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  #21 (Permalink)  
Alt 09.09.2007, 20:24
Benutzerbild von MemoSan
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Ich bin zwar nicht so ein wahnsinniger Kunst-Kenner, aber zuhause oder im Auto höre ich mir lieber Zusammenstellungen von Arien aus verschiedenen Opern an, als eine ganze Oper. Dazu gehe ich lieber auch gerade wegen der Atmosphäre direkt in ein Opernhaus.
Mea Culpa:
in 17 Jahren in Dresden habe ich es noch nicht in die Semperoper geschafft.
Leider sind ein Großteil der Eintrittskarten für Hotelketten reserviert und der kleine Rest geht an die Stammkundschaft
__________________
Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur ungeeignete Kleidung.
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  #22 (Permalink)  
Alt 09.09.2007, 22:10
Anouk
 
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Ich mag Opern. Nicht alle, natürlich, Salomé von Strauss (was Genevieve schrieb) ist wirklich grauslich, und Wagner ist mir meist zu bombastisch. Aber Verdi, Puccini, Mozart.. das mag ich sehr gern. Mit Operetten kann ich weniger viel anfangen. Dann lieber ein tolles Musical, Pop-, Jazz- oder Rockkonzert.

@alteglucke: Die Zauberflöte wäre für den Einstieg natürlich ideal!
Aber anderes geht auch. Die erste Oper, die ich je gesehen hab, mit 9, war "La Traviata" - umwerfend!, meine Güte, war das toll. Ab da war ich angefixt. Und meinen Kurzen hab ich zum ersten Mal mitgenommen, als er 10 war. Auf dem Spielplan stand (ausgerechnet!) Verdis "Don Carlos". Keine leichte Kost, es dauerte fast vier Stunden, ich hatte große Bedenken. Völlig unbegründet - er fand's klasse!
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  #23 (Permalink)  
Alt 09.09.2007, 22:45
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Ich habe gerade schon mal geschaut, was in Frage kommen könnte: In absehbarer Zeit gibt´s bei uns "La Boheme" und "Otello", und vor Weihnachten natürlich "Hänsel und Gretel". Aber nächstes Jahr gibt´s auch in Bonn die "Margarethe".

Liebe Genevieve, kannst du mir was über "Der Jahrmarkt von Sorotschinzy" sagen? Was ich gelesen habe, hört sich alles sehr schön an, aber ich bin mit mir völlig unbekannten Stücken etwas vorsichtig, seitdem ich mir mal völlig unwissend und planlos eine Zwölfton-Oper angeschaut habe.
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  #24 (Permalink)  
Alt 09.09.2007, 22:53
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

sagt mal, wie teuer sind bei euch die karten?

habe mir gerade das programm unseres provinztheaters angeschaut. für mich und zwei kinder müsste ich 99 € bezahlen *schluck*. ich kann mich noch an preise knapp unter dem zweistelligen bereich erinnern.

man merkt, dass ich lange nicht mehr im theater war (habe einen intensivtheaterabtörnkurs in form eines theaterpraktikums gemacht).
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  #25 (Permalink)  
Alt 09.09.2007, 22:57
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Bei uns kosten die billigsten Karten 12,10 Euro und die teuersten 47,50 Euro. Ich käme auf denselben Preis, den ich vor ein paar Monaten für den Zirkus bezahlt hab.
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  #26 (Permalink)  
Alt 09.09.2007, 23:02
Genevieve
 
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Zitat:
Zitat von Anouk Beitrag anzeigen
Aber anderes geht auch. Die erste Oper, die ich je gesehen hab, mit 9, war "La Traviata" - umwerfend!, meine Güte, war das toll. Ab da war ich angefixt.
la traviata hat aber auch ein unglaublich starkes libretto, das von verdi genial ungesetzt wurde. jede arie ist sozusagen ein hit und verdi gelingt es tatsächlich, die musikalische form mit dem inhalt zu verknüpfen, wobei er eine bemerkenswerte psychologische tiefe erreicht.
die geschichte ist zwar extrem, aber in jeder minute glaubhaft.

was sich zum einstieg meines erachtens auch gut eignet, ist "carmen" von bizet.

meine persönlichen favoriten heissen:

vivaldi "tito manlio"
händel "tamerlano" (übrigens auf einer legende um den osmanischen sultan bayezid basierend)
mozart "don giovanni"
beethoven "fidelio"
donizetti "lucia di lammermoor" (alleine die wahnsinnsarie!)
verdi "aida" und "othello"
offenbach "hoffmanns erzählungen" (die sache mit klein zack ist einfach nur genial!)
saint-saens "samson und dalila"
puccini "madame butterfly"
strawinskij "the rakes progress"
janacek "das schlaue füchslein" (auch sehr schön für kinder)

jagen kann man mich, wie bereits erwähnt, mit wagner und richard strauss. angesichts des symphonischen gigantismus bin ich zudem erleichtert, dass gustav mahler die welt nicht noch mit opern bedacht hat.

