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28.03.2008, 15:33
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Iraner in Deutschland
Iraner in Deutschland
Mustergültig integriert?

Iranische Studenten in Wuppertal, 1962
Mit gut 100.000 Personen sind die Iraner eine der kleineren Migantengruppen in Deutschland und werden häufig übersehen. Anders sieht das Bild aus, berücksichtigt man, dass viele Zehntausend eingebürgerte Migranten iranischer Herkunft sind und aus binationalen Ehen viele Tausend Kinder hervorgegangen sind. So auch unser freches kölsches Titelmädchen. Die gewisse Unauffälligkeit der Iraner liegt sicherlich auch darin begründet, dass sich die meisten gut haben integrieren können - sprachlich, schulisch, beruflich und kulturell. Die Iraner gehören zu den ältesten Ausländergruppen in Deutschland. Ihre Zuwanderung geht teilweise bis in die Zeit des ersten Weltkrieges zurück. Doch erst seit Beginn der 1950er-Jahre und vor allem mit der zunehmenden Studentenmigration der 1960er- und 1970er-Jahre wuchs ihre Zahl kontinuierlich. Seit der Revolution 1979 haben zwischen drei und vier Millionen Frauen, Männer und Kinder aus unterschiedlichen Motiven und mit unterschiedlichen Zielorten den Iran verlassen - etwa 100.000 kamen nach Deutschland.
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28.03.2008, 15:41
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AW: Iraner in Deutschland
Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass die hier lebenden Iraner, wesentlich weniger Probleme mit der Integration haben.
Sie haben wesentlich seltener Probleme in der Schule und ein großer Teil macht das Abitur.
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28.03.2008, 16:00
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AW: Iraner in Deutschland
Zitat:
Zitat von Cindy07
Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass die hier lebenden Iraner, wesentlich weniger Probleme mit der Integration haben.
Sie haben wesentlich seltener Probleme in der Schule und ein großer Teil macht das Abitur.
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Was soll man dazu sagen, je größer die Ausländergruppe, also je mehr Landsleute man hat, umso schwieriger wird die Integration bzw. hat man keine Lust.
Ich selbst kenne keine Iraner.
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28.03.2008, 16:09
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AW: Iraner in Deutschland
Zitat:
Zitat von Forumstürke
Was soll man dazu sagen, je größer die Ausländergruppe, also je mehr Landsleute man hat, umso schwieriger wird die Integration bzw. hat man keine Lust.
Ich selbst kenne keine Iraner.
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wieso meinst du, dass man keine Lust hat? Meinst du es ist teilweise auch Bequemlichkeit, sich nicht zu integrieren?
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28.03.2008, 16:14
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AW: Iraner in Deutschland
Zitat:
Zitat von Cindy07
wieso meinst du, dass man keine Lust hat? Meinst du es ist teilweise auch Bequemlichkeit, sich nicht zu integrieren?
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Wenn ich als Türke in bestimmten Großstädten lebe, dann hat man alles in türkischer Form, seien es Läden, Ärtzte, Anwälte u.s.w. Wieso sollten da bestimmte Leute deutsch lernen wollen? Der Iraner hat sowas nicht unbedingt und muss Deutsch lernen oder wie erklärst du dir das, dass manche Opas und Omas kein bisschen Deutsch können? Eben weil sie es nie oft brauchten...
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28.03.2008, 16:20
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AW: Iraner in Deutschland
Zitat:
Zitat von Forumstürke
Wenn ich als Türke in bestimmten Großstädten lebe, dann hat man alles in türkischer Form, seien es Läden, Ärtzte, Anwälte u.s.w. Wieso sollten da bestimmte Leute deutsch lernen wollen? Der Iraner hat sowas nicht unbedingt und muss Deutsch lernen oder wie erklärst du dir das, dass manche Opas und Omas kein bisschen Deutsch können? Eben weil sie es nie oft brauchten...
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Ja, das ist richtig. Hier gibt es auch alles was du brauchst türkisch Geschäfte, Ärzte u.s.w, sodass du überhaupt kein Wort deutsch brauchst um klarzukommen.Aber wie erklärst du dir, dass die Iraner weit häufiger bessere Schulabschlüsse machen , wie z.b. Türken?
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28.03.2008, 16:26
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AW: Iraner in Deutschland
Zitat:
Zitat von Cindy07
Ja, das ist richtig. Hier gibt es auch alles was du brauchst türkisch Geschäfte, Ärzte u.s.w, sodass du überhaupt kein Wort deutsch brauchst um klarzukommen.Aber wie erklärst du dir, dass die Iraner weit häufiger bessere Schulabschlüsse machen , wie z.b. Türken?
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Vlt. kann man es darin begründen, dass viele Türken auch türkische Freunde haben und einen dummen Mischmasch aus Türkisch und Deutsch miteinander sprechen und am Ende können sie keine Sprache richtig sprechen, was ja sehr fatal ist.
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28.03.2008, 17:06
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AW: Iraner in Deutschland
Zitat:
Zitat von Forumstürke
Vlt. kann man es darin begründen, dass viele Türken auch türkische Freunde haben und einen dummen Mischmasch aus Türkisch und Deutsch miteinander sprechen und am Ende können sie keine Sprache richtig sprechen, was ja sehr fatal ist.
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Es ist wirklich eine eigene Sprache, die sich da entwickelt hat. 
