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13.01.2007, 14:59
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Lehrer-Schüler-Eltern
Aus gegebenem Anlass (siehe Thread: Sind Ausländer krimineller als Deutsche?):
Zur Erinnerung: ich habe KEIN deutsch-deutsches Kind in der Klasse und arbeite an einer Brennpunktschule. Alle Kinder bis auf 2 wohnen in Hochhäusern, viele Eltern sind arbeitslos, einige alleinstehend, nur ein Kind ist ein Einzelkind.
Zitat:
Zitat von Lalezar2006
Die Lehrer in der Türkei, sind da ziemlich schärfer, anders würde es wohl auch kaum klappen, alle unter einem Hut zu bringen, ohne das sie sich gegenseitig zerfetzen. Lehrer werden dort auch anders angesehen als hier, man ehrt sie und Atatürk hat ihnen einen Tag geschenkt ,den Tag der Lehrer. Alles oder vieles liegt in ihrer Hand, sie zucken nicht zusammen, wenn der andere den anderen schlecht behandelt. Selbst der Unterricht läuft ganz anders ab, als erstes wird eine strenge Struktur den Kinder gezeigt, es fängt bei der Hygiene an und hört beim Benehmen auf. So etwas kenne ich hier nicht.
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Mit Sicherheit hast Du recht, dass es hier in Deutschland in den Schulen GANZ anderes "abgeht" als in der Türkei, ich kann es nicht beurteilen, weil ich nie eine türkische Schule von innen gesehen habe.
Aber: Du schreibst selbst, dass Lehrer in der Türkei einen gewissen Stellenwert haben, den hatten Lehrer in Deutschland bis vor einiger Zeit auch noch. Leider sind wir mittlerweile zu den Buhmännern - und frauen der Nation mutiert!
Wir haben so gut wie gar nichts mehr zu sagen und egal was wir tun oder sagen, letzten Endes haben die Eltern sämtliche Rechte auf ihrer Seite!
Wenn Du in meiner Schule fragst, wer die strengste Lehrerin ist, wirst Du meinen Namen ganz oben auf der Liste finden. Meine Kinder und ich sind eine tolle Gemeinschaft, nichtsdestotrotz bin ich ihr "Häuptling". Der Klassenraum ist immer sauber! Gefegt, geputzt, aufgeräumt... die Schuhe vor der Tür stehen in Reih und Glied, die Jacken sind ordentlich aufgehängt. Die Tafel ist jederzeit ordentlich gewischt, die Pflanzen gegossen und kein Kind würde es wagen nicht ordentlich am Tisch zu sitzen oder zu kippeln. Vergessene Hausaufgaben oder Schwimmsachen oder Turnbeutel bedeuten eine 6. Schimpfwörter, Regelverstöße und sonstiges "aus der Reihe tanzen" zieht jeweils eine Klassenkonferenz" hinter sich her, in der die Kinder gemeinsam entscheiden, welche Strafe das jeweilige Kind bekommt.
Wir frühstücken alle gemeinsam, bevor die Kinder in die Pause gehen, nur gesundes Frühstück ist erlaubt.
Anders ist ein Miteinander gar nicht möglich. Alle halten sich an die selben Regeln, an strenge Vorgaben wohlgemerkt, nur dann kann es funktionieren.
Meine Klasse ist das alles von Anfang an gewöhnt. Aber, mein Gott wie furchtbar war das erste halbe Jahr!?!?!
Als ich meine Klassenliste bekam, blieb mir erst mal der Atem weg! Bis auf drei Kinder waren alle mit 1-3 Ausrufezeichen markiert! Je mehr Ausrufezeichen desto schlimmer (auffälliger). Keine andere Klasse hatte eine solch heftige Zusammensetzung!
Die erste Zeit war ein regelrechter Kampf! Nicht nur, dass sich die Kinder ständig prügelten und beschimpften, das fanden sie völlig in Ordnung und normal, nein, die Eltern untereinander mischten auch noch kräftig mit!
Ständig hatte ich einen Elternteil auf der Matte stehen, der mir erzählen wollte wie ich meinen Job zu machen hätte!
