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Oktober: deutsch-türkischer Schwerpunkt im WDR
Im WDR gibt es im Oktober einen deutsch-türkischen Schwerpunkt:
WDR Fernsehen, Donnerstag, 18. Oktober 2007, 23.15 - 00.35 Uhr
Am Rand der Städte
Ein Dokumentarfilm von Aysun Bademsoy
Deutschland 2006
Erstausstrahlung
Die Rückkehrer sind unter sich geblieben. Sie wohnen in großen anonymen Siedlungen an der türkischen Ägäisküste am Rande von Durchfahrtsstrassen in gleichförmigen Wohnblocks. Diese Siedlungen sind das neue Zuhause von Türken, die meist mehr als 20 Jahre Arbeit in der Bundesrepublik in den Knochen haben. Jahrzehntelang haben sie dort alles zusammengespart, in kleinen Wohnungen gelebt, ihr Geld sicher angelegt, um jetzt das Leben am Meer in der alten Heimat zu genießen. So richtig angekommen sind sie dort jedoch nicht - zuviel lag dazwischen. So sitzen sie auf ihren Balkons, am Swimmingpool, gehen Einkaufen in den Supermärkten der Siedlung und Essen am Abend in den Restaurants – abgeschnitten vom türkischen Alltagsleben. Es ist als lebten sie in einem künstlichen Rentnerparadies in Florida. Nur die Wohnzimmergarnituren erinnern an deutsche Möbelhäuser der 60er und 70er Jahre.
„Meeresblick 1+2“, „Flamingo 1-8“, „Oase“, „Paradies“ – So heißen die Siedlungen der Heimkehrer und die Namen tragen schon das Abgewandte und Geschlossene in sich. Für Besucher ist es schwer, in diese Siedlungen zu gelangen: Der private Wachdienst befolgt strenge Anweisungen und besteht auf Ausweiskontrollen. Die Menschen, die Rückkehrer, wollten eigentlich zurück in eine Türkei, wie sie war, damals, als sie sie verlassen haben. Jetzt sind sie zurück und diese Türkei ist verschwunden. An der Wand im Salon Erinnerungen an die deutsche Fremde: Eine Postkarte mit Freibad, Rathaus und Kreissparkasse in irgendeiner hessischen Kleinstadt. Geblieben sind nichts als Erinnerungen. Der Rest ist Melancholie.
Am Rand der Städte von Aysun Bademsoy (Kamera: Sophie Maintigneux) ist ein Film über eine ganze Generation von Türken – die „Deutschländer“, über ihre Sehnsüchte, ihre Einsamkeit, ihre Halt- und Heimatlosigkeit. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schrieb über den Film: „Aysun Bademsoy erzählt in ihrem Dokumentarfilm von den Mühen der Reintegration.…Es ist ein ganz anderer, ein überraschender Blick, eigentlich nur eine kleine Frage: ‚Wie geht’s denn so, wenn man nach Hause kommt und feststellen muss, dass es ganz anders ist, als man es sich vorgestellt hat?’“
außerdem:
WDR Fernsehen, 25. Oktober 2007, 23.15 Uhr
IMPORT - EXPORT
Eine Reise in die deutsch-türkische Vergangenheit
Ein Dokumentarfilm von Eren Önsöz
Deutschland/Türkei 2006
Erstausstrahlung
Der Dokumentarfilm Import-Export möchte des Deutschen Leibgericht, den Döner, von hinten aufspießen und fragen: haben wir nicht genug auf 50 Jahren Migrationsgeschichte und Gastarbeiterklischees herumgekaut? Gibt es keine anderen Bilder dieser einzigartigen Völkerbegegnung? Schließlich begann die deutsch-türkische Annäherung doch nicht erst gestern in Untertürkheim, Türkenfeld oder Bad Dürkheim!? Auch andere Ortschaften, Namen oder Redewendungen klingen verdächtig türkisch und können unmöglich mit der uns bekannten Arbeitsmigration zusammenhängen. Diese Phänomene bestehen schon länger als alle Gastarbeiteranwerbeabkommen - und daran ist selbstredend nichts „getürkt“ …
Wie kommt es etwa, dass heutzutage mitten in Deutschland „Türken Hopp“- Rufe an Karneval ertönen? Ungewöhnliche Szenen, die wir im dörflichen Limbach im Saarland beobachten dürfen: wo sich die Bewohner vor unserer Kamera als „Türken“ ausgeben - und ihre Heimat als „Saarländische Türkei“ bezeichnen!
Fragen, die uns die Gegenwart in Deutschland aufgibt und die in eine spannende Vergangenheit verweisen. Als so genannte „Deutsch-Türkin“ will die Autorin Eren Önsöz es genau wissen und nimmt die Zuschauer mit auf eine filmische Recherchereise von Berlin bis an den Bosporus. Ein Road Movie auf den Spuren der ersten Begegnungen zwischen Deutschen und Türken.
Auf unterhaltsame Art verwebt der Film die Zeitebenen und erzählt von kuriosen, fast vergessenen Details aus der Historie: von „Türkengebeten“ wider die größte Gefahr, die das Abendland kannte, bis hin zum „königlichen Kammertürken“ Friedrich Aly, dem besonderen Liebling von Königin Sophie Charlotte. Von der preußisch-osmanischen Waffenbrüderschaft und dem Bau der Bagdadbahn, der türkischen Lehrlingsverschickung 1917 nach Deutschland oder deutschen Antifaschisten im türkischen Exil.
Auf der filmischen Reise treffen wir türkische und deutsche Persönlichkeiten: etwa den Historiker Götz Aly oder den ehemaligen Vorstandschef von Daimler Chrysler Edzard Reuter. Aber auch Christoph Daum kommt mit seinen Erfahrungen als Trainer von Fenerbahce Istanbul zu Wort. Ihre Erzählungen, Erinnerungen und Anekdoten, angereichert mit seltenen Archivaufnahmen, werden auf deutscher und türkischer Seite für Verwunderung sorgen. Und dem Bild des (unbestritten freundlichen) Dönerverkäufers einige neue Bilder zur Seite stellen.
Teilweise auf Super 8 gedreht, lädt der Film ein zu einer rasanten Fahrt durch die Geschichte, untermalt von türkischen „Easy-Listening“-Klängen aus den 60er Jahren - das passende Tape auf unserer Reise in unbekanntes Terrain.
Mit Import-Export will Eren Önsöz, Absolventin der Kunsthochschule für Medien Köln, an deutsch-türkische Traditionen erinnern, die für Türken und Deutsche gleichermaßen von Bedeutung sind. Der mögliche EU-Beitritt der Türkei wird in Deutschland kontrovers diskutiert. Gegner argumentieren etwa mit der „fehlenden historischen Zugehörigkeit“ der Türkei. Die deutsch-türkische Geschichte liegt jedoch gänzlich im Dunkeln. Umso dringlicher ist es, dieses faszinierende Thema zu erhellen und die eingefahrene Diskussion mit positiven, neuen Impulsen zu bereichern. Der Film zeigt auf amüsante Weise: Import – Export findet schon seit Jahrhunderten statt.
WDR Fernsehen 29. Oktober 2007, 23.15 Uhr
WDR CHRISTEN UNTERM HALBMOND. Zwischen Angst und Hoffnung (Erstausstrahlung)
00.00 Uhr
FREMDLÄNDER – DEUTSCHLÄNDER. Als die Türken kamen
00.45 Uhr RÜCKBLENDE – Mustafa Kemal – genannt Atatürk
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