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31.07.2006, 13:33
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TT-Gelegenheitsposter
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Türkei in die EU!?
Hallo an alle...
mich würde interessieren wie ihr das thema seht? findet ihr die türkei sollte zur EU betreten dürfen? oder seit ihr dagegen? Wenn ja oder nein wieso?
freu mich auf eure antworten...
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31.07.2006, 15:19
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TT-Tastaturschoner
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AW: Türkei in die EU?!?!
oh nein,
auf dieses thema habe ich gewartet und hoffe dass es geschlossen wird, denn politik sollte nicht hierher.
und grade noch dieses heisse thema was in anderen www foren, oder nachrichten schon genug zerissen wurde.
türkei und EU = Zündstoff³

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31.07.2006, 15:27
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AW: Türkei in die EU?!?!
Ceykan, wir werden dieses Thema nicht schließen, aber ähnlich wie Du hoffen wir und bitten um einen vernünftigen Diskussionstil in Zusammenhang mit diesem Thread.
Danke! :smile:
anouk
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31.07.2006, 16:11
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AW: Türkei in die EU!?
Die entscheidene frage ist ja erstmal ob die türkei ein europäisches land ist, geographisch gehört es sowohl zu europa genauso wie zu asien, ist ungefähr vergleichbar mit Rußland. wie angela merkel schon mal verlangte, sollte ja in die neueeu-verfassung aufgenommen werden, dass europa christlich sei, demnach würde die türkei nicht zu europa gehören. Demgegenüber kann man fragen, was dann mit den staaten wie bosnien oder mazedonien ist, zu welchem kontinent die gehören sollen. meiner meinung nach hat europa nichts mit religionszugehörigkeit zu tun, sondern mit demokratie, gleichheit und freiheit. dafür steht meineserachtens nach die europäische union. der türkei wurde glaub ich zumindest schon 1962 die aufnahme in die eu in aussicht gestellt unter der führung der cdu, als in der türkei noch nicht überall menschenrechte da waren und die folter und todesstrafe noch üblich waren. Deshalb kann ich die heutige sicht der cdu nicht nachvollziehen, wenn sie für die türkei nur eine priviligiete partnerschaft möchte, obwohl die von mir eben kritisierten themen mitlerweile standard bzw abgeschafft sind. aber ich komme grad vom eigentlichen thema ab. gehört die türkei zu europa? die türkei nimmt an qualifikationsspielen für die europameisterschaft teil und qualifizieren sich für eine wm über europäische gegner, was die türkei auch einfacher haben könnte, da sie alle asiatischen gegner besiegen kann und somit bei jeder wm teilnehmer wäre. weiter finde ichist die ganze lebensart in der türkei sehr europäisch geprägt, im gegensatz zu den direkten nachbarstaaten wie in syrien, irak oder persien, da die türkei nunmal bis ins19.jahrhundert sehr nördlich nach europa eingedrungen war und heutige staaten wie serbien, mazedonien oder auch rumänien türkisch geprägt sind, im gegenzug wurde die türkei aber auch europäisch geprägt. deshalb finde ich das die türkei ein europäisches land ist. diese schlussfolgerung sagt aber noch nichts über die eu aus. die eu soll dafür sorgen, dass die mitgliedsstaaten wirtschaftlich vorrankommen, was in den letzten jahren ja auch gut funktioniert hat, man denke nur an irland die früher das armenhaus europas waren und deren heutiges bsp mit deuschland vergleichbar ist. wir haben in den letzten jahren viele länder (ostblock) in die eu aufgenommen, was man sich vor 20 jahren noch nicht mal hätte vorstellen können wegen dem eisernen vorhang. all diese länder werden jetzt noch mehr wirtschaftlich wachsen und das auch auf grund von fördergeldern der eu, nur frage ich mich was ich mit einem litauer oder einem slowaken zu tun habe. ich meine ich kenne keinen der hier lebt von dem ich das wüsste (obwohl das bestimmt tolle menschen sind also bitte nicht falsch verstehen), anders liegt der fall nun mal bei türken, jeder von uns kennt welche oder zumindest man sieht viele in städten und so weiter und so fort, ich würde gerne für den wirtschaftlichen aufbau der türkei zahlen, da ich nunmal viel mit ihnen zu tun hab. sprich jedes land das zu europa gehört hat das recht in die eu aufgenommen zu werden wenn es die eu-kriterien in die verfassung verinnerlicht hat, das zählt sowohl für bulgarien und rumänien (eu-beitritt 2007) als auch für die türkei. wenn ich richtig informiert bin geht es darum, dass die türkei 2019 aufgenommen werden soll, ich meine das sind 13 jahre zeit zu sehen ob die in der türkischen verfassung verankerten eu-kriterien auch in der praxis umgesetzt werden. wenn dem so sein sollte, dann sollte die türkei eu-mitglied werden.
