Ja, ernsthaft - auch ohne Askimalarm kann der Türkeiaufenthalt schön sein.
Unser einwöchiger Türkeiurlaub begann letzte Woche Donnerstag.
Nachdem wir viel zu früh am Flughafen waren und wie immer am Check-in-Schalter mit der längsten Schlange anstanden, konnte der Urlaub beginnen.
Wir kamen am Nachmittag in Antalya an und konnten nicht glauben, wie warm es um diese Jahreszeit noch ist - kenne ich es sonst aus vergangenen Jahren, dass es Ende August/Anfang September doch meist nicht mehr ganz so heiss ist wie im Sommer. Pustekuchen.
Der kleine, vom Reiseveranstalter bereitgestellte Bus brachte uns dann auf schnellstem Wege zum Hotel, sodass wir zwei Stunden später schon im Pool hockten.
Schon auf dem Weg zum Hotel, als wir an der Grenze zur Kaleici die Schranken passiert haben, wusste ich, dass wir das richtige gemacht haben. Es war so, wie ich es mir vorgestellt habe - enge, holprige Gassen - für unsere Autos wahrscheinlich unbefahrbar, aber das Fahren mit türkischen Autos macht hier erst richtig Spaß.
Unser Hotel sah von aussen schon mal wunderschön aus. Romantisch, klein, nett gelegen und total gepflegt.
Ich muss hinzu sagen, dass wir uns bewusst für ein solches Hotel entschieden haben - ich hatte keine Lust auf Bettenhochburg und 5*Sterne Club-Urlaub mit Massentourismus etc.
Unser ausgesuchtes Hotel hat lediglich 41 Zimmer und bietet statt All-Inclusive-Saufgelage einen angenehmen, ruhigen Urlaub. Anstatt johlender Animateure, die über Lautsprecher eine Runde Clubtanz anpreisen, wurden wir über die Lautsprecher sachte mit schöner türkischer Musik verwöhnt - denn: es gibt hier keine Anis.
Das Hotel hat eine tolle Lage inmitten der Kaleici, wenn auch etwas oberhalb. Die Aufteilung, die Anlage, die Zimmer, der Poolbereich und vor allem der Terrassenbereich waren wunderschön. Die Ausstattung ist ganz anders als die, die man aus den großen Hotels kennt und ist ziemlich dunkel antik gehalten.
Die Terrasse erinnert mehr an Märchenwald als an Terrasse - große schöne Bäume und Pflanzen überall, zwischen den Tischen sind nette Blumenbeete angelegt, sodass man hier nicht dem Tischnachbarn das Essen vom Teller wegguckt.
Der Pool ist ebenfalls traumhaft und umrandet von alten, antiken Gemäuern, die mit himmlischen Rankenpflanzen bewachsen sind.
Das Hotepersonal ist nett, höflich, zuvorkommend und da alles so familiär klein gehalten ist, hat der Chefkoch jeden Abend Zeit gehabt, um mit den einzelnen Gästen zu plaudern oder auch mal einen persönlichen Wunschnachtisch zu kochen.
Das Hotel war also wirklich eine Wucht und wir werden bestimmt wieder dorthin fahren - irgendwann.
In erster Linie wollten wir uns im Urlaub erholen und haben von daher von großen Touren etc. abgesehen.
Einzig und allein einen Tag lang waren wir von morgens bis spät abends unterwegs. Wir haben uns einen Leihwagen gemietet und sind morgens nach Alanya - wollte ich dort doch unbedingt wieder in meinem Lieblingsklamottenladen einkaufen und war erstaunt, dass der Chef dort mich nach über einem Jahr tatsächich wieder erkannt hat.
Nachdem wir genügend Geld im Laden gelassen haben, haben wir noch ein fettes Eis gegessen und sind dann auch schon weiter gedüst nach Manavgat. Dort haben wir Freunde besucht, geplaudert und ich habe in Erinnerungen geschwelgt - an die Zeit, wo ich Manavgat noch als zweite Heimat bezeichnet habe.
