würd ich nie ein Kind hier grossziehen wollen.
Momentan bin ich sowieso schlecht drauf , werde jeden Morgen um 5 Uhr wach , rauche zuviel , obwohl ich heute extra früh gegessen habe , Lewrek , Kartoffeln und Salat. hab ich Magenschmerzen.
Scheiss Kerle , aber ich bin ja selbst schuld ,ich doofe Kuh.
Boh bin ich sauer , einfach so , lieber sauer sein , als Magenschmerzen haben.
Oekuez herif!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Selam Waltraut
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24.04.2008, 20:18
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AW: Alltag als Deutsche in der Türkei
Waltraud, vielleicht Kamillentee? Oder gleich ein paar Raki ;-) ? Der Frühling ist da, der Sommer kommt, es kann bestimmt nur besser werden!
Das mit dem Prestigedenken hier fällt mir immer mehr auf. Die schicken lieber ihre Kinder auf eine teuere Schule, damit sie protzen können statt sie auf eine gute Schule zu schicken.
Seit ich umgezogen bin, komm ich öfters nach Bebek, Arnavutköy, etc. Das sind die Gegenden wo die Bessergestelten verkehren und mir gefällt das gar nicht. Die sitzen im Kaffee, nippen an ihrem Starbucks Kaffee, oder noch schlimmer Gloria Jean's Kaffee und fühlen sich super. Nur weil sie sich einen Kaffee für 8YTL leisten können.
Für solche Leute bist du auch als Lehrerin nur eine Angestellte, genauso wie der Chauffeur oder die Putzfrau.
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