Ich bin Tschechin, kam mit 9 Jahren nach Deutschland, hab Englisch, Latein, Französisch und jetzt Türkisch(noch dabei) gelernt (oder besser gesagt versucht).
Wegen Latein bin ich durchgefallen, wegen Französisch bin ich vom Gymnasium auf die Realschule und Englisch hasse ich bis heute.
Für mich waren die ganzen Sprachen eine sehr große Belastung (aber keine Grund sie nicht zu lernen).
Manchmal fühle ich mich nirgends zugehörig: im deutschen hab ich einen Ostblock-Akzent drin, Tschechisch vergesse ich auch immer mehr und muss mich oft mit Armen und Beinen verständlich machen. Wenn ich dort bin fragen mich gleich alle wo ich her komme, weil Tschechin kann ich nicht sein.
Mein kleiner Bruder ist hier geboren. Mein Stifvater sowie meine Mutter sprechen deutsch mit ihm. Zwar versteht er ein ganz wenig tschechisch aber nicht wirklich viel. Im deutschen ist er auch nicht besonders gut, weil meinen Mama ja mit ihm daheim war und ihr deutsch nicht gut war/ist.
Hat nur 5er in der Schule.
Auch mein Neffe (Sohn von großen Bruder) hat beide Nicht-Deutsche Eltern.
Es ist wirklich bei manchen Kindern viel verlangt.
Ich würde meinen Kindern nicht mehr Tschechisch beibringen (auch wenn ich selbst drüber traurig bin), weil sie würden nicht viel von mir lernen können. Und türkisch will ich auch nicht dringend, außer ich selbst verbessere es so weit, dass ich es auch verstehe.
Ich find es nicht besonders toll, Wörterbuch rausholen zu müssen um mit meinem Kind mich zu verständigen, wenn der Papa nicht da ist und das Kleine das Wort nicht auf deutsch kann!
Und auch wenn ich selbst türkisch lerne, finde ich diese Sprache nicht besonders schön (sorry, wer mir nicht recht gibt, ist ok, jeder hat eine andere Meinung - und soll/kann sie auch vertreten).
Naja, das ich meine Meinung zum Mehrsprachig aufwachsen. Sowas ergibt sich, aber zwingen würde ich kein Kind dazu. Gucken, wie es das aufnimmt und entweder dann fördern oder es sein lassen!
