| wortdurchgangszimmer mar. Unsere mar. |

05.10.2007, 13:03
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TT-Schreck
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Wenn Männer in Bewegung kommen…. und sei es auf der Rolltreppe
Es ist wirklich jedes Mal am Morgen… ich schließe die Tür, nehme die Zeitung aus dem Kasten, kaufe mir ein Croissant, manchmal nehme ich noch einen Kaffee in der Bäckerei und dann komme ich in die Gänge.
Sprich, ich beginne meinen Tag.
U-Bahn-Fahrt. Das Zauberwort. Fast jeden Tag begebe ich mich in den Untergrund…in das diffuse Licht von spärlich ausgeleuchteten Bahnsteigen; platziere mich auf eine der Wartebänken aus den 30-ern und warte wie alle anderen, das sich ein morgendlicher Schwung einstellt.
Endlich. Der Luftzug kündigt an, dass an der Leinestraße der Zug abgefahren ist und meine 20 minütige Fahrt ins Glück beginnt.
Das Glück ist unbestimmt, wie alles im Leben… hier beschränkt es sich auf einen freien Sitzplatz.
Tür auf. Tür zu. Meine Augen schweifen umher. .
Heute habe ich es eilig- also besser, ich bleibe an der Tür stehen.
An der nächsten Haltestelle stürze ich hinaus, renne wie eine Verrückte zur Rolltreppe und will mich an den brav Wartenden vorbeischlängeln. Und schon ist es geschehen- ich trete einem Mann, der vor mir steht in den Hintern.
Wohlerzogen entschuldige ich mich. Er blickt zurück. Sagen wir es mal mit den Worten unserer aus der Türkei heimkehrenden Damen: er hatte wundervolle, dunkelbraune Augen. Schwarze Haare. Ein sehr gepflegtes Aussehen. Mit einem Wort : ein potentieller Askim! Und das nonplusultra : ein Türke! Als hätte er meine Gedanken lesen können, ging ein Lächeln über sein Gesicht…es schien, als käme Bewegung in sein Leben. Am Bahnsteig blieb er stets in meiner Nähe…noch einen Schritt näher, naja, und nun fragt er auch noch, was ich lese…. Ich wäre keine Frau, hätte ich nicht schon längst über den Zeitungsrand gelugt und belustigt festgestellt, wie er wohl zu überlegen schien , wie und was er anstellen könnte, um den letzten Schritt auf mich zuzumachen …
Die U-Bahn kam. Glück sah für ihn ähnlich aus, wie für mich. Ein Sitzplatz, nein zwei; einen für mich und einen für ihn selbst. Natürlich nebeneinander. Aber gut mental und geistig darauf vorbereitet worden im TT war mir sicher, er würde ALLES für mich tun. Alles, das war im Moment, einen Platz für mich zu ergattern, was morgens 8:30 am Hermannplatz nicht einfach ist. Das muss man wissen, wenn man sein Opfer richtig würdigen will…
Der gut aussehende, gut gekleidete Herr namens Adnan (den Namen verriet er mir beim Rüberstrecken seiner Hand) arbeitete, so verriet er mir, im türkischen Konsulat. Zumindest konnte ich ohne aufdringliches Verhalten zu produzieren sagen, das wir zumindest bis zum Ku’damm gemeinsam reisen. Binnen kürzester Zeit (aber das kennen wir ja schon) hatte ich das Gefühl, etwas ganz Besonders zu sein. In 15 Minuten wusste ich seinen Geburtsort, das er im Juni dorthin fährt, das er in der Leinestraße wohnt, das er seit 10 Jahren in Deutschland lebt und ich muss sagen; das alles brachte er in einem akzentfreiem deutsch rüber. Ich war beglückt. So früh am morgen hatte ich keinen Nerv, Sprachakrobatik zu veranstalten. Ich liebe es, wenn der Tagesbeginn etwas dahinplätschert….
Eine wundervolle Visitenkarte wurde mir gereicht (es fehlte das Tablett, um vollkommen zu wirken). Eine Frage mit einem Augenaufschlag, der einem Omar Sharif zur Ehre gereicht hätte, folgte der Visitenkarte: sieht man sich denn mal? Wenn man doch quasi Nachbar ist…?
Einige von Euch kennen das sicher. Das Herz raste, im Kopf kreisen merkwürdige Gedanken, der BH kneift nicht mehr, man sitzt aufrecht und setzt ein zuckersüßes Lächeln auf…. Hach! Ich habe seine Visitenkarte, ich habe seine Visitenkarte….
Ein Blick darauf und meine Freude war gedämpft…. Eine Handynummer. Kein Festnetz. So was mag ich nicht. Ach, das kann ich ihm ja am Sonntag sagen, wenn wir uns zum Kaffee treffen werden.
Die gepflegte Hand drückt die meine- er müsse nun aussteigen…cok güzel sind Sie, was für ein Zufall, das Sie ausgerechnet mich in den Hintern getreten haben…. ich bin so glücklich ….sprach er, und stieg aus.
Welcher Tag ist heute? Ich überlegte und in meinem Gehirn war nur noch Adnan-Montag, nein Adnan-Mittwoch…. Mittwoch! Meine Güte , noch 5 Tage bis Sonntag.
Zoologischer Garten…aussteigen… Rolltreppe rauf, Jebenstraße, Uni.
Zumindest meine innere Karte ist noch in Ordnung, ich finde den Weg zur Uni im Schlafe, besser gesagt, im Trancezustand…
Der Tag war herrlich, das leben ist schön! Meine Bandscheibe war in einem versöhnlichen Einvernehmen mit mir… Sonntag , Sonntag jubelte es….