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28.03.2008, 19:19
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AW: Iraner in Deutschland
Hmm, so richtig kenne ich mich da nicht aus (kenne zwar einige Iraner, aber das ist sicher nicht repräsentativ) - trotzdem, wenn mich nicht alles täuscht, könnte der teils recht unterschiedliche Bildungsdrang möglicherweise auch daran liegen, dass die Voraussetzungen bzw. Gründe zum Einwandern ganz andere waren.
Viele türkische Einwanderer kamen ursprünglich "nur" wegen der Arbeit, nichts weiter, das Herz blieb daheim. Oft einfache Leute, denen kaum anderes übrig blieb, als mit enorm hoher Risikobereitschaft alles auf eine Karte zu setzen und ihr Glück in der Ferne zu suchen. Und die deutsche Gesellschaft hat sich in punkto Gastfreundschaft und Integrationswilligkeit keineswegs überschlagen.
Anders die Voraussetzungen bei etlichen Iranern, da ging es nicht in erster Linie (oder vermutlich eher selten) um ökonomische Gründe, der Heimat den Rücken zu kehren. Sdost könnte sicher viel mehr dazu sagen, wesentlich kenntnisreicher - aber so weit ich es überschaue, hat erst der Sturz des Schah-Regimes und die Machtübernahme der Mullahs zu größeren Emigrationswellen geführt.
Okay, natürlich gab's Leute, die auch schon unter dem Schah riesengroße Probleme hatten. Aber wenn man die Gesellschaftssysteme vergleicht, sich vor Augen führt, dass Chomeinis Machtübernahme zugleich bedeutet hat, Iran buchstäblich ins Mittelalter zurück zu katapultieren, kann man sich unschwer ausmalen, welche Bevölkerungsschichten mit als erstes davon betroffen waren: Oppositionelle, Studenten, Hochschullehrer, .... viele gebildete Menschen, die sich plötzlich unter völlig absurden Bedingungen auf der Seite politisch Verfolgter wiederfanden. Und ins Exil gingen, wenn sie denn konnten. (Wobei die Anerkennung als Asylbewerber hier auch keineswegs ein Selbstgänger war, trotz allem. Mit Grauen erinnere ich die Geschichte eines Ex von mir, der - ... nee, das gehört hier nicht hin.)
Soviel erstmal dazu... und jetzt hoffe ich u.a. auf Sdost. 
Geändert von Anouk (28.03.2008 um 19:28 Uhr).
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28.03.2008, 19:39
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AW: Iraner in Deutschland
Zitat:
Zitat von Anouk
Hmm, so richtig kenne ich mich da nicht aus (kenne zwar einige Iraner, aber das ist sicher nicht repräsentativ) - trotzdem, wenn mich nicht alles täuscht, könnte der teils recht unterschiedliche Bildungsdrang möglicherweise auch daran liegen, dass die Voraussetzungen bzw. Gründe zum Einwandern ganz andere waren.
Viele türkische Einwanderer kamen ursprünglich "nur" wegen der Arbeit, nichts weiter, das Herz blieb daheim. Oft einfache Leute, denen kaum anderes übrig blieb, als mit enorm hoher Risikobereitschaft alles auf eine Karte zu setzen und ihr Glück in der Ferne zu suchen. Und die deutsche Gesellschaft hat sich in punkto Gastfreundschaft und Integrationswilligkeit keineswegs überschlagen.
Anders die Voraussetzungen bei etlichen Iranern, da ging es nicht in erster Linie (oder vermutlich eher selten) um ökonomische Gründe, der Heimat den Rücken zu kehren. Sdost könnte sicher viel mehr dazu sagen, wesentlich kenntnisreicher - aber so weit ich es überschaue, hat erst der Sturz des Schah-Regimes und die Machtübernahme der Mullahs zu größeren Emigrationswellen geführt.
Okay, natürlich gab's Leute, die auch schon unter dem Schah riesengroße Probleme hatten. Aber wenn man die Gesellschaftssysteme vergleicht, sich vor Augen führt, dass Chomeinis Machtübernahme zugleich bedeutet hat, Iran buchstäblich ins Mittelalter zurück zu katapultieren, kann man sich unschwer ausmalen, welche Bevölkerungsschichten mit als erstes davon betroffen waren: Oppositionelle, Studenten, Hochschullehrer, .... viele gebildete Menschen, die sich plötzlich unter völlig absurden Bedingungen auf der Seite politisch Verfolgter wiederfanden. Und ins Exil gingen, wenn sie denn konnten. (Wobei die Anerkennung als Asylbewerber hier auch keineswegs ein Selbstgänger war, trotz allem. Mit Grauen erinnere ich die Geschichte eines Ex von mir, der - ... nee, das gehört hier nicht hin.)
Soviel erstmal dazu... und jetzt hoffe ich u.a. auf Sdost. 
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Ich kenne also einige Iraner, die dem Iran den Rücken aus politischen Gründen den Rücken gekehrt haben bzw. kehren mussten weil sie sich gegen das Regime gestellt haben.Außerdem, gibt es etliche, die konvertierten und schon aus den Gründen im Iran kein Bein auf den Boden bekommen würden. Die Anerkennung hier in Deutschland gestaltet sich sehr schwer. Einige davon leben hier schon lange mit dem Status der Duldung und obwohl klar ist, dass sie niemals zurückgehen könnten, ist es sehr schwer eine dauerhafte AE zu bekommen. Obwohl bestens integriert, legt man ihnen alle erdenklichen Hindernisse in den Weg. So ist es dann so, dass Jugendliche kurz vor ihrem Abitur nicht wissen, wie es weitergehen soll. Ohne AE können sie weder studieren noch eine Ausbildung machen.
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