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19.02.2007, 10:48
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Angst
Angst ist ja ein Begriff, den jeder von uns kennt, natürlich in unterschiedlicher Intensität und in sehr verschiedenen Zusammenhängen.Wenn Andere mal mir von ihren Ängten erzählten war ich bisweilen erstaunt, was Menschen in Angst und Schrecken versetzen kann.
Ich, z.B. hatte mal ein Erlebnis mit der Angst, das wird mir immer in Erinnerung bleiben, weil ich Angst in der Form weder vorher noch danach gekannt habe.
Eine Dame wollte sich aus dem Fenster stürzen weil sie sich suizidieren wollte (das 2. Mal an diesem Tag) und ich konnte sie mit einer Hand am Handgelenk festhalten. Sie war eine sehr dünne Frau. Es war der 3.Stock, ihr Handgelenk ist mir immer mehr aus der Hand geglitten und sie ist runtergestürzt. Ich war voller Panik, als aller erstes dachte ich: sie ist jetzt runter gestürzt und wird sterben, weil Du sie nicht festhalten konntest. Ich war außer mir. So eine Angst in der Form kannte ich nicht, das war so Elementar, so pur.
Der Dame ist, außer ein paar Prellungen, nichts passiert, gott sei dank! Wenn ihr etwas passiert wäre, hätte ich bestimmt eine Therapie gebraucht, so sehr war ich von den Sinnen.
Was weiter mit ihr passiert ist, weiß ich nicht und wenn ich ehrlich bin, ich möchte es auch nicht wissen.
Wie sind den so eure Erfahrungen mit der Angst?
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19.02.2007, 11:04
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TT-Akkordschreiber
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AW: Angst
Hmmm...Angst. Gutes Thema.
Glücklicherweise hatte ich so ein Erlebnis wie Du, cild1, nicht gehabt.
Erlebnisse, wo ich um mein Leben fürchten mußte, auch nicht.
So aus dem Stegreif wüßte ich auch nicht, was mir Angst machen könnte.
Vor vier Wochen hatte ich aber ein sehr großes Angsterlebnis.
Es war gegen Mittag, und der Schülerladen meines Sohnes (9 Jahre) rief an.
Er sei nicht im Schülerladen. Ich zitterte am ganzen Körper. Setzte mich auf mein Motorrad und raste Richtung Schülerladen. Je mehr Zeit verging und ich nichts hörte, umso schlimmer wurde es mit mir. Etwa eine halbe Stunde später - in der Zeit hatte ich überall gesucht, wo ich nur konnte - kam der Anruf von seiner Mutter. Er war bei seiner Oma angekommen. Der Bengel ging direkt - ohne Absprache - nach der Schule zu seiner Oma. Vor Erleichterung heulte ich auf der Strasse wie ein Schoßhund...
So einen Moment will ich nie wieder erleben.
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Pırıl pırıl gökkuşağını görmek için önce yağmuru yaşamak gerekir.
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19.02.2007, 11:18
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TT-Besetzer
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AW: Angst
das ist eine traurige erfahrung, cild....:(
angst davor, dass menschen sterben habe ich auch, ohne wirklich helfen zu können!
aber ein tiefsitzende angst gottseidank nicht, so wie bei phobien(das thema hatten wir ja schon mal), wo es einem wirklich die kehle zuschnürt!
bei setzt angst die richtigen endorphine frei, die dann ungeahnte kräfte frei setzt, um mich gegen diese angst und deren folgen durchzusetzen!
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Schweigend mitzulesen ist oft der einzige Weg, nicht als Trottel dazustehen.
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19.02.2007, 11:21
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AW: Angst
Zitat:
Zitat von cild1
Wie sind den so eure Erfahrungen mit der Angst?
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Ähnlich. Ähnlich, wie Du es beschreibst. Meine Mutter ist krank. Sie hat schon häufig versucht sich umzubringen. Seit ich Kind war. Angst ist ein schwaches Wort dafür. Es war die blanke Panik, jedes Mal. Panik, das Falsche zu tun. Zu spät zu sein, sie nicht retten, den Arzt nicht erreichen zu können.. Es ließ erst nach, wenn sie in der Klinik war. In Sicherheit.
