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28.06.2008, 19:56
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Deutsches Schulsystem
Hallo ihr Lieben,
wie findet ihr das deutsche Schulsystem? Was könnte man ändern, was nicht und was findet ihr toll?
Mich persönlich stört es, das kein einheitliches Schulsystem vorhanden ist.
Auch das nach der vierten Klasse eine Beurteilung stattfindet, in wie weit das Kind "weiter" kommt. Die Aufteilungen von Haupt -Real -Gesamtschule könnte man einheitlich gestalten, so das die Kinder von der ersten Klasse bis zur achten Klasse oder zehnten Klasse, wie damals in den neuen Bundesländern, die Schule besuchen.
Zur Zeit befinde ich mich in solch einer Situation und realisiere wie schlecht das Schulsystem ist, im Punkt einheitlicher Unterricht. Nach den Sommerferien wird meine Tochter in Schleswig-Holstein die Schule besuchen, mir kommt es fast so vor, als hätte ich das Land gewechselt.
Sie müsste nun in die dritte Klasse, aber anscheinend wäre die Wiederholung der zweiten Klasse sinnvoller, was mich tierisch nervt. Warum?
In Hamburg hat sie an ihrer Grundschule (2. Klasse) keine Noten, keine richtigen Fächer, ausser Deutsch und Mathe, der Rest ist sozusagen freier Unterricht, wo vieles eingebaut wird, aber nicht als Fach behandelt wird, sondern nach den Fähigkeiten und Interessen der Kinder aufgebaut ist.
Die neue Schule allerdings hatte in der zweiten Klasse richtige Fächer, Deutsch, Mathe, Religion, Sachkunde, Erdkunde, Biologie, Englisch usw. nun folgen auch die Noten.
Bekannt ist Hamburg sowieso dafür das es hier lockerer zu sich geht und in Schleswig-Holstein ticken die Uhren viel ernster und effektiver.
Jetzt werde ich nächste Woche mit dem Schuldirektor der neuen Schule ein Gespräch führen, was wirklich sinnvoller wäre. Ich tendiere natürlich mehr dafür das sie die zweite Klasse wiederholt, weil sie einfach noch nicht so weit ist wie die anderen Kinder und ich keinen Druck ausüben möchte in der dritten Klasse alles aufzuholen.
Des öfteren habe ich auch gehört, das die Studenten in Süddeutschland und NRW bevorzugt werden.
Grüße euch!
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28.06.2008, 21:28
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AW: Deutsches Schulsystem
Also erstmal ist es wie du sagst je nach Bundesland anders. Meine Freundin wohnt in Brandenburg. Dort gehen die grundschulen bis in die 6 Klasse. Hier in NRW wo ich wohne nur bis zur 4. Ich finde diese 6 Jahre grundschule sehr viel besser weil man dan einfach viel besser einschätzen kann was für fähigkeiten das kind hat. 4 Jahre sind für mich zu kurz.
Zur haupt und Realschul sache sage ich das ich das auch nicht so gut finde. Weil Hauptschüler sehr sehr viel schlechtere Chancen haben nach der Schule einen Ausbildungsplatz zubekommen. Das ist ja nichts neues was ich sage.
Es wird in Vielen bundesländern so gemacht das die Haupt und Realschulen zusammengelegt werden. Ich glaube in 10 Jahren wird es keine Hauptschulen mehr geben.
Und zu deinem Kind muss ich sagen das es einfach nur sinnvoll ist zu wiederholen. Wenn ich das Richtig verstanden habe war sie vorher in einer schule wo alles locker war. Dan kann man ja nicht erwarten das sie top leistungen bringt und locker mithalten kann. Sie muss einfach dieses Neue Niveau erlenen.
Ich habe auch die erste freiwilig wiederholt weil ich einfach geistisch noch nicht so weit war. Nach dem ich dan die 1 nochmal gemacht habe lief alles reibunglos und ich kam auf die Realschule.
Geändert von Eskolein (28.06.2008 um 21:30 Uhr).
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28.06.2008, 22:20
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AW: Deutsches Schulsystem
Zitat:
Zitat von Lalezar2006
Des öfteren habe ich auch gehört, das die Studenten in Süddeutschland und NRW bevorzugt werden.
Grüße euch!