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31.07.2006, 16:14
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TT 07 - Sieger der Herzen
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AW: Türkei in die EU!?
Alles Aufnehmen was kommt.. 
Tut der EU Gesundheit gut :-P
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31.07.2006, 16:28
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TT-Gelegenheitsposter
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AW: Türkei in die EU!?
Liebe Shirinmelek, das Thema ist natürlich gut!
(Die auf deine Frage fast vorhersehbare reflexartige Angstreaktion, die Flachheit des Forums könnte leiden, halte ich für etwas übertrieben.  )
Zur Sache:
Aus europäischer Sicht halte ich den Beitritt der Türkei mit ihrer jungen Bevölkerung und ihrem Entwicklungspotential für wünschenswert und für eine Bereicherung.
Aus türkischer Sicht sehe ich im Beitritt das Verschleudern der Möglichkeiten, die eigene Entwicklung, die gerade so hoffnungsvoll beginnt, nach selbstgesetzten Zielen und Werten zu steuern und die eigene Sicherheit und Souveränität auf Dauer zu sichern und zu stärken. Deswegen glaube ich auch nicht ernsthaft, daß die Türkei den Beitrittsprozeß ganz bis zum Ende weiterführen wird, es sei denn, es gibt einen politischen Umsturz, was ich nicht hoffen will.
Wenn es der Türkei gelingt, ihre Ziele (Modernisierung der Strukturen, Entwicklung der Zivilgesellschaft und einer internationalen Wettbewerbsfähigkeit auf dem Niveau moderner Industriestaaten) soweit zu erreichen, daß eine Umkehr des Prozesses nicht mehr einfach möglich sein wird (z. B: durch einen Putsch), dann wird sie gut beraten sein, der EU wieder freundlich "Servus" zu sagen. Anderfalls wäre sie auf der Seite der Gebenden, die EU auf der Seite der Nehmenden.
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31.07.2006, 18:05
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AW: Türkei in die EU!?
Zitat:
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Zitat von Xan
Wenn es der Türkei gelingt, ihre Ziele (Modernisierung der Strukturen, Entwicklung der Zivilgesellschaft und einer internationalen Wettbewerbsfähigkeit auf dem Niveau moderner Industriestaaten) soweit zu erreichen, daß eine Umkehr des Prozesses nicht mehr einfach möglich sein wird (z. B: durch einen Putsch), dann wird sie gut beraten sein, der EU wieder freundlich "Servus" zu sagen. Anderfalls wäre sie auf der Seite der Gebenden, die EU auf der Seite der Nehmenden.
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@Xan: Heißt das, die EU würde nach Deiner Auffassung irgendwann Transferzahlungen von der Türkei erwarten können? In Europa besteht in vielen Köpfen doch die Vorstellung, dass ein Beitritt ungeachtet der jetzt schon bestehenden Handelsbeziehungen zunächst mal nur teuer für die EU würde. Meinst Du, die Türkei wird irgendwann zu den finanziell potenteren "Geber"-Ländern zählen? Und wenn ja, warum?
lg
anouk
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31.07.2006, 19:36
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TT-Gelegenheitsposter
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AW: Türkei in die EU!?
