Zitat:
Zitat von Ottoman
Habe folgendes im Internet gefunden (die Sätze wurden von mir geändert - nicht inhaltlich).
Was würdet ihr sagen, wenn: - Ganze Viertel in Istanbul o. in der Hauptstadt deutsch dominiert würden ?
- Mio. Deutsche in die Türkei kämen, um dort zu leben/arbeiten/wohnen ?
- Keine Moscheen mehr gebaut würden, dafür aber immer mehr Kirchen ?
- In gewissen Gebieten Deutsch lernen muß, um sich noch verständigen zu können?
- Türkische Großstädte nicht mehr türkisch, sondern deutsch aussehen würden?
- Die Deutschen in der Türkei das Bildungsniveau herabsetzen, weil sie kein türkisch lernen wollen?
Würdet Ihr tatenlos zusehen ?
Eine Bitte sie nicht falsch zu verstehen... Es gibt keinen Hass, wir lieben nur unser Land... Ein Ende der massenhaften Einwanderung u. Überfremdung wird gewünscht...
Hinweis auf den Verbündetenstatus aus dem Ersten Weltkrieg, und dass man Freunde der Türken bleiben möchte und nicht zur Minderheit im eigenen Land werden will.
Dann ein Hoch auf die deutsch-türkische Freundschaft...
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Viel interessanter, als die Gegebenheiten umzukehren finde ich die Frage, warum es so gekommen ist, dass wir Türken hier eine nicht unbedingt als positiv anzusehende Subkultur gebildet haben. Immer wird versucht, die ganze "Schuld" auf die türkische Gesellschaft abzuladen. Dass Elternabende erschwert durchzuführen sind, weil die Eltern kein Deutsch können ist ein Fakt, dass die Türken hier nicht deutsch lernen "wollen", keiner. Die Ausländer sollten als Gastarbeiter nur kurz hier verweilen, das war vom deutschen Staat so gewollt. Warum sollten sie also deutsch lernen? Viele schwärmen immer noch davon, in die Türkei "zurück"zukehren.
Ich will nicht lange (und ich könnte lange) referieren, ich will nur ein Beispiel bringen, das hilft vielleicht auch mal, die andere Seite zu verstehen:
Ich habe in meinem Studium ein Praktikum in Spanien gemacht, bei einem deutschen Automobilhersteller, der bevorzugt deutsche oder fließend deutsch sprechende Spanier eingestellt hat. Ich bin mit dem direkten Ziel, spanisch zu lernen, dahingereist und habe meine Kollegen auch gebeten, mit mir Spanisch zu sprechen, habe abends viel mit Spaniern unternommen und so in drei Monaten sehr gut sprechen gelernt (natürlich dank der vorherigen Schulbildung, in drei Monaten lernt natürlich keiner eine Sprache). Die deutschen Kollegen, die aber schon seit mindestens 3 Jahren dort waren, hatten immer noch Probleme. Wieso?
Deutschsprechende Kollegen, deutscher Freundeskreis, deutsche Partner, deutsche Schulen für die Kinder, abends ist man mit deutschsprechenden Freunden ausgegangen oder hat sich mit Englisch ausgeholfen.
Was sagt uns das?
Diese Leute waren fast ausschließlich Akademiker und für einen begrenzten Zeitraum nach Spanien gegangen. Keiner zwang sie, spanisch zu lernen und sie selber lernten es nicht freiwillig. Faulheit oder Hilflosigkeit in der fremden Sprache ist der Grund, nicht Bosartigkeit gegenüber dem "Gastland".
Ja klar, die Türken hier sind schon so lange hier, dass sie inzwischen gemerkt haben sollten, dass die Aufenthaltsdauer um einiges länger ist als geplant.
Da könnte man wenigstens die Kinder so erziehen, dass keine Ausländerprobleme mehr herrschen.
Aber diese Elterngeneration sind keine Akademiker, sie sind hilflos!
Natürlich sind auch feindliche Einstellungen gegenüber Deutschland ein Thema, aber selbst das kann ich nachvollziehen. Meine Mutter wurde als 20jährige junge Braut AUSGELACHT, weil sie Henna an den Händen hatte. Damals waren die deutschen Mitbürger auch nicht sehr offen und tolerant?!!
Ich will nicht "die Deutschen" oder den deutschen Staat als schuldig hinstellen und die Türken als die Unschuldigen. Ich will nur eine Sichtweise eröffnen: BEIDE SEITEN HABEN FEHLER GEMACHT.
BItte vergesst das nicht!