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28.06.2008, 22:21
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AW: Deutsches Schulsystem
Hallo Eskolein, ich finde auch das diese Aufteilungen zusammengefügt werden sollten, ich war damals auf einer Gesamtschule, hat mir sehr gefallen.
Es geht ja nicht darum das die Schule wo sie war lockerer ist, sondern der Unterrichtsstoff bzw. die Anforderungen in Hamburg sind anders als in Schleswig-H. Eine Freundin von mir ist Grundschullehrerin, in Schleswig-H. sie meinte damals schon das Hamburg ein wenig hinter hinkt. Jetzt merke ich es ja, eigentlich müsste meine Tochter nicht die zweite Klasse wiederholen, ihre schulischen Leistungen sind recht gut, aber die andere Schule ist weiter, wegen der einzelnen Fächer... Ich muss gestehen, meine Tochter kennt sich mit Religion absolut nicht aus, weder Islam, noch Christentum oder Hinduismus, obwohl über den Hinduismus weiss sie mehr als die anderen Weltreligionen. Bisher wollte ich darüber auch nichts wissenswertes erzählen und in ihrem Interesse ist es auch nicht wirklich. Erdkunde? Jaaa, Berlin ist die Hauptstadt und Frau Merkel die Kanzlerin, das hat sie sich aber von mir alles aufgeschnappt. Englisch hatte ich ihr nebst der Schule im Hort angeboten, allzu viel ist da nicht hängengeblieben, ausser Yes, No, Hi, What`s your name?.. usw.
Biologie und Naturkunde hat sie auch von mir mitbekommen.
Ich werde mal schauen, was der Direktor und die Lehrerin sagen werden, wahrscheinlich wird sie getestet. Aber die Tendenz liegt mehr das sie wiederholen wird. Mein Kleine ist ein wenig perfektionistisch veranlagt, mit Klugscheiss... Modus, als ich ihr sagte, sie müsste eventuell die zweite Klasse wiederholen, fand sie es erst lustig, jedoch nach dem sie eine Nacht darüber geschlafen hatte, war sie ganz anderer Meinung und betonte, sie würde ihren Freunden das niemals sagen und zweifelt an sich selbst, natürlich habe ich sie aufgeklärt das es mit ihren schulischen Leistungen nichts zu tun hat, sondern das sie mitkommt und nicht unter Druck steht. Jetzt geht es auch wieder, aber fragen tut sie immer mal, ob sie die älteste in der Klasse sein wird usw.
Da sie nun eine andere Schule in einem anderem Ort aufsuchen wird, mache ich mir da natürlich unheimliche Gedanken, zumal ich ihr den Einstieg vereinfachen möchte, neue Klasse, Umgebung usw. Wenn die Lehrerin allerdings merken sollte im Halbjahr der dritten Klasse, sie kommt nicht mit und müsste runter auf die zweite, das wäre ein Disaster für sie.
Also doch lieber die zweite Klasse wiederholen...
Danke für die Geduld 
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28.06.2008, 22:25
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AW: Deutsches Schulsystem
Zitat:
Zitat von cafedelsol
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Beispiel; Ein Unternehmen sucht Angestellte mit Hochschulabschlüssen. Die Südländer werden den Nordlichtern bevorzugt, auch Uniabsolventen aus dem Süden sind lieber gesehen, in wie weit es richtig ist weiss ich nicht, habe des öfteren gehört.
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AW: Deutsches Schulsystem
Zitat:
Zitat von cafedelsol
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das weisst du wirklich nicht? ein abi aus münchen ist "mehr wert" als aus hamburg, wer in bayern studieren will und aus einem anderem bundesland kommt wird teilweise sogar runtergestuft...
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Wenn du dein Schicksal nicht ändern kannst,ändere deine Einstellung!!
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28.06.2008, 22:28
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AW: Deutsches Schulsystem
Zitat:
Zitat von Lalezar2006
Beispiel; Ein Unternehmen sucht Angestellte mit Hochschulabschlüssen. Die Südländer werden den Nordlichtern bevorzugt, auch Uniabsolventen aus dem Süden sind lieber gesehen, in wie weit es richtig ist weiss ich nicht, habe des öfteren gehört.
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achso, da kann ich jetzt nicht mitreden, hab keine ahnung...
