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  #1 (Permalink)  
Alt 10.06.2007, 13:22
Benutzerbild von sdost
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Positive Diskriminierung ist erwünscht

Frauen fordern Frauensteuer

10. Jun 13:04


Vielen Frauen bliebe nach Abzug der Kosten für Kinderbetreuung wenig vom Lohn übrig, deshalb suchen sie sich gar nicht erst eine Stelle. Politikerinnen und Frauen aus der Wirtschaft würden das gern ändern.
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Aus Politik und Wirtschaft kommt die Forderung nach Steuersenkungen nur für Frauen. Die Fraktionschefin der Grünen in Sachsen, Antje Hermenau, verlangte in der «Bild am Sonntag», die Einkommensteuer für Frauen zu senken. Im Gegenzug sollte die Belastung für Männer leicht angehoben werden. «Eine solche Steuersenkung wäre ein großer Beitrag zu mehr Gleichberechtigung.»

Problem der Kinderbetreuung lösbar




Hermenau, die auch Mitglied im Bundesparteirat der Grünen ist, hofft auf Veränderungen in der Arbeitswelt: «Endlich würden mehr Frauen arbeiten. Endlich würden viele Frauen zum Hauptverdiener in der Familie und viele Männer die weibliche Lebenssituation kennen lernen. Dann würde sich auch das Problem der Kinderbetreuung sehr schnell lösen.»
Eine mögliche Ungleichbehandlung nimmt die Spitzen-Grüne dabei in Kauf: «Lieber eine positive Diskriminierung als eine negative. Wenn Frauen finanziell besser gestellt werden, ermutigt das viel mehr Paare, Kinder zu bekommen.»
CDU-Politikerin Hermenau
Foto: dpaUnterstützung erhielt Hermenau von der Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen, Gertrud Traud. «Ich finde es richtig, die Steuern für Frauen zu senken. Das ist ein cleverer Ansatz, der zu mehr Gleichberechtigung führt. Natürlich würde ich mich auch persönlich über mehr netto freuen», sagte sie dem Blatt. Sie habe bereits mit männlichen Wirtschaftswissenschaftlern über das Modell gesprochen, die ebenfalls sehr viel Sympathie dafür gezeigt hätten. Die Chefin des Hightech-Unternehmens für Sicherheitstechnik Geze mit 1750 Mitarbeitern und 150 Standorten weltweit, Brigitte Vöster-Alber, betonte: «Frauen verdienen statistisch gesehen weniger als Männer. Da wäre das Modell niedrigerer Steuern für Frauen nur recht und billig.» Für viele Frauen sei es unwirtschaftlich, sich eine Stelle zu suchen, weil ihnen nach Abzug der Kosten für Kinderbetreuung netto wenig übrig bleibe, so Vöster-Alber. Außerdem hätten sie nach der Kindererziehung Schwierigkeiten, wieder in den Beruf zu kommen. Ihr Fazit: «Die Steuersenkungs-Idee würde der Volkswirtschaft sicher nutzen.» Grundlage für den Vorstoß ist laut «BamS» ein Konzept zweier italienischer Wissenschaftler. Die Professoren Alberto Alesina von der US-Elite-Universität Harvard und Andrea Ichino von der Universität Bologna hatten in einer Studie festgestellt: Steuersenkungen nur für Frauen würden deren Chancen auf Jobs erhöhen und langfristig die Arbeitsaufteilung innerhalb der Familie verändern. (AP)
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Geändert von sdost (10.06.2007 um 13:25 Uhr).
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  #2 (Permalink)  
Alt 10.06.2007, 13:33
Anouk
 
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AW: Positive Diskriminierung ist erwünscht

Zitat:
Zitat von sdost Beitrag anzeigen
Grundlage für den Vorstoß ist laut «BamS» ein Konzept zweier italienischer Wissenschaftler. Die Professoren Alberto Alesina von der US-Elite-Universität Harvard und Andrea Ichino von der Universität Bologna hatten in einer Studie festgestellt: Steuersenkungen nur für Frauen würden deren Chancen auf Jobs erhöhen und langfristig die Arbeitsaufteilung innerhalb der Familie verändern. (AP)
.. das habe ich vor einiger Zeit auch schon irgendwo gelesen (nicht in der "BamS", Süddeutsche oder Zeit, glaube ich) - als Modell klingt es jedenfalls sehr interessant, weil die beiden Wissenschaftler auch vorrechnen, dass Steuersenkungen für Frauen tatsächlich nur marginale Steueranhebungen für Männer erforderlich machen würden, und zugleich, oh Wunder, angeblich auch die Lohn-Nebenkosten sinken würden.