Der Sonntag kam. Herrliches Wetter. Ich bretzelte mich auf. Ein sorgfältiges , dezentes Make-up…. Nicht zu frivol. Nicht zu aufdringlich. Nicht zuviel nackte Haut. Nur ein bisschen, nur eine Ahnung…. Na ja, Frauen wissen was ich meine….
Treffpunkt Südstern… das ist wunderbar. Dort ist nur ein Aufgang. Da kann man theatralisch geschult die Treppen hinaufschreiten. Was will Frau mehr…
Bubum bubum… das Herz nahm jede seismographische Welle wahr, die dort oben vom Ausgang mir entgegenschlug.
Da stand er. Ein lachendes Gesicht. Ich schritt wie einer Königin gleich die Steinstufen hinauf. Was für ein ergreifendes Gefühl.
Noch eine Stufe und noch eine Stufe…
Adnan. Da stand er, in Jogginghose, ausgewaschenem Polohemd (mindestens 10 Jahre täglich durch die Waschmaschine getrudelt…) Turnschuhe… einen Rosenstrauß in der Hand.
Bum bum bu bu mmmmmmmmmmmm. Ich erstarrte. Gott sei Dank bin ich nicht vor Schreck umgefallen.
Das erste und einzige, was ich sagen konnte war: du bist Familienvater, hast dich Sonntagnachmittags von Frau und Kindern weggeschlichen, mal kurz mit einem Freund ein Zigarettchen rauchen…
Sein Unterkiefer fiel runter, das Lächeln verschwand. Die Augen wurden plötzlich müde und leer.
Woher weißt du das…fragte er mich.
Na ja- Erfahrung und ein bisschen TT….
* das Kaffeetrinken fand statt und jeder ist seines Weges gegangen. Eine unvollendete Askimnade.
MAR September 2007 ( die story war im Mai ..)
Geändert von mar (05.10.2007 um 17:44 Uhr).
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19.10.2007, 13:33
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TT-Schreck
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wenn Männer in Bewegung kommen- oder warum Männer Schirme kaufen...
Herrlich so ein Halbtagsjob!
Gut gelaunt trete ich hinaus aus der Tür und steuere der U-Bahn zu . Bahnhof Zoo. Lavazza-Stand . Schnell einen guten Espresso und hinein in den mittäglichen Verkehr. Touristen mit Rucksäcken und Stadtplänen strömen durch die Hallen...Kindergartengruppen und Schulklassen haben Knut gesehen und plappern wild durcheinander drauflos. Gut , daß ich den Espresso hatte, denn der gibt mir Gelassenheit. Und rote gesunde Wangen...
Ich krame in meiner Überlebenstasche, deren Inhalt alles andere ist, als wichtig zu sein scheint . Rechnungen, ausgedruckte Manuskripte, Photo-CD, Konto-Ausdrucke , Mobiltelefon, Bonbons vom vergangenen Jahr, Kaugummi, Haarklammer, Schnippgummi, ein welkes Blatt vom letzten Spaziergang, Deoroller, Parfum, Taschentücher, alt und neu....und endlich mein Buch, welches ich gerne in der U-Bahn lesen wollte. Eine schöne Geschichte, die ich da lese. Von einem Mann, dessen Frau verstarb und beim Aufräumen der Sachen Briefe fand, von ihrem Liebhaber. Der Überlegung nachgegangen, das der Liebhaber auch wissen müsste, das die Frau verstorben ist, teilt er es dem Liebhaber mit; der wiederum glaubt, es sei die Frau, die ihm nach langer Zeit wieder schreibt , um ihm mitzuteilen, das sie nun tatsächlich für ihn gestorben sei ( sinnbildlich: laß mich in Ruhe...) Die Turbulenzen, die sich aus dem Briefwechsel ergeben, den sich beide Männer liefern ( der Liebhaber glaubt immer noch, es sei die Frau, mit der er korrespondiert) möchte ich der Leserschaft nicht wiedergeben.
Es ist eine Welt für sich, in die man eintaucht, wenn man liest.
Mich amüsierte jedoch die Phantasie der beiden Protagonisten und ich dachte mir so, was Männer doch alles bewerkstelligen, wenn sie Dingen auf den Grund gehen wollen...Sonderbar, wie mutig und einfallsreich sich Protagonist Nr. 1 seinem Leben stellt, als er plötzlich erfährt, das er nicht der Einzige war...Ich liebe es , in Büchern von solchen Situationen zu lesen, werde von der wunderbaren Phantasie erfasst und ich fragte mich schon sehr oft, ob diese Geschichten nur Wunschdenken eines männlichen Autors waren ; ob der Wunsch, aus dem Allerlei des möglicherweise gelangweiltem Alltag einer 20-jährigen Beziehung auszubrechen, so dringlich wird, das man einen verflossenen Liebhaber der verstorbenen Ehefrau beginnt, gern zu haben, zu bewundern, ja sogar bereit wird, alles Bisherige in Frage zu stellen. Und sei es nur in der Erzählung...
So etwas kann nur in Büchern stehen; welcher heutige Mann kauft sich denn eine Fahrkarte und steht als Überraschung vor der Tür , wer reserviert denn heutzutage ein ganzes Lokal und bestellt einen Stehgeiger. Welcher Mann in diesem Alter des Protagonisten wagt es denn noch, spontan zu sein. Na den will ich mal sehen!
Ich kicherte in mich hinein...und ich war erschrocken, als ich feststellte, das ich tatsächlich hörbar kicherte...
Verstohlen schaute ich mich um. Zwei Reihen schräg gegenüber saß ein Mann , der sofort wegschaute, als mein Blick ihn traf. Er hatte mich offensichtlich beobachtet. So was mag ich eigentlich gar nicht. Aber was soll es... Ich las weiter. Doch die Ruhe war dahin. Der Mann beobachtete mich und ich spürte seine Blicke ...Jedes Aufblicken in seine Richtung erschreckte ihn und das Handy wurde nun willkommenes Spielzeug in seinen nervösen Händen. Irgendwie belustigend.
