Zitat:
Zitat von Bati Trakyali
Ich finde es wird viel zu wenig über die 1.Genaration berichtet.
Die heutige Gesellschaft würde denke ich die hier lebenden Ausländer viel besser verstehen.
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Ich kopiere mal meinen Text hier rein um auf die erste Generation aufmerksam zu machen.
Das haben sie davon, die "Ausländer", die auf Einladung in diesem Land kamen.
Gastarbeiter waren die modernen Arbeitssklaven des 20. Jahrhunderts.
Hier ein paar Zitate..
"Am Flughafen holte uns ein Dolmetscher ab und brachte uns in ein Heim. Das Heim war heruntergekommen es entsprach nicht meinen Erwartungen. Drei Betten in einem Zimmer, kein Fußbodenbelag, die Schranktüren hingen herunter, keine Tischdecke. Ich fing an zu heulen. Mir kam es vor, als käme ich in Gefängnis, wir durften keinen Besuch empfangen."
"Wir haben keine Aufstiegsmöglichkeiten. Die Meister und Vorarbeiter sind alle Deutsche. Als altgedienter Arbeiter bin ich zwar nicht direkt von Entlassung bedroht -wegen der hohen Abfindung, aber wir haben trotzdem Angst, krank zu werden. Mit Deutschen kommen wir am Arbeitsplatz gut aus. Wir sind freundlich zueinander. Nach Feierabend haben wir kaum Kontakte.
"Man sagt , man könne von dem Kunststoffdruck Krebs bekommen. Ich habe trotzdem bis zum Schluss bei dieser Firma gearbeitet. Wir bekamen damals, 1975, 5,50 DM. Unsere Schicht waren von 06.00 bis 14.30 Uhr und 14.30 bis 23.00 Uhr. die Deutschen verstehen nicht, dass wir soviel arbeiten und so wenig ausgeben. Sie beneiden uns, dass wir für die Zukunft sorgen und die Hoffnung auf ein besseres Leben trotz alledem nicht aufgeben.
Und hier eine Anzeige in der Berliner Zeitung in den 70`er Jahren..
"2 Zimmerwohnung mit Bad, Ofenheizung, in der Weichselstr. 1/44 ,sofort zu vermieten. Kostenübernahme 2500DM, Miete 285,30 DM . Nicht an Ausländer"
".. viele Türken haben in Deutschland eine Ablehnung erfahren. In den 70`er, 80`er war es bei den Wohnungsämtern üblich die Türken in ein Ghetto einzupferchen.
Wer erinnert sich an den Schriftsteller Max Frisch? Er brachte die große Ungerechtigkeit auf den Punkt, indem er sagte: "Wir haben Arbeitskräfte gerufen, aber es kamen Menschen"
In den 50`er Jahren dachte noch niemand daran, dass die angeworbenen Arbeitskräfte dauerhaft bleiben würden- weder die Deutschen noch die Ausländer selbst. Und auch noch heute wehren sich konservative Politiker gegen die Tatsache, dass die BRD ein Staat mit vielen Bürgern unterschiedlicher Herkunft ist.
Man darf Integration nicht mit Assimilation verwechseln. Vorurteile und Klischees (z.B Ausländer sind kriminell, Dealer, Schläger etc.) seitens der deutschen Mehrheitsgesellschaft rufen regelrecht eine Trotzreaktion hervor.
Das Gefühl einer Bedrohung Europas durch die Osmanischen Eroberer, deren militärische Stärke und Grausamkeit nachgesagt wurde und die 1683 vor den Toren Wiens standen, reicht bis in unsere heutige Zeit hinein. (Wobei ich verdeutlichen muss, das die Osmanen die humansten Kriege überhaupt geführt haben ) so ist z.B. das Vorurteil des "barbarischen Türken" heute im Bild des aggressiven Schläger - Türken erhalten geblieben.
PS: Aber es entschuldigt nicht die heutige Generation. Sicherlich ist die Integration der ersten Generation gescheitert. Aber die Wiedergutmachung mit der heutigen Intergration öffnet die Türen. Ich merke oft das wenn es Schlagzeilen über die Türken gibt in Medien und Zeitungen, dann ist es nicht die erste Generation, die dies füllt.