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28.06.2008, 22:31
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AW: Deutsches Schulsystem
Zitat:
Zitat von sigute
das weisst du wirklich nicht? ein abi aus münchen ist "mehr wert" als aus hamburg, wer in bayern studieren will und aus einem anderem bundesland kommt wird teilweise sogar runtergestuft...
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Das habe ich auch so mitbekommen, irgendwie total bescheuert meines erachtens nach, dann können wir ja alle gleich nach München ziehen. 
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28.06.2008, 22:32
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AW: Deutsches Schulsystem
Zitat:
Zitat von sigute
das weisst du wirklich nicht? ein abi aus münchen ist "mehr wert" als aus hamburg, wer in bayern studieren will und aus einem anderem bundesland kommt wird teilweise sogar runtergestuft...
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keine ahnung, ich hab mein Abi in Hessen gemacht, an einer Europaschule. Damit kann ich in ganz Europa studieren ohne irgendwelche Aufnahmeprüfungen machen zu müssen. Selbst in Bayern nicht :-)
wusste jedoch nicht, dass es bei nem Studienabschluss genauso aussieht.. Meine Freunde sind durch die Arbeit mittlerweile überall verteilt
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28.06.2008, 22:36
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AW: Deutsches Schulsystem
Man muss immer sehen, was machbar ist und was wünschenswert wäre. Ich wäre schon ganz zufrieden, würde man einfach das bayerische System bundesweit einführen  . Ein dreigliedriges System halte ich aus der jetzigen Situation heraus für notwendig. Dass Hauptschüler heute praktisch kaum noch Lehrstellen finden, liegt ja nicht an der Hauptschule. Man hat in allen Bundesländern, am wenigsten noch in Süddeutschland, über Jahre hinweg sämtliche Schulabschlüsse durch sinkenden Anspruch entwertet und macht das auch munter weiter. Es sind in weiten Teilen auch schlicht die begrenzten Fähigkeiten der Schüler, welche die Schulen zu dieser Entwicklung nötigen. Die Hauptschule kann dabei am wenigsten ihr Publikum abschütteln und macht deshalb jede Entwicklung nach unten mit. Mit Abschaffung der Hauptschule wird aber niemand für das Berufsleben geeigneter. Es reicht nicht, den Leuten ein Abitur in die Hand zu drücken, sie müssen einfach etwas mehr drauf haben. Ich bin auch überfragt, wie das zu erreichen sein soll.
Wenn man ein dreigliedriges System hat, finde ich die Aufteilung nach vier Jahren richtig. Das Problem bei einer späteren Trennung ist, dass man die leistungsfähigen und -bereiten Schüler damit benachteiligt. Man kann nicht nur darauf warten, dass ein einzelner Schüler, weiß wo er hingehört. Gleichzeitig muss man sehen, welchen Anforderungen ein Schüler je nach Bildungsrichtung einmal genügen muss. Der Gymnasiast hat 8 Jahre zum Erreichen der Hochschulreife, der Hauptschüler 5 Jahre bis zu seinem Abschluss. Das halte ich für beide für eine angemessene Steigerung. Verlängert man aber das gemeinsame Niveau auf 6 oder noch mehr Jahre, geht das unweigerlich zu Lasten des späteren Gymnasiasten, weil er danach auf einen deutlich steileren Bildungsweg treffen wird.
Mein Wunschsystem würde aber schon auf dem gemeinsamen Unterricht aller Schüler basieren. Nur müsste man dafür alles Bestehende einreißen. Ich stelle mir einheitliche Institute vor, von denen ein Kind das dem Wohnort Nächstgelegene von der Einschulung bis zum Abschluss durchgehend besucht. Sie könnten drei verschiedene Abschlüsse vergeben, die in Anlehnung an die jetzige Situation auch von der Besuchsdauer abhängig wären. Die Aufteilung der Schüler auf unterschiedlich anspruchsvollen Unterricht müsste man in einem internen System regeln. Das sollte den Charakter einer Universität haben. Zwar mit dem noch nötigen Zwang auf die Schüler, aber prinzipiell mit der Möglichkeit, seinen gewünschten Abschluss über einen längeren Zeitraum anzusteuern und nicht vor einer plötzlichen Lebensenscheidung nach der x-ten Klasse zu stehen.
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