Guten Abend ins Forum,
ja, ich gebe zu, dass der arme Gölge (ja, der Audischubser ist gemeint) Ideengenerator dieses Threads ist.
Nun ist ja ein Auffahrunfall nix feines und in den meisten Fällen etwas ausgesprochen kostenintensives. Doch immerhin kann man sich damit vor Freunden sehen lassen. Man kann sich sogar wieder von ihnen verabschieden und ihnen den Rücken zu kehren, ohne dass diese sogleich in Lästerorgien und Lachkrämpfen ausbrechen.
All denen ist dieser Thread nicht gewidmet. Vielmehr soll das eine Spielwiese für all die sein, die halt "doofe" Unfälle hatten.
Ich schmeiße mal einen meiner "Unfälle" (bitte nicht so wörtlich nehmen) in die Runde:
Kurze Rückblende: Winter. Praxis. Fahrschule: Mein Fahrlehrer war doch tatsächlich der Meinung, dass ich das Innenleben eines Autos genauso spannend finde wie er. Ich versuchte wortgewaltig, ihn von seinem Irrglauben abzubringen. Weder wollte ich wissen, wozu dieses Schmierdingenskirchens namens Ölstab da ist noch wollte ich unspannende langatmige Geschichten über Reifenprofile usw. hören.
Jeden seiner Erklärungsversuche bremste ich mit einem Verweis auf die doch zahlreich vorhandenen Männer (Vater, Ehemann, Bruder, Onkel, Schwager usw) aus - die würden das schon richten.
Und überhaupt: Das Auto sollte dankbar sein, dass es mir als Fahruntersatz dienen dürfe! So fing meine Fahrkarriere an. Ich fuhr halt so fröhlich herum und ignorierte alle kläglichen Kommunikationsversuche meines Autos. Was sollte ich auch mit einer rot leuchtenden Teekanne (was hat sich der Designer nur dabei gedacht?) anfangen?
Um es kurz zu machen: Das Auto wurde getankt. So fuhr ich dann relativ lange und relativ glücklich vor mich hin, bis ich eines bitterkalten Winterabends eines meiner Kinder zu meinen Eltern bringen wollte.
Wir befanden uns quasi auf der Zielgeraden - Stadtautobahn - Kreuzung - Einfahrt in den Ort. Kurz vor der Kreuzung machte es "Krawumm".
Das erstaunte mich. Ich hatte mein Auto schon klappern, quietschen und scheppern gehört. "Krawumm" war neu und insofern interessant, weil ich plötzlich ein Berghuhngefühl hatte (ja, das Viehch mit dem langen und den kurzen Bein). Zudem jammerte mein Kind: "Mama, ich sitze schief!".
Dunkel, Eisregen, Stadtautobahn - kein guter Ort und kein guter Zeitpunkt, erst einmal stehen zu bleiben. Also weiter zur ca. 50 oder 100 m entfernten Tanke: "Krawumm - buff - buff - Krawumm - buff - buff".
An der Tanke erster Kontrollblick: "Nanu, Reifenschiefstand?". Hilfe tat Not, also wurde per Handy mein Vater herbeigeordert.
Vater diagnostizierte einen von der Felge gerutschten Reifen und fügte leicht entgeistert hinzu, dass er so etwas noch nie gesehen habe noch davon gehört habe. Ob der Reifen alt oder defekt gewesen sei? Ob ich vielleicht irgendwo gegen gefahren sei?
ich antwortete mit einem vagen "Ich weiß nicht?" Er erkundigte sich dann nach dem Reifendruck bzw. wann ich diesen zuletzt gemessen hätte?
Ich erinnerte mich dunkel, während meiner Fahrschulzeit einmal davon gehört zu haben. Diese Information gab ich meinen Vater weiter.
Der schaute mich an und schwieg. Vielleicht suchte er nach besonders schönen Worten des Trosts. Vielleicht dachte er aber auch: "Hilfe, die muss im Krankenhaus vertauscht worden sein."
Naja, um es endlich abzuschließen: MEin Vater bemühte sich, den leicht angerosteten Reifen mit Nachbarhilfe abzukloppen, Tochter hielt schamgebeutelt einen Regenschirm über Vaters Haupt (ja, j, der garstige Schneeregen) und wartete, bis der Ersatzreifen aufgezogen war.
Vater ließ es sich nicht nehmen, den Reifendruck der restlichen Reifen zu
prüfen: Er kehrte kopfschüttelnd wieder. Ich fragte nicht mehr, was dieses Kopfschütteln zu bedeuten habe ... Grieche ist er ja leider nicht... Und bei Deutschen gibt es nicht so viele Interpretationsmöglichkeiten...
So, jetzt seid ihr dran;)))