apropos wagner- ich kann ja weder den hype um bayreuth noch sonstigen kult um den kerl verstehen. mal abgesehen, von der verquasten ideologie, die dahinter steht. mit 16 bin ich in parsival gnadenlos eingepennt, langweilte mich ein jahr später in lohengrin zu tode. ich dachte, irgendwann kommt die begeisterung noch. fehlanzeige. das zeug zu spielen ist genauso fies wie es anzuhören. wieder mal parzival: da hockt man im graben, hat ne halbe stunde nichts zu tun und muss dann plötzlich dieses abartige solo im karfreitagszauber blasen. mein kollege pflegte immer zu sagen: "wagner, mensch, da geht einem doch echt die hose auf vor begeisterung."


und wie siehts bei euch aus? welche opern mögt ihr am liebsten, welche gehen gar nicht? oder auch bei komponisten an sich...vorlieben? abneigungen?
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  #27 (Permalink)  
Alt 09.09.2007, 23:13
Genevieve
 
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Zitat:
Zitat von alteglucke Beitrag anzeigen

Liebe Genevieve, kannst du mir was über "Der Jahrmarkt von Sorotschinzy" sagen? Was ich gelesen habe, hört sich alles sehr schön an, aber ich bin mit mir völlig unbekannten Stücken etwas vorsichtig, seitdem ich mir mal völlig unwissend und planlos eine Zwölfton-Oper angeschaut habe.
mmm, ist von mussorgsky und der ist ja kein zwölftöner. allerdings hat tscherepin das ding vollendet und wohl so manches harmonische leckerli reingepackt. aber teile "der nacht auf dem kahlen berge" stecken drin und das ding ist in jedem fall ein kracher, der ordentlich abgroovt.
ich hab nur mal in so einem mixprogramm auszüge draus gespielt, das ganze werk kenne ich nicht. aber was da auf dem pult lag, war brauchbar. also ich würde es riskieren. ich glaube, das ist eine "komische oper", aber ich bin nicht ganz sicher (muss mal nachgucken)
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  #28 (Permalink)  
Alt 09.09.2007, 23:16
Genevieve
 
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Zitat:
Zitat von alteglucke Beitrag anzeigen
Bei uns kosten die billigsten Karten 12,10 Euro und die teuersten 47,50 Euro. Ich käme auf denselben Preis, den ich vor ein paar Monaten für den Zirkus bezahlt hab.
also ich finde das durchaus vertretbar, vor allem, wenn man mal bedenkt, welch ein logistischer aufwand in einem opernhaus steckt.

ich frag mich manchmal echt, warum sich die leute beschweren, theater sei so teuer. komischerweise die am lautesten, die ein paar hundert euro für einen musicalbesuch in irgendeinem dieser stella-tempel hinlegen oder keine probleme haben, für die eintrittkarte eines pop-ikonen-konzertes 150 euro auf den tisch zu hauen- und sich damit noch in massen kreischender teenies wälzen müssen
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  #29 (Permalink)  
Alt 09.09.2007, 23:20
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Zitat:
Zitat von Genevieve Beitrag anzeigen
ich glaube, das ist eine "komische oper", aber ich bin nicht ganz sicher (muss mal nachgucken)
Ja, stand so im Programm. Und ich bin alles andere als eine Opern-Kennerin. Ich schau und höre mir was an, und mir gefällt´s oder nicht. Und gelegentlich spielen dabei auch noch andere Dinge eine Rolle als die Musik. Ich fand z.B. die Staatsoper Unter den Linden in Berlin schon ganz allein für sich toll.
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  #30 (Permalink)  
Alt 09.09.2007, 23:24
Genevieve
 
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Zitat:
Zitat von alteglucke Beitrag anzeigen
Und gelegentlich spielen dabei auch noch andere Dinge eine Rolle als die Musik.
mir sind ehrlich gesagt diese völlig sterilen bühnenbilder ein graus. genauso wie regisseure, die auf gedeih und verderb jedes ding unbedingt in die gegenwart transportieren damit "wir uns auch ja alle drin wiederfinden" *stöhn*

oper muss für mich alle sinne ansprechen und ich mag es von kulisse und kostümen her gerne etwas opulenter.

neulich habe ich den "wildschütz" gesehen (platte handlung, ok), aber das spielte, wie vorgesehen, im biedermeier. hat mir sehr gefallen und dieser krampfige gegenwartsbezug fiel völlig weg.
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