Ich möchte mir einfach nur mal etwas von der Seele schreiben.
Denn mit meiner besten Freundin, um die es hier geht, kann ich zwar auch darüber reden, aber ich halte mich ihr gegenüber dennoch ein wenig zurück.
Erst einmal zu den Eckdaten. Wir sind seit 15 Jahre die allerbesten Freundinnen, sind immer füreinander da, erzählen uns alles und haben schon viele Höhen und Tiefen unseres Lebens gemeinsam durchgestanden.
Zu unseren Tiefen gehörten sowohl eine meiner Exbeziehungen als auch ihr Exfreund.
Meine Freundin war ca. 4-5 Jahre mit ihrem Ex zusammen. Das liegt nun schon fast 3 Jahre zurück. Er war ihr erster richtiger Freund und sie waren im ersten Jahr auch überglücklich.
Dann allerdings fing es an schlimm zu werden.
Da ich nicht zu weit ausholen möchte, schreibe ich eher stichpunktartig, was u.a. so vorgefallen ist:
- körperliche und seelische Gewalt
- Demütigungen ggü. meiner Freundin
- Drogenmißbrauch seitens ihres Ex-Freundes
- psychische Probleme bei ihm, die aus seiner Kindheit herrühren usw.
Vorübergehende Trennungen, erneutes Zusammenkommen, eine neue Chance nach der anderen geben ein ewiges Hin-und Her.
Alles aufzuzählen würde den Rahmen sprengen.
Nun ja, vor etwa 3 Jahren (er wohnte mittlerweile bei ihr), wurden die Streitereien und Demütigen zu schlimm und meine Freundin setzte ihn vor die Tür und trennte sich endgültig von ihm.
War ich glücklich! Denn die Beziehung hatte einfach keine Zukunft. Die beiden waren zwar in einer Paartherapie, aber wie soll man einem Paar helfen, wenn einer der Partner das Problem hat, das ganz woanders herrührte? Sprich: ER hätte seine Vergangenheit und sein Leben in einer eigenen Therapie in den Griff bekommen müssen.
Aber er ging lieber mit meiner Freundin in eine Paartherapie und gab ihr dort die Schuld an allem.
Nun ja, nach der Trennung vor 3 Jahren, ließ sich meine Freundin auch psychologisch helfen. Denn sie hatte soviel erleben und durchleiden müssen, so dass sie ziemlich am Ende war!
Nun ja, mit der Zeit lebte sie wieder auf und bekam wieder Lebensmut und ein Lächeln auf dem Gesicht. Sie war wieder "die Alte", wie ich sie lieb hatte: fröhlich, voller Lebensenergie.. Einfach wunderschön, sie wieder so zu sehen.
Das Ganze hielt auch an. Sie war zwar noch so verletzt, dass sie kein männliches Wesen an sich ranließ, aber in allen anderen Dingen blühte sie wie gesagt endlich wieder auf.
Nun ja, bis zum Mai letzten Jahres als ihr Ex ihr eine Email zum Geburtstag schrieb.
Sie war erstmal geschockt und wollte nicht antworten. Sie tat es dann allerdings doch. Da sie sich ja schließlich "bedanken" müsse...
Daraus entstand dann ein sporadischer E-mail-Kontakt, der sie eigentlich nervte. Er erzählte wie schlecht es ihm ging, er sein damaliges Verhalten bitter bereue und nun seine Fehler eingesehen hatte. Er sei nun in der Psychatrie gewesen und immer noch in psychologischer Behandlung etc.
Wie meine Freundin sagte, schrieb sie ihm nur, weil er ja irgendwie auch ein toller Mensch sei und er ihr leid tue (Hallo? Er hat dich als du auf dem Boden lagst grün und blau getreten!!)
Nun ja, aus sporadischem Kontakt wurde regelmäßiger E-Mail-Kontakt. Da ich sie sehr gut kenne, machte ich mir darüber schon rieseige Sorgen.
Sie versicherte mir aber immer wieder, dass sie solch einen "Jammerlappen" gar nicht mehr wolle und ihm auch klar gemacht hatte, dass sie nur per Mail Kontakt zu ihm haben wolle. Weder nach einem Telefonat noch nach einem Treffen solle er sie jemals fragen! Wenn dem doch so sein sollte, würde sie den E-mail-Kontakt sofort und für immer einstellen.
Im Herbst letzten Jahres kam dann ein Paket bei ihr an: von IHM.
Zuerst war sie super geschockt und wollte es sofort zurückschicken. Dann behielt sie es aber doch. Und es kamen noch weitere.
Wie ihr wißt, war ich über Weihnachten in der Türkei, dort telefonierte ich nur ca. einmal pro Woche mit meiner Freundin (wenn ich in D bin, haben wir jeden zweiten Tag Kontakt).
