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Small-Talk Für 'nen netten Plausch oder tiefschürfende Diskussionen.

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  #1 (Permalink)  
Alt 15.06.2007, 08:55
Benutzerbild von alteglucke
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AW: Entführungsfall Madeleine, nur ein Täuschungsmanöver?

Zitat:
Zitat von Aroza Beitrag anzeigen
Selbst zuhause gehe ich höchstens mal 400 m weiter zum einkaufen, wenn sie für die Zeit vor dem Fernseher sitzt. Dann darf sie weder ans Telefon noch an die Tür. Vielleicht übertrieben, aber ich habe einfach Angst. Zumal mir vor 15 Jahren hier um die Ecke beinahe was passiert ist. Konnte aber noch flüchten... seither weiss ich aus eigener Erfahrung, dass es jederzeit überall passieren kann.
Sorry, jetzt bin ich OT, aber ja, das ist übertrieben, ich finde es ehrlich gesagt sogar erschreckend. Wie soll deine Tochter selbstständig werden? Du schreibst selbst, dass jederzeit und überall was passieren kann. Das heißt, man kann kein Kind so behüten, dass ihm sicher nichts passiert. Und für mich bedeutet das, meinem Kind beizubringen, wie es sich in bestimmten Situationen verhalten soll, ihm beizubringen, die Lage selbst einzuschätzen und richtig zu reagieren. Immer drauf aufzupassen ist jedenfalls keine Lösung.

Andrea
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  #2 (Permalink)  
Alt 15.06.2007, 09:25
alsadaha
 
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AW: Entführungsfall Madeleine, nur ein Täuschungsmanöver?

Zitat:
Zitat von alteglucke Beitrag anzeigen
Sorry, jetzt bin ich OT, aber ja, das ist übertrieben, ich finde es ehrlich gesagt sogar erschreckend. Wie soll deine Tochter selbstständig werden? Du schreibst selbst, dass jederzeit und überall was passieren kann. Das heißt, man kann kein Kind so behüten, dass ihm sicher nichts passiert. Und für mich bedeutet das, meinem Kind beizubringen, wie es sich in bestimmten Situationen verhalten soll, ihm beizubringen, die Lage selbst einzuschätzen und richtig zu reagieren. Immer drauf aufzupassen ist jedenfalls keine Lösung.
Das Thema wäre ja eigenen Thread wert.

Du hast sicher recht mit Deinem Beitrag.

Trotzdem kann ich Aroza sehr gut verstehen. Mein Sohn ist zwar erst fünf.
Aber ich beglucke ihn auch sehr und habe Angst vor dem Tag, an dem ich ihn loslassen muß.:?
Sicher liegt es bei mir auch an dem Vorfall, als ich meinen Sohn durch einen Autounfall fast verloren habe (ich habe ja schon öfter davon erzählt).
Meine Gedanken sind auch ständig voll mit dem, was passieren könnte.

Zudem kreisen in unserem Dorf auch des öfteren Gerüchte, daß das eine oder andere Auto hier vorbeigefahren sei und der Fahrer Kinder angesprochen habe.
Diese Gerüchte gibt es immer wieder wochenlang am Stück, und innerhalb dieser Wochen wollen zig Leute das Auto gesehen haben. Es gibt dann nicht nur diese Gerüchte, sondern auch die Polizei und Schul- und Kindergartenleitung wurden informiert.

Vor über einem halben Jahr hieß es, ein weißer Lieferwagen, der nicht zu unserem Kreis gehört, fahre herum und der Fahrer spreche Kinder an.
Monate später erzählte eine Mutter, bei deren Sohn meiner öfters spielt:
"Ach übrigens, habe ich Dir noch nicht erzählt, daß Dein Sohn von dem Fahrer eines weißen Lieferwagens bei uns in der Straße angesprochen wurde?"
Diese Familie wohnt in einer sehr langen Sackgasse am hintersten Ende im Wendehammer, wo die Kinder auch (ohne Aufsicht) spielten. Die Mutter kam gerade dazu, als mein Sohn mit diesem Mann sprach. Der Mann fragte ihn wohl, wo eine bestimmte Hausnummer sei, da kam die andere Mutter zum Glück. Sie sagte mir, er fragte nach einer Hausnummer, die ganz deutlich zu sehen am ganz anderen Ende der Straße (nicht in der Sackgasse) sei.
Erstens gab es da das Gerücht mit genau solch einem Auto.
Zweitens, wie kann man sooo kleine Kinder nach dem Weg fragen?
Drittens gab es diese Hausnummer in der Straße nicht, was deutlich am Anfang der Straße angezeigt wird.
Mir war es schon sehr mulmig, als ich davon (und erst nach Monaten) erfuhr.


Genauso hat Aroza davon berichtet, daß sie auch schon selber ein sehr schlimmes Erlebnis vor 15 Jahren hatte.
Bei ihr war es vielleicht dieses Erlebnis, bei mir vor allem der Autounfall, was uns dazu bewogen hat, noch besser auf unsere Kinder aufzupassen.

Ich finde es ehrlich schön, wenn Du so loslassen kannst, Andrea.
Sicher leben Du und Dein Kind besser damit- solange nichts passiert.

