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Small-Talk Für 'nen netten Plausch oder tiefschürfende Diskussionen.

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  #21 (Permalink)  
Alt 26.11.2006, 16:09
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AW: Integration in Deutschland-eure Erfahrungen

Zitat:
Zitat von marleen Beitrag anzeigen
ich finde,dass auf beiden seiten fehler gemacht wurden...und jetzt merkt man eben die folgen!aber es werden den anderen kulturen hier schon viele zugeständnisse gemacht...z.B. wenns um moscheen geht oder kopftuch in der schule!es kommt aber auch auf die erziehung an,ob man sich "integrieren"will oder nicht.

Das sehe ich nicht so Marleen bzw. nicht in der ersten Generation. Wenn ein Fehler vorgekommen ist, dann das man die Türken als Gastarbeiter gerufen hat und folglich sind sie geblieben. Man war eiskalt zu ihnen (die rede ist von der Politik)

Anschließend ist es immer das gleiche mit der Politik WIEDERGUTMACHUNG, um ja kein schlechtes Bild zu sehen von Deutschland. Damit meine ich jetzt deine Beispiele die du genannt hast. Diese Wiedergutmachung ist kein Einzelfall..
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Geändert von Lalezar2006 (26.11.2006 um 16:14 Uhr).
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  #22 (Permalink)  
Alt 26.11.2006, 16:24
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AW: Integration in Deutschland-eure Erfahrungen

Ich finde es wird viel zu wenig über die 1.Genaration berichtet.
Die heutige Gesellschaft würde denke ich die hier lebenden Ausländer viel besser verstehen.
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  #23 (Permalink)  
Alt 26.11.2006, 16:33
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AW: Integration in Deutschland-eure Erfahrungen

Zitat:
Zitat von Bati Trakyali Beitrag anzeigen
Ich finde es wird viel zu wenig über die 1.Genaration berichtet.
Die heutige Gesellschaft würde denke ich die hier lebenden Ausländer viel besser verstehen.
Ich kopiere mal meinen Text hier rein um auf die erste Generation aufmerksam zu machen.

Das haben sie davon, die "Ausländer", die auf Einladung in diesem Land kamen.

Gastarbeiter waren die modernen Arbeitssklaven des 20. Jahrhunderts.
Hier ein paar Zitate..

"Am Flughafen holte uns ein Dolmetscher ab und brachte uns in ein Heim. Das Heim war heruntergekommen es entsprach nicht meinen Erwartungen. Drei Betten in einem Zimmer, kein Fußbodenbelag, die Schranktüren hingen herunter, keine Tischdecke. Ich fing an zu heulen. Mir kam es vor, als käme ich in Gefängnis, wir durften keinen Besuch empfangen."

"Wir haben keine Aufstiegsmöglichkeiten. Die Meister und Vorarbeiter sind alle Deutsche. Als altgedienter Arbeiter bin ich zwar nicht direkt von Entlassung bedroht -wegen der hohen Abfindung, aber wir haben trotzdem Angst, krank zu werden. Mit Deutschen kommen wir am Arbeitsplatz gut aus. Wir sind freundlich zueinander. Nach Feierabend haben wir kaum Kontakte.

"Man sagt , man könne von dem Kunststoffdruck Krebs bekommen. Ich habe trotzdem bis zum Schluss bei dieser Firma gearbeitet. Wir bekamen damals, 1975, 5,50 DM. Unsere Schicht waren von 06.00 bis 14.30 Uhr und 14.30 bis 23.00 Uhr. die Deutschen verstehen nicht, dass wir soviel arbeiten und so wenig ausgeben. Sie beneiden uns, dass wir für die Zukunft sorgen und die Hoffnung auf ein besseres Leben trotz alledem nicht aufgeben.