Noch dazu hatte ich mich mehrfach auch mit diversen Anwälten herumzuschlagen, weil ich einen Jungen zur Sonderschulüberprüfung anmelden wollte! Ich wurde als Rassistin beschimpft, als Türkenhasserin! à Angesichts dessen hätte ich dann ja SÄMTLICHE SchülerInnen auf die Sonderschule schicken müssen.
Ich kann mich kaum noch erinnern, wie viele Eltern mir während des Unterrichts auf die Finger schauten! Vor allem im Sportunterricht. Ich verlange zu viel, bin zu streng, überfordere die Kinder!
Mittlerweile haben aber auch die letzten Zweifler begriffen, dass es nur so und nicht anders funktioniert 20 Kinder aus 14 Nationen unter einen Hut zu bringen.
Wir sind die leistungsstärkste Klasse, die Klassengemeinschaft ist hervorragend und alle Kinder akzeptieren sich.
Zitat:
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Die Kinder tragen Uniformen damit sie sich nicht unterscheiden. Was man mittlerweile in Deutschland auch gerne (mehr) einführen sollte.
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Ich bin für Schuluniformen, damit dieser ständige Konkurrenzkampf aufhört.
Zitat:
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Warum sind in der Türkei mehr Gymnasiasten? Prozentual mehr haben die Schüler einen guten Abschluss und so viele Universitätsschüler gibt es sicherlich nicht mal in Deutschland. Selbst die erste Universität der Geschichte gab es in der Türkei. Dabei sind das auch zum großen Teil, ärmere Menschen und die Gewissheit das die Arbeitslosenquote sie nicht abschreckt, zeigt sie wollen lernen.
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Warum das so ist? Weil sich, wie schon an anderer Stelle erwähnt, eben zum größten Teil Arbeiterfamilien hier in Deutschland niedergelassen haben. Die meisten von ihnen schaffen keinen höheren Abschluss als den der Realschule.
Ich selbst war 2 Jahre Schülerin einer Realschule mehr als die Hälfte meiner MitschülerInnen waren türkischer Herkunft, auf dem Gymnasium das ich zu vor besuchte gab es so gut wie keinen. Auf dem nach meiner Realschulzeit auch nicht.
Zitat:
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Ich denke es liegt wirklich an der Erziehung
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Dazu eine kleine Anekdote, die sich kurz vor Weihnachten zu getragen hat.
Ich war 3 Tage krank und meine Klasse hatte demnach Vertretungsunterricht. Da die anderen LehrerInnen anders unterrichten als ich, ist Ärger meist vorprogrammiert.
Als ich wieder kam hörte ich auch gleich, dass sich ein türkischer Junge absolut unmöglich verhalten hätte und das Arbeiten verweigert hätte. Bei mir hat dieser Junge das noch nie gemacht. Im Gegenteil, er ist immer bei der Sache und arbeitet gern mit. Seine Mutter ist davon begeistert, weil ihr älterer Sohn die Schule nämlich gehasst hat und aus ihm nichts geworden ist.
Ich frage also diesen Jungen was los ist, warum er nicht gearbeitet hat und ob er sich nicht dafür entschuldigen möchte.
Da fängt er an zu weinen! Es habe eh keinen Sinn zu arbeiten, denn er als Türke kann sowieso nicht auf’s Gymnasium gehen. Und auf der Realschule nebenan muss man auch nicht immer arbeiten....
Wo hat er das her? Warum denkt er das? Sagt das sein Bruder? Haben das andere Kinder gesagt?
Zitat:
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und es bestehen einfach zu große Unterschiede zwischen Deutschland und der Türkei,.. und ich bevorzuge die Schulen in der Türkei mehr als die Schulen hier.
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Wie gesagt, ich kenne keine türkische Schule, aber ich denke es kommt immer auf die Ausgangssituation an, der Background spielt eine wichtige Rolle, die Erziehung der Eltern. das Ansehen der LehrerInnen und letztendlich auf den Lehrer / die Lehrerin selbst.
LG, Chayenne
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Wer in die Fußstapfen anderer tritt hinterlässt keine eigenen.
Zwei Wege boten sich mir dar - ich nahm den der weniger beschritten war.