Ok. Das Buch wanderte in meine Tasche zurück und ich schaute in das Dunkel des vorbeigleitenden Tunnels und sah wie in einem Spiegel gleich, wie er mich musterte...
Hermannplatz.
Wie immer stand ich im letzten Moment auf und sprang hinaus auf den Bahnsteig. Er auch. Aber das sah ich schon nicht mehr Es mußte fast im letzten Moment gewesen sein. Die Tür schloss sich . Die U-Bahn fur weiter.
In meinem Kopf setzte die normale hausfräuliche Geschäftigkeit ein. Ich nahm meinen Einkaufszettel und las: Waschpulver, Fotos abholen, Rohrreiniger, Shampoo... ok. Also sollte ich gleich zu Rossmann gehen... Alles andere um mich herum war ausgeblendet. Ich hatte nicht bemerkt, das dieser Mann wie ich die Rolltreppe benutzte, wie ich bis zum ersten Wagenhalt den Bahnsteig entlangging und mit mir in der gleichen U-Bahn weiterfuhr.
Meine Station - ich stieg aus . Stufe für Stufe spürte ich hinter mir einen Blick im Rücken. Das kennt man ja, wenn man fixiert wird, fühlt es sich so an, als würde man berührt werden.
Strassenmitte, Ampel, Rot. Ich wartete. Plötzlich sprach mich eine Männerstimme von der Seite an. " Ich wollte Ihnen sagen, das Sie schön aussehen. Sie gefallen mir". Ich schaue zur Seite und da steht dieser Mann. Ganz nah sehe ich seine dunklen Augen und das bisschen Angst darin. Die Falten in seinem Gesicht verrieten sein Alter. Mindestens 60 . Seine Sprache , der Akzent verriet auch seine Herkunft.
Ich knurre ihn an. "Danke" und überquerte die Strasse.
Gut, das Rossmann gleich an der Ecke ist, denn dort bin ich gerettet vor Komplimenten auf der Verkehrsinsel. Ich kramte meine Fotos aus einem Berg von Tüten, verglich Preise von Waschmittel, sah Gummidrops, die mich einluden sie mitzunehmen- und aus den Augenwinkeln heraus sah ich einen Schatten , der mich stetig verfolgte. Es war der Mann. Er folgte mir auf Schritt und Tritt und versuchte doch , unauffällig zu sein. Es war offensichtlich, das ihn mein Knurren auf der Strasse nicht getroffen hatte.
In der langen Reihe an der Kasse stand er hinter mir. Wieder versuchte er, mir zu sagen, das ich ihm gefiele, das mich die Baskenmütze gut kleide. " Danke, und nun ist gut" fauche ich. Er senkte den Kopf " ich verstehe..."flüsterte er.
Betreten und verlegen greift er nach einem Regenschirm, der in der Nähe der Kasse zum Verkauf angeboten wird.
Draußen ist ein sonniger Tag. Und er sieht auch nicht so aus , als bräuchte er einen Regenschirm, denn aus der Jackentasche lugt der Knauf eines Minischirms...
Er zahlt schnell und ich sehe, das er sich plötzlich seiner Aktion bewusst wird . Er stürzte bei Rot über die Strasse und verschwindet wieder im U-Bahnhof. Sicherlich hatte er seine ursprüngliche Fahrtroute geändert und mußte nun schnell und möglichst ohne Zeitverlust nach Hause fahren ...
Beladen mit allerlei Krimskrams schlenderte ich nach Hause. Warf die Waschmaschine an, schüttete den Rohrpuster in den Wannenausguß, legte die Fotos auf den Küchentisch und frage mich selbst, warum in aller Welt widerfährt mir so etwas immer in der U-Bahn . Warum nicht im Cafe, oder im Kaufhaus, meintwegen auch am Gemüsestand. Die Rolltreppe sowieso.
Muss sich denn ein Mann, der beherzt eine Frau anspricht , einen Regenschirm kaufen?
Muss er wohl, wenn er nicht im Regen stehen will.
MAR 2007 ( passiert vor einem Monat)
Geändert von mar (19.10.2007 um 18:06 Uhr).
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11.04.2008, 15:16
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TT-Schreck
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wenn Männer in bewegung kommen- und sei es auf dem Bildschirm...
Heute ist ein ganz besonderer Tag. Meine Freundin Katja wird 84 Jahre alt . Diese Frau ist einfach unglaublich! Nicht nur, das sie ein wandelndes Geschichtsbuch ist und daß sie für mich ein ganz großer Mensch ist in ihrem Denken und Wirken, sie macht es immer wieder, das ich so laut loslachen muß , wenn sie in ihrem Berlinisch Neues aus ihrem Leben berichtet.
Nachdem ich mit einem Blumenstrauß und einem kleinen Geschenk an ihrer Klingel geläutet habe und ich einfach nur dem Kaffeeduft folgen mußte, um die Tür nicht im Überschwang der Freude zu verfehlen, mußte ich sie einfach abküssen und an mich drücken , um ihr meine Freude über ihren Ehrentag zeigen zu können und immer wieder drücken sich da ein zwei Tränen aus meinen Augenwinkeln, weil ich einfach auch oft daran denken muß , durch welche tiefen Täler sie in ihrem Leben schon geschritten ist.