Von Manavgat aus ging´s dann nach Side. Dort wollten wir unserem zweiten Lieblingsladenchef einen Besuch abstatten und in seiner Schmuckauswahl stöbern, erfuhren aber von seinem Neffen, dass er den Laden vor einem Monat verkauft hat und nun in Schweden lebt. Nun denn.
Also ging´s dann zu der Pension, wo wir letztes Jahr einige Nächte verbracht haben und haben dort zu Abend gegessen, bevor es dann auch schon wieder zurück nach Antalya ging.
Eigentlich wollten wir an diesem Ausflugstag auch noch nach Demirtas ins Tierheim - haben uns aber letzten Endes doch dagegen entschieden, da ich gefahren bin und ich dem Leihwagen den schweren Weg die Serpentinen hoch nicht zugetraut habe. Der Weg zum Tierheim ist nicht ohne und ich hatte zu viel Schiss, mit dem Wagen nachher irgendwo in der Böschung zu hängen.
Wir haben im Urlaub ein sehr nettes Ehepaar kennen gelernt und haben einige Tage auch komplett zusammen verbracht. Da die Frau gebürtige Türkin ist, hatte mein Mann dann auch privat mal Gelegenheit türkisch zu reden und war nicht gezwungen deutsch oder englisch zu sprechen.
Wir haben ziemlich viel Zeit einfach nur faul am Pool gelegen oder sind mit der Strassenbahn zum nahegelegenen Kiesstrand gefahren. Der Strand war mehr von Einheimischen besucht als von Touristen und hat mir von daher sehr gut gefallen. Es macht einfach viel mehr Spaß, am Strand türkische Familien zu beobachten, die Wassermelone, Käse und Brot verspeisen und einen dann noch einladen, sich dazu zu setzen und mit zu essen als Deutsche zu sehen, die sich darüber aufregen, dass der Strand kieselig ist und an den Füssen weh tut und das Wasser eh viel zu salzig ist.
Abends sind wir oft in der Kaleici flaniert. Es ist ein Traum in diesen kleinen Gassen zu spazieren, sich in die schnuckeligen gemütlichen Hinterhöfe zu setzen und Livemusik zu hören und den Geschäften in Miniaturausgabe einen Besuch abzustatten.
An einem Abend wollten wir feiern gehen und sind somit im Club Arma gelandet. Von der Aufmachung her ist´s wirklich eine tolle Disco, die auf einem Felsvorsprung liegt und man quasi von der Tanzfläche aus direkt ins Meer springen kann. Die Aufmachung und Größe des Clubs ist wie gesagt echt nett, aber leider gefiel uns das Publikum und das überaus aufdringliche Personal überhaupt nicht und zudem sahen wir es nicht ein, für beispielsweise zwei Campari-O 50 YTL zu zahlen. Nachdem wir dort also mit dem befreundeten Ehepaar jeder ein Bier getrunken haben, sind wir wieder weg und fanden es durchaus interessanter den Abend in einem dieser netten Hinter - oder Innenhöfe zu verbringen, gute Livemusik zu hören und einen Campari-O für 7 YTL zu trinken.
Im Großen und Ganzen war dies auch schon unser Urlaub. Für den einen - der lieber in großen Club-Anlagen rumhängt - vielleicht langweilig, für uns aber war´s wirklich großartig.
Es gab keine Askims, zumindest nicht im Hotel und wir haben wirklich Türkei-Urlaub gehabt und nicht einen Nebenort Russlands besucht.
Obwohl wir nicht im Tierheim waren, habe ich mich dennoch um die herrenlosen Tiere vor Ort gekümmert und wenigstens eine Woche lang haben einige Katzen und Hunde in der Kaleici ständig was zu Fressen gehabt. Ich kam mir immer vor wie der Rattenfänger von Hameln wenn ich abends mit meiner vollgepackten Tüte und zu Futtern für die Tiere losmarschiert bin, aber sei´s drum - hauptsachte die Tiere konnten gut dinieren.
An letzter Stelle möchte ich nochmal auf meinen gestern geschriebenen Bericht
"Wer hat ein Plätzchen im Herzen frei?" hinweisen. Mir liegt der Bericht und auch das Wohl des Kätzchens sehr am Herzen und ich würde mich über Feedback freuen.