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13.01.2007, 15:06
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AW: Lehrer-Schüler-Eltern
wow!!
endlich mal ein tolles beispiel..danke für deinen bericht...
gebe dir in vielem uneingeschränkt recht..
und selbst zwar keine kinder, stell ich im umfeld immer wieder fest, das eltern gerne alles auf die schule schieben..
in manchen dingen bestimmt auch zurecht, aber oftmals frage ich mich auch, was eltern heutzutage von ihrer eigenen "erziehungspflicht"! halten...
auf sanfte hinweise meinerseits..höre ich dann immer nur.. " du hast ja keine kinder", das ultimative k.o. argument..leider 
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13.01.2007, 16:26
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AW: Lehrer-Schüler-Eltern
Zitat:
Zitat von Chayenne21
Wir sind die leistungsstärkste Klasse, die Klassengemeinschaft ist hervorragend und alle Kinder akzeptieren sich.
das ist letzten endes auch der verdienst des lehrers
Ich bin für Schuluniformen, damit dieser ständige Konkurrenzkampf aufhört.
dafür bin ich auch, damit endlich die diskriminierung der kinder die keine markenklamotten tragen aufhört
Dazu eine kleine Anekdote, die sich kurz vor Weihnachten zu getragen hat.
Ich war 3 Tage krank und meine Klasse hatte demnach Vertretungsunterricht. Da die anderen LehrerInnen anders unterrichten als ich, ist Ärger meist vorprogrammiert.
Als ich wieder kam hörte ich auch gleich, dass sich ein türkischer Junge absolut unmöglich verhalten hätte und das Arbeiten verweigert hätte. Bei mir hat dieser Junge das noch nie gemacht. Im Gegenteil, er ist immer bei der Sache und arbeitet gern mit. Seine Mutter ist davon begeistert, weil ihr älterer Sohn die Schule nämlich gehasst hat und aus ihm nichts geworden ist.
Ich frage also diesen Jungen was los ist, warum er nicht gearbeitet hat und ob er sich nicht dafür entschuldigen möchte.
Da fängt er an zu weinen! Es habe eh keinen Sinn zu arbeiten, denn er als Türke kann sowieso nicht auf’s Gymnasium gehen. Und auf der Realschule nebenan muss man auch nicht immer arbeiten....
ich glaube, du bist eine gute lehrerin. jedenfalls lese ich das aus deinen berichten.
ich kenne diese situation auch noch von meinem sohn. er hat lehrer gehabt zu denen er einen sehr guten draht hatte und da machte ihm das lernen spaß und die noten waren auch top.
wenn er pech hatte, bekam er im nächsten jahr einen lehrer, mit dem er überhaupt nicht klar kam. ergebnis... noten wurden schlechter.
ich frage mich ganz einfach, ob überhaupt alle lehrer für ihren beruf taugen.
schlechte noten liegen nicht immer am schüler alleine, und mit dieser meinung stehe ich glaube ich nicht alleine da.
LG, Chayenne
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13.01.2007, 16:47
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AW: Lehrer-Schüler-Eltern
ein guter bericht chayenne, ich denke auch, dass du eine gute lehrerin bist, die den mittelweg zwischen strenge und spass in ihrer klasse gefunden hat!!!
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Schweigend mitzulesen ist oft der einzige Weg, nicht als Trottel dazustehen.
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13.01.2007, 17:27
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AW: Lehrer-Schüler-Eltern
Zitat:
Zitat von marion42
und selbst zwar keine kinder, stell ich im umfeld immer wieder fest, das eltern gerne alles auf die schule schieben..
in manchen dingen bestimmt auch zurecht, aber oftmals frage ich mich auch, was eltern heutzutage von ihrer eigenen "erziehungspflicht"! halten...
auf sanfte hinweise meinerseits..höre ich dann immer nur.. " du hast ja keine kinder", das ultimative k.o. argument..leider 
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Was meinst Du wohl, wie oft ich das zu hören bekam!?
Mittlerweile haben mir die Eltern "meiner Kids" allerdings verboten vor Mai 2008 schwanger zu werden! ;-)
Dann sind ihre Kinder nämlich nicht mehr davon betroffen! :smile:
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13.01.2007, 17:34
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AW: Lehrer-Schüler-Eltern
Vielen Dank für Deinen sehr interessanten Bericht, Chayenne!
Ich finde, Du kannst sehr stolz auf Deine Leistung und das Resultat sein- ich stelle mir den Kampf, den Du sicher hattest, als sehr antrengend und nervenaufreibend vor!
