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17.09.2007, 15:43
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Reingestolpert
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Junge Türken in der Schule
Merhabba Freunde
wie ihr wisst bin ich Lehrer an einer Realschule, habe diesen interkulturellen Gesprächskreis ins Leben gerufen und habe auch Ethik. Der gesprächskreis beginnt erst in einer Woche, diesmal haben wir ihn als Wahlunterricht ausgeschrieben und ich fürchte, es habe sich sehr(zu) viele gemeldet, ich meine 30 Schüler sind eine Klasse aber kein Gesprächskreis, naja vielleicht muss ich 2 Gruppen machen, abwarten. Ethik 7. Klasse heißt: 10 türkische Schüler und drei Deutsche. Was erwarten türkische Eltern vom Ethikunterricht frage ich mich oft.... und was die deutschen Eltern, die aus der Kirche ausgetreten sind und ihren Kindern beigebracht haben, dass das alles Lüge ist.
Vielleicht kann man mir hier eine Antwort darauf geben, was türkische Eltern erwarten.Ob's dann geht, ist was anderes.Immerhin gibt's einen Lehrplan, der aber sehr allgemein gehalten ist. Wir werden halt erst einmal versuchen zu klären, was ethisch gut ist und was allgemein als Unrecht angesehen wird. Über den Islam will ich meine türkischen Schüler Referate halten lassen, brauche ja sowieso Noten. Und die deutschen sollen halt Referate über ihrer Weltanschauung halten. Und dann können wir nach ethischen Gemeinsamkeiten suchen, die es sicherlich gibt.
Werde auf jeden Fall hier öfter mal berichten und freue mich über jeden Rat und jede Idee.
Tschüß
Michael
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17.09.2007, 15:50
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TT-Gelegenheitsposter
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AW: Junge Türken in der Schule
Ich wüsste nicht,was türkische Eltern da groß zu erwarten haben?
Bei uns war Ethik Pflicht,wir konnten uns alle aussuchen,wer Religion will oder Ethik,am Ende waren es 2 Gleichgleichgroße Kurse und unsere Lehrerin hat uns selbst die Themen aussuchen lassen.
Wir durften selbst entscheiden was wir in einem Jahr alles durchnehmen wollen.
Wir haben z.B. viel über Sekten geredet und die verschiedensten Religionen,Ethik war bei uns mehr ein Diskussionsfach und es wurde neben Referaten hauptsächlich die mündliche Mitarbeit benotet.
Ich weiß wie gesagt nicht,was die Eltern da erwarten hätte,oder hat sich mal jmd beschwert?
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Am Ende gilt doch nur,was wir getan und gelebt haben- und nicht was wir ersehnt haben...
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17.09.2007, 21:50
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TT-Gelegenheitsposter
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AW: Junge Türken in der Schule
fach ethik hört sich interessant an, so etwas hatten wir nie. unser träger der schule war die evangelische kirche und dementsprechend gab es nur evangelischen oder katholischen religionsunterricht, wenn man sich nicht zum christentum bekannt hatte, hatte man die stunde frei und musste in der bibilothek chillen. das war die einzige zeit, die ich jemals in einer bibilothek verbracht habe 
ab der oberstufe musste man sich für religion oder das neueinsetzende fach philosophie entscheiden, mit der folge, dass alle bibilotheksschüler plötzlich unterricht hatten  leider ging philosophie nur bis zum ende der 12ten stufe und man konnte es so nicht als viertes prüfungsfach nehmen im gegensatz zu religion. schon mies, wenn man sein mündliches abitur in mathe machen muss 
edit: die philosophie lehrerin hatte übrigens nen psychischen schaden, die lief entweder komplett in grün oder in orange rum und hatte nicht umbedingt einen verführerischen körperduft an sich.
Geändert von imrece (17.09.2007 um 21:54 Uhr).
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18.09.2007, 18:02
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Reingestolpert
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Themenstarter  
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AW: Junge Türken in der Schule
Ethik ist schon ok, und einfach nichts tun sollen die Schüler ja auch nicht (Aufsicht/Versicherung...) Es stellt sich ja überhaupt die Frage nach dem Sinn des Religionsunterrichts in der heutigen multikulturellen Welt. Und da gibts eben neben den Konfessionen viele, die da nicht reinpassen und das sind dann eben ausgeprägte Attheisten und doch sehr gläubige Moslems oder Zeugen Jehovas....und die Frage ist, ob es richtig ist, die alle in einen Topf zu schmeißen und dann eben die Frage, was soll man mit denen tun. An den im lehrplan erwähnten Philosophen ist ,glaube ich, keiner so wirklich interessiert, denn entweder sind sie zu kompliziert und zickig (Kierkegaard) oder einfach nur komisch. Und ich glaube, meine türkischen Schüler erwarten einen irgendwie gearteten Koranunterricht, was den Zeugen Jehowas zum Beispieöl absolut nicht in den Kram passt.Deswegen meine Frage.Denn am Ende sind wieder alle unzufrieden, typisch Schule....aber ich möchte evtl doch mehr.