Zitat:
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Zitat von Anouk
@Xan: Heißt das, die EU würde nach Deiner Auffassung irgendwann Transferzahlungen von der Türkei erwarten können? In Europa besteht in vielen Köpfen doch die Vorstellung, dass ein Beitritt ungeachtet der jetzt schon bestehenden Handelsbeziehungen zunächst mal nur teuer für die EU würde. Meinst Du, die Türkei wird irgendwann zu den finanziell potenteren "Geber"-Ländern zählen? Und wenn ja, warum?
lg
anouk
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Nicht im Sinne von Transferzahlungen. Sie würde sich in eine Ressouce der EU verwandeln, die in großem Stil von den Konzernen aufgekauft werden würde. Entsprechende Bedenken existieren schon heute, da bereits bestimmte infrastrukturell wichtige Sachen teilweise in ausländischer Hand sind. Die EU-Mitgliedschaft würde dem den gesetzlichen Rahmen verleihen und der Türkei die Möglichkeit nehmen, sich davon wieder zu befreien. Durch die Pipelines und die Wasserreserven verfügt die Türkei über strategische Ressoucen, die in der gesamten Region von großer Bedeutung sind. Wenn diese unter die Kontrolle der EU-Bürokratie oder großer Konzerne gerieten, wäre die Türkei politisch und wirtschaftlich erledigt und zum Spielball anderer Machtinteressen degradiert. Zudem besteht die Gefahr, daß die Türkei mit ihrer jungen Bevölkerung mit Hilfe des EU-Rechts zur billigen Werkbank ausländischer Industrien degradiert wird, oder mittels des EU-Wettbewerbsrechts gezwungen wird, ihre Landwirtschaft zu industrialisieren (der Prozeß hat bereits begonnen) mit allen Nachteilen für die Qualität der Produkte und den folgenden sozialen Verwerfungen, die die Türkei einerseits mit neuen Problemen belasten würden, andererseits ihr die Souveränität über die Wahl der Mittel, dieser Probleme Herr zu werden, weitgehend aus der Hand nehmen würde.
Daß die Türkei zu alldem von der EU keinerlei finanzielle Mittel zu erwarten hat, wurde ihr dort schon zur genüge gesagt. Dieser Illusion gibt sie sich nicht mehr hin.
Die Bedenken, die Türkei würde für die EU zu teuer werden sind populistische Spiegelfechterei. Die einzige Sorge ist es, zu verhindern, daß die Türkei innerhalb der EU zuviel politisches Gewicht bekommen könnte. Deshalb muß der Beitrittsprozeß aus Sicht der EU auch so lange dauern. Bis dahin hofft man, die Türkei auf das passende Maß zurechtgestutzt zu haben. Dafür nimmt man (möglicherweise auch mit aus desem Kalkül) entgegen aller Vernunftkriterien lieber Rumänien, Bulgarien und den halben Balkan auf. Man vergleiche mal die wirtschaftlichen und gesellschftlichen Zustände in Rumänien und in der Türkei. Wenn es mit der Türkei 15 Jahre dauern soll, müßte es mit Bulgarien 20, mit Rumänien 30 dauern, Kroatien könnte sicherlich früher aufgenommen werden,.
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31.07.2006, 21:44
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AW: Türkei in die EU!?
Zitat:
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Zitat von Xan
Nicht im Sinne von Transferzahlungen. Sie würde sich in eine Ressouce der EU verwandeln, die in großem Stil von den Konzernen aufgekauft werden würde. Entsprechende Bedenken existieren schon heute, da bereits bestimmte infrastrukturell wichtige Sachen teilweise in ausländischer Hand sind. Die EU-Mitgliedschaft würde dem den gesetzlichen Rahmen verleihen und der Türkei die Möglichkeit nehmen, sich davon wieder zu befreien.
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Was wäre denn daran so dramatisch? In Teilen stimme ich Dir zu; natürlich ist es sinnvoll, wenn wesentliche Wirtschaftszweige nicht ausschließlich oder überwiegend in Händen ausländischer Investoren liegen. Positives (Gegen-)Beispiel wäre u.a. die dänische Energiepolitik, aber das würde hier zu weit bzw. vom Thema weg führen. Aber verstehe ich Dich richtig? Plädierst Du für konsequenten Wirtschaftsprotektionismus?
