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  #31 (Permalink)  
Alt 09.09.2007, 23:28
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Ja, das fiel mir gerade ein, als ich mir die Szenenfotos von Otello angeschaut hab. Nix für mich und schon gar nicht für mein Kind (da finde ich übrigens auch den ganzen Mord und Totschlag schwierig, den es in den Opern so gibt): Krankenhausbetten und Straßenanzüge.

Und mein Kind erwartet, dass die Leute in der Oper so aussehen wie in "Little Amadeus".
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  #32 (Permalink)  
Alt 09.09.2007, 23:40
Anouk
 
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Zitat:
Zitat von Genevieve Beitrag anzeigen
jagen kann man mich, wie bereits erwähnt, mit wagner und richard strauss. angesichts des symphonischen gigantismus bin ich zudem erleichtert, dass gustav mahler die welt nicht noch mit opern bedacht hat.


Ich merke, musikalisch verstehen wir uns. Mahler macht mich fertig! Einzige Ausnahme: die Einspielungen von Günter Wand - da hab ich kapiert, was gemeint war und fand's sogar richtig schön. Und Wand war sowieso genial, diese Art zu dirigieren, mit ganz kleinen, sparsamen Gesten - unglaublich. Da wurde selbst der fette Mahler ganz filigran und transparent. Tolle Konzerte, die ich sehr genossen hab. Ansonsten verstaubt bei mir eine nahezu nagelneue 2. Symphonie ("Auferstehung") mit Gilbert Kaplan: scheußlich, nur was für Freaks.

Geändert von Anouk (09.09.2007 um 23:46 Uhr). Grund: Tippfehler
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  #33 (Permalink)  
Alt 09.09.2007, 23:51
Genevieve
 
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Zitat:
Zitat von Anouk Beitrag anzeigen
Und Wand war sowieso genial, diese Art zu dirigieren, mit ganz kleinen, sparsamen Gesten - unglaublich. Da wurde selbst der fette Mahler ganz filigran und transparent. .
hab einmal aushilfe gemacht in einem anderen laden, als wand dirigiert hat- genial. super sind auch seine brahmseinspielungen mit dem ndr.

womit man mich auch noch jagen kann, ist bruckner. der hat zum glück auch keine opern verbrochen. der herr sei gepriesen, dem herr seis gedankt
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  #34 (Permalink)  
Alt 10.09.2007, 08:36
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Zitat:
Zitat von alteglucke Beitrag anzeigen
Dann könnte sich das fast niemand mehr leisten. Popkonzerte finanzieren sich selbst, weil sie teilweise von tausenden Zuschauern besucht werden. Das ist in der Oper unmöglich.
Meines Erachtens sind das Problem eher feste Häuser, festes Ensemble, teure Intendanten und Spitzengagen. Außerdem nicht genügende Auslastung.
In Berlin gibt es nebender 3 Häuser der Stiftung Oper die Neuköllner Oper, die wesentlich geringer subventioniert wird.

Zitat:
Zitat von alteglucke Beitrag anzeigen
Mich stört an der Subventionierung allerdings, dass die Karten trotzdem noch so teuer sind, dass sie sich nur "Besserverdienende" leisten können.
Bei der Deutschen Oper Berlin geht es los mit 12 € bis 118 €, möglich sind noch Ermäßigungen. Restkarten für ALG II Empfänger 3 €.
http://www.deutscheoperberlin.de/tic...?id_language=1

Hier in Berlin (kein Geld) gab/gibt es ein Riesengezerre, der Bund sollte mitzahlen, das wurde abgeschmettert, man will sich aber an der Sanierung der Staatsoper (150 Millionen €) beteiligen. http://www.rbb-online.de/_/nachricht...ws6393520.html

Es gibt einen Plan die Subventionierung auf 99 Millionen € zurückzuführen.
Im vorigen Jahr sprach die FAZ von einer Subventionierung je verkaufter Karte von ca. 150 €.
Das müsste man aber meines Erachtens noch mit der Qualität des Sitzplatzes gewichten, dann käme man auf über 1000 € Subvention auf den Plätzen für die Pfeffersäcke, die dann auch gerne als Freikarten für Ehrengäste genutzt werden.
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  #35 (Permalink)  
Alt 10.09.2007, 09:07
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Zitat:
Zitat von Genevieve Beitrag anzeigen
mir sind ehrlich gesagt diese völlig sterilen bühnenbilder ein graus. genauso wie regisseure, die auf gedeih und verderb jedes ding unbedingt in die gegenwart transportieren damit "wir uns auch ja alle drin wiederfinden" *stöhn*

oper muss für mich alle sinne ansprechen und ich mag es von kulisse und kostümen her gerne etwas opulenter.

neulich habe ich den "wildschütz" gesehen (platte handlung, ok), aber das spielte, wie vorgesehen, im biedermeier. hat mir sehr gefallen und dieser krampfige gegenwartsbezug fiel völlig weg.

