Ich habe für meinen Sohn jetzt kürzlich immer wieder (z.B. von der Kinderärztin und dem Kindergarten) gesagt bekommen, daß "das Sprachfenster bis Beginn der Einschulung am weitesten geöffnet" sei. Das heißt, bis zur Einschulung fällt den Kindern das Lernen weiterer Sprachen noch am einfachsten.
Auch hört man immer wieder, das Kinder, die zweisprachig aufwachsen, später viel weniger Probleme haben, weitere Sprachen zu lernen.
Mein Mann und sein Bruder sind für mich die besten Beispiele, dass das stimmt.
Beide wuchsen nur mit Muttersprache arabisch auf und konnten noch kein Wort türkisch, als sie eingeschult wurden. Türkisch haben sie dann binnen kürzester Zeit in der Schule gelernt.
Als mein Mann nach Deutschland kam (natürlich konnte er bis dahin schon etwas Deutsch), hat er sich innerhalb weniger Wochen die deutsche Sprache angeeignet. Ich konnte echt immer wieder nur staunen, wie schnell das ging.
Alles ohne Kurs, nur durch die Unterhaltungen mit den Deutschen.
Mein Schwager, der in die Schweiz zog, lernte sogar innerhalb weniger Wochen Deutsch und Schweizer-Deutsch. Er spricht beides nahezu perfekt.
Daher muß meiner Meinung nach was dran sein, dass das Erlernen weiterer Sprachen viel leichter fällt, wenn man zweisprachig aufwächst.
Oder die beiden sind einfach extrem sprachbegabt.