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18.09.2007, 18:08
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TT-Schreck
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AW: Junge Türken in der Schule
Zitat:
Zitat von fritztotila
Ethik ist schon ok, und einfach nichts tun sollen die Schüler ja auch nicht (Aufsicht/Versicherung...) Es stellt sich ja überhaupt die Frage nach dem Sinn des Religionsunterrichts in der heutigen multikulturellen Welt. Und da gibts eben neben den Konfessionen viele, die da nicht reinpassen und das sind dann eben ausgeprägte Attheisten und doch sehr gläubige Moslems oder Zeugen Jehovas....und die Frage ist, ob es richtig ist, die alle in einen Topf zu schmeißen und dann eben die Frage, was soll man mit denen tun. An den im lehrplan erwähnten Philosophen ist ,glaube ich, keiner so wirklich interessiert, denn entweder sind sie zu kompliziert und zickig (Kierkegaard) oder einfach nur komisch. Und ich glaube, meine türkischen Schüler erwarten einen irgendwie gearteten Koranunterricht, was den Zeugen Jehowas zum Beispieöl absolut nicht in den Kram passt.Deswegen meine Frage.Denn am Ende sind wieder alle unzufrieden, typisch Schule....aber ich möchte evtl doch mehr.
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Warum sollten muslimische Schüler nicht auch etwas über das Christentum erfahren? In Moscheen und Koranschulen hören sie doch nur, dass die Christen die Bibel gefälscht haben.
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Frage nicht was ich für dich tun kann, sondern was du für mich tun kannst.
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18.09.2007, 18:19
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Reingestolpert
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AW: Junge Türken in der Schule
also bei uns war das so ethik war keine bestimmte religionsrichtung bei uns bedeute ethik ein teil lebenserfahrung, komunikation, toleranz u.s.w +++ kann dir eig. egal sein wem was nicht in den kram passt du bestimmst den lehrstoff nich anders rum ...
wir haben verschidene religionsrichungen durchgeführt ... das heißt judentum, christentum und muslime...und koranunterricht kann man von einem deutschen lehrer mit einer gemischten gruppe mal echt nicht erwarten bist ja kein hoca also an unsrer schule gabs zusätzlich türkischen unterricht ++ wenns das nicht giebt (also so hab ich des immer gemacht ) einfach in die moschee gehn ^^
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Iki GÖnÜL bIR OLunCa
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18.09.2007, 18:19
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Reingestolpert
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Themenstarter  
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AW: Junge Türken in der Schule
stimmt, das bringe ich ihnen auch bei, hoffentlich glauben sie mir.
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18.09.2007, 19:21
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AW: Junge Türken in der Schule
Zitat:
Zitat von fritztotila
Es stellt sich ja überhaupt die Frage nach dem Sinn des Religionsunterrichts in der heutigen multikulturellen Welt.
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das stimmt.
Zitat:
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und die Frage ist, ob es richtig ist, die alle in einen Topf zu schmeißen und dann eben die Frage, was soll man mit denen tun.
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da liegt doch die herausforderung, denn diese gruppe spiegelt ja wohl die von dir oben erwähnte multikulturelle welt wider. wo, wenn nicht in so einem unterrichtsfach können keime für ein funktionierendes miteinander gelegt werden?
Zitat:
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An den im lehrplan erwähnten Philosophen ist ,glaube ich, keiner so wirklich interessiert, denn entweder sind sie zu kompliziert und zickig (Kierkegaard) oder einfach nur komisch.
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das kommt drauf an, wie man es verpackt. vor einigen jahren gab es ein buch (von dem ich persönlich zwar nichts gehalten habe, aber bitte) namens "sofies welt", das einen ziemlichen philosophie-hype bei jugendlichen ausgelöst hat. für die von dir zitierte altersgruppe müsste sich das doch hervorragend eignen. das pendant zu den religionen nennt sich "theos reise". da könnte man sich entlanghangeln.
und wenn man sich, auch die von jugendlichen besuchten internetforen, anschaut, verrät doch der allgemeine signatur-wahn die lust am philosophieren. tiefsinnige sprüche gingen und gehen immer. also nicht zu früh die flinte ins korn werfen.
