Der vierte Tag.
heute war bootstour angesagt. und wie vermutet wurde es so ein typisches touristending, was ich eigentlich gar nicht mag. hier schnell mal anhalten für ein foto, da 30 minuten zum schwimmen, mittagessen usw. es war ganz nett, vor allem aber, weil man auf einem schiff so schön in den schlaf geschaukelt wird.
backpacker ist heute weitergezogen und so stieg meine nervosität wegen heute abend und A. soll ich alleine hingehen? bei der gestrigen verabschiedung sagte er "wir sehen uns morgen. aber komm lieber erst so um 11, sonst langweilist du dich bestimmt, denn ich muss ja arbeiten". diesen satz konnte ich für mich positiv oder negativ interpretieren. variante 1: komm nicht vorher, sonst vermasselst du mir am ende die tour bei anderen. also nerv nicht. variante 2: die arme wartet den ganzen abend und langweilt sich bestimmt.
meinem alten denkmuster zufolge war variante 1 die wahrscheinlichere, aber ich kämpfte in meinen gedanken natürlich um variante 2. man soll ja optimistisch sein. aber ich wusste wirklich überhaupt nicht, was ich tun sollte.
ich schmiedete mir einen plan. zuerst wird mal eine sonnenbrille gekauft, da meine ja, welch ein unglück ;-), auf dem schiff heute kaputt gegangen ist. danach mal KURZ beim teppichladen vorbei um dann gleich danach ins daneben gelegene internet-café zu gehen.
gesagt getan. als ich bei den jungs ankam, war A. nirgends zu sehen. also machte ich mich auf ins internet-café. das praktische daran war, dass man von dort aus einen wunderbaren blick zum teppichladen hatte :-). irgendwann kurz nach halb zwölf, also mit strategischer verspätung, verließ ich das café in richtung teppichladen. und da, in der bar neben des internet-cafés rief plötzlich jemand hallo. da saß ER, mit dem befreundeten älteren holländischen ehepaar. ich wurde gleich eingeladen mich dazu zu setzen. die stimmung zwischen A. und mir war allerdings mehr als verkrampft. vielleicht war ich auch so verkrampft und hab es deshalb so empfunden. wer weiss. wir unterhielten alle miteinander, er verschwand immer wieder mal, kam wieder, ging wieder usw.. gegenüber des ladens saßen, wer hätts gedacht, zwei mädels auf den stühlen, wie gestern backpacker und ich. laut A. waren das aber nur zwei kanadierinnen, die vielleicht was kaufen wollen. jaja, wer´s glaubt.
nach dem ersten bier war die stimmung richtig gut und ich amüsierte mich
prächtig mit den holländern. als der laden schloss, kam auch als erstes R. zu uns rüber und setzte sich genau neben mich. er war mindestens so angesäuselt wie wir mittlerweile und schon ging es wieder los, ich wäre seine blume und wenn ich wieder komme, soll ich bei ihm wohnen, blablabla. das hatte zur folge, dass A. sich gegenüber sitzend kaum mehr von der stelle bewegt hatte. aha, eifersüchtig, dachte ich, nachdem er mir gestern schon gesagt hatte, dass ihn das total aufregt, zumal R. mit mir deutsch sprach und alle anderen konnten nur englisch. aber was soll ich euch sagen, es tat gut! :-)
irgendwann forderte die natur ihr recht und ich musste mal. auf dem rückweg kam mir A. entgegen und flüsterte mir zu "frag mich, ob ich dich, wenn wir ausgetrunken haben, wieder zum hotel bringen kann wenn wir am tisch sitzen, ok?" schwups und da waren sie wieder, die invasionen von schmetterlingen. kurze zeit drauf gingen wir und ich hatte ihn für mich. es waren wundervolle stunden. er fragte mich, ob ich auf ihn warte und das er es tun würde. natürlich warte ich auf ihn, sagte ich. und ich komme im september wieder. ich bat ihn aber auch darum, ehrlich mit mir zu sein und mir im falle dass er eine neue frau kennenlernt, mir das bitte sagen sollte. er versprach es mir. allerdings meinte er, müsse er ja im sommer sehr viel arbeiten, somit könne er nicht so oft ins internet-café und mir mailen.
als er mich zum hotel zurück brachte, führen wir den weg zu zweit auf dem fahrrad. ich vorne drauf und er hinter mir. oh gott, hatt´ich angst. :-)
er meinte, es is besser wenn wir mit dem fahrrad fahren. erstens geht es schneller und zweitens kann ich dich nebenbei auch noch küssen und er busselte mir den ganzen weg über auf die schulter.
viel zu schnell kamen wir am hotel an und viel zu schnell ging auch der vierte tag zu ende.