... wenn man jemanden hat, der die Blumen giesst und zwischendurch die Post aus dem Briefkasten holt. Schon heisst´s Koffer packen und los geht´s.
Nicht bei uns.
Bis es bei mir und meinem Mann los gehen kann, sind wir mit den Nerven am Ende und haben Listen erstellt, Pläne gemacht und sind ca. 150 Kilometer gefahren.
Die Vorplanung: selbstverständlich muss das gesamte Haus inkl. der Fenster noch einmal geputzt werden, bevor man dies verlässt. Ebenso selbstverständlich habe ich dies erst gestern gemacht, damit es bis zu unserer Abreise nicht wieder dreckig ist. Der Garten musste ebenfalls noch auf der Vordermann gebracht werden, damit die Nachbarn das Gefühl bekommen, wir wären ganz gewissenhafte Personen.
Ich habe Post-its erstellt, die nun schön sorgsam an jedem einzelnen Mäuse- und Hamsterzuhause kleben mit Fütterungsanweisungen - dreimal wurden sie bis jetzt schon von den Frettchen abgerissen und im Zweifelsfall werde ich unserer Tierbetreuerin die Anweisung geben, sie soll einfach überalle eine handvoll Futter reinschmeissen.
Die Fische und Schildkröten sind jetzt schön dick gemästet worden, sodass sie während unserer Abwesenheit nicht gefüttert werden müssen. Meine Freundin meint´s einfach zu gut und bevor sie eine komplette Ration Futter, welches für ein Jahr bestimmt ist, auf einmal reinschmeisst, heisst´s Finger weg.
Die Kaninchen- und Meerscheinchengehege werden wir heute nochmal komplett säubern, sodass sie ebenfalls nur mit Futter und Wasser versorgt werden müssen. Selbstverständlich habe ich so viel Heu gekauft, dass ich einen gesamten Reiterhof damit versorgen könnte - man weiss ja nie.
Die Katzen sind alle schön gestriegelt, haben im Haus zehnmal mehr Futternäpfe stehen als sonst, fressen sich jetzt schon die Backen fett und reihern mir auf den frischgeputzten Schreibtisch. Für sie habe ich, ich wollte ja weder unter- noch übertreiben, 100 Dosen gekauft und zudem 30 kg Trockenfutter gebunkert.
Eine genaue Fütterungsanweisung liegt schon in der Küche; 2 Seiten habe ich geschrieben, aber letzten Endes steht nicht mehr drauf als: Dose auf, Futter verteilen.
Vor einer halben Stunde bin ich von der Hundepension zurück. Unser Jüngling Ben wird nicht, wie die anderen beiden Hunde, zuhause bleiben, sondern ihn habe ich für die Woche in eine Hundepension deluxe eingebucht.
Für Notfälle gab ich gleich 5 verschiedene Handynummern mit ab und habe gleichzeitig meine Freundin geimpft, dass sie ihn bitte abholen soll, wenn sich die Pensionsbetreiber melden, weil der Hund heult vor lauter Elend.
Das Frettchengehege wird gleich auch nochmal gesäubert u. die Katzenklos bekommen ebenfalls nochmal ihr Fett weg.
Dann werde ich heute noch einen Korb wäsche bügeln - man/frau weiss schließlich nie, was mit kommt oder nicht, deshalb lieber alles bügeln.
Zudem geht´s noch eine große Runde mit den Hunden ins Feld, dann folgt schon die Verabschiedung. Kann ich ja schlecht morgen früh um 6 machen - ich möchte nicht verheult am Flughafen ankommen.
Am Nachmittag möchte ich mir ein langes Bad gönnen - inkl. anschließendem Badezimmerprogramm: rasieren, Brauen noch sorgfältiger als sonst zupfen, Haare glätten, Gesichtsmaske und mal schauen was noch.
Am Abend habe ich dann noch einen Termin um mir die Nägel und Fussnägel machen zu lassen, muss ja auch unbedingt vor dem Urlaub sein.
Am späten Abend geht´s ans Koffer packen und ans hysterisch werden, weil ich wahrscheinlich die Kamera suche, das Ladekabel nicht finden kann, die Pins vom Handy nicht mehr weiss und meine Sonnenbrille nicht da ist, wo sie sonst ist.
Irgendwann liege auch ich im Bett und kann mich endlich freuen...
... aber wer weiss, was mir morgen früh noch alles einfällt.
Der ganze Aufwand für eine Woche Urlaub. So sieht´s nämlich aus.