Ich wünsche mir ehrlich, daß mein Sohn mal solch eine Lehrerin wie Dich haben wird!
LG, alsadaha
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13.01.2007, 18:15
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AW: Lehrer-Schüler-Eltern
ich bin auch dafür das es schuluniform gibt...in der türkei gibt sie ja auch und es gibt kein kampf zwischen den schülern """ätsch ich hab markensachen und du bist ja ein asi""""......
lg mandy
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13.01.2007, 18:16
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AW: Lehrer-Schüler-Eltern
Zitat:
Zitat von boncuklar
ich frage mich ganz einfach, ob überhaupt alle lehrer für ihren beruf taugen.
schlechte noten liegen nicht immer am schüler alleine, und mit dieser meinung stehe ich glaube ich nicht alleine da.
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Nein, ich glaube nicht das alle Lehrer den richtigen Beruf gewählt haben. Im Gegenteil, es gibt viel zu viele Theoretiker die mit den Kindern und dem Schulallteag total überfordert sind. Das liegt zum einen an der be**** Ausbildung, die erst einmal in der Uni stattfindet. 2 Praktika mit insgesamt 5 Wochen geben sicher nicht genug her um sich eine Vorstellung von dem zu machen was einen erwartet.
Wenn man dann das Studium abgeschlossen hat, kommen die die 2 Jahre Referendariat. Ich habe schon so viele gesehen, denen ich mit Sicherheit vom Beruf abgeraten hätte... aber nach dem abgeschlossenen Studium bliebt Dir ja eigentlich gar keine Wahl mehr, wenn die Jahre nicht alle umsonst gewesen sein sollen!
Und das Referendariat nicht zu schaffen ist so gut wie unmöglich. Da mittlerweile ein absoluter Mangel an Lehrkräften herrscht, wird eh jeder genommen, die Note spielt da keine (große) Rolle mehr.
Wenn Du dann erstmal verbeamtet bist, bekommt Dich so schnell auch keiner mehr "da raus".
Das läuft absolut falsch!
Wegen solchen Lehrern stehen wir alle als die Deppen der Nation da!
Absolut falsch ist auch der die ganze Ausbildung. Als es begann, das die Lehrer an Ansehen verloren, weil immer mehr Hobbypädagogen sich einmischten, wurde die Ausbildung an die Uni verlegt. Die Pädagogischen Hochschulen wurden anderweitig genutzt... gebracht hat es nichts, im Gegenteil.
Da die Regierung die Bildung unserer Kinder nicht für wichtig hält, wird das Geld an den Schulen immer weiter gekürzt, Stellen von Sozialpädagogen werden abgebaut und Gelder für Förderprogramme gibt es kaum noch. Neue Lehrer werden auch nicht eingestell, sondern nur unter "Aushilfsvertrag" genommen, ist natürlich viel billiger, obwohl sie die selbe Arbeit verrichten. Kein Urlaubsgeld mehr, kein Weihnachtsgeld, gleichzeitig aber ständige Arbeitszeiterhöhungen, ab diesem Jahr wird auch mein Büro nicht mehr absetzbar sein, soll ich jetzt damit aufhören zu Hause den Unterricht vorzubereiten, Elterngespräche zuführen, Klassenarbeiten zu kontrollieren...
Aber ja, es ist eben sehr verlockend uns Lehrer für alles verantwortlich zu machen!
Wo wir doch so viel Freizeit haben und auch sonst nix zu tun haben.
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13.01.2007, 19:30
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AW: Lehrer-Schüler-Eltern
Zitat:
Zitat von Chayenne21
Nein, ich glaube nicht das alle Lehrer den richtigen Beruf gewählt haben. Im Gegenteil, es gibt viel zu viele Theoretiker die mit den Kindern und dem Schulallteag total überfordert sind. Das liegt zum einen an der be**** Ausbildung, die erst einmal in der Uni stattfindet. 2 Praktika mit insgesamt 5 Wochen geben sicher nicht genug her um sich eine Vorstellung von dem zu machen was einen erwartet.
Wenn man dann das Studium abgeschlossen hat, kommen die die 2 Jahre Referendariat. Ich habe schon so viele gesehen, denen ich mit Sicherheit vom Beruf abgeraten hätte... aber nach dem abgeschlossenen Studium bliebt Dir ja eigentlich gar keine Wahl mehr, wenn die Jahre nicht alle umsonst gewesen sein sollen!