Heute gab es Eierlikörkuchen und echten Gugelhupf.... " Torte hab ick keene jebacken, weest ja... "
Es ist das erste Mal, das Katja ihren Geburtstag nicht mit Brimborium feiert. Der letzte runde Geburtstag fiel auf einen jüdischen Feiertag und da konnte sie , weil sie den Rabbi eingeladen hatte, essensmäßig nicht so ausschweifend feiern ( obwohl der Rebbe ganz gut mit dem Wodka konnte... aber der ist ja kosher ;) )
Diese Jahr nun fällt der Geburtstag auf einen Freitag. Na ja meinte Katja , wieder mal so ein Tag , wo man abends Sitzfleisch zeigen muss.... Und dann sollte ich auch ein bisschen eher in der Synagoge sein...., für den Kiddusch ( ein Gläschen Wein für die Anwesenden) ...
Ich bin wohlweislich schon am Vormittag zu ihr gegangen, einfach weil ich weiß, das Katja dann ab 15:00 Uhr sich schön herrichtet. Schließlich ist Freitag ein Feiertag , schließlich sitzt sie seit Jahren in der ersten Reihe der Frauenabteilung und schließlich kennt sie jeder ... Man muß einfach diese Wertschätzung, die man von anderen erfährt, irgendwie honorieren- und wenn es nur Modeschmuck ist.
Überhaupt- wenn man bei Katja im Badezimmer steht, denkt man, man ist bei einem jungen Springinsfeld. Überall Cremes und Parfüm, tolle Augenbrauenstifte, Kajal in jeder Farbe, Lippenstifte aller Rottöne. Wattestäbchen und Wattepads, Abschminklotion.... ich staune jedes mal , wenn ich dort bin. Alles ist fein abgestimmt und ich kann mir es sehr gut vorstellen, wie sie sich 1 Stunde lang vorm Spiegel dreht und wendet , um angemessen ( " nich wie ne Schraube, die in den Farbeimer jefallen iss " ) in der Synagoge zum Shabbat zu erscheinen.
Wir sitzen da nun so am Tisch, ich esse schon das zweite Stück Kuchen, wir lästern über Neues aus der Gemeinde ( wer mit wem und wer nicht mehr und überhaupt...) ich meinte noch, das ist gut, das Du etwas eher losgehst- grüß mal die Rasselbande , - da lachte sie plötzlich laut los.
"Ich globe, heute muss ick ne zweete Lage Likörchen ausjeben!"
Ich schau sie fragend an und sie kicherte weiter. "Stell dir vor, Kleene, letzten Freitag stehe ich im Bad, ich brezele mich auf, hab extra von P&C eine Bluse gekauft zum Rock, mußte mal sein...irgendwie sah ich in der letzten Zeit zu altbacken aus..." Also , lachte sie weiter, "ich bin fertig mit dem Make-up, kick noch mal in die jute Stube, ob det Fenster zu iss ; allet paletti, greif nach meiner Tasche, bin fix und fertig für den Tempel, da fällt mein Blick auf die Fernsehzeitung. Ich dachte, mich trifft der Schlag. Mein Lieblingsschauspieler ! Heute ! Und was mache ich, man bin ich meschugge. Ich mußte den Film sehen... Ick setz mir doch nich in die Synagoge , der 70 –jährige Rebbe erzählt mir was von Moses, der seit Tausenden von Jahren tot ist, wenn im Fernsehen so eine erotische Sahneschnitte wie Erol Sander spielt. Kleene , sach ich Dir, ick habe wegen dem Mann offn Bildschirm Shabbes sausen lassen. Ick globe, det habe ich det letzte Mal jemacht, als ick meinen Schorschi traf, der hatte och so einen süßen Ponim ( Gesicht) ...
Dafür, das ich det letzte mal hab‘ die Synagoge geschwänzt , muß ick heute eben noch ein Likörchen und ein paar Reiterchen( belegte Brote) spendieren.
Aber Erol Sander iss mir det wert jewesen. "
Was soll man dazu sagen? Ich konnte nur noch laut loslachen und dachte mir im Stillen: schon wieder eine , die dem Charme türkischer Männer verfallen ist...
MAR, 11. 4. 2008
Geändert von mar (11.04.2008 um 18:00 Uhr).
Grund: tippfehler....
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11.04.2008, 15:51
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TT-Schreck
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AW: wenn Männer in bewegung kommen- und sei es auf dem Bildschirm...
Zitat:
Zitat von mar
Heute ist ein ganz besonderer Tag. Meine Freundin Katja wird 84 Jahre alt . Diese Frau ist einfach unglaublich! Nicht nur, das sie ein wandelndes Geschichtsbuch ist und daß sie für mich ein ganz großer Mensch ist in ihrem Denken und Wirken, sie macht es immer wieder, das ich so laut loslachen muß , wenn sie in ihrem Berlinisch Neues aus ihrem Leben berichtet.
Nachdem ich mit einem Blumenstrauß und einem kleinen Geschenk an ihrer Klingel geläutet habe und ich einfach nur dem Kaffeeduft folgen mußte, um die Tür nicht im Überschwang der Freude zu verfehlen, mußte ich sie einfach abküssen und an mich drücken , um ihr meine Freude über ihren Ehrentag zeigen zu können und immer wieder drücken sich da ein zwei Tränen aus meinen Augenwinkeln, weil ich einfach auch oft daran denken muß , durch welche tiefen Täler sie in ihrem leben schon geschritten ist.
Heute gab es Eierlikörkuchen und echten Gugelhupf.... " Torte hab ick keene jebacken, weest ja... "
Es ist das erste Mal, das Katja ihren Geburtstag nicht mit Brimborium feiert. Der letzte runde Geburtstag fiel auf einen jüdischen Feiertag und da konnte sie nicht, weil sie den Rabbi eingeladen hatte, essensmäßig nicht so ausschweifend feiern ( obwohl der Rebbe ganz gut mit dem Wodka konnte... )
Diese Jahr nun fällt der Geburtstag auf einen Freitag. Na ja meinte Katja , wieder mal so ein Tag , wo man abends Sitzfleisch zeigen muss.... Und denn sollte ich auch ein bisschen eher in der Synagoge sein...., für den Kiddusch ( ein Gläschen Wein für die Anwesenden) ...
