Wißt Ihr, was mir aufgefallen ist? Wir haben hier dauernd Threads (teils sogar ganze Rubriken) zu tollen Büchern, tollen Rezepten, tollen Beiträgen und weiteren tollen Ideen: Aber die Flops kommen völlig zu kurz!
Ich bin jetzt mal ganz mutig und beichte meinen Flop des Tages: Trippa. Zu gut deutsch: Kutteln. Eingeweihten auch bekannt als Pansensuppe. Auf türkisch: irgendwas mit corbasi - bloß den Vornamen hab ich vergessen... :?
Wie auch immer, ich dachte mir, ich gehe mal wieder meinen italienischen Wurzeln gründlich auf den Grund und koche eine deftige Trippa. Im Einzelnen erstand ich relativ viel tiefgefrorenen Pansen, von dem der Schlachter schwor, er sei gestern abend frisch geliefert und sofort eingefroren worden. Prima für den Hund, sagte er. Sehr günstig, fand ich.
Danach konsultierte ich lustvoll diverse Kochbücher. Eines von der Slow Food-Bewegung, in beinahe aussichtslosen Fällen immer sehr nützlich, riet zu: Sechs Stunden gemächlich auskochen mit Zitrone, Essig, Lorbeer, Öl, Knoblauch, Zwiebeln, Pfefferkörnern, Salz, Nelken, etwas Zimt und noch irgendwas. All das bewirkte: wenig. Außer einem Geruch, der durchs ganze Treppenhaus zog, und von dem sich meine Nachbarn vermutlich erst in drei Tagen erholen dürften.
In der Zwischenzeit überlegte ich angestrengt, ob man weiße Bohnen (zwingend erforderlich) zum Beispiel auch durch Kichererbsen ersetzen könne. Auch überreife Tomaten sind im Winter schwer aufzutreiben (es sei denn bestrahlt, und von innen schon gammelig). Also Tomatenmark. Das Kind krauste die Nase und fragte, wann es endlich was zu essen gäbe. Gleich, mein Schatz, log ich - und schmierte ihm ein ums andere Butterbrot.
Von da an warteten wir. Wir warteten lange. Vor allem der Hund wartete und trippelte in der Küche nervös auf und ab. Nix da, Wauwi, halte Dich gefälligst an Dein Trockenfutter! Wauwi gehorchte.
Laut Rezept hätte es richtig lecker werden können, vielmehr: müssen. Die traurige Wahrheit ist, dass das anschließende Zerteilen des Kuhmagens bei mir nur dumpfe Erinnerungen an den Bio-Unterricht in der 6. Klasse weckten, dass jede Ritze der Wohnung irgendwie sehr nach Kuh roch, und dass der Hund noch immer mit sabbernden Lefzen um mich herumtänzelte. Das Kind hatte sich längst verzogen und mümmelte Chips. Kurz gesagt: Es war schrecklich.
Und es endete damit, dass ich sehr kleinlaut die inzwischen appetitlich kleingewürfelten und abgespülten Kutteln abkühlen ließ und stillschweigend in den Hunde-Napf schabte.
Der Hund liebt mich jetzt sehr. Mein Sohn findet mich zu Recht total bescheuert. Ich mich auch. :?
Bitte tröstet mich jetzt! Was waren Eure letzten Flops? Jede Story, egal aus welchem Lebensbereich, nehme ich dankbar entgegen... Ganz im Ernst!
;)
anouk