Und hier eine Anzeige in der Berliner Zeitung in den 70`er Jahren..
"2 Zimmerwohnung mit Bad, Ofenheizung, in der Weichselstr. 1/44 ,sofort zu vermieten. Kostenübernahme 2500DM, Miete 285,30 DM . Nicht an Ausländer"

".. viele Türken haben in Deutschland eine Ablehnung erfahren. In den 70`er, 80`er war es bei den Wohnungsämtern üblich die Türken in ein Ghetto einzupferchen.

Wer erinnert sich an den Schriftsteller Max Frisch? Er brachte die große Ungerechtigkeit auf den Punkt, indem er sagte: "Wir haben Arbeitskräfte gerufen, aber es kamen Menschen"

In den 50`er Jahren dachte noch niemand daran, dass die angeworbenen Arbeitskräfte dauerhaft bleiben würden- weder die Deutschen noch die Ausländer selbst. Und auch noch heute wehren sich konservative Politiker gegen die Tatsache, dass die BRD ein Staat mit vielen Bürgern unterschiedlicher Herkunft ist.

Man darf Integration nicht mit Assimilation verwechseln. Vorurteile und Klischees (z.B Ausländer sind kriminell, Dealer, Schläger etc.) seitens der deutschen Mehrheitsgesellschaft rufen regelrecht eine Trotzreaktion hervor.

Das Gefühl einer Bedrohung Europas durch die Osmanischen Eroberer, deren militärische Stärke und Grausamkeit nachgesagt wurde und die 1683 vor den Toren Wiens standen, reicht bis in unsere heutige Zeit hinein. (Wobei ich verdeutlichen muss, das die Osmanen die humansten Kriege überhaupt geführt haben ) so ist z.B. das Vorurteil des "barbarischen Türken" heute im Bild des aggressiven Schläger - Türken erhalten geblieben.


PS: Aber es entschuldigt nicht die heutige Generation. Sicherlich ist die Integration der ersten Generation gescheitert. Aber die Wiedergutmachung mit der heutigen Intergration öffnet die Türen. Ich merke oft das wenn es Schlagzeilen über die Türken gibt in Medien und Zeitungen, dann ist es nicht die erste Generation, die dies füllt.
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Geändert von Lalezar2006 (26.11.2006 um 16:52 Uhr).
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  #24 (Permalink)  
Alt 26.11.2006, 19:07
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AW: Integration in Deutschland-eure Erfahrungen

Wow, ich freue mich wirklich, daß ihr so schnell und viel mitdiskutiert. Ich war nur ein paar Stunden weg und hatte nicht mit so vielen Antworten gerechnet.

Was ihr über die erste Generatione erzählt, ist gut und schön. Ich weiß, daß sie viel für "unser" Land geleistet haben und die Politik damals viel versäumt hat, was jetzt nicht wieder gut zu machen ist.

Nur leider verstehe ich viele (ich sage extra nicht alle) junge Türken nicht. Ich finde, sie machen es sich manchmal schon zu leicht. Einfach zu sagen:Ich bin Türke, ich bekomme sowieso keinen Ausbildungsplatz" (hab ich oft genug gehört), ist doch nicht ok. Wenn du was erreichen willst, mußt du was dafür tun. Das gilt für deutsche, türken, russen, einfach jedem. Es wird doch heutzutage keinem mehr was geschenkt. Oder doch?

Ich finde auch, daß es viele gibt, die sich nicht anpassen(ich mag das Wort eigentlich nicht) wollen. Als ich mit meinem Mann in der Türkei gelebt habe, mußte ich doch auch auf die dortigen Gepflogenheiten achten. Niemand verlangt, daß sie Ihre Herkunft und ihre Kultur verleugnen oder gar aufgeben., aber wie gesagt, man sollte wenigstens deutsch können und den Willen haben, zu arbeiten.

Ich hätte noch so viel zu sagen, aber ich will euch verschonen. Schreibt weiter so viel., bis morgen

Sandra
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  #25 (Permalink)  
Alt 26.11.2006, 19:08
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AW: Integration in Deutschland-eure Erfahrungen

Also mal jetzt aus meiner eigenen Erfahrung gesprochen - nicht nur was meinen Mann angeht sondern allgemein!