Ich bin wohlweislich schon am Vormittag zu ihr gegangen, einfach weil ich weiß, das Katja dann ab 15:00 Uhr sich schön herrichtet. Schließlich ist Freitag ein Feiertag , schließlich sitzt sie seit Jahren in der ersten Reihe der Frauenabteilung und schließlich kennt sie jeder ... Man muß einfach diese Wertschätzung, die man von anderen erfährt irgendwie honorieren- und wenn es nur Modeschmuck ist.
Überhaupt- wenn man bei Katja im Badezimmer steht, denkt man, man ist bei einem jungen Springinsfeld. Überall Cremes und Parfüm, tolle Augenbrauenstifte, Kajal in jeder Farbe, Lippenstifte aller Rottöne. Wattestäbchen und Wattepads, Abschminklotion.... ich staune jedes mal , wenn ich dort bin. Alles ist fein abgestimmt und ich kann mir es sehr gut vorstellen, wie sie sich 1 Stunde lang vorm Spiegel dreht und wendet , um angemessen ( " nich wie ne Schraube, die in den Farbeimer jefallen iss " ) in der Synagoge zum Shabbat zu erscheinen.
Wir sitzen da nun so am Tisch, ich esse schon das zweite Stück Kuchen, wir lästern über Neues aus der Gemeinde ( wer mit wem und wer nicht mehr und überhaupt...) ich meinte noch, das ist gut, das Du etwas eher losgehst- grüß mal die Rasselbande da lachte sie plötzlich laut los.
"Ich globe, heute muss ick ne zweete Lage Likörchen ausjeben!"
Ich schau sie fragend an und sie kicherte weiter. "Stell dir vor, Kleene, letzten Freitag stehe ich im Bad, ich brezele mich auf, hab extra von P&C eine Bluse gekauft zum Rock, mußte mal sein...irgendwie sah ich in der letzten Zeit zu altbacken aus..." Also , lachte sie weiter, "ich bin fertig mit dem Make-up, kick noch mal in die jute Stube, ob det Fenster zu iss ; allet paletti, greif nach meiner Tasche, bin fix und fertig für den Tempel, da fällt mein Blick auf die Fernsehzeitung. Ich dachte, mich trifft der Schlag. Mein Lieblingsschauspieler ! Heute ! Und was mache ich, man bin ich meschugge. Ich mußte den Film sehen... Ick setz mir doch nich in die Synagoge , der 70 –jährige Rebbe erzählt mir was von Moses, der seit Tausenden von Jahren tot ist, wenn im Fernsehen so eine erotische Sahneschnitte wie Erol Sander spielt. Kleene , sach ich Dir, ick habe wegen dem Mann offn Bildschirm Shabbes sausen lassen. Ick globe, det habe ich det letzte Mal jemacht, als ick meinen Schorschi traf, der hatte och so einen süßen Ponim ( Gesicht) ...
Dafür, das ich det letzte mal hab‘ die Synagoge geschwänzt , muß ick heute eben noch ein Likörchen und ein paar Reiterchen( belegte Brote) spendieren.
Aber Erol Sander iss mir det wert jewesen. "
Was soll man dazu sagen? Ich konnte nur noch laut loslachen und dachte mir im Stillen: schon wieder eine , die dem Charme türkischer Männer verfallen ist...
MAR, 11. 4. 2008
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Danke mar, für die wunderschön erzählte Geschichte . es kommt mir vor, als wäre ich dabei gewesen 
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11.04.2008, 21:23
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AW: wenn Männer in bewegung kommen- und sei es auf dem Bildschirm...
Was man nicht alles für Erol Sander tut, Katja hat Geschmack  Herzlichen Glückwunsch nochmal... Prost!
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"Gönül ne kahve ister ne kahvehane,gönül sohbet ister kahve bahane"
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01.06.2008, 15:29
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TT-Schreck
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Wenn Männer in Bewegung kommen-oder warum karierte Hosen nicht langweilig sein müssen
Wenn Männer in Bewegung kommen- oder warum karierte Hosen nicht unbedingt langweilig sein müssen
Sehr oft, wenn ich U-Bahn fahre, werde ich das Gefühl nicht los, das ich mit meinen Blicken die Leute „ausziehe“. Nein, ich meine das nicht in dem Sinne, wie man es sonst verstehen wollte, sondern eher in dem Sinne, als zöge ich all die traurigen, fröhlichen, nachdenklichen oder flatterhaften Stunden im Leben dieser Menschen an ; wie meine Morgengarderobe, die mir stets Sorgen bereitet...
Immer und immer wieder drehe ich mich vor dem Spiegel, um letztendlich doch wieder Vertrautes überzustreifen.
Ich verstehe es selbst nicht! Wieso kauft man sich ein neues T- Shirt oder einen teuren Pullover, wenn sie doch allesamt in der gleichen Farbe sind. Aber erst dann, wenn mir das Vertraute, Bewährte auf der Haut liegt, verlasse ich mein Zuhause mit dem , was meine Zufriedenheit ausstrahlt und meine Gefühle wiedergibt.
Es ist fast wie Einkaufen, wenn ich den U-Bahn-Waggon betrete und mich mit kreischenden Farben, Blümchenmustern und zerrissenen Jeans konfrontiert sehe . Ich fühle mich wie in einem Kaufhaus, wo man Gefühle, Laune oder Provokationen kaufen kann und manches Mal halte ich inne und frage mich selbst, wieso ich den bunten Ringelpulli wieder beiseite gelegt habe – und schwarz gewandet in die Sonne gegangen bin.
