Ich selbst habe keine Probleme mit meinen Nachbarn, weil ich mich aus deren Streitereien raushalte.
Allerdings gerät man selbst dann auch mal zwischen sämtliche Stühle.
Letzte Woche gab es wieder Stunk wegen der Mülltonne. Wir hatten 2 solcher Ölfässer (ohne Deckel) für mehrere Häuser, direkt neben meinem Gartentor.
Weil es da letzten Sommer fürchterlich gestunken hat, wollte meine Nachbarin G. von gegenüber sie weiter weg haben, wir haben sie dann ein Stück die Straße hochgeschleppt, wo ein leeres Grundstück war. Nach ein paar Tagen war erst das eine, dann das andere verschwunden. Vermutlich wurden sie woanders gebraucht. Nach Reklamation bei der belediye und mehrtägigem Warten kam dann endlich mit dem Müllauto ein Fass derselben Sorte. Meine Nachbar S. oberhalb ließ es umgehend zurück gehen, er wollte eine Tonne mit Deckel. Tags darauf kam tatsächlich eine solche - alles hätte gut sein können.
Nach ein paar Tagen fiel dem Nachbarn S. ein, die Tonne sollte wieder näher zu uns, außerdem hätte das Müllauto beim Umdrehen einen Ast seines Feigenbaums abgerissen, weil es dort oben immer wenden müsse. Ich meinte, mir sei es egal, wo die Tonne stehe, Hauptsache, es sei eine da!
Also ratterte er mit der Tonne die Straße runter und stellte sie auf das leere Grundstück zwischen uns, ziemlich nah bei seinem Haus.
Nun sind aber Nachbar S. und Nachbar C. hinter mir seit Jahren Todfeinde.
Auch die Nachbarin G. gegenüber hasst S., der eigentlich in der ganzen Straße keine Freunde hat.
Tja, und als C. abends nach Hause kam und die Tonne sah, brüllte er gleich los. Da außer mir niemand da war, ließe er sich an mir aus. Wer das Ding dahin geschafft hätte, er wolle das nicht (obwohl er am weitesten weg davon wohnt). Dabei war ihm, bevor ich es ihm sagte, klar,
wer es gewesen war.
Ich versuchte, objektiv zu sein und erklärte ihm das mit dem Ast und dass die Tonne ja einen Deckel hätte und ich das nicht schlimm fände, sie sei ja jetzt zudem weiter weg als die leeren Fässer vorher.
Da kam Nachbar S. an die Gartenmauer gestoben und fing ebenfalls an zu brüllen. Beide standen sich in der Reichhaltigkeit an Schimpfwörtern und Kraftausdrücken in nichts nach, während ich mich klammheimlich verdrückte.
Gegenüber-Nachbarin Güler war zu der Zeit bei ihrer Tochter und kam einen Tag später zurück. Stieg aus dem Taxi und rannte schnurstracks zu mir rüber. Das gleiche Theater fing von vorne an. Ich versicherte, dass es mir völlig wurscht sei, wo die Tonne steht, aber sie, die sonst immer ruhig und freundlich ist, schrie, sie wolle die Jandarma holen, sie hätte jetzt jahrelang auf Mülltonnen geguckt und wolle das nicht mehr.
Am nächsten Tag erwiderte sie nur kurz und widerwillig meinen Gruß, in ihren und C.'s Augen hatte ich mich mit S. solidarisiert. Nichts lag mir ferner als das!
Das Ende vom Lied: jetzt haben wir überhaupt keine Mülltonne mehr, keine Ahnung, wo die abgeblieben ist. Entweder hat sie wieder jemand geklaut oder die entnervten Müllmänner haben sie wieder abgeholt.
Der Bedarf an Mülltonnen ist groß, zeitweise sieht es
so aus!
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