Ich kann es noch nicht.
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  #3 (Permalink)  
Alt 15.06.2007, 09:35
alsadaha
 
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AW: Entführungsfall Madeleine, nur ein Täuschungsmanöver?

Zitat:
Zitat von Aroza Beitrag anzeigen
Dann darf sie weder ans Telefon noch an die Tür.
Genau das versuche ich zur Zeit auch, meinem Sohn einzupauken- noch nicht zuverlässig mit Erfolg.:?
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  #4 (Permalink)  
Alt 15.06.2007, 09:38
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Übertriebene Fürsorge?

Ich habe folgendes geschrieben:
Zitat:
Zitat von Aroza Beitrag anzeigen
Selbst zuhause gehe ich höchstens mal 400 m weiter zum einkaufen, wenn sie für die Zeit vor dem Fernseher sitzt. Dann darf sie weder ans Telefon noch an die Tür. Vielleicht übertrieben, aber ich habe einfach Angst. Zumal mir vor 15 Jahren hier um die Ecke beinahe was passiert ist. Konnte aber noch flüchten... seither weiss ich aus eigener Erfahrung, dass es jederzeit überall passieren kann.
Worauf die Antwort kam:
Zitat:
Zitat von alteglucke Beitrag anzeigen
Sorry, jetzt bin ich OT, aber ja, das ist übertrieben, ich finde es ehrlich gesagt sogar erschreckend. Wie soll deine Tochter selbstständig werden? Du schreibst selbst, dass jederzeit und überall was passieren kann. Das heißt, man kann kein Kind so behüten, dass ihm sicher nichts passiert. Und für mich bedeutet das, meinem Kind beizubringen, wie es sich in bestimmten Situationen verhalten soll, ihm beizubringen, die Lage selbst einzuschätzen und richtig zu reagieren. Immer drauf aufzupassen ist jedenfalls keine Lösung.

Andrea
Da ich nun darauf antworten will, habe ich hier einen neuen Thread gemacht.

Erschreckend? Ich glaube, es gibt wesentlich schlimmere Sachen als das. Ich bin seit einigen Monaten dabei, mein Kind immer öfters Dinge alleine machen zu lassen. Dazu gehört, alleine heimzulaufen vom Schülerhort oder auch mal zum Bäcker gehen.

Ich muss dazu sagen, dass ich nicht in einem kleinen Dorf lebe, sondern mitten in der Stadt. Und meine Tochter muss viele Strassen ohne Zebrastreifen und Ampel überqueren.

Natürlich bringe ich meinem Kind bei, wie es sich in bestimmten Situationen zu verhalten hat. Aber was hat ein kleines 8jähriges Mädchen für Chancen, wenn sie z.B. in ein Auto gezogen wird? Da hilft reden oder wegrennen auch nicht mehr…. Außerdem ist mein Kind sehr herzlich und sehr aufgeschlossen. Sie hat kein Problem, sich mit fremden Erwachsene aus welchen Gründen auch immer zu unterhalten und in ein Gespräch verwickeln zu lassen. Und da zweifle ich ehrlich gesagt, dass sie im entscheidenden Moment „Nein“ sagen kann.

Ebenso natürlich darf sie mit Freunden draussen spielen und wenn sie nicht alleine ist, auch weiters weg auf den Spielplatz. Außerdem höre ich auch von anderen (Familie, Bekannte), dass meine Tochter sehr selbständig ist. Und genauso erlebe ich sie auch.

Wie ich schon geschrieben habe, habe ich selber schlechte Erfahrungen gemacht und wahrscheinlich darum etwas vorsichtiger wie andere.
__________________
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  #5 (Permalink)  
Alt 15.06.2007, 09:39
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AW: Entführungsfall Madeleine, nur ein Täuschungsmanöver?

Nur, um das deutlich zu machen: Es ist nicht so, dass ich die Sorgen nicht verstehe. Ich weiß natürlich genau wie jeder andere auch, was alles passieren könnte, und ich habe auch Angst, dass meinem Sohn so etwas passieren könnte. Aber ich und auch niemand anders kann immer auf ihn aufpassen. Deshalb denke ich, dass es wichtig ist, ihn selbst für die möglichen Gefahren zu wappnen. Und ich denke eben, dass Überbehüten zum Gegenteil führt.

Ganz am Rande: Mein Sohn hat gerade erst einen Selbstbehauptungskurs gemacht. Das hat ihm wahnsinnigen Spaß gemacht und da waren solche Situationen wie die mit dem weißen Auto genau das Thema. Ganz wichtig war es da aber auch, den Kindern keine Angst zu machen, sondern ihr Selbstbewusstsein zu fördern, ihnen klar zu machen, dass sie in solchen Situationen selbst etwas tun können.
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Anouk (15.06.2007)
  #6 (Permalink)  
Alt 15.06.2007, 09:42
alsadaha
 
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AW: Übertriebene Fürsorge?