Andererseits kommen mir dann so absurde Gedanken, daß mein Schwarz wohl all den anderen Farben die Möglichkeit geben will, heller zu leuchten, zu strahlen, oder gar in ihnen die Sehnsucht zu wecken, sich mit dem Schwarz zu verbrüdern , es umarmen. Vielleicht verursacht dann dieses unsichtbare „hinüberspringen“ auf meine schwarze Alltagskleidung dieses Gefühl, daß ich denke, die Leben oder besser gesagt die Lebendigkeit der anderen Menschen spränge auf mich über und baut dieses satte Empfinden um mich herum auf, als würde sich eine bunte und lustige Energiequelle in diesem einen Waggon zusammenbrauen.
Allerdings fasse ich an melancholischen Tagen dieses Aufeinanderprallen der farblichen Gegensätze als etwas wie Heimatlosigkeit auf, weil alle Farbenklänge die Sehnsucht nach der Ferne wecken, und in diesem Schmelztiegel verschiedener Kleidungsstile entdecke ich sogar, das Pink eine schöne Farbe sein kann, wenn darunter gebräunte haut sichtbar wird und sich pechschwarzes Haar darüberlegt.
Heute aber ist so ein Tag, der etwas aus dem „schwarzen“ Rahmen fällt. Heute trage ich mal alles in Weiß, na ja, nicht ganz alles, denn meine Tasche ist zwar mit weißer Seide gefüttert, aber mit schwarzen Herzchen bedruckt, die ganz versteckt unter dem derben Leinenstoff auf der Suche sind nach dem Rot und Blau und Grün und vorwitzig aus dem umgekrempelten Rand meiner Tasche heraus lugen.
Ich sitze auf einem harten Polster inmitten schwitzender Körper, die schon am frühen Morgen dampfen und dabei einen Duft von Seife verströmen. Ich beginne wie immer die Umgebung mit meinen Blicken zu erforschen, als sich plötzlich die zwei Pobacken eines Mannes vor meinem Gesicht plazieren. Kariert scheint IN zu sein, denn als ich halb empört und halb belustigt versuche, meine Augen anderswohin wandern zu lassen. Treffen sie auch das Gegenüber.
Auch mein Gegenüber liebt Kästchen! Es ist komisch, denn ich assoziiere karierte Hosen immer mit älteren Männern , aber diese beiden sind jünger als ich und sehen auch nicht so aus, als hätten sie einen verirrten Geschmack. Beim näheren Betrachten der beiden Gesichter, das eine im Profil und das andere frontal, fällt mir auf, das die beiden „Karierten“ sehr zufriedene und aufgeräumte Gesichter haben, so , als hätten sie ihr ganzes Leben wohlgeordnet in diesen kleinen schwarzweißen Kästchen ihrer Bekleidung verstaut. Ich bin mit meiner Phantasie sogar geneigt zu sagen, das diese beiden Männer sicher eine ganz und gar geradlinige Lebensspur fahren müssten, schlösse ich dies von der Pepita-Musterung ihrer Kleidung auf das Innenleben eines Menschen.
Doch halt! Zwischen dem Weiß und dem Schwarz hat sich ein lichtblauer Faden verirrt, der dort eingewebt, dieses geordnete Quadratische aufzubrechen scheint dem mathematischen Augenschein den Hauch einer unbekannten Variablen oder besser das Wissen vom angedeuteten Chaos ankündigt.
Plötzlich ist mir meine eigene heutige weiße Bekleidung nicht mehr recht.
Und das schon am frühen Morgen. Ich vermisse mein gewohntes Schwarz, das mich wie ein Beobachtungsposten distanziert und zurückhaltend sein lässt... Weiß – das ist so ein unbeschriebenes Blatt, eine Art Leere, in das man alles hineinschreiben und hineinprojezieren kann. Weiß scheint Menschen aufzufordern,es zu bemalen. Ich streife mit meinen Händen über meine weiße Hose und zupfe die schwarzen Herzen etwas weiter aus dem Innenfutter heraus, so, als wolle ich wenigstens ein klein wenig Farbe bekennen. Aber sind schwarze Herzen denn wirklich farbig? Und überhaupt, schwarze Herzen! Schlimm genug, daß es Menschen zu geben scheint, die gar kein Herz besitzen, aber ein schwarzes Herz nach außen zu kehren, kommt mir noch viel schlimmer vor...
Ich belächle meinen eigenen absurden Gedanken und schiebe das Innenfutter wieder zurück in die Hosentasche. Es ist wirklich zum Lachen! Zwei karierte Hosen , die auf dem ersten Blick etwas unzeitgemäß daherkommen, lösen bei mir eine Hinterfragung über die Zustände in den Herzen der Menschen aus ; und nicht nur das- sie lassen mich nachdenken, ob Weiß denn tatsächlich rein und klar und geordnet sein kann...
Der Mann mit dem blauen Streifen im Karo blickt auf und lächelt mich an. Er muß wohl bemerkt haben, das ich ihn betrachte.
Ich werde rot und fingere am Reißverschluß meiner Tasche herum. Ich bin verlegen und nehme mir vor, nicht andauernd die Leben anderer Menschen „überzustreifen“, während ich in der U-Bahn sitze. Ich zupfe und ziehe immer weiter am Reißverschluß und plötzlich fällt meine Tasche zu Boden. Alles, was an Inhalt darin ist, ergießt sich in den Waggon. Meine Überlebenstasche schüttet alles , was ich so am Tag benötige , vor die Füße der Fahrgäste.