Und das Referendariat nicht zu schaffen ist so gut wie unmöglich. Da mittlerweile ein absoluter Mangel an Lehrkräften herrscht, wird eh jeder genommen, die Note spielt da keine (große) Rolle mehr.
Wenn Du dann erstmal verbeamtet bist, bekommt Dich so schnell auch keiner mehr "da raus".
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Das ist genau der Punkt. Pädagogik ist bei Lehramtsstudiengängen an den Unis ja auch nur Wahlfach, alternativ zu Psychologie, falls ich das richtig mitgekriegt hab (als Magister-Studi ist das seinerzeit so 'n bißchen an mir vorbei gerauscht). Kann sein, dass sich das inzwischen geändert hat, das wäre echt gut. Aber manchmal kam's mir zum Teil so vor, als würde es ausgerechnet die Leute verstärkt in den Lehrerberuf ziehen, die sich davon in erster Linie (wenn denn erstmal das Nadelöhr Referandariat und Verbeamtung geschafft sein würde..) einen bombenfesten Arbeitsplatz versprachen. Nix gegen Pragmatismus, ganz generell... aber als allerersten Grund für diese Berufswahl? Für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen??
Jedenfalls fragte ich mich da manchmal schon, ob's nicht auch eine Ausbildung in der Stadtverwaltung (oder ähnliches) getan hätte.
Nicht jeder ist zum Lehrer berufen, es ist mit Sicherheit auch eine Begabungssache. Manche haben es echt drauf, andere aber wiederum nicht. Und unter letzteren leidet dann halt auch das Ansehen des ganzen Berufsstandes.
Was Schuluniformen betrifft, tut sich ja seit einiger Zeit zum Glück was. Zumindest weiß ich von etlichen Schulen hier in der Stadt, an denen zumindest Schulpullover zu haben sind, und auch (freiwillig) getragen werden. Völlig okay. An der Schule, die ich zuletzt besucht hab, war das sowieso gang und gäbe (wenn auch nicht sehr kleidsam.. graue Faltenröcke mit dunkelblauen Pullis, ha-grr!), aber es sollte eben soziale Unterschiede nivellieren, und das tat es auch. Völlig in Ordnung, außer dass ich Faltenröcke echt grausig finde.
;)
anouk
Geändert von Anouk (13.01.2007 um 19:33 Uhr).
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13.01.2007, 19:42
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AW: Lehrer-Schüler-Eltern
Liebe Chayenne, vielen lieben dank für deine sehr erfreulichen Zeilen, auch ich schätze dich als Lehrerin, du hast nämlich eine sehr schwierige Aufgabe, die nicht jeder wie du schon erwähnt hast erfüllen kann. Insbesondere sollte man sich auch klar sein, das eigentlich die Lehrer/innen für die Zukunft der Kinder maßgebend sind. Kinder verbringen die meiste Zeit in der Schule und mit ihrer Bildung, insbesondere kommen die Eltern eigentlich gar nicht wirklich dazu, ihre eigenen Erziehungsmethoden anzuwenden, gerade wenn Kinder nach der Schule noch einen Hort besuchen.
Die Lehrer haben wirklich einen ganz anderen Stellenwert in der Türkei, als hier. So empfinde ich es. Deshalb verschaffe ich dir mal einen Tagesablauf, obwohl ich dazu erwähnen sollte, nebst der staatlichen Schulen gibt es in der Türkei auch private Schulen, (Kolej-College). Die Uniformordnung zählt in beiden Schulen, es werden Uniformen getragen. In privaten Schulen, sehen die Uniformen ein wenig anders aus und werden von der Schule meist geboten, weil das Logo der Schule drauf ist.
Eine noch sehr gute Sache, finde ich, das die Kinder von einem Schulbus abgeholt und gebracht werden, jedes Kind wird einzeln abgeholt, in den kleineren und ärmeren Dörfern ist dies jedoch nicht immer der Fall. Es gibt Gleitzeiten in den Schulen, Vormittagsunterricht und Nachmittagsunterricht.