Zitat:
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Zitat von Xan
Durch die Pipelines und die Wasserreserven verfügt die Türkei über strategische Ressoucen, die in der gesamten Region von großer Bedeutung sind. Wenn diese unter die Kontrolle der EU-Bürokratie oder großer Konzerne gerieten, wäre die Türkei politisch und wirtschaftlich erledigt und zum Spielball anderer Machtinteressen degradiert. Zudem besteht die Gefahr, daß die Türkei mit ihrer jungen Bevölkerung mit Hilfe des EU-Rechts zur billigen Werkbank ausländischer Industrien degradiert wird, oder mittels des EU-Wettbewerbsrechts gezwungen wird, ihre Landwirtschaft zu industrialisieren (der Prozeß hat bereits begonnen) mit allen Nachteilen für die Qualität der Produkte und den folgenden sozialen Verwerfungen, die die Türkei einerseits mit neuen Problemen belasten würden, andererseits ihr die Souveränität über die Wahl der Mittel, dieser Probleme Herr zu werden, weitgehend aus der Hand nehmen würde.
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Richtig, an die Pipelines und Wasserreservoires hatte ich gar nicht gedacht, aber aus türkischer Sicht stellt das natürlich einen enormen geostrategischen Trumpf dar. Andererseits, lieber Xan, ist die Türkei beispielsweise aber jetzt schon (und zwar seit langem!) Nato-Partner, ohne deswegen "zum Spielball anderer Machtinteressen degradiert" worden zu sein - im Gegenteil. Insofern erschließen sich mir Deine umfassenden Abwehrreflexe gegenüber einem engeren Zusammenwachsen auch auf wirtschaftlicher Ebene keineswegs. Dein letzter Satz bündelt gleich mehrere Argumente, die man teils entkräften und teils auch mit einem entschiedenen Jein beantworten könnte: 1.) Deine Befürchtung, dass Scharen türkischer Jugendlicher bzw. junger Erwachsener mithilfe des EU-Rechts zu Niedrigstlöhnern degradiert würden, fände ich wesentlich stichhaltiger, wenn a) das allgemeine Lohnniveau bereits jetzt ein anderes, sprich: höheres wäre, und b) auch die türkischen Gewerkschaften bessere Möglichkeiten hätten, sich zu artikulieren und Arbeitnehmerrechte offensiver zu vertreten, als es de facto - zumindest nach meinem Kenntnisstand, Reformen hin, Reformen her - noch immer der Fall ist. Und 2.): Die Befürchtung einer möglichen Zunahme etwaiger sozialer Verwerfungen teile ich, denke aber auch, dass solche Entwicklungen in aller Regel viele Ursachen und keineswegs nur ökonomische haben. Das finde ich, mit Verlaub, zu verkürzt. Und was die Nachteile für die Qualität mancher Produkte betrifft: Bon, völlig d'accord! Wer mag schon Einheitstomaten aus Holland? ;)
Zitat:
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Zitat von Xan
Die Bedenken, die Türkei würde für die EU zu teuer werden sind populistische Spiegelfechterei. Die einzige Sorge ist es, zu verhindern, daß die Türkei innerhalb der EU zuviel politisches Gewicht bekommen könnte. Deshalb muß der Beitrittsprozeß aus Sicht der EU auch so lange dauern. Bis dahin hofft man, die Türkei auf das passende Maß zurechtgestutzt zu haben.
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... seit 1961 ?! Die unendliche Geschichte der türkischen EU-Bewerbung scheint mir doch eher die einer verunglückten Brautwerbung zu sein, bei der die Braut (=EU) sich ziert, vor dem Spieglein dreht und ständig neue Bedingungen stellt, während der Bräutigam (=Türkei) stolz, aber gekränkt weiterbalzt, um nicht das Gesicht zu verlieren und das Täubchen auf dem Dach vielleicht doch noch irgendwann heimzuführen. Alles sehr seltsam, da kann man als Otto Normalverbraucher auch nur noch den Kopf schütteln. Aber um es weniger blumig auszudrücken: Deine Argumentation spricht, mit Verlaub, dafür, dass Du dieses Gekränktheitsein entweder glänzend nachvollziehen kannst oder aber zu den Befürwortern eines türkischen Sonderwegs zählst. ;)
Ist das so?
anouk
Geändert von Anouk (31.07.2006 um 21:47 Uhr).
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31.07.2006, 22:46
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AW: Türkei in die EU!?
Zitat:
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Zitat von Anouk
Plädierst Du für konsequenten Wirtschaftsprotektionismus?
