Nicht nur die Bild hat über dieses junge Paar berichtet ;) Etwas mehr könnt ihr unten nachlesen, wie es dazu gekommen ist.
Liebesflucht in die Türkei: Interpol findet Ausreißerin (16)
Von Christian Denso, Özlem Topcu
Es war der ganz besondere Sommernachtstraum der 16-jährigen Vanessa (Name geändert) aus Bramfeld. Während der Fußball-WM 2006 hatte sie sich in Hamburg in den ein Jahr älteren Cafer verliebt. Nur ein Problem gab es: Cafer lebt weit weg, in der Türkei. Doch davon ließ sich das junge Mädchen nicht entmutigen: Sie flog ihm einfach hinterher, ohne es jemandem zu sagen. Erst jetzt, nach fast vier Monaten im Ausland und mithilfe der Polizei und des Auswärtigen Amtes, kehrte Vanessa nach Hamburg zurück. Der deutsche Konsul im südtürkischen Adana setzte das Mädchen persönlich ins Flugzeug nach Hamburg. Die Geschichte einer märchenhaften Jugendliebe, irgendwo zwischen Pubertät und großen Gefühlen.
Rückblende. Der Juni vergangenen Jahres, Deutschland im Rausch der Fußball-Weltmeisterschaf t im eigenen Land. Bei einem Hamburger Fußballturnier für Straßenkinder, eine von Dutzenden Veranstaltungen am Rande der WM, lernt die damals 15-jährige Vanessa den 16 Jahre alten Cafer kennen. Die Teilnehmer des Turniers kommen aus Russland, China, Amerika. Und eben der Türkei. Zufälligerweise entsendet vom deutschen Honorarkonsul in Adana, der dieser Tage viel Zeit in ein glückliches Ende dieser Liebesgeschichte investierte.
Vanessa und Cafer - die wenigen Tage in Hamburg reichen aus, dass sich beide unsterblich ineinander verlieben. Über sieben Monate halten die beiden Kontakt, obwohl sie viertausend Kilometer trennen. "Ich bin jeden Tag ins Internet-Café gegangen, um Cafer zu schreiben. Ich habe niemandem etwas davon erzählt", sagt das Mädchen der türkischen Zeitung "Hürriyet": "Am Ende habe ich es nicht mehr ohne ihn ausgehalten."
Im November gelingt es der Schülerin, heimlich nach Adana, in den südöstlichsten Zipfel der Türkei, zu reisen. So erstaunt Cafers Eltern auch sind, so offen empfangen sie das neue Familienmitglied zunächst einmal. "Es sind arme Leute, aber sie nahmen das Mädchen auf wie eine Tochter", sagt der deutsche Honorarkonsul Teyfik Kisacik. Vanessa passt sich in kurzer Zeit der neuen Umgebung an: Sie interessiert sich für den Islam, legt das islamische Kopftuch an und lernt Türkisch.
Cafer überzeugt sie davon, ihren Vater in Deutschland anzurufen und ihm zu sagen, dass es ihr gut geht. "Er wollte nicht, dass sie sich Sorgen machen", sagt die 16-Jährige der "Hürriyet". Vanessas Eltern schalten die türkische Polizei ein. Beamte holen das deutsche Mädchen aus der Gastfamilie ab und bringen es beim "Roten Halbmond" unter. In einem Heim, aus dem Vanessa nach drei Tagen wieder flüchtet. Laut der türkischen Zeitung sagt sie, dort von anderen Mädchen geschlagen worden zu sein. Sie kehrt zu ihrem Freund zurück.
Schließlich wird die internationale Polizeibehörde Interpol eingeschaltet. Und über die deutsche Botschaft eben auch Honorarkonsul Kisacik. Der 64-Jährige, nach eigenen Worten erfahren im Umgang mit derartigen Schicksalen, lädt Vanessa zu sich ein. "Ich habe ihr gesagt, sie werde ihren Freund nicht ohne die Erlaubnis der Eltern heiraten dürfen, bis sie 18 ist." Zudem habe Cafer ja auch noch nicht einmal einen Job. "Liebe allein ist nicht genug", so Kisacik zu der 16-Jährigen. Unter Tränen verspricht sie schließlich, nach Hamburg zurückzukehren.Nach zwei Tagen und zwei Nächten zum Abschiednehmen kommt die 16-Jährige vergangenen Donnerstag am frühen Morgen freiwillig zum Flughafen von Adana. Dort steigt sie in das Flugzeug Richtung Heimat.
Ihr Freund Cafer ist indes sicher: "Unsere Trennung ist nur vorübergehend." Schon bald will er seiner Hamburger Freundin an die Elbe nachfolgen: "Mit Vanessa ging ein Stück meines Herzens mit nach Deutschland."
erschienen am 31. März 2007
Quelle:
http://www.abendblatt.de/daten /2007/03/31/716768.html?s=2