Eine hochgiftige Substanz, das Botox-Toxin, das immer häufiger in der kosmetischen Medizin verwendet wird, hat offenbar mehr negative Folgen auf die Gesundheit als vermutet: Italienische Forscher haben bei Versuchen mit Ratten herausgefunden, dass das Neurotoxin Botulinum Type A nicht nur an den Stellen des Körpers bleibt, in die es injiziert wird, sondern sich im Gehirn und im Körper ausbreiten kann. Über die Studienergebnisse berichten die Wissenschaftler im Wissenschaftsjournal Neuroscience.
Die Forscher haben das Botox-Toxin in die Schnurrhaarmuskeln von Ratten gespritzt. Bei einer anschließenden Untersuchung konnten sie nachweisen, dass das Gift ins Gehirn der Tiere gewandert ist und sich auch an anderen Stellen im Körper verteilt hat. Bisher waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass das Gift, das die Erregungsübertragung von den Nervenzellen zum Muskel hemmt und damit die Kontraktion des Muskels abschwächt oder sogar ganz ausfallen lässt, dort bleibt, wo es injiziert wurde. Die Autoren der Studie warnen hingegen jetzt, dass Botox die Funktion der Nervenzellen stören könnte.
Die Studienergebnisse sind brisant, denn allein im vergangenen Jahr wurde Weltweit Botox im Wert von 1,2 Milliarden Dollar verkauft. Das seit 1989 zugelassene Medikament, das sich vor allem bei Schauspielern und Prominenten immer größerer Beliebtheit erfreut, wird aber auch zur Behandlung einiger Nervenkrankheiten eingesetzt. Nun untersucht die US-Gesundheitsbehörde FDA, ob Patienten, die Botox erhalten haben, an Botulismus erkrankt sind, einer Krankheit, welche die Muskeln schwächt.
Quelle und weiter:
http://www.welt.de/wissenschaft/arti...ns_Gehirn.html