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Anti-Terror-Fernsehen
Gestern habe ich zufällig noch den Schluss der neuen Sat1-Serie "Threat Matrix" erhascht. Es ging zwar, glaube ich, nicht direkt um Terrorismus, trotzdem hört man selten soviele dämliche Dialoge und ich wurde wieder mal daran erinnert, dass unsere Fernsehlandschaft zunehmend von militarisierten US-Serien überschwemmt wird, die einen Dauerkriegszustand suggerieren.
Als in 24 - meiner Ansicht nach, eine brilliant gemachte und ideologisch kaum eingefärbte Serie - die Folterszenen überhand nahmen, war das Rauschen im Blätterwald gewaltig.
Andere Machwerke wie "E-Ring – Military Minds", "The Agency - Im Fadenkreuz der CIA", "Navy CIS" oder "JAG - Im Auftrag der Ehre" werden hingegen weitgehend unbehelligt vom Feuilleton in Deutschland ausgestrahlt. Das volksaufklärerische Grundkonzept ist immer dasselbe: Im militärisch-nachrichtendienstlichen Sektor finde man seinen Wunscharbeitgeber, coole Typen, hübsche Frauen und echte Helden im Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit.
Das Prinzip auch der eher unverfänglichen Produkte wie NCIS offenbart der Blick hinter die Kulissen. Produziert wird Navy CIS von Donald Bellisario. Der Ex-Marine, der die amerikanische Serienlandschaft entscheidend geprägt hat, produzierte auch schon JAG und Airwolf. Dass bei JAG das Pentagon Regie führte ist offensichtlich. Airwolf - ebenso offensichtlich anti-sowjetisch und auf die jugendliche Zielgruppe ausgerichtet - kam in den 80ern ins Fernsehen, zufällig als die US-Army feststellte, für die zweite Beschaffungswelle des Apache-Helikopters zu wenige Piloten zu haben.
Daneben wird auch in anderen Genres, wie CSI Miami oder The District, keine Gelegenheit ausgelassen, Veteranentum zu beweihräuchern und (freilich islamistische) Terroristen zu jagen. Die Untermalung liefern plumpe Utopien angeblich idealtypischer Charakter- und Gesellschaftsmodelle vom guten "amerikanischen" Vater, dem baseballverrückten braven Sohn. Natürlich werden auch der vorbildlich nicht-kriminelle Schwarze und jeder Moslem gewürdigt, der zufällig mal kein Terrorist ist.
Ich fühle mich angesichts solcher Erscheinungen kulturell um 60 Jahre zurückversetzt.
Wie erlebt ihr diese seltsame Grundstimmung im Fernsehen? Fällt sie auf, stört sie überhaupt?
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