Wie ganz am Anfang dieses Post gesagt wurde, ist Integration eine Sache der persönlichen Einstellung. Mann muss einfach dazu bereit sein sich dem Land in dem man lebt auch in gewisser Hinsicht anzupassen. Für mich heißt das, sich die Sprache zumindest zu einem gewissen Prozentsatz anzueignen und Toleranz für die Kultur des Landes aufzubringen indem man nun lebt. Ich würde von einem hier lebenden Ausländer z.B. nie verlangen seine eigene Religion und Tradition aufzugeben nur weil er nun in Deutschland lebt.

Hier, in Augburg, beträgt der Ausländeranteil 22% und wenn ich ehrlich bin komme ich mir in bestimmten Stadtteilen schon mehr als Ausländer vor, als mein Mann, aber in gewisser Hinsicht macht das auch einen gewissen Reiz aus. Ich fühle mich manchmal in unserer Strasse, als wenn ich in einem türkischen Stadtviertel unterwegs wäre - und das erfüllt mich oft sogar mit einer gewisser Freude.

Vor allem sollte man immer die unterschiedlichen Voraussetzungen der jeweiligen "Ausländer" sehen, welche nach Deutschland kommen. Welchen Hintergrund hat ihre Einreise, woher kommen sie und welche Möglichkeiten haben sie überhaupt um sich hier zu integrieren. Manchen Familien - gerade den älteren Familienmitgliedern - wird mämlich gar nicht die Chance gegeben sich richtig hier einzuleben.

Ich versuche deshalb nie zu verallgemeinen - auch wenn es in manchen Situation schwer fällt - sondern erstmal den Menschen kennenzulernen und dann kann ich mir auch ein Urteil bilden!

LG Susi
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  #26 (Permalink)  
Alt 20.12.2006, 18:19
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AW: Integration in Deutschland-eure Erfahrungen

Zitat:
Zitat von sandra2701 Beitrag anzeigen
Hallo ihr Lieben,

ich würde gerne eure Meinungen zunfolgendem Thema hören:

Mein Mann ist Türke, seit ca. 1 Jahr leben wir hier in Franken und sind superglücklich. Er spricht inzwischen fliessend deutsch (konnte es vorher aber schon sehr gut durch Goethe-Institut in Istanbul), geht arbeiten, wir haben einen gemischten internationalen Freundeskreis und leben ganz normal wie alle anderen auch. Er mußte nicht mal den Itegrationskurs machen, weil er sofort Arbeit gefunden hatte. So weit, so gut.

Jetzt meine Frage an euch: es reden immer alle immer davon, daß sich "die Ausländer" in Deutschland integrieren sollen. Ich wohne hier in einer Kleinstadt, in der fast alle Ausländer integriert sind. Deshalb kenne ich das Problem nicht. Wir leben einfach zusammen, die Kulturen vermischen sich hier. Wie geht es euren Männern, Frauen,..? Ist dieses Problem mit der Integration wirklich so brisant oder wird es von den Medien aufgebauscht? Was müßte man machen, um es voran zu treiben?

Ich bin absolut der Meinug, daß, wenn man in ein fremdes Land kommt, wenigstens einigermaßen die Sprache sprechen sollte. Manchmal sagt mein Mann, daß hier zuviel Rücksicht auf fremde Kulturen geommen wird (Thema Kopftuch z.Bsp.). Was denkt ihr darüber?

Würde mich sehr freuen, wenn sich daraus eine rege Diskussion entwickelt.

Schönen Sonntag

Eure Sandra
Wenn Du Zeit hast schau Dir meinen Beitrag an. Ich warne Dich. Ist sehr lang. Titel: Integration? Was ist das? Unter Identitas.
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