Davon zu erzählen ist nicht leicht.
Aber ich verstehe, was Du meintest..
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19.02.2007, 11:52
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TT-Gelegenheitsposter
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AW: Angst
Liebe cild,
das klingt wirklich wie eine Extremerfahrung. Auch wenn der Frau am Ende gar nicht so viel passiert ist, hattest du ja für einen Moment die Angst, sie könne tot sein. Und vor allem, du könntest daran irgendwie "Schuld" sein, weil du sie ja nicht halten konntest.
Ich persönlich habe schon einige Erfahrungen hinter mir, wo ich um mich selbst oder andere Todesängste ausgestanden habe. So was brennt sich tief ins Unterbewusstsein ein und taucht irgendwann ganz plötzlich und unvermittelt wieder auf, wenn irgendwelche Situationen die Erinnerungen wieder heraufbeschwören. Man merkt richtig, wie die Angst in einem aufsteigt und einem das Adrenalin in die Glieder fährt.
Obwohl ich diese Erfahrungen alle lieber nicht gemacht hätte, hat es auch ein paar positive Seiten. Dadurch habe ich schon ein paar Mal handeln und helfen können, wenn andere noch vom Schock versteinert dastanden und gar nichts machten. Aber die einstige Unbefangenheit, das Urvertrauen habe ich dadurch schon ein bisschen verloren.
Früher war ich eigentlich gar nicht ängstlich. Ich hatte als Kind (im Gegensatz zu meinen Geschwistern) keine Angst vor dem Dunkeln oder im Wald, fürchtete mich weder vor Mäusen, Ratten noch Insekten und war eher von einer ziemlichen Abenteuerlust getrieben.
Eine Freundin von mir hat zum Beispiel panische Angst vor Mäusen oder sieht sich allein keine Gruselfilme an, weil sie sich danach fürchtet. Vor so was habe ich immer noch keine Angst. Dafür habe ich aber ganz konkrete Ängste, die mit meinen Erfahrungen zusammenhängen. Ich reagiere sensibler auf negative "Vibrationen" in meiner Umwelt, wenn sich sozusagen was zusammenbraut. Wie ein "Seismograph" konnte ich manchmal schon "voraussagen", dass gleich eine Schlägerei losgeht oder von jemandem Gefahr droht. Es ist einfach so ein Gefühl. (Ich denke mal, irgendwelche unbewussten Wahrnehmungen, Körpersprache oder ähnliches. Bin ja nicht abergläubisch!) Und leider stimmte es meistens... Deshalb vertraue ich da in letzter Zeit ziemlich meiner Intuition.
LG cassandra
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19.02.2007, 12:50
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AW: Angst
Ich denke dass jeder in seinem Leben hin und wieder mit unterschiedlichen Formen von Angst konfrontiert wird. Da gibt es zum einen die etwas alltäglichen Ängste wie z.B. dass Menschen, die einem sehr nahe stehen, was passieren könnte. Aber die richtig panische Angst erlebt jeder auf seine Weise und geht damit sehr unterschiedlich um.
Ich wurde mal als ich ca. 14 war von einem Mann verfolgt, der sich mir auch nackt gezeigt hat und irgendwie eine Zeit lang immer hinter mir her war. Ich hatte panische Angst vor ihm und meine Eltern auch. Aber diese Angst geht irgendwann vorbei, auch wenn ich ihn heute noch sehe, weil ich weiss, dass er harmlos ist und mir nichts tun wird. Es ist schwer mit diesen Ängsten umzugehen, aber man muss versuchen sich nicht von ihnen dominieren und beherrschen zu lassen. Über meine ehrenamtliche Tätigkeit sehe ich heute manchmal Frauen, die sich vor ihren Familien oder Ehemännern versteckt halten oder untergetaucht sind und Horror-Ängste haben, jeden Tag, gefunden zu werden. Sie werden bedroht, auch mit dem Leben bedroht. Seit ich solche Frauen kenne, haben sich meine Ängste irgendwie relativiert. Weil ich mir immer denke: Hey, du hast keinen Anspruch darauf nun in Panik zu geraten, denn Menschen für die alles auf dem Spiel steht müssen auch lernen, damit umzugehen. Angst sehe ich heute als eine Aufgabe, eine Aufgabe aus der man lernen und wachsen kann.
