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Alt 31.05.2007, 17:11
Benutzerbild von sdost
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Gül will die Almancis nicht mehr zurückhaben

Gül kämpft für seine Kandidatur

Aus Ankara berichtet Anna Reimann </I>
Der türkische Präsidentschaftskandidat Abdullah Gül wehrt sich gegen Kritik an seiner Person. Er wolle kein religiöser Präsident werden, kündigt er jetzt an - und fordert im Gespräch mit deutschen Politikern die Türken in der Bundesrepublik auf, sich zu integrieren und Deutsch zu lernen.






Ankara - Wochen nach den Massendemos gegen eine Islamisierung der Türkei und seine Präsidentschaftskandidatur will der türkische Außenminister Abdullah Gül (AKP) eine weitere Polarisierung der türkischen Bevölkerung verhindern. Er sehe sich weiter als Präsidentschaftskandidat, aber wolle kein religiöser Präsident werden, sagte Gül der Zeitung "Hürriyet".


DPA
Abdullah Gül: "Wir hätten fünfmal so viel Leute auf die Straße bringen können"


Den Vorwurf der Opposition, die AKP habe eine Hidden Agenda, nämlich die Errichtung eines islamischen Staates in der Türkei, wies Gül zurück. Seine Partei habe sich für die Beitrittsverhandlungen mit der EU eingesetzt. "Warum sollten wir, wenn wir solche Absichten hätten, in die EU eintreten?", fragte der AKP-Politiker vor Grünen-Politikern und Journalisten in Ankara. Seine Partei wolle niemandem die Religion aufzwingen.
Gleichzeitig kritisierte Gül die Organisatoren der jüngsten Massendemonstrationen in Istanbul, Izmir und Ankara scharf. Die AKP-Regierung nehme die Tatsache ernst, dass viele Menschen - darunter auffällig viele Frauen - auf die Straße gegangen seien. Die Regierung begegne den Massen mit Sympathie.
Die Organisatoren der Demonstrationen, vor allem kemalistische, laizistische Nichtregierungsorganisationen, seien aber weder sozialdemokratisch noch links, sondern EU- und investitionsfeindlich. Die nationalistischen Tendenzen unter den Laizisten würden stärker. Dass überhaupt solche großen Demonstrationen möglich seien, sei auch das Verdienst der AKP, die mehr Freiheiten in der Türkei geschaffen habe. Warum große Teile der Bevölkerung dennoch gegen die AKP auf die Straße gingen und offenbar eine große Angst vor dem Erstarken des religiösen Lagers existiert, erklärte Gül nicht. Nur so viel: "Wenn wir gewollt hätten, hätten wir innerhalb eines Tages fünfmal so viele Leute zusammengebracht, aber wir wollen keine Polarisierung des Landes."
Gül: "Türkische Migranten sollen Deutsch lernen"
Hunderttausende Menschen waren in den vergangenen Wochen in der Türkei und auch Berlin auf die Straße gegangen, um ihre Furcht vor einer Islamisierung der Türkei zum Ausdruck zu bringen und gegen die Kandidatur Güls als Staatspräsident zu protestieren. Das Verfassungsgericht hatte die Wahl Güls Anfang Mai für ungültig erklärt - mit der Begründung, es seien zu wenig Abgeordnete bei der Abstimmung im Parlament anwesend gewesen.
Nun muss der amtierende Staatspräsident Ahmet Necdet Sezer über eine von der AKP auf den Weg gebrachte Verfassungsänderung entscheiden, nach der der Präsident direkt vom Volk statt vom Parlament gewählt werden soll. Die türkische Opposition und Teile der Bevölkerung sehen in der Kandidatur Güls ein Mittel, um die Türkei zu islamisieren. Alle drei obersten Staatsämter, Ministerpräsident, Parlamentspräsident und Staatspräsident, wären in der Hand der religiösen Partei AKP. Wann die Präsidentschaftswahlen stattfinden, ist noch unklar.
In der Runde mit Journalisten und Grünen-Politikern, unter ihnen der Europaabgeordnete Cem Özdemir, äußerte Gül sich auch zu den in Deutschland lebenden Türken. In deutlichen Worten forderte der Außenminister seine Landsleute auf, sich in Deutschland zu integrieren. Es sei nicht richtig, nicht mit dem eigenen Nachbarn sprechen zu können und nur Verbindungen zur Türkei zu unterhalten, sagte Gül. "Die türkischen Migranten in Deutschland sollen unbedingt die deutsche Sprache lernen und Deutschland als ihre neue Heimat anerkennen."
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Alt 31.05.2007, 18:42
yurdakul
 
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AW: Gül will die Almancis nicht mehr zurückhaben

"Gül will die Almancis nicht mehr zurückhaben "

"nicht mehr"??

also mich wollte der noch nie zurück:smile:

Ich hab aus dem Text gelesen, dass er für mehr Integrationsbereitschaft appeliert.
Je einheimischer die Türken in Europa werden, desto mehr profitiert auch die Türkei davon.Es ist doch deutlich, dass die Deutschtürken dem Ansehen der Türkei desto mehr schaden, je nationalistischer sie sind. Schön, dass der gute Mann das endlich mal verstanden hat.