Die Kinder singen erst mal morgens die Nationalhymne entweder draußen oder in der Klasse, wenn die Lehrerin die Klasse betritt, stehen alle Schüler auf und begrüßen sie synchron. In der ersten Klasse, werden die Kinder aufgeklärt was Hygiene ist, das sie sich erst mal die Hände waschen nach dem Essen und nach der Pause, gerade nach dem WC besuch, wird darauf wert gelegt. Folglich werden die Kinder aufgeklärt gegenüber dem Lehrer immer Respekt zu haben, einer der wichtigsten Grundregeln. Anschließend folgt auch die Aufklärung über Moral und Ethik und das alle Kinder Geschwister sind und keine Unterschiede gemacht werden sollen. Zwischen den Hauptfächern, wie Mathe, Türkisch, Biologie,….usw. wird den Kindern auch der Einblick in die Kultur beigebracht. Hier müsste man jetzt wieder unterscheiden, zwischen staatlichen und privaten Schulen. Es gibt Folklore, es werden Yachttouren veranstaltet, es wird getöpfert, es gibt Gesangsunterricht (wo die Kinder zum Teil im Chor singen und wirklich Musik verstehen und lernen sollen), Kunstunterricht, Schulen bilden eigene Sportvereine und spielen gegen andere Schulen, es werden sehr oft auch in unter anderem in den staatlichen Schulen Wettbewerbe veranstaltet, in Gedichte schreiben, Kunst und Musik, auch andere Projekte. Es gibt Ballettunterricht, Tanzen und Darstellendes Spiel (Theater)
Ein anderes Beispiel; manchmal entscheiden die Lehrer und Kinder, in der Grundschule, wie der tägliche Speiseplan (das Pausenbrot) aussehen soll. Zum Beispiel entscheiden sie sich für Montag; ein Ei, ein Brot und ein Apfel. Es werden Lebensmittel ausgesucht die im normalen Haushalt zu finden sind, den Kindern wird hiermit erklärt, das jeder das gleiche essen soll und
auch in diesem Punkt keine Unterschiede gemacht werden. Ich muss dazu erwähnen das ich Beispiele in Istanbul nenne und es sehr individuell ist und es auch eine finanzielle Sache ist der Schulen.
Die Eltern, legen selber viel wert auf Respekt, Ethik und Moral und sind vorbehalten, das die Lehrer das richtige machen und mischen sich auch nicht so ein, wie es hier zum Teil der Fall ist.
Deine Aussage, das die meisten nicht weiter kommen, weil die Eltern Arbeiterfamilien sind, ist für mich persönlich kein Argument,.. In der Türkei gehen Kinder zur Schule, wo Eltern Analphabeten sind, die Kinder erhalten von den Eltern keinerlei Unterstürzung, wie den auch. Aber es wird ihnen vergewissert, das sie es einmal besser haben sollen als sie und das die Schule sehr wichtig ist.
Selbstverständlich gibt es auch eine andere Seite, wo wir ein Problem haben, das viele Väter ihre Töchter nicht zur Schule schicken, das ist dann aber auch wieder ein anderes Thema. Im Grunde genommen geht es mir nicht darum, das die Kinder unbedingt einen hohen Abschluss erhalten sollen und oder die Universität zwingend absolvieren. Nein sicherlich nicht, den nicht jedes Kind schafft es und ist auch sicherlich nicht Minderwertiger. Es geht mir um die Strukturierung und die Vielfalt die dort geboten wird. Neben der Allgemeinen Bildung werden auch andere Sachen sehr ernst genommen, die ich oben genannt habe, der Lehrer übernimmt auch die Verantwortung der Erziehung.
Was ich persönlich und ich denke auch alle anderen sehr toll finden, ist das Atatürk sehr viel Wert auf die Kinder in der Türkei gelegt hat und er schenkte ihnen den 23. April, den Tag der Kinder. Es werden große Kulturfeste organisiert, alle Präsidenten in der Türkei überlassen den Kindern den Stuhl und viele Länder nehmen an diesem Tag dran Teil, außer Deutschland. Am folgenden Tag gibt es auch Schulfrei. Am 23. April 1920 wurde Atatürk zum Ministerpräsidenten gewählt und sagte; Kinder von heute und Regierende von morgen.
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"Gönül ne kahve ister ne kahvehane,gönül sohbet ister kahve bahane"
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