Der Abdeckstift kullert unter die Bank, mein Schlüssel schlägt hart auf dem Metall auf, meine Stulle schimmert durch eine Plastiktüte und offenbart ihr Geheimnis: Salami und Gurke. Der halbdefekte Kugelschreiber zerfällt nun vollends in seine Bestandteile und meine unfreiwillige Sammlung aus Plastikkarten schlittert wie auf Eis durch den halben Wagen und der Schlüsselanhänger mit meiner Campuskarte verrät, wo ich arbeite und die Aspirin petzt, das ich manchmal Kopfweh habe....
Ich springe auf und versuche meinen ganzen Kleinsthaushalt wieder in die Tasche zu raffen. Der karierte Mann hockt sich mit mir auf den Boden und versucht zu helfen. Er kichert und sagt ziemlich gut hörbar für alle Mitfahrgäste zu mir: „recht bunt geht’s in ihrer Tasche zu! Irgendwie passt das gar nicht zu diesem Weiß. Ich habe die ganze Zeit darüber nachgedacht, ob es bei ihnen zu Hause auch so blitzblank sei...“
Nun muss ich laut loslachen. „Nö, sage ich zu ihm, auch bei mir schlingert sich ein chaotischer blauer Faden durch die Wohnung, wie in ihrer karierten Hose“ Er schaut mich verdutzt an. Woher soll er denn wissen, was ich meinen könnte? Er blickt an sich selbst herab und entdeckt wohl wirklich zum ersten Mal den blauen Faden in seinem wohlgeordnetem Leben. „Man sagt eigentlich immer , das der rote Faden sich durch alles ziehen kann, hier ist es eben ein blauer Faden, der einem Klischee Lügen strafen will...“ Jetzt schaut er noch verdutzter und ich nehme meinen Mut zusammen und meine zu ihm, daß jeder so etwas wie ein kleines verstecktes Chaos beherbergt ; der eine in der Tasche, der andere als karierte Hose... Der Mann lacht lauthals los und meint zu mir: „ ich hatte mir am morgen Kaffee über meine andere Hose geschüttet und mir danach die erstbeste Ersatzhose gegriffen. Die ist von meinem Mitbewohner..."
Oh je, dachte ich , jetzt habe ich auch noch meine Phantasie um ihre Authentizität betrogen ! Eine halbe Stunde lang mache ich mir bizarre Gedanken um karierte Hosen um Menschen , die solche Hosen tragen. Und dann sind es nicht einmal seine Hosen- also ist es auch nicht sein wohlgeordnetes Leben, welches er spazieren trägt, sondern das eines anderen... !
Was für ein Morgen! Ich nehme mir vor, in den nächsten Tagen etwas weniger intensive Gedanken zu machen- zumindest nicht über Muster an männlichen Hosenbeinen.... 
Geändert von mar (02.06.2008 um 07:09 Uhr).
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01.06.2008, 16:22
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AW: Wenn Männer in Bewegung kommen-oder warum karierte Hosen nicht langweilig sein mü
Nun ist es um dich geschehen und deine Aufmersamkeit entfaltet sich.Sei bitte nicht so "klein-karriert" und denk nicht so linear sprich,das der Mann mit der "ausgeborgenen" Hose nicht zu bedeuten hätte.Es wäre wünschenswert,das du dich zurück besinnst und dem bizarren doch noch eine Erkenntnis abgewinnst.Ob in der Verstrickung von deinem Outfit über die karrierten hin zum Fall deiner Tasche der vorgezeichneter Plan deines Lebens steckt?
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01.06.2008, 17:27
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wenn Männer in Bewegung kommen-oder Navigationssysteme für Mann und Frau
wenn Männer in Bewegung kommen-oder Navigationssysteme für Mann und Frau
Eigentlich bin ich in vielen Dingen, insbesondere mit dem Schreiben so richtig altmodisch. Wenn ich unterwegs bin und ich möchte unbedingt etwas notieren, dann habe ich die altbewährten fliegenden Blätter bei mir. Schon seit Kindestagen lebe ich mit diesem System, daß in irgendeiner Manteltasche doch irgendwo diese Notiz sein müßte....!
Die Zeiten ändern sich, die Bleistifte weichen dem Kugelschreiber und die Kugelschreiber weichen dem Computer.
Vor nicht einmal 15 Jahren gab es solche ausgefeilten Suchsysteme wie " Tante Google" . Tante Google ich eine meiner Lieblingstanten. Als Mensch, der immer auf der Suche nach interessanten Büchern ist , gibt sie mir wertvolle Tips und kann mich sogar ab und zu Schnäppchenkäufen in Online-Buchhandlungen verleiten.
Kürzlich , als es draußen regnerisch und düster war, und meine Stimmung ebenso dunkel, erinnerte ich mich an einen Spontankauf von vor zwei Jahren. Da erstand ich ein Buch, welches mich einen ebenso regnerischen Tag wie der heutige durch seine Heiterkeit und Wortwitzigkeit wirklich vergessen ließ.
Mein neuzeitliches Schreibgerät von Compaq schnurrte noch ; und so fragte ich Tante Google, ob es noch andere Bücher gäbe von diesem Witzbold, der in nullkommanix Wellness pur für meine Lachmuskeln war.
Ja, sagte die Tante, schau mal, da gibt’s eine ganze Menge. Kauf mich, riefen die Bücher! Es geht in diesem Online-Laden zu wie im Märchen von Frau Holle , wenn die Brote rufen: zieh mich raus , zieh mich raus....
Nur hier hieß das : Klick mich an und Du hast mich!
Mein kleiner Finger gehorchte aufs Wort und klickte an und in einer Rekordzeit von 3 Minuten kaufte ich zu den Büchern des Satirikers noch 2 Romane von Frau Schrobsdorff und ein neues Wörterbuch der Englischen Sprache.