das übelste, was mir je untergekommeen ist, war ARABELLA in der deutschen oper. das bühnenbild war so was von entsetzlich , beim frustierten tiefen durchatmen bekam ich eine staublunge und habe das haus verlassen....hinzu kam, das arabella im echten leben mindestens 60 war und hier die 17-jähr.ige mimen sollte. allein schon der busen hat den armen jüngling platt gemacht- gott sei dank habe ich nicht mehr die schlafzimmerszenen verfolgt...

aber oper an sich hat für mich immer etwas geheimnisvolles, selbst alte bühnenbilder , die eben anfangs auf mich als verstaubt daherkamen, haben letztendlich mich doch wieder mal dazu gebracht, mich dem zeitgeist der oper zuzuwenden und somit auch wieder mal den in den meisten opern meist unbekannten librettisten ...die aufregenste erfahrung in opern habe ich bei aufführungen der SPRUNG über den schatten (krenek) DIE frau ohne schatten ( text nach hugo v. hoffmannsthal ) oder TITANIC von wilhelm siebert oder auch zemlinsky's ES war einmal...allesamt opern aus den frühen zwanzigsten jahrhundert . vielleicht , weil diese opern kaum noch aufgeführt werden ( zemlinsky fast nur noch symphonisch) sind sie echte raritäten. aber für anfänger eben wären sie eine echte herausforderung...

na ja.die erinnerung an zemlinsky's märchenoper führte mich dann wieder zurück zu mahler, auch zu alma mahler, da wiederum zu krenek, über krenek wiederum zu humperdinck, dessen von ihm benannte " familienübel" HÄNSEL und gretel auch ein guter einstieg in die moderen oper wäre. für ganz hartgesottene kann ich den WOZZEK von alban berg empfehlen . eine sehr aufregende und sehr dramatische musik- die , wenn man die handlung nach georg büchner kennt, einen sehr klaren bezug zur heutigen zeit bauen kann.

mar
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Geändert von mar (10.09.2007 um 09:19 Uhr).
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  #36 (Permalink)  
Alt 10.09.2007, 10:39
Genevieve
 
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Zitat:
Zitat von mar Beitrag anzeigen
da wiederum zu krenek,
stimmt. dessen "jonny spielt auf" ist auch ein starkes stück.

Zitat:
für ganz hartgesottene kann ich den WOZZEK von alban berg empfehlen . eine sehr aufregende und sehr dramatische musik- die , wenn man die handlung nach georg büchner kennt, einen sehr klaren bezug zur heutigen zeit bauen kann.
stimmt. wozzeck ist hardcore. lulu aber auch.

was ich neulich gesehen habe und mich gefragt habe, was es eigentlich soll, war eine oper namens "kommander kobayashi" von moritz eggert und weiteren komponisten. da ging es in mehreren episoden um die besatzung eines raumschiffes, das von einem kometen bedroht wird. mehr wie gehampel, gequieke und möbel zertrümmern war da nicht- also ganz so, wie in manchen tt-askim-threads
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  #37 (Permalink)  
Alt 10.09.2007, 10:46
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Zitat:
Zitat von Genevieve Beitrag anzeigen
da ging es in mehreren episoden um die besatzung eines raumschiffes, das von einem kometen bedroht wird. mehr wie gehampel, gequieke und möbel zertrümmern war da nicht- also ganz so, wie in manchen tt-askim-threads
also der vergleich ist köstlich! ich überlege gerade , ob , umgelegt auf die askimnaden, die besatzung den kurs ändern sollte- ich befürchte eher, sie wird mit entblösster brust sich heldenhaft in den untergang stürzen.

mir fiel noch das SCHLAUE füchslein ein, in der felsenstein-inzenierung mit irmgard arnold als füchslein. leider gibts da nur noch uralte mittschnitte aus der zeit...ist ja schon lange her....irmi aber ist immer noch so vital und witzig, wie anno dazumal.
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  #38 (Permalink)  
Alt 10.09.2007, 10:47
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Zitat:
Zitat von Genevieve Beitrag anzeigen
da ging es in mehreren episoden um die besatzung eines raumschiffes, das von einem kometen bedroht wird. mehr wie gehampel, gequieke und möbel zertrümmern war da nicht- also ganz so, wie in manchen tt-askim-threads
also der vergleich ist köstlich! ich überlege gerade , ob , umgelegt auf die askimnaden, die besatzung den kurs ändern sollte- ich befürchte eher, sie wird mit entblößter brust sich heldenhaft in den untergang stürzen.

mir fiel noch das SCHLAUE füchslein ein, in der felsenstein-inzenierung mit irmgard arnold als füchslein. leider gibts da nur noch uralte mittschnitte aus der zeit...ist ja schon lange her....irmi aber ist immer noch so vital und witzig, wie anno dazumal.
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Alt 10.09.2007, 13:55
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AW: Die Oper: Hat sie eine Daseinsberechtigung?

Ich finde Opernhäuser haben allemal eine Daseinsberechtigung. Ich finde es nur schaden, wenn z.B. nur Neuinszenierungen. Ich habe die Zauberflöte in Wien gesehen und alle sind nur in Kutten herumgelaufen und nur ein schwarzer Hintergrund. Das war schrecklich. Aber in 2 Wochen schau ich mir Tosca in der Wr. Staatsoper an. Das wird sicherlich ganz toll.
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