Vor einigen Wochen hat sich das ja noch ganz anders angehört.........
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Alt 31.05.2007, 23:33
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AW: Gül will die Almancis nicht mehr zurückhaben

Zitat:
Zitat von sdost Beitrag anzeigen
Dass überhaupt solche großen Demonstrationen möglich seien, sei auch das Verdienst der AKP, die mehr Freiheiten in der Türkei geschaffen habe.
"Die Geister, die ich rief..." Wie schön, dass es Entwicklungen gibt, die einfach unumkehrbar sind.
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  #4 (Permalink)  
Alt 01.06.2007, 07:39
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Beitrag AW: Gül will die Almancis nicht mehr zurückhaben

Zitat:
Zitat von sdost Beitrag anzeigen
Gül kämpft für seine Kandidatur
Aus Ankara berichtet Anna Reimann </I>
Der türkische Präsidentschaftskandidat Abdullah Gül wehrt sich gegen Kritik an seiner Person. Er wolle kein religiöser Präsident werden, kündigt er jetzt an - und fordert im Gespräch mit deutschen Politikern die Türken in der Bundesrepublik auf, sich zu integrieren und Deutsch zu lernen.

Für mich ist dieses Duo (Erdogan/Gül) schwer einzuschätzen. Man ist eher skeptisch. Das jetzt so zielgerichtet die Wahl des Präsidenten per Referendum betrieben und durchgesetzt wurde aus rein politischem Kalkül macht mich noch skeptischer.

Seine Einschätzung zu den Demonstrationen: ich fand es toll und war doch irgendwie erstaunt, dass sie stattfinden konnten. Das seine Partei größere Demos hätte veranstalten können, glaub ich ihm aufs Wort.

Das er die Almancis auffordert sich zu integrieren, find ich in Ordnung, egal wie er es meint. Wenn die Türkei der EU beitritt, wird es eine Menge Leute geben, die zurückgehen, hier integrierte und hier nicht integrierte, das war mit den Italienern, Griechen und Spaniern nicht anders.
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Alt 01.06.2007, 08:34
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AW: Gül will die Almancis nicht mehr zurückhaben

Zitat:
Zitat von sdost Beitrag anzeigen
Gül kämpft für seine Kandidatur


DPA
Abdullah Gül: "Wir hätten fünfmal so viel Leute auf die Straße bringen können"
klar, soviele doofe, wie er kennt. die beschweren sich immer darüber dass amerika sich überall einmischt, nur leider kriegen sie selbst überhaupt nichts auf die beine gestellt. ausser, tja, ausser vielleicht ein paar statisten zusammen zu trommeln. toll. so hat man z.b. von minister seite noch vor ca. vier monaten öffentlich eine klimaerwärmung und wasserknappheit in der türkei ausgeschlossen. ts, ts...
und die wollen in die eu? ach nee stimmt, wollen sie ja gar nicht. ja was denn nun?!
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Alt 02.06.2007, 14:32
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AW: Gül will die Almancis nicht mehr zurückhaben

Das sich die Türken in Deutschland integrieren hat ja schon Baba Demirel gefordert. Ob es Ernst gemeint war sei dahin gestellt, immerhin profitiert die Türkei im hohen Maße von dem Zugehörigkeitsgefühl der Almancis mit der "Heimat"
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Alt 02.06.2007, 19:21
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AW: Gül will die Almancis nicht mehr zurückhaben

Zitat:
Zitat von sdost Beitrag anzeigen
Das sich die Türken in Deutschland integrieren hat ja schon Baba Demirel gefordert. Ob es Ernst gemeint war sei dahin gestellt, immerhin profitiert die Türkei im hohen Maße von dem Zugehörigkeitsgefühl der Almancis mit der "Heimat"
Integrierte haben aber bessere Karrierechancen, und die Verbundenheit bleibt ja, die buchen dann teurere Hotels in der Türkei. Und wollen dann ihre roots erforschen, das gibt Tourismus in benachteiligten Gebieten.

Hab das gerade erlebt, dass viele jetzt nach Polen fahren, weil ihre Eltern da gelebt haben und dann vertrieben wurden. (Riesengebierge usw.)
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Alt 02.06.2007, 20:11
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AW: Gül will die Almancis nicht mehr zurückhaben

Zitat:
Zitat von sdost Beitrag anzeigen
und Deutschland als ihre neue Heimat anerkennen."
Herr Gül hat nicht darüber zu befinden, wer welches Land als seine Heimat ansieht.
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  #9 (Permalink)  
Alt 03.06.2007, 15:54
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AW: Gül will die Almancis nicht mehr zurückhaben

Viele Türken in der Türkei ärgern sich über die Almancis. Sie lasten denen den schlechten Ruf an, den die Türken in Europa haben. Es ist den Türkei-Türken nicht verborgen geblieben, welche Reaktionen der Wunsch nach dem EU-Beitritt in Europa hervorgerufen hat.
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Alt 03.06.2007, 17:14
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AW: Gül will die Almancis nicht mehr zurückhaben

Gül kämpft für seine Kandidatur, ..... das sagt schon alles...
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