Fast zufrieden lehnte ich mich zurück. Wie wunderbar es doch ist, das alles auffindbar und durchschaubar und bestellbar ist. Und das , ohne die Wohnung zu verlassen. Nun musste ich nur noch warten, das mein Briefträger ein braunes Päckchen in meinen Kasten wirft...
Der Tag, der für mich wie Weihnachten und Ostern zugleich war, ist nicht etwa mein Geburtstag , sondern der, an dem ich , die Stufen hinauf zur Wohnung eilend , schon im Hausflur die Bücherpakete aufriß. Vorsorglich zog ich den Stecker des Telefons heraus und innerhalb von 2 Tagen verschlang ich jedes Wort und ich meinte fast, der Witzbold, der die Bücher schrieb, säße zum Tee neben mir auf der Couch.
Ich dachte, das muss der Mensch doch wissen, das er aus einem Regentag Sonnenstunden zaubern kann. Tante Google schnurrte immer noch....komm, komm, hier darfst du dich bedanken...
Da ich ein gut erzogener Mensch bin, sollte man auf "Tanten" ab und zu hören und ich nehme ihre angebotene Hilfe in Anspruch und finde tatsächlich ein kleines Gästebuch, wo hinein ich meine Freude und mein Glücksgefühl kundgeben kann. Und wohlerzogen erwartet man nicht unbedingt , daß der mit Lob Beschenkte dank dieses ausgeklügelten Systems im Internet bei mir melden wird.
Diese Zuverlässigkeit dieser Tante ist phänomenal! Was alles möglich ist und in welcher Geschwindigkeit...Ja sitzt denn der lustige Geschichtenschreiber tatsächlich mit seinem heißen Kaffee neben mir und mag sich unterhalten?
Tante Google kann mir jetzt nicht weiterhelfen; die Worte , die ich jetzt sage oder schreiben möchte, können nur aus dem Fundus meiner altmodischen Erfahrungen mit Sprache geschöpft werden. Also spielen der Schriftsteller und ich Pingpong mit kleinen, feinen Sätzen und senden uns diese per Klick zu.
"Hallo Du" schreibt er mir "Du kannst mich kommenden Tag im Fernsehen sehen!" Und da er wahrscheinlich in der Eile einen einzigen, klitzekleinen Buchstaben falsch geschrieben hatte, konnte ich diesem Hinweis gar nicht folgen und landete immer auf der Error-Seite. Puhh, dachte ich, dieser Mensch will sich wohl einen Scherz machen. Andererseits aber regte sich in mir mein gesundes Gefühl, das dies sicher ein Versehen war...
Also mußte ich doch wieder Tante Google in meine Privatsphäre hineinlassen und sie fragen, was um alles in der Welt meint er und vor allem wo befindet sich der Fernsehsender .
Geübte Finger tippten den Namen ein , Schlagworte wie Fernsehen, das erahnte richtige Wort und siehe da! Tausende von Informationen stürzten auf mich ein, überfluteten mich geradezu mit Informationen, so das es mir ganz schwindelig wurde. So viel wollte ich eigentlich gar nicht wissen über den geheimnisvollen Mann gegenüber ! Eigentlich genügte mir doch das Fernsehprogramm, denn auch wenn hinter einer Mattscheibe, kann ich mir dann doch aber ein lebendiges Bild machen...
Ach Tante Google! Deine Geschwätzigkeit hat mich und mein inneres Navigationsgerät für besondere Worte und besondere Menschen etwas durcheinander gebracht! All diese Informationen sind zwar gut gemeint, aber sie sagen mir all das, was ich als Briefeschreiberin gar nicht so schnell von meinem gegenüber wissen wollte...
Ich fand unter all den Informationen , die mich sehr beeindruckten , endlich auch den Fernsehsender. Unglücklicherweise konnte ich diesen Sender nicht empfangen.
Egal, wie ich meine Digitalantenne auch drehte und wendete, es wollte mir nicht gelingen. Tante Google erzählte mir von Streams und Videos , aber auch da wurde ich nicht fündig; nur eine Aufzeichnung vom letzten Jahr . Was sollte ich tun?
Eine wahre Flut von blinkenden Versuchungen: Klick mich, drück mich, downloade mich, speichere mich ab, mach eine Notiz in deine Merkliste, stell mich zu den Favoriten ein, zu den Lesezeichen....
Nein, ich wollte das alles nicht!
Ich schrieb dem erwartungsvollen Briefpartner, das ich mir die Sendung anschauen werde. Ich verschwieg ihm allerdings, das es die Aufzeichnung sein wird. Mein einfaches Navigationsgerät zum auffinden der richtigen Wörter muss einfach aktiviert werden. Wie kann ich ihm mitteilen, das ich seine Sendung nicht gesehen habe, aber auch, das ich es nicht so schlimm finde, weil dann doch noch so etwas Geheimnisvolles bestehen bleibt...
Vielleicht ist Tante Google doch nicht nur so modern und so flink und so überaus korrekt...Sie ist zudem auch sehr feinfühlig und Warum ich das sage? Trotz der Fülle , trotz der Schnelle und trotz der Treffergenauigkeit konnte sie mir vermitteln, das ich mich nicht nur auf das System verlassen sollte. Zwischen all den Ergebnissen, die mir diesen Briefpartner quasi als offenes Buch präsentieren wollten, lag immer noch all das Unausgesproche, was ich für mich als eher wichtig empfand. Die Moral von der Geschicht‘- immer trau ich Tante Google nicht!
Und so weiß ich bis heute nicht, wie die Sendung gelaufen ist. Ich hoffe, mein Briefeschreiber wird es mir erzählen. So auf altbewährte Art. Persönlich. Ohne Tante Google zwischenzuschalten...
MAR
Geändert von mar (24.08.2008 um 10:06 Uhr).
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