Scarlett Johansson: "Anywhere I Lay My Head"
Ob Lindsay Lohan, Don Johnson, Jamie Foxx oder - Gott hilf! - David Hasselhof: Wenn Schauspieler zum Mikro greifen, ist für gewöhnlich Alarmstufe Orange angesagt. Nicht so bei Scarlett Johansson. Die 23-jährige New Yorkerin ("Scoop", "Lost In Translation") legt mit "Anywhere I Lay My Head" ein Debüt vor, das komplett aus dem Rahmen fällt: Es proklamiert Kunst statt Kommerz. Für die heutige Musikwelt eine regelrechte Sensation.
Normalerweise ist es eine reine PR-Geschichte: Der Star XYZ hat Erfolg auf der Leinwand und geistert erfolgreich durch den Blätterwald. Also muss da mindestens ein eigenes Parfüm, eine Modekollektion oder eine eigene TV-Show her. Und wenn es knüppelhart kommt, darf er bzw. sie auch noch eine Platte machen, bei der mangelndes Talent von internationalen Top-Produzenten kompensiert wird, die selbst Oscar aus der Sesamstraße wie Pavarotti klingen lassen - sofern dabei mehr raus springt als trockene Kekse.
Die Schöne und das Biest
Umso erfrischender der Ansatz, den Hollywoods derzeit gefragteste und attraktivste Jungschauspielerin wählt: Sie spekuliert nicht auf eine Verbesserung ihrer ohnehin astronomischen Bezüge, sondern lebt ihre kreative Ader aus. Mit einem ganz und gar ungewöhnlichen Coveralbum, auf dem sie zehn Stücke ihres großen Idols interpretiert: Tom Waits, der dreckige, alte Mann des amerikanischen Underground-Rock, der seit den 70ern übers Fressen, Fernsehen und Sex lamentiert und mit seiner Reibeisenstimme alles in Grund und Boden sägt. Eigentlich eine Vorlage, an der man sich nur verheben kann.
Hier ist der ganze Artikel (sehr erfrischend geschrieben!)