Als der gewendete Islamist Abdullah Gül vor vier Wochen das Amt des türkischen Staatspräsidenten antrat, sahen manche das Ende der Republik hinaufdämmern. Sichtbar zumindest hat sich jedoch wenig geändert: Noch gibt es Schnaps und Champagner in Cankaya, und noch sind keine Kopftücher zu sehen.
ANKARA. Hängen die Atatürk-Bilder noch? Und was gab es zu trinken? Wer in diesen Tage eine Einladung nach Cankaya ergattert – in den Amtssitz des türkischen Staatspräsidenten im gleichnamigen Stadtteil Ankaras –, wird am nächsten Tag mit Fragen bombardiert. Ja, die Porträts des Staatsgründers hängen selbstverständlich noch, auch alle seine Büsten sind am angestammten Platz. Und die Getränke: Neben Softdrinks werden weiterhin auch Wein und Champagner, Whisky, Wodka und Gin ausgeschenkt – für die Ungläubigen.
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