Daniel Kehlmann muss wie immer den Erfolg seines Buches „Die Vermessung der Welt“ erklären. Auch dies ein gravierender Unterschied: Von amerikanischen Künstlern erwartet man geradezu zwangsläufig, dass sie erfolgreich sind. Deutsche müssen sich dafür rechtfertigen, als sei es eine Schande. Peter Schneider streitet sich mit dem Moderator Michael Naumann darüber, ob es akzeptabel sei, dass sich die Deutschen in ihrer Literatur neuerdings als Opfer entdecken dürfen: Freudig springen die Deutschen in ihre bereits 1968 ausgehobenen Debattengräben. Erst bei der Architekturdiskussion mit dem Architekten Jan Kleihues wird es wieder unvermittelt lustig. Die Tatsache, dass eine der großen westlichen Demokratien gerade damit beschäftigt ist, sich ein Schloss zu bauen, erregt bei den New Yorkern Stürme der Heiterkeit.
http://www.tagesspiegel.de/kultur/Ne...art772,2417280