Seit meiner Rückkehr habe ich auch sehr viel um die Ohren (Uni usw.) und wir haben uns seitdem erst zwei Mal gesehen, so bekam ich einige Geschehenisse der letzten Zeit nicht mit.
Nun ja, für heute Nachmittag sind wir verabredet. Aber trotzdem rief sich mich gestern Abend noch einmal an, da sie ES mir schon vorher sagen wollte, damit ich es erst einmal verdauen könne.
Was war passiert? Er schrieb ihr vor ca. 1,5 Wochen, dass er im Krankenhaus liege. Inkl. Adresse und Telefonnummer. Aber ohne Bitte um Anruf, obwohl das indirekt ja durch die Angabe der Daten ausgedrückt wurde.
Nun ja, sie machtze sich natürlich Sorgen um diesen A**** (entschuldigt, aber ich hasse ihn so sehr dafür, was er meiner Freundin angetan hat!!), sie mailten sich noch ein-, zweimal hin und her.
Bis sie am letzten Mittwoch bei ihm im Krankenhaus anrief. Es war ja alles sofort wieder so vertraut etc.
Nun ja seitdem telefonierten sie jeden zweiten Tag. Bis sie ihm am Sonntag sagte, dass sie gerade einen Kuchen im Ofen hätte.. Nun ja, er ergriff natürlich sofort die Möglichkeit und fragte, ob er auch ein Stück abhaben könne. Als sie sagte, das müsstest du dir dann schon selber abholen, fragte er, ob er wirklich vorbeikommen könne.
sie willigte ein und er besuchte sie.
Erstes Wiedersehen nach 3 Jahren. Er blieb über Nacht und sie redeten und redeten. Meist aber über ihn. (Er ist echt ein Psycho, beschuldigt seine n Vater des sexuellen Mißbrauchs, beide hätten ihn soo sehr verprügelt ect. Sicher ist viel Wahres dran, da die Eltern wirklich etwas "komisch" sin. Aber selbst der Psychloge von dem Ex meiner Freundin sagt, dass er sich die Mißbrauchsgeschichte nur einbildet um seine Eltern dran zu bekommen (Anzeige und damit verbundene Demütigung des Vaters gab es schon).
Meine Freundin läßt das Ganze zwar "locker angehen" wie sie sagt, aber ich kenne sie. Sie wird schneller wieder von ihm eingelullt sein, als ihr lieb ist.
Ich weiß, dass jeder Mensch eigentlich eine zweite Chance verdient haben soll im Leben. Aber kann man vergessen, dass einen der eigene Freund mißhandelt hat, gewalttätig war und noch vieles mehr? Sie hat sogar ein Baby abgetrieben, da sie dem Wurm solch einen Vater nicht zumuten wollte! (Dabei ist sie sehr gläubig und gegen Abtreibungen.)
Außerdem wünscht sie sich eine Familie mit gemeinsamen Haus. Aber mit ihm will sie keine eigenen Kinder (Schizophrenie ist vererbbar!), höchstens adoptierte, und eine gemeinsame Wohnung ginge auch nicht, da das Zusammenleben einfach nicht klappt...
Wie kann man bloß alles vergessen, was passiert ist? Wie kann noch Liebe da sein für solch ein "Monster"? Soviel Zurückstecken der eigenen Lebensträume für solch einen Mann?
Ich weiß, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und sie muss ganz alleine wissen, was gut für sie ist!
Aber ich mache mir sooooo schreckliche Sorgen um sie! Und meine Angst, dass sie wieder genauso leidet wie früher, das macht mich einfach nur fertig.
Am liebsten würde ich ihr sagen, dass sie mit ihm tun und lassen soll, was sie möchte, aber mich dann nicht mehr mit ihm belästigen möge. Aber das kann ich nicht!!
Genauso wenig, wie ich (sollte die Beziehung dennoch gut gehen) jemals wieder etwas mit ihr und ihm gemeinsam unternehmen möchte! Der Mann ist für mich gestorben!
Ich weiß, dass man erst einmal abwarten sollte, wie sich die Dinge entwickeln, evtl. hat er sich ja doch geändert. Aber ich kann einfach nicht vergessen, was er ihr damals alles angetan hat und wie sehr sie unter ihm gelitten hat!
Nun ja, es ist allein ihre Entscheidung, das ist mir bewußt!
Aber es geht mir einfach nur mies und ich habe schreckliche Angst um sie!
Ich musste mir das Ganze einfach mal von der Seele schreiben, ich hoffe, ihr habt Verständnis dafür. Danke!
LG Lady Yumus