Als ich's las, klang es jedenfalls völlig einleuchtend; das Dumme ist nur, dass ich das Wesentliche schon wieder vergessen habe. Alzheimer.. :?
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  #3 (Permalink)  
Alt 10.06.2007, 13:37
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AW: Positive Diskriminierung ist erwünscht

Was für eine absurde Idee - und völlig an den eigentlichen Problemen vorbei. Frauen verdienen weniger? Natürlich sind die Unternehmer begeistert davon, für ihre weiblichen Mitarbeiter weniger Steuern zu zahlen. Was für ein wunderbares Argument, sie schlechter zu bezahlen als ihre männlichen Kollegen. Sehr schön auch, dass damit endlich mal offiziell geklärt ist, wer für die Kinderbetreuungskosten zuständig ist: die Mütter natürlich.

Seit Jahrzehnten liegt dafür ein Vorschlag auf dem Tisch, der dieses Problem wirklich lösen würde: das Ehegattensplitting durch ein Kindersplitting zu ersetzen. Das bedeutet, nicht mehr die Ehe steuerlich zu fördern, sondern die Kinder. Und nun dürft ihr drei Mal raten, an wem dieser Vorschlag bislang gescheitert ist.
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  #4 (Permalink)  
Alt 10.06.2007, 13:38
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AW: Positive Diskriminierung ist erwünscht

das klingt in der tat sehr interessant!

wo gräbst du nur immer die infos aus - sdost-beachtlich
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  #5 (Permalink)  
Alt 10.06.2007, 13:42
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AW: Positive Diskriminierung ist erwünscht

Für mich klingen die Argumente der Beführworter sehr blauäugig. Wieviel Steuern zahlen denn die Frauen derzeit? Mehr Einkommen bedeutet doch nicht zwangsläufig auch mehr Kinder. Gibt es denn soviele Arbeitsplätze die nicht besetzt werden können? Was ist denn mit dem Antidiskriminierungsgesetz? Dort wird doch klar geregelt, dass eine Stelle nicht ausschließlich für Frauen oder Männer ausgeschrieben werden darf.
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  #6 (Permalink)  
Alt 10.06.2007, 13:43
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AW: Positive Diskriminierung ist erwünscht

Puuuh, bitte verzeih, Andrea, mir ist es zu warm, um den Artikel jetzt noch mal rauszusuchen und die Details herauszufiltern - in der obigen Agenturmeldung kommt's jedenfalls arg verkürzt rüber. Und so doof war der Vorschlag echt nicht!, da ging's auch keineswegs um den Niedriglohn-Sektor und 400-Euro-Kräfte.

Aber wenn Du gestattest, schaue ich irgendwann nach Sonnenuntergang nochmal genauer.. ;) Vielleicht hat sich ja bis dahin auch jemand eingeklinkt, der weiß, was ich meine.
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  #7 (Permalink)  
Alt 10.06.2007, 13:57
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AW: Positive Diskriminierung ist erwünscht

Ich glaube gern, dass der Vorschlag mit zahlreichen schlauen und "Zeit"-tauglichen Argumenten unterfüttert ist. Klar ist aber trotzdem eins: Da wird von hinten durch die Brust ins Auge geschossen. In diesem Land ist gesetzlich geregelt, dass es keine Lohndiskriminierung geben darf - und ich erinnere daran, dass der Ursprung dafür war, dass Frauen genauso bezahlt werden sollten wie Männer. Und weil die Politik nicht in der Lage ist, das auch wirklich durchzusetzen, soll die Lohnungleichheit nun durch niedrigere Steuern subventioniert werden. Das löst das Problem der ungleichen Löhne nicht, sondern manifestiert es.

Erst recht wird damit nicht das Problem mangelnder und zu teurer Kinderbetreuung gelöst. Die Botschaft ist vor allem die: Es ist richtig, dass Frauen weniger verdienen und sie sind allein für die Kinder zuständig und sollen das auch hübsch weiterhin sein.

Wenn das Problem der Kinderbetreuung auf steuerlichem Weg geregelt werden soll, warum dann über die Frauen und nicht über die Kinder?
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