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Nein. Malaysia ist auch der Globaisierung gewachsen, ohne großen Protektionismus und ohne Mitglied der EU zu sein.
Zitat:
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Andererseits, lieber Xan, ist die Türkei beispielsweise aber jetzt schon (und zwar seit langem!) Nato-Partner, ohne deswegen "zum Spielball anderer Machtinteressen degradiert" worden zu sein - im Gegenteil.
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Die Nato ist auch mit der EU nicht zu vergleichen. Wenn die etwas von den Türken wollen, müssen sie bitten. Die EU kann gegen ihre Mitglieder klagen!
Zitat:
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Insofern erschließen sich mir Deine umfassenden Abwehrreflexe gegenüber einem engeren Zusammenwachsen auch auf wirtschaftlicher Ebene keineswegs.
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Man kann auch wirtschaftlich kooperieren, ohne sich in ein fremdes System zwingen zu lassen. Und genau dazu hat die Türkei das Potential.
Zitat:
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1.) Deine Befürchtung, dass Scharen türkischer Jugendlicher bzw. junger Erwachsener mithilfe des EU-Rechts zu Niedrigstlöhnern degradiert würden, fände ich wesentlich stichhaltiger, wenn a) das allgemeine Lohnniveau bereits jetzt ein anderes, sprich: höheres wäre,
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Wieso das? Dann würde die billige Werkbank doch kenen Sinn mehr haben? Es geht mir darum, daß die Türkei mit Hilfe des EU-Wettbewerbsrechts und der Bestimmungen über den freien Kapitalverkehr zur Montagehalle für fremde Unternehmen werden kann, mit denen dann unter anderem der Mittel- und Zentralasiatische Markt in Angriff genommen werden kann. So werden die Türken nur nachher nicht viel von haben.
Zitat:
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und b) auch die türkischen Gewerkschaften bessere Möglichkeiten hätten, sich zu artikulieren und Arbeitnehmerrechte offensiver zu vertreten, als es de facto - zumindest nach meinem Kenntnisstand, Reformen hin, Reformen her - noch immer der Fall ist. Und
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Arbeitskämpfe, die die Einführung neuer wirtschaftsrechtlicher Grundlagen zur Ursache haben, sind ja wohl das Allerletzte, was die Türkei für ihre Entwicklung brauchen kann.
Zitat:
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2.): Die Befürchtung einer möglichen Zunahme etwaiger sozialer Verwerfungen teile ich, denke aber auch, dass solche Entwicklungen in aller Regel viele Ursachen und keineswegs nur ökonomische haben.
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Wenn aufgrund zu schneller Industrialisierung des Agararsektors massenhaft Bauern ihre Lebensgrundlage verlieren, reicht das aus. Und in der Türkei kommen zu den ohnehin schon vorhandenen gesellschaftlichen und sozialen Strukturproblemen im vorwiegend agrarischen Osten, noch weitere Schäden bei den zahlreichen kleineren Betrieben Inneranatoliens hinzu. All diese Dinge kann meiner Meinung nach die Türkei viel besser ohne die Unterwerfung unter das EU-System lösen. Den Beitrittsprozeß braucht sie nur dazu, die inneren Widerstände zu überwinden und die Voraussetzungen für eine nachhaltig positive Entwicklung zu schaffen.
Wenn Özal nicht gestorben wäre, hätte die Türkei unter Umständen die Chance gehabt, wie Portugal oder Griechenland. Aber inzwischen hat sich die Lage völlig geändert.
Zitat:
oder aber zu den Befürwortern eines türkischen Sonderwegs zählst. ;)
Ist das so?
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Ich kann meinem ersten Beitrag in diesem Thread wenig hinzufügen, außer, daß ich dies nicht als "Sonder"weg bezeichnen wollte. Was ist denn die Grenze, außerhalb derer dieser Sonderweg verlaufen sollte? Ich bin der Ansicht, die Türkei sollte sich ihre maximale Entscheidungsfreiheit erhalten und sich nicht per Mitgliedschaft an die EU binden. Es wird früh genug der Zeitpunkt kommen, an dem sie zu Kreuze gekrochen kommen und die Türkei nach deren Bedingungen als Partner akzeptieren werden.
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