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What goes around, comes around..
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19.02.2007, 13:14
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AW: Angst
Zitat:
Zitat von Anouk
Davon zu erzählen ist nicht leicht.
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Anouk, mensch, mir fehlen die Worte, Du hast ja Dein ganzes Leben damit zu tun, für mich war es nur eine einmalige Erfahrung und wie Cassandra schrieb auch eine extrem Form davon! Aber ich habe Abstand!
Diese Erfahrung war sogar mit-entscheident für meinen Berufs-bzw.Fachwahl!
Zitat:
Zitat von papatya
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ohhhh ja, Du das waren Endorphine, so viel kriege ich nicht und wenn ich noch so lange jogge!
Papatya, bist Du Kollegin?
Zitat:
Zitat von berliner
Der Bengel ging direkt - ohne Absprache - nach der Schule zu seiner Oma. Vor Erleichterung heulte ich auf der Strasse wie ein Schoßhund...
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Habe ja selber keine Kinder, aber die Sorge um die Lütten kann ich mir schon vorstellen.
Inada, das stimmt was Du schreibst, manche Dinge relativieren sich, nach solchen Erfahrungen.
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19.02.2007, 13:27
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TT-Gelegenheitsposter
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AW: Angst
Zitat:
Zitat von Anouk
Ähnlich. Ähnlich, wie Du es beschreibst. Meine Mutter ist krank. Sie hat schon häufig versucht sich umzubringen. Seit ich Kind war. Angst ist ein schwaches Wort dafür. Es war die blanke Panik, jedes Mal. Panik, das Falsche zu tun. Zu spät zu sein, sie nicht retten, den Arzt nicht erreichen zu können.. Es ließ erst nach, wenn sie in der Klinik war. In Sicherheit.
Davon zu erzählen ist nicht leicht.
Aber ich verstehe, was Du meintest..
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Liebe Anouk,
ich bewundere dich aufrichtig. Über die am tiefsten sitzenden Angsterfahrungen kann man nicht so leicht erzählen. Das verstehe ich sehr gut. Deshalb würde ich dich dazu auch nichts weiter fragen wollen.
Aber ich habe wirklich grossen Respekt vor dir.
LG cassandra
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19.02.2007, 14:36
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TT-Schreck
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AW: Angst
angst...hier zu sitzen, und zu überlegen, wie man angst beschreiben könnte, urängste oder situationsängste. keiner von uns ist ein hasardeur, er angstfrei durchs leben schlittert...
ich überlege , wann ich das letzte mal so richtig angst hatte...
ich glaube, als ein freund aus paris hier in berlin war um mich zu besuchen und von 4 jugendlichen zusammengeschlagen wurde, krankenhausreif. da hatte ich angst vor etwas ganz diffusen , etwas , weil man nicht abschätzen konnte, das sich etwas schreckliches zusammenbraute...
und dann kenne ich noch diese angst, die den hals zuschnürt und mich nicht atmen lässt. manchmal in nächten, wenn ich wegen träumen erwache und in momenten eine gratwanderung zwischen realität und traum erlebe. das sind so urängste, die ich nicht einordnen kann.
MAR
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19.02.2007, 14:43
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AW: Angst
Angst in quasi ein Gefühl welches den Menschen oftmals für seine Umgebung sensibilisiert...Man geht gestärkt daraus hervor wenn man seine Ängste überwindet.....ich verstehe Angst daher eigentlich nur als etwas Positives 
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"Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben."
George Bernard Shaw (irischer Dramatiker, Schriftsteller und Nobelpreisträger)
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