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18.09.2007, 19:43
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TT-Tastaturschoner
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AW: Junge Türken in der Schule
Bei uns war es zunächst auch so geregelt, dass es evangelischen bzw katholischen Religionsunterricht gab, und wer halt nicht daran teilnehmen wollte, hatte frei. Ab der 9. oder 10. Klasse wurde dann das Fach Praktische Philosophie eingeführt, was man statt Religion belegen musste.
Wir haben dort natürlich die verschiedenen Religionen bzw. Sekten behandelt (in Referatform) aber auch allgemeine Themen wie zB Abtreibung, Todesstrafe, ethische Probleme in der Forschung (zb Stammzellenforschung), Nahtoderfahrungen, Leben nach dem Tod etc. Es war also meist eher eine Diskussionsrunde, was eigentlich bei allen gut ankam. Zu Philosophen haben wir eine Referatsphase gemacht, in der jede Gruppe sich einen Philosophen aussuchen durfte und diesen kurz vorgestellt hat, also Lebenslauf und Grundthesen.
Ich fand das Fach eigentlich ganz gut, gerade weil es so abwechslungsreich war und auch die eigene Meinung gefragt war (auch wenn ich natürlich erst sauer war, dass die schönen Freistunden dafür draufgingen  )
Edit: Mir fällt gerade ein, dass wir auch ein Buch gelesen haben, "Im Westen nichts Neues" und in dem Zusammenhang halt auch über Krieg geredet haben. Wir haben damals darüber abgestimmt und eine überwältigende Mehrheit wollte lieber dieses Buch statt "Der kleine Delphin" (oder ähnlich), wo es "nur" um die Suche nach dem Sinn des Lebens geht. Ich denke daher, dass du vermutlich auch mit "handfesten" Themen mehr Begeisterung erreichen wirst, als wenn nur philosophiert wird.
Geändert von der-alte (18.09.2007 um 19:47 Uhr).
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19.09.2007, 06:29
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TT-Schreck
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AW: Junge Türken in der Schule
ethisches und moralisches empfinden ist ja eigentlich etwas normales im menschen. philosophie zu unterrichten, würde ich möglichst praxisbezogen machen... es gibt ja nicht nur die klassische philosophie des altertums , sondern auch moderne vertreter, wie immer, empfehle ich jugendlichen anfängern Die philosophische Hintertreppe. Vierunddreißig große Philosophen in Alltag und Denken. von Wilhelm Weischedel (Taschenbuch - Januar 2002) Neu kaufen: EUR 8,50 gebraucht ab EUR 3,50 (gesehen bei amazon)
hier wird klassische philosophie kurz und interessant erklärt.... aber eben nur erklärt....philosophie gehört bei mir eher zu den "erlebnisfächern"
philosophie ( liebe zur weisheit) - ich könnte mir vorstellen, die schüler auf diesem wege eher zum zum spielerischen nachdenken anzuregen, wenn man ihnen die übersetzung , liebe zur weisheit, anbietet. sie fragen und nachforschen lassen, welche weisheiten sie in ihrem alltag erkennen, mit welchen weisheiten ( klugen sprüchen oder handlungen im elternhaus) sie in ihrem umfeld konfrontiert werden . diese erfahrungen gemeinsam im unterricht besprechen. oder in ein altenheim gehen- ältere menschen befragen, was diese unter weisheit verstehen. erleben ist weitaus spannenender für diese altersgruppe als erlesen....gerade türkische philosophen waren mitunter berühmte dichter und dichter sind philosophen- also auch da kann man junge türkische jugendliche an philosophie heranführen bzw. vergleiche und gemeinsamkeiten zwischen abendländischer und morgenländischer philosophie im unterricht besprechen.
je nach reife der schüler , die auf der nach suche nach dem sinn des lebens , diesen auch im alltag erleben ( geburt, leben , tod) zum beispiel hebammen befragen oder sterbebegleiter/ innen . das sind menschen, die eine ganz besondere sicht auf das menschliche leben haben. sie befragen lassen, warum sie ausgerechnet diesen beruf gewählt haben . hier kamm t man den beiden wahrheiten des lebens am nächsten- geburt und tod.
also , viel glück beim unterrichten .....
MAR
Geändert von mar (19.09.2007 um 06:35 Uhr).
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