Zitat:
Zitat von Aroza Beitrag anzeigen
Außerdem ist mein Kind sehr herzlich und sehr aufgeschlossen. Sie hat kein Problem, sich mit fremden Erwachsene aus welchen Gründen auch immer zu unterhalten und in ein Gespräch verwickeln zu lassen. Und da zweifle ich ehrlich gesagt, dass sie im entscheidenden Moment „Nein“ sagen kann.
Genauso ist mein Sohn auch.
Jeder ist begeistert, wie aufgeschlossen er ist und auf andere Menschen (egal, wie fremd) zu- und eingeht.
Leider ist so etwas in heutigen Zeiten nicht nur von Vorteil.

Vielleicht kann ja Andrea mein Posting aus dem anderen Thread zu diesem Thema hierher verschieben.
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  #7 (Permalink)  
Alt 15.06.2007, 09:45
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AW: Übertriebene Fürsorge?

Ja, ich sammel mal die passenden Teile aus dem Entführungs-Thread hierhin.
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  #8 (Permalink)  
Alt 15.06.2007, 09:56
AylinDeniz
 
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AW: Übertriebene Fürsorge?

Ich glaube mal ein pauschal Antwort darauf gibt es nicht.

Junior lass ich schon mal alleine zuhause um einkaufen zu gehen oder schicke ihn alleine los.
Allerdings hab ich ihn abends noch nie alleine gelassen, womit ich aber mal so langsam anfangen werde. Heißt natürlich nicht das ich mich sehr weit von zuhause entfernen werde und wer weiß wie lange wegbleibe, aber manchmal geht es nicht anders, z.B. wenn Elternabende sind. Allerdings habe ich das Glück das er dann jederzeit zu Oma runter gehen kann.
Und was das raus gehen betrifft, er muss mir nur sagen wenn er sich vom Haus entfernt. Sprich ins Dorf geht oder zum Schulhof oder Sportplatz oder wo die sonst noch so hingehen.

LG Aylin
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  #9 (Permalink)  
Alt 15.06.2007, 09:57
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AW: Übertriebene Fürsorge?

Ich bin zwar noch nicht Mutter im offiziellen Sinn, aber vielleicht sage ich auch mal was dazu!

Passieren kann glaube ich immer und überall was! Ich bin z.B. mit 9 gegen ein Auto gerannt, als wir für unsere Hortleiterin, was vom Bäcker gegenüber holen sollten und das in nem 800 Seelendorf!

Wichtig ist doch den Kinden so früh wie möglich beizubringen, wie sie selbstständig mit besonderen Situationen umgehen können, wenn die Eltern doch mal nicht dabei sind! In diesem Zusammenhang ist das Stärken des Selbstbweusstseins meiner Meinung nach von enormer Bedeutung!
Das Kind kann auch in ein Auto gezerrt werden, wenn es mit Freunden unterwegs aber es muss dann wissen, was am besten zu tun ist!

Ist es verantwortungslos sein Kind mit 2 Geschwistern alleine im Hotelzimmer zurückzulassen, wenn man nicht weit entfernt bei Freunden sitzt und ein Auge auf die Tür hat? Ich habe mir mehrmals die Frage gestellt? Eine Antwort kann ich nicht geben, aber wer rechnet schon damit, dass jemand in das Hotelzimmer einsteigt und das Kind entführt? Es gab ja in Deutschland schon Fälle in denen Kinder aus Landschulheimen entführt wurden oder sogar aus dem eigenen Elternhaus, obwohl die Eltern nebenan geschlafen haben!
Wo fängt den die Fürsorge an und wo hört sie auf? Was ist sinnvoll um mein Kind zu beschützen, was übertrieben? Darauf wird jeder, der selber Mutter oder Vater ist, seine eigene Antwort finden müssen. Ein Patentrezept gibt es da nicht!

Ich denke, meine Eltern sind da einen guten Weg gegangen. Ich bin zwar Einzelkind und im Inneren waren und sind sie immer noch sehr besogt um mich, aber ich habe (schon alleine weil beide immer voll beruftätig waren) von Anfang an eine große Portion an Selbstständigkeit mitbekommen (vor allem im Urlaub ;) )! Mich hätte es wohl eher gestört, wenn sie ständig an meinem Rockzipfel gehangen hätten und das schon recht früh!
Aber jedes Kind hat seine individuelle Persönlichkeit, nach der man sich richten sollte!

Als ihr Mamas und Papas, ich vertraue mal drauf, dass ihr alle Euer Bestes gebt!

LG Susi
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  #10 (Permalink)  
Alt 15.06.2007, 10:06
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AW: Übertriebene Fürsorge?

@AylinDeniz:

Genauso machen wir das auch. Und er war bei Elternabenden schon allein zu Hause. Im Großen und Ganzen hat das auch gut geklappt. Einmal hat er meinen Vater angerufen (meine Eltern wohnen bei mir um die Ecke), weil ihm das zu lange dauerte, bis ich wieder kam. Er könnte sonst auch zu unseren Nachbarn gehen - es gibt mehrere, die als "Auffangstation" in Frage kämen, aber das habe ich ihm bisher noch nicht gesagt, sonst steht er beim nächsten Mal bei denen vor der Tür, wenn ich die Haustür hinter mir zumache. Außerdem weiß er meine Handynummer auswendig.
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